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Der Name "Westernstecker" stammt laut Übermittlung vom amerikanischen Unternehmen "Western Electric", die diese Stecker Bauform wohl als erste Firma entwickelten. Inzwischen haben sich die Westernstecker als genormte Steckverbindung im Telekommunikations- und Computerbereich durchgesetzt und wurden von der amerikanischen "Federal Communications Commission" unter der Bezeichnung "RJ-xx" genormt. RJ steht dabei für "Registered Jack", was auf Deutsch etwa "genormter Anschluss" heißt. Hinter dem "RJ" wird eine zweistellige Zahl angegeben, welche die Bauform der Buchse oder des Steckers beschreibt. Da es in verschiedenen Ländern unterschiedliche Telefonnormen gibt, sind auch eine Vielzahl an Westernstecker Bauformen erschienen. Ich werde hier nur die Bauformen beschreiben, die bei uns in Europa verbreitet sind.

 

Wie ist ein Westernstecker aufgebaut?

 

Es gibt erst einmal zwei große Unterschiede. Im Telekommunikations Bereich werden meist "einfache" Stecker und Buchsen verwendet. Einfach deswegen, weil diese nicht abgeschirmt sein müssen. Diese Stecker und Buchsen besitzen überwiegend ein Kunststoffgehäuse.
Im Computerbereich werden Westernstecker unter anderem auch im Netzwerkbereich eingesetzt. Hier werden hochwertige, abgeschirmte Stecker und Buchsen verwendet, die Stecker haben zumindest einen Blechmantel und die Buchsen (Anschlussdosen) sind aus Metall gefertigt.
Die Funktion ist bei allen Westernsteckern gleich. Steckt man diese Stecker in eine entsprechende Buchse rastet eine Verriegelungsnase vom Stecker in der Dose ein und hält den Stecker dort fest. Um einen Westernstecker wieder aus der Dose zu entfernen, muss man diese kleine Verriegelung leicht zum Stecker drücken und den Stecker dann ohne Gewalt aus der Dose ziehen. Genau diese Verriegelungsnase ist aber auch eine Schwachstelle bei einem Westernstecker. Da diese aus Kunststoff ist, bricht die "Nase" leicht ab und der Stecker wird dadurch oft unbrauchbar, da er nicht mehr fest in einer Dose verriegelt werden kann.

 

Welche Bauformen gibt es in Europa?

 

Bei uns in Europa sind eigentlich nur vier Bauformen verbreitet. Dazu kommt noch eine Sonderform, mit versetzt angeordneter Verriegelungsnase, für Anschlussleitungen die nur in bestimmte Dosen eingesetzt werden dürfen. Hier die einzelnen Bauformen:

 

RJ-10

 

Die kleinste Variante eines Westernsteckers ist die RJ-10 Bauform. Diese Stecker haben nur 4 Kontaktpositionen die alle mit Kontakten belegt sind. Ein RJ-10 Stecker hat die offizielle Bezeichnung "4P4C" (4 Positionen mit 4 Kontakten). Da diese Bauform sehr klein ist, benutzt man diese Stecker meistens an Telefonhörern.

RJ-10 Westernstecker

RJ-11

 

Ein RJ-11 Stecker besitzt einen Westernstecker mit 6 Kontaktpositionen, von denen aber nur die inneren 4 belegt sind. Dieser Stecker hat also 4 Kontakte. Die offizielle Bezeichnung für diesen Stecker lautet "6P4C" (6 Positionen mit 4 Kontakten). Verwendet wird diese Steckerart bei uns sehr häufig bei Anschlüssen an Telefonen.

RJ-11 Westernstecker

RJ-12

 

Der RJ-12 Stecker hat die gleichen Maße wie ein RJ-11 Stecker. Auch diese Bauform hat 6 Kontaktpositionen, die auch alle mit Kontakten belegt sind. Die offizielle Bezeichnung für diesen Westernstecker lautet demnach "6P6C" (6 Positionen mit 6 Kontakten). Diese Bauform benutzt man meistens zum Anschluss an Modems oder auch an Telefonen.

RJ-12 Westernstecker

RJ-45

 

Die größte Bauform ist der RJ-45 Westernstecker. Bei diesem findet man 8 Positionen, die auch alle 8 mit Kontakten belegt sind. Davon abgeleitet lautet hier die offizielle Bezeichnung "8P8C" (8 Positionen mit 8 Kontakten). RJ-45 Stecker werden im Telekommunikations-Bereich z.B. beim ISDN S0-Bus und im Computerbereich bei der Ethernet-Netzwerkverkabelung eingesetzt. Im Telekommunikations-Bereich findet man den RJ-45 Stecker aber häufig auch mit nur 4 Kontakten, da mehr oft nicht benötigt werden. In diesem Fall handelt es sich um einen "8P4C" (8 Positionen mit 4 Kontakten) Stecker. Bei diesem sind nur die inneren 4 Kontakte belegt, sowohl links und rechts bleiben dann je zwei Kontakte frei.

