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UAE-Anschlussdose 8/8 (8)Ein S0-Bus (gesprochen: S-Null-Bus) wird für den Anschluss mehrerer ISDN-Geräte an einen NTBA verwendet. Bei einem S0-Bus werden mehrere ISDN-Anschlussdosen (IAE und/oder UAE) in Reihe hintereinander geschaltet und dann mit 100 Ohm Widerständen "abgeschlossen". Einen solchen Bus nennt man auch "Point-to-Multipoint"-Bus. An die so installierten Dosen können dann die ISDN-Endgeräte angeschlossen werden.

 

Wie verdrahte ich nun den Bus?

 

Für einen S0-Bus werden vier Drähte benötigt. Im Gegensatz zu einem analogen Telefonanschluss dürfen diese beim S0-Bus aber nicht vertauscht werden. Am besten man verwendet für die Verdrahtung dafür geeignete Telefonleitungen. Bei diesen sind die einzelnen Drähte farblich markiert, so dass es keine Verwechselungen geben kann. Es gibt auch eine Empfehlung für die verwendeten Farben:

S0-Bus Anschlussbezeichnung  4-adrige Telefonleitung  4-adrige Telefonleitung mit Ringkennzeichnung 
a1  rot  ohne Ring 
b1  schwarz  ein Ring 
a2  weiß  zwei Ringe weit auseinander 
b2  gelb  zwei Ringe nahe zusammen 

Zuerst sollte man die ISDN-Dosen (UAE oder/und IAE) dort montieren, wo ein Endgerät benötigt wird. Ob eine UAE- oder IAE Dose, und ob eine Dose mit einem- oder mit zwei Anschlüssen verwendet wird, muss jeder für sich entscheiden. Für die Verdrahtung macht das zuerst einmal keine großen Unterschiede und für den Anschluss der Endgeräte ist die Dose egal.

Anschlussbelegung von UAE und IAE Dosen

Sind alle Dosen montiert, kann es an die Leitungsverlegung gehen. Dazu verlegt man die Telefonleitung am besten vom NTBA von Dose zu Dose, so dass diese alle in Reihe hintereinander geschaltet sind. Ist das nicht möglich, da der NTBA z.B. in der Wohnungsmitte angebracht ist und Anschlüsse sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung verlegt werden sollen, kann man auch vom NTBA ausgehend zwei "Stränge" aufbauen. Wichtig ist dann nur, dass auch beide Stränge am Ende mit Widerständen abgeschlossen werden.

 

Skizze einer einfachen ISDN Verdrahtung:

ISDN (S0-Bus) Verdrahtung

Wichtig ist bei der Verdrahtung nur, dass auf der gesamten Strecke keine Drähte vertauscht werden.

 

Was heißt den Bus "abschließen"?

UAE-Dose mit AbschlusswiderständenDa auf dem S0-Bus so genannte "Reflexionen" der Stromimpulse auftreten können, die je nachdem den Bus stören können, muss ein S0-Bus "abgeschlossen", man nennt das auch "terminiert", werden. Dazu muss ein S0-Bus an seinem Anfang (NTBA) und an seinem Ende mit 100 Ohm Widerständen "abgeschlossen" sein. Am Anfang, also im NTBA sind diese Widerstände bereits fest eingebaut, man nennt einen NTBA aus diesem Grund auch "Netzabschluss". Am Ende des S0-Busses müssen die Widerstände selber in der letzten ISDN-Dose montiert werden. Dazu kann man einen fertigen "Netzabschluss" (Terminator) kaufen und in die letzte IAE-Dose einbauen, oder wie auf dem Bild gezeigt, einfach zwei handelsübliche 100 Ohm Widerstände zwischen den Anschlüssen 1a und 1 b sowie 2 a und 2 b einbauen. Einen fertigen "Netzabschluss" kann man auch nur für eine IAE-Dose, nicht aber für eine UAE-Dose verwenden.

 

Wie lang darf ein S0-Bus sein?

