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Die ersten Breitband Anschlüsse für den Privatgebrauch waren "ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line)" Verbindungen. Damit konnte die Datenanbindung zum Internet gegenüber Analogen- oder ISDN Anschlüssen deutlich gesteigert werden. Mit ADSL kann eine Datenübertragung von bis zu 6 MB/s (im Download) erreicht werden. Diese Geschwindigkeit reicht zum surfen, downloaden und E-Mailen meist locker aus.

ADSL kann in voller Geschwindigkeit allerdings nur in Ballungsgebieten, mit relativ kurzen Leitungswegen zu den Vermittlungsstellen zur Verfügung gestellt werden. Liegt ein Haushalt weiter von der Vermittlungsstelle entfernt, bricht die Übertragungsgeschwindigkeit meist deutlich ein. Außerdem reicht selbst die Geschwindigkeit von 6 MB/s für die Übertragung von hohen Datenmengen z.B. für Filme oder gar IPTV nicht aus. IPTV z.B. benötigt eine Datenverbindung mit konstanten 6 bis 16 MB/s!
Daher entwickelte man das ADSL2 / ADSL2+ Netz. Damit kann eine deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeit, bis zu 24 MB/s erreicht werden. Außerdem darf die Leitungslänge, bis zur nächsten Vermittlungsstelle, deutlich länger sein, als bei ADSL. Mit ADSL2(+) können somit mehr Kunden an das Breitbandnetz bei höheren Geschwindigkeiten angeschlossen werden.

Die neuste Entwicklung im Breitband Netz ist nun VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line). Gerade bei der heutigen Entwicklung und des Vorantreibens von IPTV kommt es besonders auf möglichst hohe Übertragungsgeschwindigkeiten an. Schließlich sollen Filme und Sendungen auch in HDTV Qualität für große LCD- oder Plasma Fernseher übertragen werden können. Die Netzbetreiber setzen heute somit für IPTV meist immer VDSL ein.

Wie schnell ist VDSL?

VDSL ist derzeit die schnellste DSL-Breitbandtechnik. Über VDSL können Daten mit bis zu 52 MB/s übertragen werden, über VDSL2 sogar theoretisch bis zu 200 MB/s.

Wie funktioniert VDSL?

Auch VDSL wird wie schon ADSL über die normalen Telefonleitungen zu den Haushalten geführt. Leider hat die hohe Geschwindigkeit aber auch einen Nachteil. Die Leitungslängen von den Vermittlungsstellen zu den Haushalten darf nur extrem kurz sein, um die volle Geschwindigkeit ausnutzen zu können. Bereits ab etwa 900 m Leitungslänge kann nur noch die Hälfte der Geschwindigkeit (also etwa 26 MB/s) erreicht werden. Bei ca. 2 km Leitungslänge von der Vermittlungsstelle können über VDSL gerade noch ADSL Geschwindigkeiten zur Verfügung gestellt werden. Somit könnten mit VDSL nur ein kleiner Kreis an Nutzern versorgt werden, was nicht besonders effektiv für die Netzbetreiber wäre. Daher hat man VDSL noch weiter verbessert und VDSL2 entwickelt.

Was ist VDSL2?

Die ersten Entwicklungen von VDSL nutzten noch zwei mögliche Übertragungsmöglichkeiten (genannt DMT und QAM). Bei uns wird heute bereits ausschließlich der Nachfolger "VDSL2" verwendet. Man nennt diese Technik auch "ITU-T G.993.2". VDSL2 nutzt nur noch die Übertragungsmöglichkeit "DMT", was den Anschluss deutlich vereinfacht. Außerdem hat man bei VDSL2 die Möglichkeit die Übertragungsgeschwindigkeit auf bis zu 200 MB/s zu steigern. Anfangs werden die Netzbetreiber die Geschwindigkeit aber deutlich drosseln. Geplant ist derzeit eine maximale Geschwindigkeit um die 50 MB/s.
Mit VDSL2 können auch bei etwas längeren Leitungswegen noch akzeptable Übertragungsgeschwindigkeiten erreicht werden. So soll es bei VDSL2 möglich sein, bei etwa 1,8 km Leitungslänge noch eine Datenübertragungsrate von ca. 25 MB/s zu erreichen, was für IPTV ausreichend wäre.
Umgangssprachlich wird "VDSL2" auch einfach nur "VDSL" genannt, da nur "VDSL2" bei uns verwendet wird.

Welche Anwendungen sind geplant?

Die Telefongesellschaften bieten bereits ein so genanntes "Triple Play" Angebot an, also die Bereitstellung von "Telefon, Internet und Fernsehen (IPTV)" aus einer Hand. Auch kann oft "Video on Demand (Videos auf Abruf)" dazu gebucht werden. Über VDSL kann man auch super schnell auf z.B. weit entfernte Server zugreifen. Die Datenübertragung wäre damit fast so schnell möglich wie die Datenverbindung zur eingebauten Festplatte. Natürlich wird über VDSL neben diesen neuen Möglichkeiten zusätzlich auch ein "normaler" Internetzugang und IP-Telefon (VoIP), also das telefonieren über das Internet, angeboten.

Wer kann VDSL heute nutzen?

Derzeit wird das VDSL-Netz von den Netzbetreibern aufgebaut, allen voran von der Deutschen Telekom. Die Deutsche Telekom hat für die Bundesliga die Übertragungsrechte über IPTV erhalten. Daher ist es natürlich im Interesse dieser Firma möglichst schnell ein Flächendeckendes VDSL Netz anbieten zu können. Inzwischen kann in einigen Gebieten bereits das "Triple Play" Angebot mit "Telefon, Internet und Fernsehen (IPTV)" gebucht werden, was meistens auch in Verbindung mit VDSL geschieht.

Welche Nachteile gibt es?

Aufgrund der oben angesprochenen Leitungslängenbeschränkung werden aber zuerst die "Großstädter" in den Genuss von VDSL kommen können. Erst nach und nach muss das Telefonnetz mit so genannten "Outdoor VDSL DSLAMs" (Außen liegende VDSL Digital Subscriber Line Access Multiplexer) umgerüstet werden, um VDSL anbieten zu können.
Auch ist VDSL für den Anwender (noch) recht teuer. Die hohe Geschwindigkeit lassen sich die Anbieter natürlich auch gut bezahlen.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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