Bewertung: 1 / 5

Stern aktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

ISDN steht für (Integrated Services Digital Network) und ist ein digitales Telefonnetz das auch für den Datenverkehr hervorragend geeignet ist. ISDN wurde etwa mit dem Fall des Post-Monopols Anfang der 1990er Jahre eingeführt.

 

Wie alles begann:

AkustikkopplerBlicken wir aber erst einmal zurück: zu Zeiten des Post-Monopols gab es eigentlich nur eine Möglichkeit, man konnte nur einen analogen Telefonanschluss zum telefonieren wählen. Auch die Telefonauswahl war lediglich auf wenige Modelle und Farben beschränkt die von der Post meist nur über "Mietgebühren" verliehen wurden. Selber durfte man nichts am Telefonnetz machen, die Telefone waren über verschraubte Dosen fest angeschlossen. Zu dieser Zeit begann auch die Zeit der Online-Netze und Mailboxen. So führte die Post selber BTX (Bildschirmtext) ein. Viele Anwender benutzten aber private Mailboxen über einen so genannten Akustikkoppler. Das ist eine Vorrichtung in die man einen Telefonhörer drücken konnte. In diesem Akustikkoppler befanden sich dann ein Mikrofon und ein Lautsprecher, über die die Daten durch verschiedene Töne in das Telefonnetz gesendet und empfangen wurden. So eine Datenverbindung mit einem Akustikkoppler hatte gerade mal eine Geschwindigkeit von etwa 300 bis höchstens 2800 Baud und war sehr störanfällig. Schon ein lautes Nießen konnte eine Verbindung beenden.

 

Das analoge Telefonnetz:

Analoges ModemDann als das Post-Monopol Anfang der 1990er Jahre viel, wurden auf Wunsch die verschraubten Anschlussdosen gegen steckbare TAE-Dosen kostenlos von der Telekom getauscht. Ab diesem Zeitraum konnten auch eigene Telefone und Zusatzgeräte gekauft und angeschlossen werden (Anfangs nur solche mit "Postzulassung"). Zu dieser Zeit kamen die analogen Modems auf den Markt. Diese konnten bereits mit einer Leitung direkt an die Telefondose angeschlossen werden und waren somit auch in der Lage selbstständig eine Verbindung entgegen zu nehmen oder eine Verbindung aufzubauen. Da jetzt auch das Internet immer interessanter wurde ging die Entwicklung bei den analogen Modems stetig weiter. Die ersten Geräte konnten etwa mit 9800 Bit/s Daten übertragen. Dann kamen Geräte mit 14400 (14,4 k) Bit/s und später 28800 (28,8 K) Bit/s auf den Markt. Durch Datenkompression und neue Übertragungsstandards konnte später dann eine Datenübertragungsrate zwischen 30000 Bit/s und 40000 Bit/s erreicht werden. Erst im Zuge der Digitalisierung in den Vermittlungsstellen war eine Download-Rate von bis zu 56000 (56k) Bit/s möglich. Hier ist aber Schluss, mehr ist aus dem analogen Telefonnetz nicht mehr rauszuholen.

 

Das digitale ISDN Telefonnetz:

 

In den 1990er Jahren ist dann auch das digitale ISDN-Netz in Betrieb gegangen. ISDN hat gegenüber dem analogen Telefonnetz einige Vorzüge. So nutzt ISDN z.B. eine komplett digitale Übertragung. Dadurch ist eine fast konstant gute Verbindung sowohl per Telefon als auch im Datenverkehr möglich. Beim analogen Telefon laufen die Gespräche und Daten zwar inzwischen auch meist über digitale Vermittlungsstellen, diese wandeln aber die analogen Signale erst einmal um. Dadurch werden aber auch Störsignale aus dem analogen Telefonnetz mit übernommen und je nachdem noch verstärkt.
Bei ISDN stehen einem gleich zwei unabhängige Leitungen, B-Kanäle genannt, zur Verfügung über die man z.B. gleichzeitig zwei Gespräche führen, oder telefonieren und im Internet surfen kann. Darüber hinaus gibt es noch eine dritte Leitung, D-Kanal genannt, welche für Steuerungszwecke genutzt wird.
Je ISDN-Anschluss können bis zu 10 Telefonnummern vergeben werden, die der Kunde beliebigen ISDN-Geräten zuordnen kann. Diese Rufnummern nennt man MSN (Multiple Subscriber Number). Durch eine so genannte "Diensterkennung" können die angeschlossenen Geräte die MSN-Nummer erkennen und entsprechend der Programmierung reagieren.
Des Weiteren können mit ISDN eine Vielzahl an Leistungsmerkmalen genutzt werden, die meist im Preis inbegriffen sind. Inzwischen können die meisten dieser Leistungsmerkmale auch schon im analogen Telefonnetz beantragt werden, kosten dann aber häufig zusätzliches Geld.

