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DSL, ADSL oder VDSL wird vom Netzbetreiber über die normale 2-adrige Telefonleitung bereitgestellt und ist eine schnelle Datenverbindung in das Internet. Vom Netzbetreiber werden oft verschiedene Geschwindigkeiten angeboten, die man bei DSL wählen kann. Viele Anbieter stellen aber auch nur noch die verfügbare Maximalgeschwindigkeit zur Verfügung.

Welche Anbieter gibt es?

Benötigt man einen neuen DSL-Anschluss sollte man sich zuerst einmal bei den am Wohnort verfügbaren Anbietern umsehen. Hier gibt es oft erhebliche Unterschiede, was die Geschwindigkeit und den Preis angeht. Oft stehen neben den großen, Deutschlandweit vertretenen Firmen wie die Telekom, Vodafone oder O2, auch kleinere regionale Anbieter zur Verfügung. Man sollte nicht nur den Preis, sondern auch die Leistungen vergleichen. Mit dem Wechsel zu einem DSL-Anbieter wechselt man fast immer auch den Telefonanbieter, da beide Leistungen meist über eine Leitung ins Haus kommen.
Heute werden oft auch so genannte "Flatrates" für DSL und Telefon oder sogar direkt mit Fernehen (3-Play) angeboten. Diese sollen eine unbegrenzte Nutzung für einen bestimmten Betrag ermöglichen. Aber auch hier gibt es manchmal Einschränkungen, in denen Anbieter z.B. nur eine bestimmte Datenmenge als "Flatrate" bezeichnen und dann den Anschluss drosseln.

Die Vorbereitung

Ist die Bestellung dann erledigt und der Anschlusstermin steht bevor werden dem Kunden entweder die erforderlichen Geräte zugeschickt, oder der Kunde wird benachrichtigt, dass er jetzt die Geräte holen, bzw. kaufen kann. Welche Geräte benötigt werden, hängen mit dem bestellten Anschluss zusammen. Früher wurden meistens so genannte "Annex B" Anschlüsse geschaltet. Hier laufen die standard Telefonverbindung (analog oder ISDN) und die DSL-Internet Verbindung auf unterschiedlichen Frequenzen über die bestehende Telefonleitung. Für diese Anschlüsse wird ein so genannten Splitter benötigt, der im Haus die beiden Frequenzen wieder trennt.
Heute bieten die meisten Netzbetreiber so genannte "Annex J" Anschlüsse an. Diese basieren auf dem Internet IP-Protokoll. Der Vorteil ist, dass Telefon und DSL praktisch gemeinsam ins Haus kommen. Die Bandbreite eines "Annex J" Anschlusses kann somit höher sein, wodurch die Anbieter eine höhere Geschwindigkeit bereitstellen und / oder eine Versorgung zu weiter von den Vermittlungsstellen entfernt gelegenen Häusern anbieten können. Der Vorteil ist, dass man bei einem "Annex J" Anschluss keinen Splitter und bei ISDN auch keinen NTBA mehr benötigt, der Anbieter aber über diesen Anschluss die standard ISDN Merkmale wie 2 getrennte Telefonleitungen mit 3 Rufnummern schalten kann. Der Nachteil ist aber, dass das Signal in einer komplett anderen Form ins Haus kommt und man unbedingt einen speziellen "Annex J"  tauglichen Router benötigt. Die Anbieter stellen aber zu jedem Annex J Anschluss einen solchen Router zur Verfügung. Wie die Verdrahtung bei einem Annex J Anschluss hergestellt werden muss, werde ich unten näher erklären.

Welche Geräte werden bei einem DSL-Anschluss benötigt?

Für einen DSL-Anschluss werden folgende Geräte benötigt:

  • Die "erste Telefondose" im Haus muss eine TAE-Dose mit mindestens einer TAE-Buchse sein.
  • Einen DSL-Splitter, der das Telefonsignal vom Datensignal trennt (nur bei Annex B Anschlüssen)
  • Beim ISDN Telefonanschluss wird ein NTBA benötigt (nur bei Annex B Anschlüssen)
  • Ein DSL-Modem oder einen Router mit integriertem DSL-Modem für die Verbindung in das Datennetz (bei Annex J wird ein spezieller Router benötigt)
  • Ein PC mit Netzwerkanschluss (RJ45) oder WLAN für den Anschluss an das Internet.

