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Eine "Hybrid Hard Disk" oder kurz "HHD" ist eine Mischung aus einer normalen mechanischen Festplatte und einer elektronischen Festplatte "Solid State Disk" (SSD).

 

Warum baut man eine HHD?

 

Eigentlich ist man bestrebt die mechanische Festplatte, so wie sie heute existiert, ganz durch elektronische Flash-Speicher zu ersetzen. Die Firma SAMSUNG hat dafür auch die "Solid State Disk" (SSD) entwickelt, die inzwischen auch schon von einigen anderen Herstellern gebaut werden. Eine SSD hat sehr viele Vorteile gegenüber der normalen Festplatte. Eine SSD ist schneller, benötigt weniger Strom, arbeitet komplett lautlos, erzeugt weniger wärme und ist unempfindlich gegenüber Stöße und Erschütterungen. Allerdings ist die Entwicklung heute noch nicht so weit, dass sehr große Flash-Speicherbausteine produziert werden können. Selbst die vorhandenen "großen" Flash-Speicherbausteine sind noch für Speichergrößen, wie sie für heutige Festplatten benötigt werden, sehr teuer.
Eine SSD hat heute (2009) im Verhältnis zur normalen Festplatte noch zu wenig Speicherplatz (maximal sind derzeit 512 GB möglich) und sind fast unerschwinglich teuer. So kann man 2009 eine SSD mit bis zu 250 GB kaufen. Diese kosten aber zwischen 700,- EUR und 800,- EUR, also etwa 2,80 EUR je Gigabyte Speicher. Standard Festplatten gibt es inzwischen bis zu 2 TB (2000 GB) für 280,- EUR, also 0,14 EUR je Gigabyte Speicher, wobei kleinere Festplatten (bis 1 TB) noch günstiger sind. 1 TB (1000 GB) Festplatten bekommt man schon für 90,- EUR, also 0,09 EUR je Gigabyte.
Um die Übergangszeit bis zur Entwicklung größerer Flash-Speicherbausteine und den Preisverfall durch höhere Produktionsmengen zu überbrücken, hat man die HHD entwickelt.

 

Wie ist eine HHD aufgebaut?

 

Für die Hybrid Hard Disk nimmt man eine "normale" Festplatte und packt einen großen Flash-Speicher (bisher 256 MB) dazu. Die wichtigsten "Arbeitsdaten" sollen möglichst immer in diesem Speicher gehalten werden. Dadurch ist die Zugriffsgeschwindigkeit darauf ähnlich hoch wie bei der SSD. Erst wenn andere Daten angefordert werden, läuft die Festplatte an und überträgt die Daten in die Speicherbausteine. Danach stoppt die Festplatte wieder.
Eine HHD soll im Betrieb so etwa zu 95% die Daten nur aus dem Speicher liefern können und somit überwiegend lautlos und Strom sparend arbeiten.

Es wird auch an einer Version mit Standard SD-RAM gearbeitet. Diese hätte mehrere Vorteile gegenüber einer HHD mit Flash-Speicher. So ist SD-RAM deutlich schneller und günstiger herzustellen. Allerdings verliert SD-RAM beim abschalten der Spannung den gesamten Speicherinhalt. Somit müsste eine HHD mit SD-RAM auf jeden Fall erst einmal beim Rechnerstart den Speicher mit Daten füllen. HHDs mit SD-RAM sind hierzulande bis 2009 noch nicht erhältlich.

 

Wie sieht eine HHD aus?

 

Optisch lässt sich eine HHD nicht von einer normalen Festplatte unterscheiden. Der zusätzliche Flash-Speicher wird einfach in die Festplattenelektronik integriert. Somit ändert sich auch nichts an den Anschlüssen.
Vorwiegend sollen 2,5 Zoll HHDs produziert werden, da es besonders bei Laptops auf leise und Strom sparende Festplatten ankommt.

 

Welche Vorteile hat eine HHD?

 

Wie oben schon erwähnt, ist die Hybrid Hard Disk ein Mittelding zwischen normaler Festplatte und einer Solid State Disk. Da im Vergleich zur SSD ein recht kleiner Flash-Speicher (derzeit 256 MB) verwendet wird, sollte der Preis auch nicht weit über dem einer heutigen Festplatte liegen. Wenn es wirklich möglich ist 95% der Daten aus dem Speicher zu verwenden, wird sich der Stromverbrauch und die Zugriffsgeschwindigkeit zwischen heutigen Festplatten und der SSD einpendeln. Da die Festplatte überwiegend nicht arbeitet und der Schreib- und Lesekopf damit in der Parkposition ruht, sollte eine HHD auch unempfindlicher gegenüber Erschütterungen und Stöße sein.
Der Flash-Speicher ist wie bei einem USB-Stift oder einer Speicherkarte nicht flüchtig. Das heißt, auch wenn der Computer abgeschaltet wird, bleiben die Daten im Speicher erhalten. Liegt dort z.B. das Betriebssystem, wäre der Computer nach dem einschalten in wenigen Sekunden wieder Betriebsbereit.

