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Intel-ViiV LogoDie Bezeichnung "Viiv" (gesprochen "Weif") war eine Erfindung des Prozessorherstellers "Intel" und steht für Vitality (Lebensfreude) und Vibrancy (Lebendigkeit). Intel hatte diese Bezeichnung Anfang 2006 für Computer vorgesehen, die hauptsächlich im Wohnzimmer als "Multimedia Center" oder auch "Home Theater PC (HTPC)" genannt, stehen sollen. Der Computer musste 2006 sehr gut ausgestattet sein und bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um das "Viiv"-Logo tragen zu dürfen. Ende 2007 waren die Hardwarepreise soweit gefallen, dass fast jeder "Einsteiger" PC die geforderten Vorraussetzungen erfüllte. Intel gab daraufhin die spezielle Viiv-Entwicklung auf.

 

Was benötigte ein Viiv PC?

 

Intel gab auf seiner Webseite z.B. an, das ein Computer mit diesem Logo einen Intel Prozessor (CPU) mit mindestens zwei Prozessorkernen (Dual-Core) haben muss. Intel bietet derzeit (September 2008) dafür den "Pentium D, Core Duo, Pentium Extreme Edition, Core 2 Duo, Core 2 Extreme und Core 2 Quad" an. Der Chipsatz auf der Hauptplatine (Mainboard) muss natürlich auch von Intel sein.

 

Die Soundausgabe musste mindestens über 5 Lautsprecher plus Basslautsprecher (5.1 System) in HD-Qualität erfolgen. Unterstützt wurden über "Viiv" aber häufig eine 7.1 HD Surround-Soundausgabe.

 

Weiter musste ein "Viiv" Computer einen Netzwerkanschluss haben, idealer Weise sollte auch ein Funknetzwerk (WLAN) vorhanden sein, was Intel zwar nicht zwingend vorschrieb, aber den Herstellern nahe gelegt wurde.

 

Was nützt ein Wohnzimmer PC wenn man diesen erst mehrere Minuten lang hochfahren muss um überhaupt damit zu arbeiten? Dafür hat Intel die so genannte "Intel Quick Resume Technology" entwickelt. Damit kann ein Computer in einen so genannten "Standby-Modus" (Standby Mode S4) gesetzt werden. Damit dauert das Ein- und Ausschalten dann nur noch wenige Sekunden. Ein "Viiv" Computer musste diese Technologie unterstützen. In diesem "Standby Mode" werden beim PC allerdings nur die Video- und Audiofunktionen abgeschaltet. Der Vorteil ist dadurch, dass auch im "Standby Mode" z.B. Videoaufnahmen möglich sind. Der Nachteil ist, dass ein so "ausgeschalteter" PC fast genau so viel Strom verbraucht wie eingeschaltet.

 

Für die Datenspeicherung in Viiv-Systemen hat Intel die "Intel Matrix Storage Technology" entwickelt. Diese Technologie dient zum speziellen adressieren von Controllern und Speichermedien. Der Festplattencontroller, also die "Steuereinheit" für die Festplatten, muss "RAID" und "S-ATA" unterstützen. Die Festplatten selber müssen "NCQ (Native Command Queuing)" beherrschen. Das ist eine Technologie, die die Geschwindigkeit der Festplatten verbessern soll.

 

Auch das zu verwendete Betriebssystem, welches auf einem Intel Viiv PC installiert sein musste, schreibt Intel vor. Nur wenn "Microsoft Windows XP Media Center Edition" oder "Windows Vista Home Premium bzw. Ultimate" verwendet wird, gab es das Viiv-Logo.

 

Zwei weitere, eigentlich für einen "Media Center" sinnvolle Bestandteile, nämlich eine Fernbedienung und eine TV-Karte schrieb Intel für das Viiv-Logo nicht zwingend vor, empfiehlt den Herstellern aber den Einbau. Ein "Media Center" PC für das Wohnzimmer ohne Fernbedienung und TV-Karte macht ja auch keinen Sinn. Daher haben die Hersteller meist ungefragt diese Hardware einbauen bzw. beilegen.
Genau so sinnvoll wäre eine Funkmaus und Funktastatur um mit dem PC z.B. aus dem Sessel zu arbeiten. Aber auch das sind nur Empfehlungen von Intel und kein Muss.