Sollen mehrere Computer Zugriff auf das Internet haben, wird noch ein Hub oder Switch benötigt, der heute aber auch für bis zu 4 Geräte in aktuellen DSL-Routern integriert ist.

Wie werden die Geräte angeschlossen?

Jetzt sind alle Geräte beisammen und müssen "nur" noch angeschlossen zu werden. Das sieht auf den ersten Blick etwas verwirrend aus, ist aber kein Hexenwerk. Hier habe ich mal Anschlussbilder erstellt, wie die Verdrahtung bei einem analogen Telefonanschluss und bei einem ISDN Anschluss (jeweils Annex B) aussehen sollte. Wie die Verdrahtung bei einem Annex J Anschluss aussehne soll, findet Ihr weiter unten. Das Aussehen der Geräte dient nur zur Anschauung!

1. DSL bei einem analogen Telefonanschluss (Annex B mit Splitter):

 DSL Verkabelung analog

2. DSL bei einem ISDN-Telefonanschluss (Annex B mit Splitter und NTBA):

DSL Verkabelung ISDN

3. DSL mit einem DSL-Router (Annex B mit Splitter und NTBA):

DSL Verkabelung DSL Router

Die Montage der Geräte:

Zuerst sollten alle Geräte auf ihrem Platz montiert werden. Anhand der Bilder kann man in etwa sehen, wie die Verkabelung später aussehen soll. Bei einem Annex B Anschluss sollte idealer Weise der Splitter [2] und wenn vorhanden, der NTBA [3] in der nähe der ersten Telefondose [1] an der Wand montiert werden. Dafür sind je Gerät nur 1-2 Schrauben nötig, in die die Geräte dann eingehangen werden. Das DSL-Modem bzw. der DSL-Router [4] sollte in der nähe des Computers [5], aber auch nicht zu weit vom DSL-Anschluss, z.B. auf dem Schreibtisch aufgestellt werden.

Ich denke, dass diese Montageplanung mit das schwerste bei der Installation darstellt, da man sich über vernünftige Leitungswege gedanken machen muss.

Haben alle Geräte Ihren Platz kann es mit der Verdrahtung losgehen. Ich beschreibe auch kurz, welche Leitungen benötigt werden, so kann die eine oder andere Verbindung auch mit anderen, z.B. längeren "normalen" Telefonleitungen hergestellt werden.

Der DSL-Splitter (bei einem Annex B Anschluss):

SplitterSo, wie bereits erwähnt, kommen bei einem Annex B Anschluss die DSL-Daten zusammen mit dem Telefon über nur 2 Drähte in das Haus [auf den Bildern in schwarz dargestellt]. Die DSL-Daten werden auf hohen Frequenzen und die Telefondaten auf darunter liegenden niedrigeren Frequenzen über diese beiden Drähte übertragen. Um nun die DSL-Daten von den Telefondaten zu trennen, wird der DSL-Splitter [2] benötigt. Dieser wird einfach mit der beiliegenden Telefonleitung an die erste TAE-Dose [1] eingesteckt [auf den Bildern in grün dargestellt]. Diese Leitung hat an einem Ende einen TAE-F Stecker und auf dem anderen Ende meistens einen Westernstecker (RJ11). Der Westernstecker kommt in den Splitter [2] (IN, LINE oder AMT Anschluss) der TAE-F Stecker in die Telefondose [1] – Mittlerer Anschluss. Damit ist der Splitter jetzt angeschlossen und betriebsbereit.
In dieser Anschlussleitung werden nur zwei Drähte benötigt und könnten auch durch eine "normale" Telefonleitung ersetzt werden. Der Splitter [2] hat dafür meist sogar entsprechende Anschlussklemmen. Die zwei Drähte schließt man dann auf einem Ende an der TAE-Dose [1] an den Klemmen 5+6 und am anderen Ende an den mit AMT a+b gekennzeichneten Klemmen am Splitter [2] an. Somit ist es schon mal möglich den Abstand zwischen erster TAE-Dose und Splitter zu vergrößern.

