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DisplayLink LogoDisplayLink ist eine kombinierte Hardware / Software Lösung für eine neue Monitoranschluss Technik. Auf dem Computer wird eine spezielle DisplayLink Software installiert, die teilweise sogar schon in aktuellen Betriebssystemen enthalten ist. An einen USB 2.0/3.0 Anschluss wird dann der DisplayLink Adapter über eine Standard USB-Leitung angeschlossen. Es gibt inzwischen sogar die Möglichkeit Wireless USB für die Übertragung zu nutzen.

Wie funktioniert DisplayLink?

Die Software emulierte zuerst eine neue, so genannte "Virtual Graphics Card (VGC)" (Virtuelle Grafikkarte), komprimiert die Daten und sendet diese dann über die USB-Leitung zum DisplayLink Adapter. Das kann ein kleiner Adapter für einen Monitor sein, ein größerer "Hub" für mehrere Monitore, eine Docking-Station für Laptops oder sogar ein DisplayLink Monitor oder Beamer. In diesem Adapter oder Gerät steckt eine Hardware, die die komprimierten Signale wieder in analoge VGA-, oder digitale DVI-HDMI- oder Display Port Bildsignale umwandelt.
Da in allen Computern allerdings eine Grafikkarte eingebaut ist, ohne die ein solcher auch gar nicht starten würde, wurden dem Betriebssystem somit zwei Grafikkarten angezeigt. Da aber Windows Vista nur eine Grafikkarte unterstützte, konnte über den DisplayLink Anschluss nur ein einfaches Bild, ohne 3D Effekte, wie der "Aero-Oberfläche", angezeigt werden.

Das hat man mit der DisplayLink Software ab Version 4.3 nun ändern können. Ab dieser Softwareversion emuliert die "Virtual Graphics Card (VGC)" nun keine zweite eigenständige Grafikkarte mehr, sondern sie emuliert einen weiteren Grafikkarten-Anschluss an der vorhandenen Grafikkarte. Damit steckt auch für Windows wieder nur eine Grafikkarte im Computer und es können nun 3D Effekte wie die "Aero-Oberfläche" angezeigt werden.
Einen weiteren Vorteil ergibt sich durch diese neue Software. Dadurch, dass nun ein weiterer Anschluss an der vorhandenen Grafikkarte emuliert wird, kann DisplayLink auch die Rechenleistung der Grafikkarte mit nutzen. Somit kann DisplayLink nun auf die Rechenleistung der CPU (Prozessor) und der GPU (Grafikprozessor) zugreifen.
Softwaremässig wird DisplayLink von allen bekannten Betriebssystemen Windows 8 , Windows 7 , Windows Vista , Windows XP, Mac OS X und Linux-Kernel 3.4  unterstützt. Diese Systeme beinhalten auch Treiber für DisplayLink. Anwender mit Mac OS X 10.8 hatten anfangs Probleme mit DisplayLink, die inzwischen allerdings ausgeräumt wurden.

Die Schritte bei der Bildübertragung über DisplayLink:

  1. Die DisplayLink Software verwendet die CPU- und GPU Leistung im Computer um die Grafikinformationen zu verarbeiten
  2. Die Software komprimiert die Bilddaten mithilfe der DisplayLink Technologie DL2 bzw. DL3. Das geschieht in Abhängigkeit von den Bilddaten sowie der CPU- und GPU Leistung und der USB-Bandbreite.
  3. Die so komprimierten Bilddaten werden dann über eine Standard USB 2.0 oder USB 3.0 Leitung zum entsprechenden DisplayLink Gerät übertragen. Das kann ein externer Adapter, ein Monitor, ein Beamer oder eine Docking Station sein.
  4. Ein spezieller DisplayLink Baustein (Chip) in diesem Gerät wandelt das USB-Signal dann zurück in ein Bildsignal und stellt dieses an genormten VGA-, DVI-HDMI- oder Display Port Anschlüssen zur Verfügung. Neue Versionen stellen neben diesen Bildinformationen auch noch Toninformationen (digital Audio) und Daten (Ethernet) Informationen bereit.

Wie entstand Display Link?

2003 wurde die Firma "Newnham Research" gegründet. Man entwickelte z.B. NIVO (Network In, Video Out) Lösungen zur Übertragung von Bildinformationen über Netzwerke (Ethernet). 2006 brachte man die erste USB 2.0 universal Dockingstation (Anschlussstation) für Laptops heraus. Im November 2006 nannte man dann die Firma "Newnham Research" in "DisplayLink" um, weil dieser Name besser zu den Entwicklungen passt.
Im Januar 2007 brachte man mit der DL-1x0 Serie die ersten DisplayLink USB 2.0 Chips auf den Markt. Über Systeme mit diesen Chips konnten bereits bis zu 6 zusätzliche Monitore an einen PC angeschlossen werden.
Anfang 2009 folgte dann mit der DL-1x5 Serie die nächste Generation an USB 2.0 Chips. Diese Bausteine brachten eine bessere Leistung und eine Erhöhung der Auflösung. Auch wurde mit diesen Versionen eine DVI Unterstützung und Video-DAC (Digital-to-Analog Converter - Digital zu Analog Wandler) integriert.
2011 brachte DisplayLink die Version DL-3x00 auf den Markt die unter anderem Dual-Video-Ausgänge mit 5.1-Audio und Gigabit-Ethernet unterstützen. Auch wird mit dieser neuen Version die HDCP 2.0 Verschlüsselung unterstützt. Die größte Innovation ist aber die Integration von USB 3.0 "SuperSpeed" als Übertragungsmedium.
Auf der in Las Vegas im Convention Center stattfindenden Computermesse CES (Consumer Electronics Show) im Jahr 2012 zeigte DisplayLink mehrere Produkte, die über einen USB 3.0 "SuperSpeed ​​USB-Anschluss" Videos und Grafiken zeigten.

