Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

Parity ist eine Fehlererkennung bei RAM-Speichermodulen für den Computer. Normalerweise werden Speichermodule ohne eine Fehlererkennung (Non-Parity) verkauft. Das hat zwei Gründe: zum einen sind Module mit Fehlererkennung teurer und zum anderen treten Speicherfehler nur selten auf. Für den Privatgebrauch sind Speichermodule ohne Fehlererkennung daher vollkommen ausreichend. Wenn es um die Bearbeitung wichtiger Daten geht, sollte aber auf eine Fehlererkennung nicht verzichtet werden.

 

Wie können überhaupt Speicherfehler auftreten?

 

Alle Daten im Computer werden in Maschinencode umgesetzt und im RAM-Speicher abgelegt. Maschinencode besteht nur aus "Nullen" und "Einsen". Um eine solche Zahl im Speicher abzulegen wird ein Bit (Speicherzelle) benötigt. 8 solcher Bits bezeichnet man als 1 Byte. In seltenen Fällen z.B. durch einen Defekt im Speicherbaustein oder durch statische Aufladung kann es vorkommen, dass ein Datenbit im Speicherbaustein "umkippt", also von einer "Eins" zu einer "Null", oder umgekehrt wird. Beim auslesen dieses Speichers kann es dann sein, dass durch diese Änderung die im Maschinencode abgelegten Daten vom Computer nicht, oder falsch verarbeitet werden und dieser dann abstürzt. Im schlimmsten Fall sind damit alle noch nicht auf Datenträgern gespeicherten Daten verloren. Um dem vorzubeugen, gibt es Speichermodule mit integrierter Fehlererkennung.

 

Welche Fehlererkennungs-Methoden gibt es?

 

Es gibt bei Speichermodulen eigentlich nur zwei verschiedene Methoden: einmal die hier beschriebene "Paritäts-Prüfung" und zum anderen die ECC-Prüfung, die ich in einem anderen Artikel beschrieben habe.

 

Welche Unterschiede gibt es zwischen Parity & ECC?

 

Die Paritäts-Prüfung kann defekte Datenbytes zwar erkennen, aber nicht korrigieren! ECC hingegen kann Fehler auch reparieren. Außerdem überprüft die Paritäts-Prüfung immer nur ein ganzes Datenbyte mit 8 Datenbits. In einem ungünstigen Fall kann es sein, dass sich zwei fehlerhafte Datenbits "aufheben", also von der Paritäts-Prüfung nicht als Defekt erkannt werden. Ein defektes Datenbit kommt schon selten vor, mehrere fehlerhafte Datenbits in einem Datenbyte sind aber überaus selten, kann aber nicht ausgeschlossen werden. ECC ist hier genauer. Bei einem defekten Datenbit kann ECC dieses sofort selbstständig reparieren, zwei defekte Datenbits werden zuverlässig erkannt und gemeldet.

 

Wie funktioniert die Paritäts-Prüfung?

 

Wie oben schon erwähnt, wird bei der Paritäts-Prüfung immer ein Datenbyte mit 8 Datenbits geprüft. Beim Schreibvorgang wird so also für jedes Datenbyte eine zusätzliche Prüfsumme gebildet. Dieses "Prüfbit" wird dann mit den Daten im Speicherbaustein abgelegt. Je nach Hersteller werden zwei Möglichkeiten für die Erstellung dieser Prüfsumme angewendet: entweder die gerade Parität oder die ungerade Parität.
Bei der Erstellung dieser Prüfsumme geht man einen einfachen Weg: es werden einfach die Anzahl "Einsen" in einem Datenbyte gezählt. Bei der geraden Parität, und einer geraden Anzahl an "Einsen" im Datenbyte ist die Prüfsumme "Null". Umgekehrt ist bei der ungeraden Parität und auch einer geraden Anzahl an "Einsen" im Datenbyte die Prüfsumme "Eins".

Tritt nun ein Fehler in einem Datenbyte auf, also eine Veränderung eines Datenbits von "Eins" nach "Null" oder umgekehrt, stimmt die Prüfsumme nicht mehr und die Paritäts-Prüfung gibt Alarm, bevor das System durch unsinnige Daten abstürzt.