Splitter-Anschluss 

Das analoge Telefonnetz (bei einem Annex B Anschluss) - siehe Bild 1:

TAE NFF-DoseNun gibt es für die weitere Verdrahtung zwei Möglichkeiten, je nachdem was für ein Telefonanschluss bestellt wurde. Bei einem analogen Telefonanschluss können nun das Telefon, Fax, Anrufbeantworter u.s.w. direkt in die TAE Anschlüsse des Splitters [2] eingesteckt werden [auf dem Bild für den analogen Telefonanschluss (Bild 1) in blau dargestellt]. Stehen die Endgeräte an einem anderen Platz kann man auch eine TAE-Dose z.B. in einem anderen Raum montieren und diese mit einer Telefonleitung mit dem Splitter [2] verbinden. Es werden dafür nur zwei Drähte benötigt, die an einem Ende am Splitter [2] an entsprechende Anschlussklemmen (TAE La + LB) und am anderen Ende an der TAE-Dose (Anschlüsse 1 + 2) angeschlossen werden.
Damit wären jetzt auch die analogen Endgeräte in Betrieb.

Das digitale ISDN-Telefonnetz (bei einem Annex B Anschluss) - siehe Bild 2:

NTBABei einem digitalen ISDN-Telefonanschluss kommt bei einem Annex B Anschluss noch die Verdrahtung des NTBA [3] dazu. Dieser wird jetzt mit der beiliegenden Telefonleitung in den mittleren TAE-Anschluss am Splitter [2] eingesteckt [auf dem Bild für den ISDN-Telefonanschluss (Bild 2) in blau dargestellt]. Auch diese Leitung hat an einem Ende einen TAE-F Stecker und auf dem anderen Ende meistens einen Westernstecker (RJ11). Beim Anschluss des NTBA [3] muss der Westernstecker unbedingt in die mit "IN", "LINE" oder "AMT" gekennzeichnete Buchse eingesteckt werden, nicht in die mit "S0-Bus" beschrifteten Anschlüsse stecken!!

Bei dieser Anschlussleitung werden auch wieder nur zwei Drähte benötigt und könnten durch eine normale Telefonleitung ersetzt werden. Sowohl der Splitter [2] (Klemmen TAE La+Lb) als auch der NTBA [3] (Klemmen a+b -oder  farblich getrennt) haben meist dafür entsprechende Anschlüsse.
Wenn bis hierhin alles richtig gemacht wurde, sollte vorne auf dem NTBA [3] jetzt eine kleine Leuchtdiode leuchten.

 NTBA-Anschlussklemmen

Jetzt kann das ISDN-Endgerät wie z.B. ein Telefon, eine ISDN-Telefonanlage oder ein AB-Wandler in den NTBA [3] eingesteckt werden [auf dem Bild für den ISDN Telefonanschluss (Bild 2) in rosa dargestellt]. Dafür hat der NTBA [3] zwei Anschlüsse die mit "S0-Bus" gekennzeichnet sind. Hier können nur ISDN-Geräte eingesteckt werden, analoge Geräte funktionieren daran nicht! Wenn analoge Geräte weiter benutzt werden sollen muss ein so genannter "AB-Wandler" oder eine ISDN Telefonzentrale dazwischen geschaltet werden.

Für den Anschluss der ISDN-Geräte wird eine Anschlussleitung mit vier Drähten benötigt. Am besten geeignet sind die Anschlussleitungen die den Geräten beiliegen. Es können auch Netzwerkleitungen mit RJ45 Steckern verwendet werden. Wenn eine ISDN-Anlage selber mit handelsüblichen Telefonleitungen verdrahtet werden soll, ist schon etwas Fachwissen erforderlich! Es handelt sich beim ISDN-Anschluss um ein Bus-System an das mehrere Dosen angeschlossen werden können. Ich habe dieses im Artikel "S0-Bus - wie wird dieser verdrahtet?" ausführlich beschrieben.

Eines möchte ich hier aber noch loswerden: Dem NTBA [3] liegt auch immer eine Netzleitung für einen Stromanschluss bei. Diese wird nur benötigt wenn am ISDN S0-Bus mehrere Telefone OHNE eigene Stromversorgung angeschlossen werden sollen. Wird z.B. eine Telefonanlage, oder ein ISDN-Telefon mit Stromanschluss angeschlossen, kann man sich diesen Stromanschluss und die damit verbundenen Stromkosten sparen! Dafür reicht die Stromversorgung des Telefonnetzes vollkommen aus.