Wieso entwickelt man eine USB-Grafiklösung?

Man könnte jetzt sagen, wenn in einem Computer sowieso eine Grafikkarte eingebaut ist, wieso entwickelt man dann zusätzlich noch eine USB Grafiklösung?

Hier ein paar Punkte die dafür sprechen:
  1. Der Anschluss:
    Der analoge VGA-Anschluss stammt aus dem Jahr 1987 und ist technisch veraltet. Außerdem muss man dafür, wie auch für den digitalen DVI-Anschluss eine relativ dicke und unhandliche Leitung anschließen. Gerade bei Laptops ist das störend. Nutzt man einen DisplayLink Monitor, reicht zur Verbindung eine handelsübliche USB 2.0/3.0 Leitung.
  2. Plug & Play:
    Da DisplayLink einen Standard USB 2.0/3.0 Anschluss verwendet, ist auch Plug & Play möglich. Wenn die DisplayLink Software eingerichtet ist, wird automatisch kurz nach dem einstecken auch das Bild angezeigt, ganz ohne irgendwelche Einstellungen. Auch das einstecken und abziehen der Leitung im laufenden Betrieb ist dank USB und Plug & Play möglich.
  3. Anzahl der Anschlüsse:
    Laptops haben meistens nur einen Monitorausgang, den man zusätzlich zum eingebauten Monitor verwenden kann. Auch Desktop Computer haben oft maximal zwei Monitoranschlüsse. DisplayLink erlaubt den direkten Anschluss von bis zu 6 Monitoren an einen USB 2.0/3.0 Anschluss.
  4. Computer vernetzen:
    Mit der so genannten "Virtual Graphics" Funktion können über eine spezielle "Client-Hardware" sehr einfach bis zu 10 "Clients" (Monitor mit Maus und Tastatur) an einen Computer (Host) angeschlossen werden. Auf allen "Clients" kann ein unterschiedliches OS (Betriebssystem) ausgeführt werden, welche alle auf die Grafikkarte im Computer (Host) zugreifen. Die gesamte "Vernetzung" geschieht ausschließlich über USB 2.0/3.0 Leitungen.

Was unterstützt DisplayLink?

Display Link ist noch eine relativ neue Technik und wird auch stetig weiterentwickelt. Die neuste Hardware basiert sogar schon auf "Dual Core" Chip Technik, so wie diese auch von vielen PC Prozessoren (CPUs) verwendet wird. Nach derzeitigem Stand Mitte (2013) bietet die Firma DisplayLink drei Chipfamilien an: die DL-1x0 Serie (Single Core), die DL-1x5 Serie (teilweise Single Core und teilwiese Dual Core) und die DL-3x00 Serie mit "Dual Core" Chip Technik.

1. Version: DL-1x0

Diese Erste Version von DisplayLink Bausteinen kamen im Jahr 2007 auf den Markt. Es wurden 2 Baugruppen angeboten: DL-120 für Auflösungen bis 1280 x 1024 Pixel bzw. 1400 x 1050 Pixel. und DL-160 für Auflösungen bis 1600 x 1200 Pixel bzw.1680 x 1050 Pixel. Beide Baugruppen unterstützten USB 2.0 und einen 24-Bit RGB-Ausgang bzw. einen LVDS-Ausgang. Über einen zusätzlichen Chip war es möglich den 24-bit RGB-Ausgang in einen analogen RGB (VGA) oder DVI-Anschluss zu konvertieren. Diese Erste Version wird von DisplayLink heute nicht mehr unterstützt.

2. Version: DL-1x5

Die Zweite Version von DisplayLink Bausteinen folgte im Jahr 2009. Hier wurden gleich 4 Baugruppen angeboten: DL-115, DL-125, DL-165 und DL-195. Auch hier gibt es in Erster Linie zwischen den Baugruppen Unterschiede in der Auflösung. DL-115 unterstützt eine Auflösung von 1024 x 600 Pixel, DL-125 unterstützt 1280 x 1024 Pixel bzw. 1440 x 900 Pixel, DL-165 unterstützt 1600 x 1200 Pixel bzw. 1920 x 1080 Pixel und DL-195 bis zu 1920 x 1200 Pixel bzw. 2048 x 1152 Pixel, alle mit voller 32-Bit Farbtiefe. Die beiden kleineren Baugruppen DL-115 und DL-125 basieren auch noch auf Single Core Chips, wobei die beiden größeren Baugruppen DL-165 und DL-195 schon auf Dual Core Chips zurückgreifen. Die 2. Version DL-1x5 unterstützt USB 2.0 und nun die "echten" Bildausgänge VGA, LVDS und TTL (FPI), bis auf den kleinen Chip DL-115 wird auch DVI sowie ein Display Port und HDMI unterstützt. Auch wurde eine Daten-Kompression mit der Bezeichnung "DisplayLink DL 2+" eingeführt.

