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LAN ist die Abkürzung für "Local Area Network" und heißt übersetzt etwa "Netzwerk in einem räumlich begrenzten Bereich". LAN wird überall dort verwendet, wo mehrere Computer miteinander verbunden werden sollen. Für diese Verbindung der Computer gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Ethernet = Feste Verkabelung der Computer mit so genannten Twisted-Pair-Leitungen
  • WLAN (Wireless LAN) = Drahtlose (Funk) Verbindung über den IEEE 802.11 Standard
  • Bluetooth = Drahtlose (Funk) Verbindung über den IEEE 802.15.1 Standard
  • Token-Ring = Feste Verkabelung von Computern (von IBM entwickelt)
  • Andere Netzwerke = Es gibt noch andere (veraltete) Netzwerkverkabelungen unter anderem mit Koaxialleitungen

Sollen nur zwei Computer miteinander verbunden werden, kann man auch folgende Möglichkeiten wählen:

  • Crossover Netzwerkleitung = Leitungsgebundene Verbindung zweier Computer über eine so genannte "gekreuzte Netzwerkleitung" über Ethernet.
  • IrDA = Drahtlose (Infrarot) Verbindung zweier Computer, funktioniert nur über sehr kurze Strecken und mit Sichtkontakt
  • Null-Modem = Leitungsverbindung zweier Computer über die Serielle-, oder Parallele Schnittstelle über eine so genannte "Null-Modem Leitung".
  • Laplink = Leitungsverbindung zweier Computer über eine spezielle Laplink USB-, oder FireWire Leitung.
  • Ad-hoc = Direkte Funkverbindung zweier Computer, ohne zwischengeschalteter Hardware wie z.B. WLAN Router. Eine Ad-hoc Verbindung kann z.B. mit Bluetooth oder auch WLAN aufgebaut werden.

Heute wird bei einer Leitungsgebundenen Verdrahtung meist Ethernet und bei einer Drahtlosen Verbindung meist WLAN verwendet, hier ist aber auch Bluetooth inzwischen sehr beliebt, wenn auch nicht so flexibel.

 

Wie werden die Computer mit Leitungen verbunden?

RJ45 Netzwerkanschlüsse auf einer HauptplatineFür einen Ethernet-Anschluss benötigt jeder Computer eine so genannte Netzwerkkarte. Bei neueren Geräten ist diese oft bereits auf der Hauptplatine integriert. Sollte das nicht der Fall sein, kann eine Netzwerkkarte auch leicht und günstig nachgerüstet werden.
Sollen nur zwei Computer über eine Ethernetverbindung miteinander verbunden werden, kann eine so genannte "Crossover" LAN-Leitung verwendet werden. Bei dieser sind die Datenleitungen intern gekreuzt und man braucht diese nur an beiden Geräten in den Netzwerkanschluss zu stecken.
Eine Alternative zur Verbindung zweier Computer ist noch die Laplink Verbindung mit einer speziellen USB- bzw. FireWire Leitung. Die "Null-Modem"-Verbindung über die Serielle-, bzw. Parallele-Schnittstelle wird heute nur noch selten verwendet, da darüber nur eine sehr geringe Datenübertragungsrate erzielt werden kann und diese Schnittstellen langsam aussterben und somit nur noch selten an aktuellen Computern zu finden sind. Meist findet man diese Anschlüsse noch an Geräten der Unterhaltungselektronik um z.B. eine neue Firmware einzuspielen.

Sollen mehrere Computer miteinander verdrahtet werden benötigt man Zusatzgeräte wie Repeater, Hubs, Bridges, Router oder Switches. Diese sollten je nach Umfang dem Netzwerk entsprechend eingesetzt werden. Meist müssen die Leitungen von allen Computern "Sternförmig" auf ein solches Zusatzgerät aufgesteckt werden, die wiederum miteinander Verbunden werden. Der Aufbau eines großen Netzwerkes erfordert einiges an Erfahrung. Ein Netzwerk für 4-8 Computer hingegen kann meistens recht einfach aufgebaut werden.

 

Wie werden Computer mit Funk drahtlos verbunden?

 