Das DSL-Modem (DSL-Router):

Nun ja, die Telefone funktionieren jetzt. Nun kann es an den eigentlichen DSL-Anschluss für den Computer gehen. Der Datenverkehr erfolgt bei DSL über ein so genanntes DSL-Modem [4]. Früher wurden den Kunden ein reines DSL-Modem ausgegeben. An ein DSL-Modem kann man nur einen Computer [5] über eine RJ-45 Buchse anschließen, was auch so gewollt war. Um weitere Computer anzuschließen, wurde ein externer DSL-Router benötigt. Diese Kombination bieten heute fast keine Anbieter mehr an.

Heute liefern die Anbieter meistens DSL-Router mit. DSL-Router können auch mit verschiedenen Ausstattungen im freien Handel erworben werden. Das sind universelle Anschlussgeräte, die zum einen das DSL-Modem [4] enthalten, aber auch gleich mehrere Netzwerkanschlüsse (RJ-45) für Computer bereitstellen. Oft bieten diese DSL-Router sogar ein Funknetzwerk (WLAN), Anschlüsse für Telefone TAE/RJ-45 (kleine Telefonzentrale) und USB-Buchsen für z.B. Drucker oder Festplatten an. Wie ein DSL-Router angeschlossen wird, habe ich oben in einem eigenen Bild (3) skizziert. Im Prinzip ändert sich am Anschluss nicht sehr viel.

rj-45-telefonnetzwerkDem Router liegt meist eine entsprechende Anschlussleitung bei. Diese hat auf einer Seite einen RJ-45 Stecker (mit 8 Anschlüssen) und auf der anderen Seite mindestens auch einen RJ-45 Stecker. Bei einem DSL-Router hat die Anschlussleitung auf der anderen Seite oft aber mehrere Anschlüsse (Kabelpeitsche). Die Seite mit dem einzelnen RJ-45 Stecker kommt in den Router [4] (Anschluss Line, In oder DSL) und der RJ-45 Stecker am anderen Ende kommt in den DSL-Splitter [2] (Anschluss DSL oder NTBBA) [auf den Bildern in rot dargestellt]. NTBBA steht für "Network Termination Broad Band Access" und beschreibt den Anschluss für das DSL-Modem. Damit ist der DSL-Anschluss hergestellt.

Wenn der DSL-Router auch Telefonanschlüsse (analog oder/und ISDN) bereitstellt und man diese auch nutzen möchte, muss man noch andere Stecker von der Router-Anschlussleitung einstecken. Bei einem analogen Telefonanschluss kommt der anhängende TAE-Stecker in die mittlere TAE-Buchse am Splitter [2] [im Bild 3 in Blau eingezeichnet] (der eventuell vorhandene RJ-45 Stecker mit der Beschriftung ISDN wird dann nicht genutzt). Bei einem ISDN-Anschluss kommt der RJ-45 Stecker, der mit ISDN beschriftet ist, in den NTBA [3] (Anschluss ISDN oder S0-Bus) [im Bild 3 in rosa eingezeichnet]. In diesem Fall muss der NTBA [3] in die mittlere TAE-Buchse des DSL-Splitters [2] eingesteckt werden [im Bild 3 Blau gestrichelt eingezeichnet]. Hier bleibt dann der TAE-Stecker aus der Routerleitung ungenutzt.

Diese Verbindungsleitung kann man nur selten gegen andere Leitungen tauschen. Die DSL-Leitung (rot) kann man zwar meist auch durch eine Standard Netzwerkleitung ersetzen. Soll aber auch die Telefonverbindung über den Router erfolgen, lässt sich die "spezial" Verbindungsleitung nur schwer tauschen. Für einen "Festanschluss" über Standard Telefonleitungen müsste das DSL-Modem oder der DSL-Router entsprechende Klemmen haben. Mir ist derzeit aber kein Gerät bekannt, dass solche Klemmen hätte. Die einzige Möglichkeit für eine Verdrahtung über längere Strecken mit Standard Telefonleitungen wäre die Verwendung von UAE bzw. IAE ISDN-Dosen mit denen eine Art "Verlängerungsleitung" gebaut wird.