Wie oben aber schon erwähnt, hat die Bildung einer Prüfsumme für 8 Datenbits aber einen Haken: wenn in einem seltenen Fall durch einen Fehler zwei unterschiedliche Datenbits in einem Datenbyte verändert werden (ein Bit von "Null" auf "Eins" und ein anderes von "Eins" auf "Null") würde das Prüfbit ja wieder stimmen, da sich die Anzahl der "Einsen" im Byte nicht geändert hat. Der Computer würde wahrscheinlich aber mit einem Speicherfehler abstürzen, ohne dass die Paritäts-Prüfung diesen Fehler bemerkt hätte.
Wie aber auch schon erwähnt, treten Speicherfehler selten auf. Zwei Fehler in einem Byte sind noch unwahrscheinlicher. Darüber hinaus müsste der Fehler auch noch zwei zuvor unterschiedliche Datenbits ändern. All das ist überaus selten, aber leider nicht auszuschließen.

 

Kann ich immer Module mit Parität verwenden?

 

Meistens! Damit diese Speichermodule in einem Computer funktionieren und auch die Paritäts-Prüfung einwandfrei arbeitet müssen diese Module vom Chipsatz der Hauptplatine (Mainboard) unterstützt werden. Das ist aber heute bei fast allen Hauptplatinen so. Ist man sich nicht sicher, genügt ein Blick in das Handbuch zur Hauptplatine, dort sollte angegeben sein, welche Speichermodule von der Hauptplatine unterstützt werden. Es gibt sogar Hauptplatinen, die ausschließlich RAM-Speicher mit Parität verlangen!

 

Was ist Pseudo-Parity?

 

Es werden im Handel auch Speichermodule angeboten, bei denen etwas von "Pseudo-Parity" steht, aber nicht (viel) mehr kosten als Speichermodule ohne Parity. Meist wird auch angegeben, dass eine Paritäts-Prüfung normalerweise nicht erforderlich ist.
Bei diesen Speichermodulen handelt es sich eigentlich um ganz normale "Non-Parity" Module, bei denen ein kleiner Baustein eine Paritäts-Prüfung vortäuscht. Eine Hauptplatine, welche ausschließlich mit Parity-Speichermodulen arbeitet, erkennt auch ein solches Pseudo-Parity Modul. Der zusätzliche Baustein auf dem Speichermodul erzeugt auch ein Prüfbit, allerdings nur beim auslesen und immer passend zum Datenbyte Inhalt. Auch wenn ein Speicherfehler auftritt, das Prüfbit stimmt immer, es wird also nie zu einem Parity-Fehler kommen.

Diese Speicherbausteine sind für alle, die günstige Module erwerben möchten und auf eine Paritäts-Prüfung verzichten können natürlich ideal. Besonders wenn die Hauptplatine eigentlich nur Module mit Paritäts-Prüfung verlangt. Allerdings gibt es auch schwarze Schafe auf dem Markt, die diese Pseudo-Parity Speichermodule überteuert als echte Partity-Module verkaufen. Optisch ist nämlich für den Leihen nicht zu erkennen, dass es sich nur um ein Pseudo-Parity Modul handelt.

[Zurück zur Übersicht]

Joomla Toplist

Besucher heute

® Auf im Beitrag genannte Namen und Bezeichnungen, sowie auf Logos können Markenrechte von Firmen im In- und Ausland liegen

www.CompTech-Info.de wird gehostet von:

ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider

Wer ist online

Aktuell sind 128 Gäste und keine Mitglieder online

Beiträge:

Deine Daten

IP

Kleine Spende

Hier bitte ich Dich um eine kleine Spende für meine Webseite "www.CompTech-Info.de".
Weitere Infos dazu habe ich hier für Dich zusammengestellt.
Vielen Dank!
 

Ziel, mindestens: 119,40 €
Gespendet 2017:  28,37 €
Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
Zum Seitenanfang