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DiSEqC ist ein lizenzfreier Industriestandard und wird in der Sat-Technik für die Datenübertragung zwischen einem SAT-Receiver mit einem angeschlossenen Multiswitchschalter verwendet. DiSEqC heißt ausgeschrieben "Digital Satellite Equipment Control". Die verwendeten Kommandos sind sehr vielseitig und werden besonders für komplexe SAT-Anlagen mit mehreren LNBs benötigt, die z.B. auf verschiedene Satelliten ausgerichtet sind.

Wie funktioniert DiSEqC?

Ein Receiver ohne DiSEqC kann maximal "Steuerbefehle" für vier Ebenen erzeugen (14 Volt um auf die vertikale Polarisation, bzw. 18 Volt um auf die horizontale Polarisation umzuschalten, sowie eine Schaltfrequenz von 22 kHz um vom unteren Band auf das obere Band zu wechseln). Benutzt man einen Multiswitchschalter mit Eingängen für mehrere LNBs, hat man keine Möglichkeit am Receiver jetzt auch noch den LNB zu wechseln. Und genau dafür wurden die DiSEqC-Befehle entwickelt.

Benutzt ein Receiver DiSEqC und wird ein Multiswitchschalter mit DiSEqC Unterstützung verwendet, kann der Receiver entsprechende Schaltbefehle über die Antennenleitung zum Multiswitchschalter senden. Diese Befehle werden in serieller Form verschlüsselt als "Digitalwörter" versendet. Dazu wird das 22kHz Signal benutzt, welches bei DiSEqC ja nicht mehr zum schalten benötigt wird. Der Receiver sendet also entsprechend den geforderten Befehlen unterschiedlich lange 22kHz Impulse auf die Leitung die der Multiswitchschalter dann wieder in Befehle umsetzt und entsprechend reagiert.
Durch die Verwendung von DiSEqC Befehlen wird auch die Steuerspannung (14/18 Volt) nicht mehr benötigt und kann für die gesamte Anlage auf 12 Volt reduziert werden. Dadurch erreicht man bei Anlagen mit DiSEqC Steuerung auch noch eine Energieersparnis.

Folgende Versionen gibt es derzeit:

  • V1.0: war die Erste DiSEqC Version und konnte nur "unidirektional" arbeiten. Es konnten maximal 16 Schaltbefehle erzeugt werden: "Low-Band" und "High-Band" sowie "horizontale-Polarisationen" und "vertikale-Polarisationen" für maximal 4 Satelliten (PosAOptA, PosAOptB, PosBOptA, PosBOptB).
  • V1.1: war eine Version die nur selten in Receivern Verwendung fand. Theoretisch war es damit möglich bis zu 64 Satelliten (Positionen) mit jeweils den oben genannten 4 Schaltbefehlen für das "Low-Band" und "High-Band" sowie "Horizontale-Polarisationen" und "Vertikale-Polarisationen" anzusteuern. Es waren mit der V1.1 somit bereits bis zu 256 Schaltbefehle möglich. Oft haben aber Receiver davon nur 16 Satelliten, also 64 Schaltbefehle ausgenutzt. Die V1.1 ist abwärts kompatibel mit der V1.0.
  • V1.2: Hier wurde zusätzlich noch eine so genannte "Rotorsteuerung" integriert. Eine Rotorsteuerung dient zum automatischen drehen einer Satellitenantenne mittels Motor. So kann eine Antenne automatisch auf verschiedene Satelliten ausgerichtet werden. Die V1.2 war somit nicht mehr kompatibel mit der V1.0 und der V1.2. Allerdings konnten die meisten Receiver dennoch auch Geräte nach der V1.0 ansteuern.
  • V2.0: Hier wurde der bidirektionale Datenaustausch eingeführt, so dass nun auch der Receiver Befehle empfangen und auswerten konnte. Allerdings arbeitete die V2.0 wieder nur mit maximal 16 Schaltbefehlen für vier Satelliten, wie die Version 1.0.
  • V2.1:  Es wurden vier weitere Adressen für Schaltaufgaben hinzugefügt. Außerdem erlaubt diese Version die Steuerung des Empfängers über die Empfangsleitung.
  • V3.0: Ist die derzeit aktuelle Version von DiSEqC. Bei dieser Version wurden Optionen für den Aufbau von so genannten "Einkabellösungen" eingefügt. Das sind SAT-Anlagen, bei denen die Satellitenfrequenzen in eine Antennenleitung gespeist werden, die dann wie beim Kabelfernsehen von Anschluss zu Anschluss durchgeschliffen werden kann. Diese Anlagen waren bisher sehr unflexibel und mussten auf einige Programme beschränkt werden. Man verwendet "Einkabellösungen" meist nur, wenn es technisch nicht möglich ist eine "echte" SAT-Verdrahtung vorzunehmen. Mit der DiSEqC Version 3.0 könnte auch eine "Einkabellösung" in Zukunft deutlich flexibler werden.

Kann DiSEqC immer verwendet werden?

Nein! um DiSEqC verwenden zu können, müssen alle Komponenten in der SAT-Anlage DiSEqC unterstützen. Aktuelle, bessere SAT-Receiver können das meistens. In den Setup-Menüs findet man hier oft eine Funktion entweder DiSEqC oder die (14/18 Volt) Steuerung zu wählen.
Allerdings müssen alle anderen Komponenten dann auch für die DiSEqC-Steuerung ausgelegt sein. Multiswitchschalter werden z.B. speziell für die DiSEqC-Steuerung angeboten und sind oft auch teurer. Außerdem müssen dann auch alle anderen Teilnehmer einen Receiver mit DiSEqC-Steuerung verwenden.

Wann ist eine DiSEqC-Steuerung sinnvoll?

Nun ja, für eine Anlage die nur auf einen Satelliten ausgerichtet ist, wird eine DiSEqC-Steuerung sicher nicht benötigt. Möchte man aber seine SAT-Anlage auf verschiedene Satelliten ausrichten ist eine DiSEqC-Steuerung erforderlich. Eine Standard (14/18 Volt) Steuerung ist dafür nicht geeignet.

Wie eine komplette SAT-Anlage montiert werden kann, habe ich in einem anderen Artikel ausführlich beschrieben.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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