DSL bei einem neuen Annex J (IP-basierenden) Anschluss ohne Splitter:

DSL Verkabelung ohne Splitter

Wenn ein neuer Annex J Anschluss bereitgestellt wird, ist der Installationsaufwand deutlich geringer, was auch für einen solchen Anschluss spricht. Es wird im Prinzip nur ein DSL-Router [4] benötigt, der für Annex J geeignet ist. Meist liefert einen solchen Router der Anbieter bei der Bestellung mit. Es gibt aber auch Annex J geeignete Router im freien  Handel, die verwendet werden können.
Sobald der Anbieter den Anschluss schaltet, können direkt an der ersten TAE-Dose keine Geräte mehr betrieben werden!
Der Router wird mit der mitgelieferten Leitung direkt mit der ersten TAE-Dose [1] verbunden [auf den Bildern in grün dargestellt]. Hier darf kein Splitter zwischengeschaltet werden! Diese Leitung benötigt auch nur 2 Drähte. Allerdings haben die wenigsten DSL-Router Klemmen für die Verdrahtung mit Standard Telefonleitungen. Im Handel gibt es aber für wenig Geld TAE-Verlängerungsleitungen zu kaufen.

Die DSL-Router dienen dann als Anschlussbox für alle Geräte. Es sind meist 2-4 RJ-45 Netzwerkanschlüsse für den Anschluss an mehrere Computer vorhanden [auf dem Bild für den Annex J Anschluss in grau dargestellt] und es gibt TAE-Buchsen oder / und RJ-11 Buchsen zum Anschluss von analogen Telefonen [auf dem Bild für den Annex J Anschluss in blau dargestellt]. Es gibt DSL-Router auch mit ISDN S0-Bus Ausgang, an den man z.B. ISDN-Telefone oder auch eine ISDN-Telefonanlage anschließen kann [auf dem Bild für den Annex J Anschluss in rosa dargestellt]. Natürlich muss man dafür dann auch ISDN-Merkmale bei einem Annex J Anschluss kostenpflichtig mitbestellen. DSL-Router bieten häufig auch ein Funknetzwerk (WLAN) an, über dass man mobile Geräte per Funk mit dem Netzwerk verbinden kann. Auch sind DSL-Router erhältlich die direkt eine DECT-Basisstation enthalten. Hier können schnurlose Telefone dann direkt, ohne Anschluss einer eigenen Basisstation, angemeldet werden.

Wozu das Telefon über den DSL-Router schalten?

Man könnte jetzt fragen, was die "Umleitung" der Telefonleitung über den DSL-Router bringt. Das kann man einfach beschreiben. Der DSL-Router hat eine Telefonanlage integriert. Es sind so z.B. Interngespräche möglich, es werden die Telefonverbindungen protokolliert, es lassen sich gleiche Telefonbücher von allen Telefonen nutzen und es sind viele Einstellmöglichkeiten vorhanden. Darüber hinaus bieten einige Router auch integrierte Anrufbeantworter oder eine DECT-Basisstation, an die sich direkt mehrere schnurlose Telefone anmelden lassen. Bei einem ISDN-Anschluss gibt es darüber hinaus auch den Vorteil, dass man einfache, analoge Telefone anschließen kann. Das telefonieren über den DSL-Router macht also eine komfortabele Bedienung und Konfiguration möglich.
Bei einem Annex B Anschluss ist der "Umweg" über den DSL-Router freiwillig. Bei einem Annex J Anschluss allerdings Pflicht! Bei einem Annex J Anschluss würde ein Telefon an der ersten TAE-Dose nicht funktionieren, da das Signal vom Netzbetreiber komplett in einem anderen Format (Internet IP) übertragen wird und erst der DSL-Router dieses entsprechend umsetzt.

Wes versteht man unter "Routerzwang"?

