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LNB ist die Abkürzung für "Low Noise Block" und ist der eigentliche "Empfänger" einer Satellitenantenne (Schüssel). Eine andere Bezeichnung dafür sind auch LNF (Low Noise Feedhorn) oder LNC (Low Noise Converter). Der Begriff "Block" deutet nicht an, dass es sich um einen "Kasten" handelt, sondern dass ein solcher Empfänger einen ganzen Frequenzbereich (Frequenzblock) empfangen kann. Ein "Converter" kann eigentlich nur einen bestimmten Frequenzbereich oder sogar nur einen Kanal empfangen. Dennoch werden heute alle diese Bezeichnungen für einen LNB verwendet.

 

Wie montiert man einen LNB?

 

Ein LNB muss genau im so genannten "Brennpunkt" einer Satellitenschüssel montiert werden. Die Satellitenschüssel empfängt auf seiner ganzen Fläche die Satelliten-Signale, reflektiert und bündelt diese im so genannten Brennpunkt. Das ist die Stelle, an der die von der Krümmung der Schüssel reflektierenden, hochfrequenten Mikrowellen zusammentreffen. An dieser Stelle ist somit das empfangene Signal am stärksten und genau dort muss der LNB montiert werden.
Natürlich muss man für die Montage kein Mathematiker sein und erst den Brennpunkt einer Satschüssel errechnen. Das haben bereits die Hersteller der Satellitenantennen gemacht und an der richtigen Stelle einen Befestigungsarm für den LNB montiert. Hier muss dieser nur noch richtig befestigt werden und dem Empfang steht nichts mehr im Wege, sofern die ganze Schüssel richtig zum Satelliten ausgerichtet ist :-)
Bei der Montage des LNB sollte man nur genau die Anleitung beachten. Es ist meistens nämlich erforderlich, dass der LNB in der Halterung in einer bestimmten Position befestigt wird!

 

Wie ist ein LNB aufgebaut?

 

Ein LNB besteht aus einem Empfangsteil mit Umsetzer auf die Anschlüsse, an die die Antennenleitungen angeschlossen werden, sowie einem Zylinder aus Metall, der die Signale von der Schüssel "einfängt". Dieser Zylinder ist vorne breit und läuft zum Empfangsteil konisch zu. Der Zylinder ist vorne offen und zeigt in Richtung der Satantenne. Offen natürlich nur für die elektrischen Wellen. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Schmutz ist der Zylinder meist mit einer Kunststoffkappe verschlossen.

Älteres analoges Twin-LNB mit zwei Anschlüssen

Wie arbeitet ein LNB?

 

Ist der LNB richtig montiert und die Satantenne ausgerichtet, wird das Satsignal von der Schüssel eingefangen und zum LNB reflektiert. Daher ist der Empfang bei einer großen Antenne auch besser, als bei einer kleineren, da die Empfangsfläche damit auch größer wird.
Das LNB trennt zuerst einmal dieses Signal in die horizontale und vertikale Polarisation auf. Dann werden diese Signale elektronisch verstärkt und die Frequenz um die Höhe der Oszillationsfrequenz herabgesetzt. Diese Oszillationsfrequenz beträgt für den analogen Bereich 9,75 GHz und für den digitalen Bereich 10,6 GHz. Das ist erforderlich, um die Signale überhaupt über normale Koaxialleitungen weiterleiten zu können. Je nach LNB kann dieser über ein Steuersignal vom Receiver sowohl digitale- als auch analoge Signale empfangen, also die Empfangsfrequenzen umschalten.
Natürlich benötigt ein LNB dafür auch Strom. Um nicht noch eine eigene Stromversorgung an das LNB anschließen zu müssen, übernehmen diese Stromversorgung die angeschlossenen Receiver. Sie leiten den erforderlichen Strom einfach mit über die Antennenleitungen zum LNB. Dadurch hat man einen weiteren Vorteil ausgenutzt. Erhält der LNB an einem Anschluss eine Spannung von 14 Volt vom Receiver schaltet dieser Anschluss auf die vertikale Polarisation, schickt der Receiver 18 Volt auf die Leitung, schaltet der LNB auf die horizontale Polarisation. Damit hat man mit einfacher Technik gleich eine gute Möglichkeit entwickelt die Polarisationen umzuschalten.
Um vom analogen auf das digitale Frequenzband umzuschalten schickt der Receiver zusätzlich über die Antennenleitung eine Frequenz von 22 kHz an den LNB.
Somit kann ein aktuelles, digital taugliches LNB vier "Ebenen" bedienen: jeweils die horizontale und die vertikale Polarisation auf dem oberen (digitalen) und unteren (analogen) Frequenzband.