 

Wie ist die Verbindung zur Unterhaltungselektronik?

 

Laut Auskunft von Intel sollten sich PCs mit dem Viiv-Logo problemlos mit anderen HiFi-Komponenten verstehen, allerdings nur dann, wenn diese Komponenten auch "Intel Viiv" geeignet sind. Hier konnte Intel aber nie richtig Fuß fassen. Da Intel im Dezember 2007 allerdings das Viiv-Konzept eingestellt hat, wird diese Option sicher auch nie umgesetzt werden.

 

Was ist mit HDTV Unterstützung?

 

Eines der derzeit wichtigsten Themen in der Unterhaltungselektronik "HDTV" wurde von Intel Viiv nicht als Voraussetzung angegeben. Es ist weder eine HDTV Fernsehkarte noch ein neues Blu-ray- oder HD-DVD Laufwerk vorgeschrieben.
Beim Thema HDTV kommt heute auch immer das Thema "Kopierschutz" zum tragen. Eine Grafikkarte sollte somit einen HDMI- oder DVI Ausgang mit HDCP besitzen. Außerdem könnte ein vorhandener Kopierschutz die TV Aufnahme auf Festplatte verhindern. Hier muss erst einmal die Zukunft zeigen, was möglich ist, bzw. möglich gemacht werden kann.

 

Gab es Viiv-PCs?

 

Ja, einige Hersteller die PCs, aber vor allem auch "Media Center" im HiFi-Komponenten Design anbieten, erfüllen die von Intel angegebenen Vorrausetzungen. Es gibt auch heute (2009) noch Hersteller, die auf ihren Geräten das "Intel Viiv" Logo anbringen.

 

Warum waren Viiv-PCs so teuer?

 

Im Jahr 2006, als dieses Logo eingeführt wurde, waren die geforderten Komponenten noch sehr teuer. Ein solcher PC galt zu dieser Zeit als "Oberklasse PC". Dazu kommen noch die Aufpreise für die speziellen Technologien wie "Intel Matrix Storage Technology" und "Intel Quick Resume Technology". Nicht zu vergessen auch das Microsoft Betriebssystem und ein meist besonderes Gehäuse im "HiFi Design", damit das Gerät im Wohnzimmer auch ansehnlich aussieht.

 

Gibt es auch Alternativen?

 

Ja, auch der Prozessorhersteller "AMD" bietet unter der Bezeichnung "AMD LIVE!" eine ähnliche Produktreihe an.

 

Fazit:

 

Im Dezember 2007 gab Intel bekannt, das Viiv-Konzept weitgehend aufzugeben. Sicher ein Grund sind auch die stark gefallenen Hardwarepreise. Im Dezember 2007 galten die geforderten Komponenten bereits als Standard. Heute ist (fast) jeder neue Einsteiger-Computer mit Intel Prozessor besserer ausgestattet und somit theoretisch "Viiv tauglich".

 

In der Unterhaltungselektronik konnte sich Intel auch nicht richtig durchsetzen, wodurch auch ein wichtiger Faktor gefehlt hat. Seit 2008 bietet Intel mit dem "Canmore" Chip einen neuen Versuch an in der Unterhaltungselektronik Fuß zu fassen. "Canmore" ist ein so genannter "System-on-Chip" Baustein, der alle wichtigen Multimedia Funktionen in nur einem Chip anbietet.

 

Ansonsten sind ein "Media Center PC" oder auch "Home Theater PC (HTPC)" eine feine Sache und können so manches Gerät im Wohnzimmer ersetzen. Ein gut ausgestattetes "Media Center" kann die Aufgabe fast aller HiFi-Komponenten, vom Videorekorder über DVD-Player/Rekorder bis hin zum Radio übernehmen. Dazu kommen weitere Funktionen wie Musikserver und Internetfähigkeit.

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