 

Ein S0-Bus kann nicht in unbegrenzter Länge aufgebaut werden. Die maximale Länge vom NTBA bis zur letzten ISDN-Dose ist bei einer Standardverdrahtung auf 150m begrenzt. Diesen Bus nennt man auch "kurzer passiver Bus".
Kommt man bautechnisch mit diesen 150m nicht aus kann der Bus auch bis zu 450m lang sein. Wird der Bus so aufgebaut muss die Leitungslänge aber mindestens 100m betragen und die Dosen dürfen nur auf den letzten 25m verteilt angebracht werden. Diese Busbauform nennt man "erweiterter passiver Bus".
Sind aber auch 450m noch zu kurz kann ein so genannter "langer passiver Bus", oder auch "Punkt-zu-Punkt-Anschluss" genannt, aufgebaut werden. Mit dieser Verdrahtungsart kann ein Endgerät bis zu 1200m vom NTBA entfernt angeschlossen werden.

 

Wie viele Geräte kann ich an den Bus anschließen?

NTBAAuch die Anzahl der Geräte und Anschlussdosen ist beim S0-Bus festgelegt. An einen Standard "kurzen passiven Bus" dürfen maximal 12 Anschlussdosen montiert werden. An diese 12 Dosen dürfen maximal 8 Endgeräte angeschlossen werden, von denen aber maximal nur 4 Geräte den Strom über den NTBA beziehen dürfen (mit eingestecktem Stromanschluss). Werden also mehr als 4 Geräte angeschlossen, müssen einige davon einen eigenen Stromanschluss besitzen.
Auch an den "erweiterten passiven Bus" dürfen maximal 12 ISDN-Dosen auf den letzten 25m montiert werden, daran dürfen dann aber nur noch 4 Endgeräte angeschlossen werden.
Beim "langen passiven Bus" ist nur eine Dose mit einem Gerät erlaubt. Daher nennt sich diese Bauform auch "Punkt-zu-Punkt-Anschluss".
Ist bei der Montage noch nicht bekannt, wie viele Endgeräte montiert werden sollen, empfiehlt sich auf jeden Fall den Netzstecker am NTBA in eine Steckdose zu stecken. Nur dann dürfen an den S0-Bus Endgeräte ohne eigene Stromversorgung angeschlossen werden.

 

Abschließende Informationen:

 

So, mit dieser Anleitung sollte es eigentlich möglich sein, einen S0-Bus aufzubauen und die Geräte anzuschließen. Hier noch ein paar Informationen zum S0-Bus:

 

Wie werden die Endgeräte mit Spannung versorgt?

 

Über den S0-Bus kann ein Teil der Endgeräte mit Strom versorgt werden. Dazu stellt der NTBA eine Versorgungsspannung von 40 Volt zur Verfügung. Diese Spannung liegt aber nicht zwischen den zwei Datenpaaren 1a / 1b und 2a / 2b sondern überkreuzt. Das heißt mit einem Messgerät kann zwischen den Adern 2a (+) und 1a (-) sowie 2b (+) und 1b (-) die Spannung von 40 Volt gemessen werden.

 

Was ist ein interner und was ein externer S0-Bus?

 

Schließt man die Endgeräte wie oben beschrieben direkt an den NTBA an, handelt es sich um einen externen Bus. Das heißt, wenn man von einem Endgerät zu einem anderen am gleichen Bus anruft, läuft diese Verbindung immer "extern" über die Telefongesellschaft und es fallen Gebühren dafür an.
Schließt man an den NTBA eine ISDN-Telefonanlage mit S0-Bus an und verdrahtet diesen dann aus der Telefonanlage, handelt es sich um einen so genannten "internen" Bus. Die Verdrahtung bleibt dann gleich, nur dass der Bus in der Telefonanlage und nicht im NTBA beginnt. Der Vorteil ist damit, dass Telefonate von einem Endgerät zu einem anderen Endgerät im gleichen Bus nur "intern" über die Telefonanlage laufen, also kostenlos sind.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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