Am meisten werden heute drahtlose LAN (WLAN) Netzwerke verwendet. Für ein WLAN Funknetzwerk benötigt man einen Sender auch Basisstation, "Wireless Access Point" oder "Hot-Spot" genannt und je Computer einen Empfänger (Wireless Netzwerkkarte). Neue Laptop- oder auch Desktop-Computer haben oft auch schon eine solche Netzwerkkarte eingebaut.
Sollen nur zwei Computer über WLAN miteinander verbunden werden, kann eine so genannte "Ad-hoc" Verbindung aufgebaut werden. Dabei nehmen zwei Wireless-Netzwerkkarten direkten Kontakt miteinander auf.
Werden mehrere Computer benutzt, nehmen diese, wie bei der Ethernet-Verkabelung, sternförmig Kontakt mit der Basisstation auf. Wie viele Computer sich dort anmelden können, hängt von der Basisstation ab. Es können aber auch mehrere Basisstationen installiert werden, die dann wieder untereinander verbunden sind. Bei WLAN sollte man auf jeden Fall auf eine eingeschaltete Verschlüsselung WPA2, WPA oder WEP achten, sonst kann der gesamte Datenverkehr über das WLAN leicht von einem Außenstehenden Computer angezapft werden. WPA2 ist die Neuste und Beste Verschlüsselungsmethode. Ist diese Einstellung nicht möglich, kann man auch WPA wählen. Nur wenn diese beiden Verschlüsselungsmethoden nicht verwendet werden können, z.B. weil die verwendeten Geräte bereits sehr alt sind, kann man auch WEP wählen. WEP gilt allerdings als nicht "Unknackbar" und sollte daher nur im Notfall verwendet werden.

Weitere Möglichkeiten für eine drahtlose Verbindung sind noch Bluetooth und IrDA. Bluetooth ist eine Ad-hoc Verbindung, bei der zwei oder mehr Geräte, ohne zusätzliche Hardware direkt verbunden werden können. Dadurch ist Bluetooth heute auch sehr beliebt, allerdings nur für kleine "Netzwerke" zu gebrauchen. Außerdem ist Bluetooth recht langsam.  IrDA ist eine Infrarot-Verbindung zweier Geräte. Die Datenübertragungsgeschwindigkeit ist auch hier gering und die Geräte müssen Sichtkontakt zueinander haben. IrDA wird daher meist nur bei älteren Handys oder PDAs (Taschencomputern) für den Datenaustausch eingesetzt. Viele ältere Laptops haben auch noch einen IrDA Port.

 

Welche Stecker und Leitungen werden verwendet?

 

Bei heutigen, fest verdrahteten Netzwerken benutzt man meist so genannten Twisted-Pair Leitungen. Twisted-Pair heißt übersetzt "Paarweise verdrillt". Bei Netzwerkleitungen sind somit immer zwei Drähte miteinander verdrillt. Eine Standardleitung hat 8 Drähte, also 4 Paare. Die einzelen Adern sind mit genormten Farben gekennzeichnet. Um diese 4 Paare ist dann eine Abschirmung angebracht. Je nach Netzwerkgeschwindigkeit können auch die verdrillten Drahtpaare noch einzeln abgeschirmt sein (CAT 7). Die Leitungsarten bei Netzwerken bezeichnet man mit "CAT" (Category) auf Deutsch "Kategorie" und einer nachstehenden Zahl:

RJ45 Westernstecker

  • CAT 1 = Sehr alte Netzwerkleitung bis zu 1 Megabit (1Base-T)
  • CAT 2 = Sehr alte Netzwerkleitung bis zu 5 Megabit (5Base-T)
  • CAT 3 = Für ältere Netzwerke bis 10 Megabit (10Base-T)
  • CAT 4 = Für ältere Netzwerke bis 20 Megabit (20Base-T), ist sehr selten
  • CAT 5 = Für heutige Standardnetzwerkverdrahtung bis zu einer Geschwindigkeit von 100 Megabit (100Base-T).
  • CAT 6 = Für das so genannte Gigabit-LAN (1000Base-T)
  • CAT 7 = Für eine Datenübertragung bis zu 10-Gigabit (10GBaseT)

Als Stecker verwendet man, zumindest bis CAT 6 die so genannten RJ45 Westernstecker mit 8 Kontakten, allerdings in einer für Netzwerke abgeschirmten Variante (siehe Bild). Für CAT 7 sind selbst diese Stecker ungeeignet. Für 10-Gigabit LAN-Netzte wurden spezielle Stecker entwickelt, die sich GG45 oder auch Multimediastecker MMC 3000pro nennen.
Beim Anschluss der Stecker und Dosen verwendet man heute meistens die Norm "TIA-568B". Es gibt bei uns noch die Norm "TIA-568A", welche lediglich durch das vertauschen zweier Adernpaare auffällt. Im Prinzip macht es keinen Unterschied, ob ein Netzwerk nach der einen oder anderen Norm verdrahtet wird, solange dieses an beiden Enden gleich geschieht. Wie der Anschluss nach der "TIA-568B" Norm erfolgen sollte, könnt Ihr Euch unten auf dem Bild ansehen.

Anschluss einer Twisted-Pair Leitung

Warum zwei Anschluss Normen?