 

Gibt es auch Nachteile bei der HHD?

 

Im Prinzip hat eine HHD nicht mehr Nachteile als eine Standard Festplatte. Als einzigen Nachteil kann man eventuell die Zugriffsgeschwindigkeit nennen. Eine HHD wird unterm Strich nur unwesentlich schneller sein als eine Festplatte. Wenn die Daten aus dem Flash-Speicher gelesen werden, ist die Geschwindigkeit auf SSD Niveau. Werden aber neue Daten benötigt, muss die Festplatte zuerst anlaufen, den Lesekopf positionieren und dann die Daten in den Speicher übertragen. Das wird sicherlich länger dauern, als das reine auslesen von einer normalen Festplatte.
Genauere Angaben zur Geschwindigkeit können aber sicher erst gemacht werden, wenn es genügend HHDs im Handel gibt.

 

Wird ein Treiber für die HHD benötigt?

 

Um eine HHD in einem Computer zu betreiben, wird kein zusätzlicher Treiber benötigt. Die Elektronik wird wohl, wie auch schon bei heutigen Cache Speichern versuchen, die Daten die als nächstes benötigt werden, in den Flash-Speicher zu laden. Allerdings um die Geschwindigkeitssteigerung einer HHD richtig ausnutzen zu können, muss das Computer-Betriebssystem eine HHD unterstützen und das macht derzeit nur Microsoft Windows Vista. Dieses Betriebssystem hat mit der "Ready Drive" Funktion eine Unterstützung für HHD und SSD an Bord. Das heißt, wenn Windows Vista eine HHD erkennt, übernimmt eine intelligente, "vorausschauende" Technik mit Namen "SuperFetch" den Datenverkehr zwischen Festplatte, Flash-Speicher und Ram-Speicher.
Ob es auch ähnliche Treiber für andere Betriebssysteme geben wird, bleibt abzuwarten. Sicher wird aber diese Technik auch von zukünftigen Windows Versionen, wie das angekündigte "Microsoft Windows 7" unterstützt werden.

 

Wo wird eine HHD eingesetzt?

 

Eine HHD eignet sich als vollwertiger Ersatz einer normalen Festplatte, da die Speicherkapazität ja nicht geringer ist. Am Anfang werden vorwiegend 2,5 Zoll HHDs produziert werden, denkbar sind aber auch 3,5 Zoll HHDs.
Möchte man eine 2,5 Zoll HHD auch in einem "großen" Computer einsetzen, ist das heute meist auch kein Problem, da sowohl 2,5 Zoll Festplatten, als auch 3,5 Zoll Festplatten mit dem S-ATA Datenanschluss ausgestattet sind. Für den Einbau gibt es so genannte 3,5 Zoll Einbaurahmen, in die eine 2,5 Zoll Festplatte eingesetzt werden kann.

 

Fazit:

 

Die HHD ist sicher eine interessante Alternative zur normalen Festplatte, wenn auch nur ein Zwischenschritt zur vollelektronischen SSD.
Sicher wird man den Flash-Speicher auf einer HHD auch noch erhöhen. 256 MB erscheinen wirklich als etwas wenig, da hat ja ein guter USB-Speicherstick, eine Speicherkarte für eine Digitalkamera oder ein MP3 Player schon mehr Speicher. Bei diesen Geräten sind 1 GB bis 4 GB Speicher inzwischen Standard.
Speicherchips bis 4 GB sind heute auch schon recht günstig. Erst bei Chips über 4 GB steigen die Preise deutlich.
Eine Alternative könnte noch Standard RAM Speicher sein, so wie er auch schon von einigen Herstellern für HHDs eingesetzt wird (derzeit 2009 noch nicht in Deutschland erhältlich!). Standard RAM ist günstiger und es könnte somit ein größerer Speicher für weniger Geld realisiert werden. Außerdem ist Standard RAM auch schneller als Flash-Speicher. Allerdings verliert RAM-Speicher, im Gegensatz zu Flash-Speicher, beim abschalten der Stromversorgung auch seinen Speicherinhalt. Daher müsste die Festplatte nach jedem einschalten des Computers erst einmal den RAM-Speicher wieder mit Daten füllen.
Nutzt man noch kein Windows Vista und plant auch nicht den Umstieg, kann man sich die Anschaffung einer HHD auch sparen. Nur dieses Betriebssystem nutzt derzeit die Vorteile einer HHD voll aus.

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