 

Welche LNB-Typen gibt es?

 

LNBs gibt es für alle erdenklichen Einsatzgebiete von einfachen Satellitenanlagen mit nur einem Fernsehanschluss bis hin zu komplexen Anlagen mit mehreren 100 Anschlüssen. Aktuelle LNBs können meist sowohl das obere (high) Band 11,7 bis 12,75 GHz für den digitalen Sat Empfang als auch das untere (low) Band 10,7 bis 11,7 GHz für den analogen Sat Empfang empfangen, man nennt diese auch "Universal LNBs". Früher konnten LNBs nur das untere (analoge) Band empfangen. Von außen kann man nicht erkennen ob ein LNB digital tauglich ist. Entweder steht dieses auf dem Typenschild oder in der Anleitung. LNBs gibt es mit folgenden Anschlüssen:

  • LNB mit einem Anschluss: An diese LNBs kann nur ein Sat-Receiver angeschlossen werden. Daher nennt sich dieses auch Single-LNB. Ein solches LNB hat bereits einen eingebauten, so genannten Multiswitchschalter. Das heißt, ein Receiver kann über den einen Anschluss alle vier Bänder "anfordern".
  • LNB mit zwei Anschlüssen: Diese LNBs werden heute nur noch mit Multiswitchschalter als Universal-LNB angeboten. Das heißt, es können daran zwei Sat-Receiver angeschlossen werden, die unabhängig voneinander alle vier Bänder empfangen können. Man nennt diese LNBs somit auch Twin-LNB. Früher gab es auch eine Variante, die an einem Anschluss das Low-Band Vertikal und am anderen Anschluss das Low-Band Horizontal lieferte. Mit einem solchen LNB kann nur das analoge Sat-Signal empfangen werden und es wird zusätzlich ein externer Multiswitchschalter benötigt.
  • LNB mit vier Anschlüssen: Hier gibt es auch heute noch zwei unterschiedliche Typen. Einmal ein so genanntes QUAD-LNB mit eingebautem Multiswitchschalter (wird manchmal auch als QUATTRO-Switch-LNB bezeichnet) und zum anderen ein QUATTRO-LNB ohne Multiswitchschalter. An ein QUAD-LNB können bis zu vier Receiver direkt angeschlossen werden und unabhängig voneinander alle vier Bänder empfangen. Für den Betrieb mit einem QUATTRO-LNB wird hingegen ein externer Multiswitchschalter benötigt. An den 4 Anschlüssen liegen hier jeweils die Horizontale- und Vertikale Polarisation im High- und Low Band. Oft werden aber nur QUAD-LNBs verkauft, da daran auch spezielle externe Multiswitchschalter angeschlossen werden können. Es sollte vor dem Kauf aber genau geprüft werden, dass es sich auch um den richtigen LNB handelt, da es hier keine genormten Bezeichnungen gibt und die Händler hier gerne auch mal die gebräuchlichen Bezeichnungen vertauschen.
  • LNB mit acht Anschlüssen: Inzwischen gibt es auch schon LNBs mit acht Anschlüssen. In diesen ist auch bereits ein Multiswitchschalter integriert, so dass an diese LNBs bis zu acht Receiver direkt angeschlossen werden können. Man nennt diese LNBs somit auch Octo-LNB. Der Vorteil von Octo-LNBs ist, dass kein weiterer Multiswitchschalter benötigt wird. Der Nachteil ist, dass jeder Anschluss bis auf das Dach gezogen werden muss. Es muss somit ein dickes Bündel Leitungen wasserdicht durch die Dachpfannen gezogen werden. Auch Änderungen oder Erweiterungen einer solchen Anlage sind damit schwieriger als bei einem System mit Multiswitchschalter.

Welcher LNB ist nun der richtige für mich?