RJ-45 Westernstecker

DEC-Type:

 

Möchte ein Hersteller verhindern, dass Westernstecker versehentlich mit anderen verwechselt werden könnte, weil er z.B. die Anschlussbelegung nicht normgerecht umgesetzt hat, wird der so genannte "DEC-Type" verwendet. Im Prinzip kann jede oben genannte Bauform so modifiziert werden. Damit nur die richtigen Stecker eingesetzt werden können, wird am Stecker die Rasternase versetzt angebracht. Das kann sowohl nach links als auch nach rechts sein. Solche Stecker passen dann nur in die dafür vorgesehene Dose. Dieser Typ wird häufig bei Anschlüssen am ISDN NTBA und beim DSL-Splitter verwendet.

RJ-11 DEC-Type Westernstecker

Wie kompatibel sind die Stecker?

 

Normalerweise sieht die RJ-xx Norm vor, dass nur die passenden Stecker auch in die dafür vorgesehenen Anschlussdosen verwendet werden sollen. Technisch passen allerdings auch die 4-poligen und 6-poligen Stecker (RJ-10, 11, 12) in eine 8-polige Buchse (RJ-45). In eine 6-polige Dose (RJ-11 und 12) passen auch 4-polige Stecker (RJ-10). Die Stecker nehmen dann natürlich nur Kontakt mit den entsprechenden inneren Kontakten auf. Halten sich alle die diese Dosen verdrahten an die Norm, und alle Anwender an die vorgeschriebenen Dosen, gibt es damit sicher kaum Probleme. Schnell ist es aber passiert, dass ein Westernstecker in eine falsche Dose gesteckt wird und eine eventuell anliegende Betriebsspannung das angeschlossene Gerät beschädigt.
Aufpassen muss man hier auch bei Netzgeräten und deren Anschlüsse. Teilweise verwenden auch einige Hersteller beim Netzgeräte Anschluss eine RJ-xx Buchse und Stecker! Steckt man versehentlich einen Anschluss von einem Netzgerät in eine Telefondose, kann das schon zu Beschädigungen an Geräten oder Telefonanlagen führen.

 

Wie schließt man einen Westernstecker an?

Crimpzange für RJ-45 SteckerUm selber einen Westernstecker anzubringen benötigt man ein Spezialwerkzeug und ein wenig Geschick. Die Leitung muss sehr genau abisoliert und die Anschlussdrähte dann in der richtigen Reihenfolge in den Stecker eingelegt werden. Dabei sollte man zum einen auf die richtige Lage der einzelnen Drähte und zum anderen auf den Mandel der Leitung achten. Schließlich sollen die Drähte ja nicht am Stecker raushängen, sondern der Leitungsmantel sicher unter dem Steckergehäuse sitzen. Je mehr Drähte unterzubringen sind, je kniffliger wird diese Angelegenheit für einen Ungeübten. Hat man die Drähte richtig platziert benötigt man eine so genannte Crimpzange mit passendem Crimpmodul für den verwendeten Stecker. Damit presst man die Drähte auf die Kontakte und die Zugentlastung auf die Leitung. Danach sitzt der Stecker fest auf der Leitung. Einmal gepresste Westernstecker können nicht wieder verwendet werden. Hat man beim Zusammenbau einen Fehler gemacht, kann man den Stecker nur noch abschneiden und einen neuen Versuch starten.
Es gibt aber für fast alle Anwendungen auch fertige Leitungen zu kaufen. Sicher ist es meist die einfachere und günstigere Variante, zumal eine vernünftige Crimpzange auch nicht gerade billig ist.

 

Wie schließt man eine Twisted-Pair Leitung an?

Anschluss einer Twisted-Pair Leitung nach "TIA-586B" NormDie Belegung der Westernstecker und Dosen ist genormt, damit es z.B. auch keine Probleme gibt, wenn ein "fremder" Westernstecker in eine bestimmte Dose gesteckt wird. In der Computertechnik, bei der Ethernet-Netzwerkverkabelung werden üblicherweise Leitungen mit paarweise verdrillten Drähten (Twisted Pair) verwendet. Die ursprüngliche Überlegung zur Aufteilung dieser Drähte war, dass mit der Verdrahtung in der Mitte der Dose begonnen wird. So sollte das Erste Pärchen auf die mittleren beiden Anschlüsse gelegt werden. Daneben links und rechts das nächste Pärchen u.s.w. Das letzte Pärchen liegt dann links und rechts auf den äußeren Anschlüssen Diese Norm der Verdrahtung für 8-polige RJ-45 Stecker nennt man auch "TIA-586A".

Bei der TIA-586A Norm gibt es aber für die Verdrahtung bei heutigen Netzwerkdosen ein Problem. Das äußere Pärchen liegt für diese Anforderungen zu weit auseinander, so dass Störungen nicht ausgeschlossen werden können. Es musste also eine Änderung vorgenommen werden, die dann in der Norm "TIA-568B" festgelegt wurde. Bei dieser Norm belässt man die inneren zwei Pärchen wie bei der Norm TIA-568A, da diese ja noch dicht beisammen liegen. Es bleiben jetzt noch links und rechts jeweils zwei Kontakte frei. Da werden auf der einen und auf der anderen Seite je ein Pärchen angeschlossen.
Damit man die einzelnen Pärchen nicht verwechselt, haben diese eine genormte Farbcodierung. Wie die einzelnen Pärchen nun verteilt werden habe ich auf dem Bild nebenan skizziert. 

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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