Einige DSL-Anbieter würden gerne zu jedem Anschluss ihren eigenen Router "vorschreiben". So bekommt der Kunde zwar einen Router, der alle bestellten Merkmale beherrscht, aber eben auch nicht mehr. Wünscht man z.B. eine neue, aktuelle WLAN-Technik, kann man den Router nicht so einfach auswechseln. Man kann meistens auch nicht unter verschiedenen Modellen wählen, sondern erhält ein vorgeschriebenes Gerät. Als einzigen Vorteil könnte man die schnelle und einfache Installation nennen. Solche Router muss man meist nur einstecken, eine mitgelieferte Installations ID eingeben und alles andere geschieht automatisch. Oft geben die Anbieter mit Routerzwang die Zugangsdaten für den DSL-Anschluss auch nicht raus, so dass man auch nicht einfach den Router doch später tauschen kann.  Wenn man also mit einem speziellen Router liebäugelt sollte man erst mal prüfen, ob man diesen überhaupt am vorhandenen DSL-Anschluss nutzen kann. Oder andersherum, sollte man bei der Bestellung direkt prüfen, ob man handelsübliche Router betreiben darf. Besonders Anbieter mit Annex J Anschlüssen haben häufig einen Routerzwang.

Der Computeranschluss:

Jetzt ist die Verkabelung auch schon fast geschafft. Es fehlt nun noch die Verbindung zum Computer [5]. Die meisten DSL-Modems und die DSL-Router [4] haben dafür eine bis meist 4 Netzwerkanschlüsse (RJ-45). Früher gab es auch Geräte mit USB-Anschluss für den Computer. Viele der heute angebotenen  DSL-Router verfügen zusätzlich auch über WLAN über die man auch Computer und andere Geräte per Funk mit dem Netzwerk verbinden kann.
Für den Ersten Anschluss würde ich einen Computer [5] per Netzwerkleitung (Patchkabel) mit dem Modem oder Router [4] verbinden. Eine solche Leitung liegt oft auch dem DSL-Modem / Router bei. Über diese "feste" Verbindung funktioniert der Anschluss am einfachsten.

Nachdem das DSL-Modems oder der DSL-Router [4] mit Strom versorgt wurde, kann man die Verbindung zum Modem/Router und anschließend mit dem Internet herstellen. Hier unterscheiden sich jetzt die beiden Geräte. Bei einem DSL-Modem wird die Verbindung über entsprechende Software-Netzwerktreiber (PPoE Protokoll) und eventuell einer Zugangssoftware hergestellt. Beide sollte der Anbieter mitliefern. Es müssen hier, meist in der Software, die Zugangstaden für den Internetanschluss eingegeben werden. Danach sollte sich das DSL-Modem mit dem Internet verbinden und der Computer ist Online.
Es gibt auch DSL-Router ohne Modem. Diese kann man z.B. hinter ein DSL-Modem schalten. Die Zugangsdaten können hier dann auch in diese Router eingegeben werden und das System arbeitet wie eigenständiger DSL-Router. Da heute aber DSL-Router mit Modem bereits kostengünstig angeboten werden, sollte man möglichst ein solches Gerät wählen und auch das einfache Modem austauschen.

Heute werden überwiegend DSL-Router bereitgestellt. Die Einrichtung funktioniert hier etwas anders, ist aber auch nicht schwer. Bei Anbietern mit "Routerzwang" erhält man oft keine Zugangsdaten. Entweder bekommt man eine Zugangs ID oder es wird z.B. ein USB-Stick mit Zugangssoftware bereitgestellt. Den USB-Stick muss man meist vor dem einschalten des Routers, in eine USB-Buchse am Router stecken. Beim einschalten übernimmt dieser dann automatisch die Interneteinstellung. Hat man eine ID erhalten, wählt man sich über den Internetbrowser in den eingeschalteten Router ein (Vorgehensweise ist unterschiedlich, steht aber im Handbuch) und gibt an der angegebenen Stelle die mitgeteilte ID ein. Der Router verbindet sich dann mit dem Server des Anbieters und läd selbstständig alle benötigten Einstellungen herunter.
Wünscht man einen eigenen Router, aber der Hersteller möchte die Zugangsdaten nicht herausgeben, kann man eine Routerkaskade aufbauen. Man schließt seinen eigenen Router am Providerrouter an, deaktiviert hier aber das DSL-Modem. Dann kann man die Funktionen des eigenen Routers nutzen und der Providerrouter ist dennoch mit dem Internet verbunden und dient eigentlich nur noch als DSL-Modem.