3. Version: DL-3x00

Aktuell gibt es die dritte Version von Display Link Bausteinen, die im Jahr 2011 herausgebracht wurde. Bei dieser Version wurden deutliche Verbesserungen durchgeführt. Die DL-3x00 Versionen unterstützen mehrere HD-Displays, USB 3.0, 5.1-Audio und Gigabit-Ethernet. Es werden auch hier 4 Baugruppen angeboten: DL-3100, DL-3500, DL-3700 und DL-3900.
Alle 4 Baugruppen beherrschen die DL3.0 Video Komprimierung wodurch HD-Video sogar über USB 2.0 übertragen werden kann. Auch den digitalen Kopierschutz HDCP V2.0 beherschen alle Baugruppen. Ebenso wird von allen 4 Baugruppen auch USB 2.0USB 3.0 und eine Auflösung bis zu 2048 x 1152 Pixel (inklusive der HD-Auflösung 1080p) unterstützt. Neben dem analogen VGA Format kann auch das digitale DVI mit HDCP für die Bilddarstellung verwendet werden.
Ab der Baugruppe DL-3500 kann sogar eine Auflösung von 2560 x 1600 Pixel verwendet werden. Auch wird ab DL-3500 HDMI und der Display Port V1.1 mit HDCP als Ausgabemedium unterstützt. Ab dieser Version ist weiterhin eine 6 Kanal digital Audio (5.1) Übertragung möglich.
Mit der Version DL-3700 kommt weiterhin noch Gigabit Ethernet MAC hinzu und mit Version DL-3900 noch die Möglichkeit, gleich 2 Monitore zu versorgen.

Ist DisplayLink auch für Spiele geeignet?

Sagen wir mal so, die Technik DisplayLink wurde für Videodaten entwickelt. DVDs und Blu-rays lassen sich im Vollbildmodus und sogar mit HD problemlos betrachten. Auch ist es sicher möglich einfache Spiele über einen DisplayLink Monitor zu spielen. Gerade die neue Version DL-3x00 mit USB 3.0 kommt schon nahe an handelsübliche Grafikkarten heran. Für aktuelle 3D Spiele ist DisplayLink allerdings nicht geeignet. Hier kommt man um eine hochwertige "echte" Grafikkarte nicht herum.

Kann jeder Monitor verwendet werden?

Im Prinzip ja. Es wird dann allerdings ein so genannter DisplayLink USB auf VGA, DVIHDMI oder Display Port Adapter benötigt. Der Monitor wird mit der Standard Leitung mit diesem Adapter verbunden, der dann über eine USB 2.0/3.0 Leitung mit dem Computer verbunden werden muss. Genau so funktioniert es z.B. auch mit einem Beamer (Projektor).
Inzwischen gibt neben den genannten Adaptern aber auch schon "echte" DisplayLink Geräte wie Monitore, Beamer und Dockingstationen. Diese können dann gleich einfach mit einer USB Leitung mit dem Computer verbunden werden.

Wieso werden bis zu 6 Monitore unterstützt?

Zum einen können so z.B. in Schulungsräumen sehr leicht 6 Monitore aufgestellt werden, um den Teilnehmern bestimmte Dinge zu zeigen, oder um sich gemeinsam einen DVD Film anzusehen.
Einige kennen den Vorteil von zwei Monitoren am Schreibtisch schon. Die Arbeitsfläche ist dann doppelt so breit und man kann viel einfacher und effektiver arbeiten. Auf einem Monitor läuft z.B. das E-Mail Programm auf dem anderen wird ein Text mit Word bearbeitet. Mit der DisplayLink Technik könnte man sich jetzt 3 oder gar 4 Monitore auf den Schreibtisch stellen! Das öffnet viele weitere Anwendungsbereiche.

Fazit:

DisplayLink ist eine neue, sehr interessante Technik. Mit einfachen Mitteln kann man z.B. bis zu 6 Monitore gleichzeitig betreiben. Es steckt hier mit Sicherheit noch einiges Potential in der Technik und wir können in der nächsten Zeit sicher noch so einiges erwarten, gerade jetzt nach der Einführung der neuen USB 3.0 Technik. Richtig interessant wird es, wenn man auch eine gute Auswahl an DisplayLink geeigneten Monitoren hat.
Allerdings haben aktuelle Grafikkarten heute auch schon mehrere Monitoranschlüsse, teilweise in verschiedenen Bauformen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum DisplayLink noch nicht sehr weit verbreitet ist.

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