Das alles war Anfangs für Privatpersonen kaum erschwinglich. Außerdem funktionieren auch die normalen analogen Telefone nicht mehr so ohne weiteres mit ISDN. Damit war ein Wechsel für Privathaushalte meist zu teuer. Vielen reichte auch die Geschwindigkeit von 56kBit/s der analogen Modems und nur eine Telefonleitung vollkommen aus.

Da das Internet aber mit den Jahren immer interessanter und umfangreicher wurde, beantragten später dann auch immer mehr private Haushalte einen ISDN-Anschluss, zumal auch der Preis mit der Zeit immer weiter nach unten ging. Von Vorteil ist schließlich auch, dass man mit ISDN nun im Internet mit nahezu konstanten 64000 (64 k) Bit/s surfen kann und man gleichzeitig noch telefonisch erreichbar bleibt. Muss man mal eine größere Datei aus dem Internet herunterladen, lassen sich auch beide B-Kanäle bündeln und so mit 128000 (128 K) Bit/s, allerdings dann mit doppelten Onlinekosten, im Internet surfen.
ISDN ist auch heute noch bei vielen Gelegenheitssurfern sehr beliebt. Außerdem ist ISDN inzwischen meist recht günstig.

 

Was benötigt man für ISDN?

NTBA - ISDN NetzabschlussDas digitale ISDN schaltet der Telefonanbieter direkt über die vorhandenen zwei Telefondrähte in die Wohnung. Diese Leitung wird dann UK0 genannt. Es sind somit von Seiten des Telefonanbieters keine Änderungen nötig. Wichtig ist nur, dass die erste Telefondose im Haus eine TAE-Dose mit Steckkontakten ist. Nach der Umschaltung auf ISDN ist diese Dose erst einmal nicht mehr für irgendein Gerät nutzbar. Es wird ein "Umsetzer" bzw. Netzabschluss benötigt. Das erledigt ein so genannter NTBA (Network Termination for ISDN Basic rate Access). Dieser NTBA wird vom Telefonanbieter kostenlos zur Verfügung gestellt und mit einer TAE-Leitung einfach in die erste Telefondose eingesteckt. Ein NTBA besitzt dann zwei Anschlüsse für den so genannten ISDN S0-Bus. Daran können ausschließlich ISDN-Geräte angeschlossen werden. Sollen vorhandene analoge Telefone weiter benutzt werden ist eine ISDN-Telefonanlage oder ein so genannter a/b-Wandler erforderlich.

Dem NTBA liegt neben der TAE Telefonanschlussleitung auch noch eine Netzanschluss-Leitung bei. Was viele aber nicht wissen ist, dass diese Netzanschluss-Leitung nur benötigt wird, wenn am S0-Bus mehr als ein ISDN-Gerät ohne eigene Stromversorgung angeschlossen wird. Benutzt man lediglich eine ISDN-Karte im PC oder/und eine ISDN-Telefonanlage, kann man sich diesen Stromanschluss sparen.

 

Welche ISDN-Anschlüsse können bestellt werden?

