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Mit "Cinch" bezeichnet man genormte Steckverbinder die vorwiegend im privaten Bereich in der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Über Cinch Stecker werden elektrische Signale ausgetauscht. Ein Cinch Stecker besitzt zwei Kontakte: einen Mittelstift, der weiter heraussteht und einen Randkontakt, der meistens als "Masse", also für die Abschirmung benutzt wird. Optisch ähnelt ein Cinch Stecker auch einem Antennenstecker. Bei einem Antennenstecker ist der Mittelstift allerdings deutlich dünner.
Die Ähnlichkeit zu einem Antennenstecker ist aber kein Zufall. Bei beiden Steckertypen wird als Leitung meistens eine so genannte Koaxialleitung verwendet und dazu passt eine solche Steckerform am besten.

cinchstecker

Seit wann gibt es Cinch Steckverbinder?

 

Die Cinch Steckverbindung kommt wie so vieles aus Amerika. Dort wurden bereits in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts Cinch Steckverbinder eingesetzt. In Amerika ist diese Steckverbindung aber unter der Bezeichnung "RCA jack" (Radio Corporation of America) bekannt. Wann Cinch Stecker in Europa aufkamen kann heute keiner mehr so genau sagen.

 

Was bedeutet der Name "Cinch"?

 

Auch das ist nicht zu 100% bekannt. Laut der Enzyklopädie "Wikipedia" könnte die Bezeichnung entweder auf das US-Unternehmen "Cinch Connectors" zurückzuführen sein, welches diese Steckverbinder hauptsächlich produziert hat. Eine weitere Erklärung wäre die einfache Übersetzung des Wortes vom englischen ins deutsche. "Cinch" heißt übersetzt "Kleinigkeit" oder "Kinderspiel". Vielleicht hat man dieser Steckverbindung darum diesen Namen gegeben, weil der Stecker sehr einfach aufgebaut und leicht zu handhaben ist.

 

Wozu wird eine Cinch Verbindung eingesetzt?

 

Bis heute findet man Cinch Anschlüsse noch an fast allen HiFi- und Videogeräten. Cinch Anschlüsse werden sowohl für die Übertragung von analogen Videodaten als auch für die Übertragung von analogen Audiodaten verwendet.
Im digitalen Bereich verwendet man Cinch Anschlüsse nur für die Übertragung von digitalen Audiodaten (S/P-DIF).

 

Im Audiobereich werden meistens Cinch Anschlüsse für die analoge Stereoverdrahtung zwischen den HiFi-Komponenten (linker und rechter Audiokanal) eingesetzt. Aber auch die Verdrahtung von mehrkanaligen Audioverbindungen (Dolby 5.1) kann über Cinch Anschlüsse erfolgen.
Benötigt man eine digitale koaxiale (Elektrische) "Dolby Digital" Verbindung, erfolgt diese ebenfalls über eine Cinch Leitung (S/P-DIF).

 

Im Videobereich setzt man Cinch Verbindungen für die analoge Bildübertragung über FBAS (Composite Video) und bei Component-Video ein.

 

Hat die Cinch Verbindung auch Nachteile?

 

Ja, mehrere! Die Cinch Verbindung ist zwar eine gute und einfache Steckverbindung, hat aber leider auch Nachteile:

  • Beim einstecken bekommt zuerst der "Hauptkontakt" (langer Stift in der Mitte) eine leitende Verbindung. Erst wenn der Stecker dann weiter in die Buchse gedrückt wird, bekommt auch die Masse (Abschirmung) Kontakt. Dadurch können im günstigsten Fall "nur" Störungen auftreten, aber im ungünstigsten Fall sogar Geräte beschädigt werden. Cinch Steckverbinder sollte man daher möglichst nur trennen und einstecken wenn die Geräte komplett ausgeschaltet sind.
  • Einen zweiten Nachteil betrifft die Herstellungsgenauigkeit. Leider sind besonders sehr günstige Stecker und Buchsen nicht immer zu 100% gleich. So kann es vorkommen, dass ein Stecker etwas dicker oder auch dünner ist. Bei einem etwas dünneren Stecker kann es z.B. zu einem Wackelkontakt kommen. Bei einem etwas zu dicken Stecker gar zu Beschädigungen an den Buchsen Schnell hat man durch zu festes drücken dann die Buchse von der Platine gerissen…
  • Ein weiterer Nachteil ist, dass über einen Cinch Stecker auch nur ein Signal übertragen werden kann. Für Stereo sind so schon zwei Leitungen nötig. Für "Component-Video" sind schon drei Leitungen erforderlich.

