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Modernes Monoblock Handy"Handy" ist ein anderes Wort für ein "Mobiltelefon", also für ein tragbares Telefon. Der Begriff "Handy" hat sich bei uns inzwischen als Standardbezeichnung für ein Mobiltelefon eingebürgert.
Man denkt zuerst, "Handy" klinkt amerikanisch. Dem ist aber nicht so. Der Begriff ist wahrscheinlich in Deutschland "erfunden" worden, als Abkürzung für "handliches Telefon".

Handys sind heute im 21. Jahrhundert zum Standard geworden. Es gibt kaum noch jemanden, der kein Mobiltelefon bei sich trägt. Inzwischen gibt es mehr Kunden in den Mobilfunknetzen als im Festnetz! Es ist schon selbstverständlich mal eben unterwegs ein Telefonat mit jemandem zu führen oder mal eben eine SMS zu schreiben. Es gibt sogar schon viele Leute, die ihren Telefon-Festanschluss kündigen und nur noch ein Handy nutzen. Fast alle Mobilfunkanbieter bieten dafür spezielle Tarife an. Dabei sind dann Gespräche im festgelegten Umkreis (Homezone) zu ähnlichen Gebühren wie im Festnetz möglich.
Auch für die Anbindung an das Internet eignet sich das Mobilfunknetz heute schon. Dank UMTS sind bereits ähnliche Geschwindigkeiten wie über DSL realisierbar.
Damit nicht genug! Heutige Handys können meist auch fotografieren, MP3 Musik und Videos abspielen, Radio empfangen, E-Mails abrufen sowie Termine und Adressen verwalten. Darüber hinaus bieten diese kleinen Geräte auch mehrere Spiele und es gibt inzwischen Handys die als Navigationsgerät dienen. Das telefonieren ist heute fast nur noch "Nebensache".

 

Doch wie hat alles angefangen? Handys gibt es noch gar nicht so lange! Anfangs waren auch Gespräche im Mobilfunk, zum Vergleich mit den Festnetz Preisen, fast unerschwinglich. An andere Funktionen als an das telefonieren hat noch keiner gedacht. Die ersten Mobiltelefone waren so groß wie ein kleiner Reisekoffer und kosteten so viel wie ein damaliges Auto.
Hier mal ein kleiner Rückblick:

 

Die ersten (Mobil) Funknetze:

 

Bereits 1926 bot die "Deutsche Reichsbahn" seinen Fahrgästen in der 1. Klasse auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin ein Mobilfunknetz an. Dieses übertrug die Sprache allerdings noch in sehr schlechter Qualität.

 

Das A-Netz:

 

Seit 1958 gibt es Autotelefone, die ein spezielles Mobilfunknetz, das "A-Netz" nutzten. Um ein Gespräch aufzubauen musste eine Vermittlung der Deutschen Bundespost angerufen werden, die das Gespräch dann "handvermittelt" haben. Die Telefone waren noch mit "Röhrentechnik" bestückt und dementsprechend groß. An das mitnehmen außerhalb des Autos war noch nicht zu denken. Auch konnten sich ein solches Autotelefon nur gut betuchte Geschäftsleute leisten. Autotelefone waren meist noch mal halb so teuer wie das gesamte Auto! Das A-Netz war bis 1977 in Betrieb.

 

Das B-Netz:

 

1972 wurde das erste automatisch vermittelnde Mobilfunknetz, das analoge "B-Netz" in Betrieb genommen. Aber auch darüber war es noch nicht so einfach möglich wie heute zu telefonieren. Um einen Gesprächspartner anrufen zu können, musste man genau wissen in welcher "Rufzone" sich dieser aufhält. Eine "Rufzone" war ein etwa 20 km bis 30 km großer Bereich um einen Funkmast herum. Bewegte sich ein Gesprächspartner aus einer "Rufzone" heraus, brach das Gespräch ab und musste durch einen neuen Anruf neu aufgebaut werden.
Zu dieser Zeit war das "mobil Telefonieren" auch nur etwas für Geschäftsleute. Die Geräte waren noch groß und schwer und kosteten ein Vermögen, genau so wie auch die Gespräche selber.
Die Kapazität des "B-Netzes" war zuerst auf 10.000 Teilnehmer beschränkt. Nach der Abschaltung des "A-Netzes" wurden ab 1980 diese Frequenzen auch für das "B-Netz" mit benutzt und die Kapazität konnte auf 27.000 Teilnehmer erhöht werden.
Das "B-Netz" erreichte etwa 1986 mit ca. 25.000 Teilnehmern seinen Höhepunkt, bevor es dann 1994 abgeschaltet wurde.