Benutzt man einen eigenen Router dann muss man sich ebenfalls dort mit dem Internetbrowser einwählen (siehe Routerhandbuch). Entweder kann man hier dann eine automatische Routereinstellung starten wodurch man durch alle benötigten Einstellungen geführt wird, oder man geht in das Menü "DSL" und gibt hier die mitgeteilten Zugangsdaten von Hand ein.
Bis die Internetverbindung in allen diesen Schritten steht kann es ein paar Minuten dauern! Daher nicht aufgeben, wenn z.B. am Router die DSL-Lampe längere Zeit blinkt.

Nach diesen Schritten sollte der Router oder das Modem eine bestehende Internetverbindung anzeigen und es sollten jetzt Internetseiten aufrufbar sein. Auf weitere Einstellungen möchte ich hier jetzt nicht eingehen. Gerne könnt Ihr Euch für Fragen diesbezüglich in meinem Forum melden!
Ich möchte hier nur auf zwei Dinge hinweisen: Zum einen solltet Ihr den Router mit einem Passwort schützen, damit nicht jeder (Eindringling?) an den Routereinstellungen spielen kann. Wenn der Router WLAN anbietet, man dieses aber nicht braucht, sollte man WLAN unbedingt aus Sicherheitsgründen im Router deaktivieren. Braucht man WLAN, ist es wichtig, wenn nicht Standartmäßig eingestellt, die WPA2 Verschlüsselung einzuschalten und einen möglichst langen WLAN Schlüssel anzugeben. Nur so ist der Router auch von Angriffen von Außen gesichert.

Was ist ein Switch oder Hub?

Zum Abschluss möchte ich noch kurz darauf eingehen, was ein Switch oder Hub ist und wie diese Geräte installiert werden können.
Ein DSL-Modem besitzt oft nur einen RJ-45 Computeranschluss. Aber auch DSL-Router haben oft nur 2-4 solcher Anschlüsse. Benötigt man Anschlüsse für mehr Geräte wird ein Switch oder Hub benötigt. Hier ist ein Switch die bessere Wahl, da dieser gezielt die benötigten Anschlüsse schaltet, also aktiv arbeitet. Datenpakete verteilt der Switch direkt auf die richtigen Geräte, was die Sicherheit und auch das Verarbeitungstempo steigert. Ein Hub arbeitet passiv. Hier landen die Datenpakete oft auch an falschen Geräten und werden dort abgewiesen.

Wie ein Switch oder Hub angeschlossen wird, habe ich in diesem Bild dargestellt:

 DSL Verkabelung mit einem Switch

 

Die Anschlüsse, egal ob ISDN- oder analog Telefon bleiben gleich. Im Bild habe ich einen Annex B Anschluss mit ISDN dargestellt. Was sich bei einen Switch oder Hub Betrieb ändert ist nur die Verbindung vom DSL-Modem oder DSL-Router [4] zum Computer [5]. Beim Anschluss mit Switch oder Hub [6] wird auf jeden Fall eine Netzwerkleitung benötigt. Damit wird das DSL-Modem oder der DSL-Router  [4] mit dem Switch oder Hub [6] verbunden [auf dem Bild in orange dargestellt]. Welcher Netzwerkanschluss bei einem DSL-Router verwendet wird, ist egal. Der Switch oder Hub hat manchmal einen speziellen Anschluss für den Eingang, der dann aber markiert ist.
Ein kleiner Switch oder Hub [6] hat meist 4 Computeranschlüsse (LAN). Es gibt aber auch Geräte mit 8, 16, 32 oder noch mehr Netzwerkanschlüssen. Hier können somit  zusätzliche Computer angeschlossen werden und gleichzeitig über DSL im Internet surfen. Die Computer werden einfach über eine Netzwerkleitung (Patchkabel) mit dem Switch oder Hub [6] verdrahtet [auf dem Bild in grau dargestellt]. 

Und zum Schluss ...

So, ich denke jetzt sollte der DSL-Anschluss jedem gelingen. Ich weise nochmals darauf hin, dass das Aussehen der Geräte sehr unterschiedlich sein können und von den hier gezeigten Abbildungen abweichen können. Auch gibt es natürlich andere Geräte die dann auch etwas anders angeschlossen werden müssen.  Im Großen und Ganzen habe ich aber hoffentlich deutlich machen können, wie der Anschluss hergestellt wird.

Sollten noch Fragen offen sein, oder Probleme auftauchen, benutzt bitte mein Forum. Ich werde dort versuchen alle Fragen zu beantworten.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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