Bei uns sind zwei unterschiedliche Anschluss Normen bekannt: "EIA/TIA-568A" und "EIA/TIA-568B". Die Abkürzungen stehen für: "Electronic Industries Alliance" und "Telecommunications Industry Association", also den Entwicklern dieser Anschluss Normen. Ursprünglich sollte nur die "EIA/TIA-568A" Norm verwendet werden. Da zu deser Zeit allerdings die Firma AT&T ihren Standard "258A" bereits weit verbreitet hatte, übernahm man diesen dann auch unter der Bezeichnung "EIA/TIA-568B". Die beiden Normen unterscheiden sich nur durch die Vertauschung zweier Adernpaare. Da in der Netzwerk Anschlusstechnik aber immer beide Seiten einer Leitung oder eines Anschlusses gleich verdrahtet wird, sind so oder so immer alle Kontakte gleich miteinander verbunden.
Nach welchem Standard man heute ein Netzwerk verdrahtet ist eigentlich egal. "EIA/TIA-568B" ist weiter verbreitet , dafür ist "EIA/TIA-568A" bei uns in Europa eigentlich sinnvoller, da die Farbreihenfolge dann auch mit denen der Telekommunikations Verkabelung identisch ist.

Wichtig ist eigentlich nur, dass man Leitungen und Anschlüsse auf beiden Seiten nach der gleichen Norm verdrahtet. Dem fließenden Strom ist die Adernfarbe egal, wichtig ist nur, dass dieser an der richtigen Stelle am Stecker oder der Dose anliegt.

Wie werden im LAN Computer unterschieden?

 

Jede Netzwerkkarte hat ein eigenen "Namen" der sich "MAC-Adresse" nennt. Eine MAC-Adresse sieht z.B. folgendermaßen aus: "00:A4:43:29:FD:77". Jede Adresse gibt es nur einmal und kann nicht geändert werden. Außerdem werden in einem Netzwerk jedem Computer eindeutige Nummern zugeteilt, die so genannten IP-Adressen. Diese werden meist vom Betreuer (Administrator) des Netzwerks vergeben oder auch automatisch von einem DHCP-Server (Dynamic Host Configuration Protocol). In einem Netzwerk, darf eine IP-Adresse nur einmal vorkommen. Allerdings können in zwei unterschiedlichen Netzwerken auch gleiche IP-Adressen vorhanden sein. Eine solche IP-Adresse kann folgendermaßen aussehen: "9.153.193.11". Weiter benutzt man noch Subnetzmasken und Gateway Adressen.
Im Internet bekommt man die IP-Adresse vom Internetprovider zugeteilt. Diese ist aber nicht fest vergeben und kann bei jeder Einwahl anders sein! Wird ein Internet-Router benutzt, muss der Administrator die IP-Adressen für die angeschlossenen, internen Computer festlegen. Einige Router können die Adressen auch selber an die angeschlossenen Computer verteilen (integrierter DHCP-Server). Wird die Internet IP-Adresse nun vom Internet aus angesprochen, kommt man lediglich bis auf den Router. Die Computer, die am Router angeschlossen sind und das interne Netzwerk bilden, sind erst einmal vom Internet gesehen "unsichtbar". Der Router leitet gültige Anfragen aus dem Internet, bzw. zum Internet entsprechend auf die richtigen IP-Adressen im Netzwerk um.
Den Zusammenhang der Adressen kann man sich sehr schön verdeutlichen, wenn man sich vorstellt, dass auf einer langen Strasse (Netzwerk) viele Leute wohnen. Alle haben einen Namen (MAC-Adresse) und eine Hausnummer (IP-Adresse). Zieht einer um, ändert sich die Hausnummer (IP-Adresse) aber nicht der Name (MAC-Adresse).
Mit allen diesen Adressen zusammen kann jedes Netzwerkgerät eindeutig angesprochen und gefunden werden.

 

Was ist eine LAN-Party?

 

Mit LAN-Party bezeichnet man einen Zusammenschluss mehrerer Computer zum spielen (zocken). Dazu wird meist nur für wenige Stunden ein komplettes Netzwerk aufgebaut um Computerspiele gegeneinander / miteinander zu spielen. Das ist natürlich viel interessanter als nur gegen den Computer zu zocken. Inzwischen gibt es viele Gruppen, so genannte "Clans" die sich ausschließlich damit beschäftigen LAN-Partys zu organisieren.

 

Was ist denn so kompliziert am LAN?

 

In kleinen- und je nach Anforderung, auch mittleren Netzwerken ist ein LAN nicht so schwer zu verdrahten, wenn man sich an die Regeln hält und die Adressen logisch verteilt.
Bei großen Netzwerken sieht das schon ganz anders aus. Hier werden oft VLANs (Virtual LANs) und Broadcast-Domäne über mehrere Repeater, Hubs, Bridges, Router oder Switches erstellt. Dann gibt es viele interne Computer, die in bestimmten Gruppen zusammen arbeiten und auch noch einen Internetzugang bekommen sollen. Dafür müssen dann private IP-Adressen und öffentliche IP-Adressen richtig zugeteilt werden. Alleine die Konfiguration großer Router oder Bridges erfordert viel Erfahrung! Läuft dann nicht gleich alles wie es soll, geht es an die Fehlersuche und die ist meist noch schwieriger.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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