 

Das kommt auf die geplante Anlage an. Auch sollte gleich bei der Anschaffung bedacht werden, ob diese eventuell auch später erweitert werden soll. Ein Single- bzw. Twin LNB ist heute nur noch empfehlenswert, wenn wirklich nur ein oder zwei Anschlüsse benötigt werden, z.B. auf dem Campingplatz. Ein Octo-LNB sollte nur angeschafft werden, wenn absolut kein Platz für einen externen Multiswitchschalter vorhanden ist. Ein solches LNB ist oft teurer als z.B. ein QUAD-LNB.
Demnach ist die einfachste Lösung die Anschaffung eines QUAD-LNBs. Daran lassen sich sofort bis zu vier Receiver anschließen. Möchte man die Anlage später erweitern, schaltet man einfach einen geeigneten Multiswitchschalter dazwischen und es können fast beliebig viele Anschlüsse hergestellt werden. Wichtig ist dann nur, dass ein Multiswitchschalter verwendet wird, der für QUAD-LNBs ausgelegt ist. An die meisten Multiswitchschalter lassen sich nämlich nur QUATTRO-LNBs anschließen!
Steht bereits bei der Installation fest, dass die Anlage eventuell einmal erweitert werden soll, ist die Anschaffung eines QUATTRO-LNB mit nachgeschaltetem Multiswitchschalter die Ideale Lösung. Zum einen ist eine solche Anlage beliebig und flexibel erweiterbar und zum anderen können alle Multiswitchschalter verwendet werden.

Was ist sonst noch möglich?

Mit einem QUAD-LNB kann eine bestehende analoge Sat-Anlage auch leicht um zwei digitale Anschlüsse erweitert werden. So kann man z.B. zwei der LNB-Anschlüsse an eine Stelle im Haus verlegen, an denen ein digitaler Sat-Empfang gewünscht wird. Die anderen beiden Anschlüsse kommen in den vorhandenen analogen Multiswitchschalter und alle anderen Anschlüsse im Haus funktionieren wie bisher "analog" weiter. Das ist besonders für Leute interessant, die in einem Mehrfamilienhaus wohnen, aber der Vermieter die Anlage nicht auf digitales Fernsehen umrüsten möchte.

Digitaler 5/8 Multiswitchschalter

Wie wird ein LNB angeschlossen?

 

Für den SAT-Anschluss haben sich so genannte F-Stecker durchgesetzt. Diese können selber, ohne Spezialwerkzeug montiert werden und sind recht preiswert. Es handelt sich bei F-Steckern eigentlich gar nicht um Stecker im eigentlichen Sinne, sondern nur um eine Metallhülse mit Innengewinde und einer daran befestigten Mutter.
Wie F-Stecker montiert werden, habe ich in einem eigenen Thema ausführlich beschrieben.

F-Stecker Anschlüsse an einem Multiswitchschalter

Wichtig bei F-Steckern ist nur, dass diese zur Koaxialleitung passend gekauft werden. Es gibt F-Stecker für verschieden dicke Antennenleitungen. Auch gibt es F-Stecker mit Dichtungsring in der Befestigungsmutter. Diese sind besonders für den Anschluss an LNBs geeignet.

Der so angebrachte Stecker wird nun auf den Anschluss am LNB aufgesteckt und mit der Mutter am Anschluss festgeschraubt. Beim aufstecken sollte man vorsichtig den Innenleiter in den Anschluss hinein schieben. Oft ist bei neuen Geräten dieser Anschluss sehr stramm und der Innenleiter kann leicht verbiegen und so einen Kurzschluss verursachen.

F-Stecker Montage

Liegt dem LNB ein Schutzgehäuse bei, sollte dieses auf jeden Fall nach dem anschließen der Leitungen angebracht werden. Feuchtigkeit in den Anschlüssen oder dem LNB selber kann den Empfang erheblich beeinträchtigen oder den LNB sogar beschädigen.

So, jetzt sollte der LNB einwandfrei funktionieren. Wie eine Sat-Anlage angeschlossen wird und was dabei zu beachten ist, habe ich in einem eigenen Beitrag ausführlich beschreiben. Sollten noch Fragen offen sein, oder Probleme auftauchen, benutzt bitte mein Forum. Ich werde dort versuchen alle Fragen zu beantworten.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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