Welche Leitungen werden verwendet?

Koaxial LeitungWie oben schon einmal kurz angesprochen werden bei Cinch Leitungen meistens so genannte "Koaxialleitungen" eingesetzt. Koaxialleitungen haben den Vorteil, dass diese auf der gesamten Strecke ideal abgeschirmt sind.
Eine Koaxialleitung besteht aus zwei Adern: einem Mittelleiter (auch Seele genannt) und einem Außenleiter (auch Abschirmung genannt). Der Mittelleiter ist meist mit einer Kunststoffschicht (Isolation) umhüllt. Darauf liegt der Außenleiter meist in Form eines Drahtgeflechtes. Um eine besonders gute Abschirmung zu erhalten werden häufig auch so genannte "doppelt Abgeschirmte" Koaxialleitungen verwendet. Bei diesen befinden sich auf der Isolation zuerst eine durchgehende Alufolie und darauf dann das Drahtgeflecht des Außenleiters. Der Außenleiter ist dann nochmals mit einer dünnen Isolationsschicht umhüllt.

Koaxial LeitungenBei einem Cinch Anschluss schließt man den Innenleiter (Seele) an den Mittelkontakt des Steckers und die Abschirmung an den Außenkontakt an.

Manchmal wird ein Cinch Anschluss auch z.B. für einen Stromanschluss zweckentfremdet. In diesen Fällen kann es möglich sein, dass auch andere, ungeschirmte Leitungen benutzt werden.
Auch für einfache Stereo Anschlussleitungen werden meistens keine hochwertigen Koaxialleitungen eingesetzt. Hier verwendet man häufig deutlich dünnere zweiadrige Leitungen, die meist ähnlich wie Koaxialleitungen aufgebaut sind. Auch hier gibt es einen Innenleiter der mit einer dünnen Isolierung versehen ist. Darum befindet sich ein Drahtgeflecht als Außenleiter, das wiederum mit einer Isolationsschicht umhüllt ist.

Was bedeuten die Steckerfarben?

S/P-DIF koaxialBei Chinch Anschlüssen verwendet man eine meist einheitliche Farbcodierung. Diese ist zwar nicht genormt, wird aber von fast allen Herstellern einheitlich eingesetzt.
Bei Cinch Steckern ist meist das Steckergehäuse in der entsprechenden Farbe gehalten. Verwendet man hochwertige Metallstecker z.B. vergoldet, befindet sich die Farbcodierung oft in Form eines Ringes am Stecker oder an der Leitung.
Bei Cinch Buchsen hat man meist den Isolierring zwischen dem Außenkontakt und dem Loch für den Innenkontakt in der entsprechenden Farbe eingefärbt.

 

Farbcodierung bei Audiosteckern:

  • Rot = Rechter analoger Kanal
  • Weiß = Linker analoger Kanal (manchmal auch schwarz)
  • Gelb = Digitaler Audioanschluß (S/P-DIF) (manchmal auch orange)
  • Schwarz = Subwoofer oder Center Kanal

Manchmal verwendet man auch eine Anschlussleitung, über die sowohl Aufnahme- als auch Wiedergabesignale über Cinch Anschlüsse nach außen geführt werden. Eine solche so genannte "Kabelpeitsche" hat meist folgende Farbkodierung:

  • Weiß = linker Kanal Wiedergabe
  • Rot = rechter Kanal Wiedergabe
  • Schwarz = linker Kanal Aufnahme
  • Gelb = rechter Kanal Aufnahme

Farbcodierung bei Videosteckern:

Fazit:

 

Cinch Anschlüsse gibt es schon sehr lange und haben sich bis heute fest im privaten Audio- und Videobereich durchgesetzt. Im Zeitalter der Digitalisierung verwendet man aber schon heute sehr häufig nur noch digitale Ton- und Bildanschlüsse. Über den HDMI Anschluss kann z.B. sowohl Bild als auch Ton übertragen werden.
In absehbarer Zeit werden wahrscheinlich die analogen Videoanschlüsse FBAS und Component-Video dank Kopierschutzmaßnahmen wie "HDCP" wohl komplett aussterben. Wie es im Audiobereich weiter geht weiß man heute noch nicht.
Cinch Anschlüsse werden uns sicher noch ein paar Jahre erhalten bleiben, aber sicher irgendwann zu Gunsten besserer Anschlüsse weichen müssen.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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