 

Es gibt für den "normalen" Haushalt eigentlich nur den so genannten "ISDN-Basisanschluss". Bei diesem werden dem Kunden die beschriebenen zwei B-Kanäle mit je 64 kBit/s und ein D-Kanal (Steuerkanal) mit 16 kBit/s zur Verfügung gestellt. Der Basisanschluss wird dann aber nochmals in zwei Kategorien unterteilt:

  • Als Mehrgeräteanschluss: Das ist der übliche Anschluss. Hier können maximal 8 ISDN-Geräte angeschlossen werden und es können maximal 10 unterschiedliche MSN Nummern bereitgestellt werden.
  • Als Anlagenanschluss: Hier kann nur eine Telefonanlage angeschlossen werden. Es werden MSN Nummern aus dem gleichen Nummernkreis mit so genannten Durchwahlnummern vergeben.

In der Industrie und für Großbüros wird noch ein ISDN-Primär-Multiplexanschluss (PMX) angeboten. Ein solcher Anschluss hat 30 Kanäle mit je 64 kBit/s und einen Steuerkanal mit ebenfalls 64 kBit/s. Dieser Anschluss ist ausschließlich als Anlagenanschluss für Telefonanlagen erhältlich. Auch hier werden Rufnummern aus dem gleichen Nummernkreis mit Durchwahlrufnummern vergeben.

Wie eine ISDN-Anlage im privaten Haushalt verdrahtet wird habe ich im Artikel zum S0-Bus ausführlich beschrieben.

Wird ein noch schnellerer Internetanschluss benötigt kann zusätzlich zu ISDN ein DSL-Anschluss beantragt werden. Geht es nur um einen schnellen Internetanschluss und es werden keine zwei Telefonleitungen benötigt, kann ein DSL-Anschluss auch zu einem analogen Telefonanschluss beantragt werden.
Was DSL ist habe ich in einem anderen Beitrag bereits ausführlich beschrieben. Diesen Artikel findet ihr hier. Wie eine DSL-Anlage angeschlossen wird, habe ich hier ausführlich beschrieben.

Was bringt die Zukunft?

ISDN ist ein großer Schritt in Richtung "digitales Telefonnetz". Heute (2008) sind aber bereits die DSL Internetanschlüsse so schnell, dass man darüber auch telefonieren kann. Die Geschwindigkeit reicht inzwischen locker zum surfen, downloaden, Filme schauen und zum telefonieren. Was Anfangs nicht denkbar war, ist heute möglich: inzwischen können bereits DSL Anschlüsse ohne "echten" Telefonanschluss bei diversen Anbietern bestellt werden. Diese Anbieter bieten dann oft auch gleich eine Telefonoption zum telefonieren und eine Fernsehoption zum TV schauen über das Internet (IPTV) an. Diese Möglichkeit wird inzwischen schon viel genutzt.
Weitere Möglichkeiten zu telefonieren bieten die TV Kabelnetzbetreiber an. Auch diese können inzwischen das telefonieren über die Fernsehleitungen zusätzlich zur Verfügung stellen. Auch bei dieser Option wird kein herkömmlicher Telefonanschluss mehr benötigt.
Die Telefon- und TV-Kabelnetzbetreiber nennen dieses Angebot meistens "Triple Play", "Multi-Kabel" oder "3Play", weil sie alle drei Leistungen (Telefon, Internet und Fernsehen) aus einer Hand liefern.

Werden allerdings mehrere Telefonleitungen gleichzeitig benötigt oder müssen unterschiedliche MSN Nummern verwendet werden, ist auch heute noch ISDN Erste Wahl! 

Sollten noch Fragen offen sein, oder Probleme auftauchen, benutzt bitte mein Forum. Ich werde dort versuchen alle Fragen zu beantworten.

[Zurück zur Übersicht]

Joomla Toplist

Besucher heute

® Auf im Beitrag genannte Namen und Bezeichnungen, sowie auf Logos können Markenrechte von Firmen im In- und Ausland liegen

www.CompTech-Info.de wird gehostet von:

ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider

Wer ist online

Aktuell sind 91 Gäste und keine Mitglieder online

Beiträge:

Deine Daten

IP

Kleine Spende

Hier bitte ich Dich um eine kleine Spende für meine Webseite "www.CompTech-Info.de".
Weitere Infos dazu habe ich hier für Dich zusammengestellt.
Vielen Dank!
 

Ziel, mindestens: 119,40 €
Gespendet 2017:  28,37 €
Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
Zum Seitenanfang