 

Das C-Netz:

 

1985 wurde dann das analoge "C-Netz" in Betrieb genommen. Erst mit der Einführung des "C-Netzes" konnte man die ersten wirklich tragbaren Geräte bauen, da diese eine geringere Sendeleistung benötigten. Wenn auch "tragbar" heute anders aussieht. Im C-Netz waren die Telefone immer noch so groß wie etwa ein Schuhkarton. Zum tragen hatten diese einen Tragegriff wie an einem Koffer und der Telefonhörer war extern an einer Leitung mit dem "Mobiltelefon" verbunden und konnte in einer Halterung befestigt werden.
Mit dem "C-Netz" war es nun auch möglich andere Teilnehmer anzurufen ohne deren Standort zu kennen. Jeder Teilnehmer erhielt wie heute eine eigene Telefonnummer (Vorwahl 0161) über die er angerufen werden konnte. Auch wenn man sich in eine andere Funkzelle bewegt hat, wurde das Gespräch "weitergereicht" (Handover) und brach nicht mehr wie bei den "A-" und "B-Netzen" ab.
Beim "C-Netz" waren die Teilnehmerkennungen auch nicht mehr fest in den Geräten abgelegt, sondern mussten über eine einschiebbare Magnetkarte und später über eine Chipkarte den Geräten mitgeteilt werden (Vorläufer der heutigen SIM-Karten). Somit konnten die Telefone auch weitergegeben werden ohne die Telefonnummer mit abzugeben.
Ausgelegt war das "C-Netz" anfangs bereits für 450.000 Teilnehmer und wurde später auf eine Kapazität von 850.000 Teilnehmer erweitert.
Das analoge "C-Netz" zählte selbst bei der Einführung des digitalen "D-Netzes" noch lange als beliebter "Standard" und war bis zum 31.12.2000 in Betrieb.

 

Das D-Netz:

 

Das Zeitalter des digitalen Mobilfunknetzes begann bereits mit der Einführung der "Groupe Speciale Mobile (GSM)" - später dann "Global System for Mobile Communications" genannt - im Jahr 1982, also bereits vor der Einführung des analogen "C-Netzes". Die Aufgabe an "GSM" lautete ein einheitliches digitales Mobilfunknetz zu entwickeln. Die Entwicklung dauerte allerdings bis ende der 1980er Jahre.
Damit die Deutschen Bundespost die Kosten für ein komplett neues Netz nicht alleine tragen muss, entschied der damalige Postminister "Christian Schwarz-Schilling" eine weitere Lizenz für das GSM "D-Netz" an einen privaten Anbieter zu verkaufen. Es wurde in einem Ausschreibungsverfahren natürlich genau festgelegt, dass zwischen beiden Betreibern faire Bedingungen herrschen sollten, lediglich bei der Preisgestaltung sollten beide Betreiber freie Hand haben.
10 Firmen haben sich damals um eine Lizenz im "D-Netz" bei der Deutschen Bundespost beworben. Am 08.12.1989 erhielt dann ein Konsortium unter Führung des Mannesmann-Konzerns die begehrte Lizenz. Ab diesem Tag gab es im "D-Netz" zwei Betreiber: "D1" = Deutsche Bundespost und "D2" = Mannesmann AG.

 

Von diesen beiden Betreibern wurde dann ab 1990 das digitale "D-Netz" aufgebaut. Es arbeitet im Bereich von 900 MHz (GSM-900). Mannesmann AG kündigte auf der CeBIT 1991 das neue digitale "D2-privat" Netz an, das dann auch im Juli 1992 in Betrieb ging. Anfangs tat sich das "D-Netz" noch etwas schwer. Das "C-Netz" war zu dieser Zeit noch weiter ausgebaut, besonders in ländlichen Gebieten.
Auch lagen die Preise für Telefone und Gesprächsgebühren im "D-Netz" deutlich über denen im "C-Netz". Ein "D2-Netz" Telefon kostete zu dieser Zeit knapp 3000,- DM!
Der Ausbau des "D-Netzes" wurde zügig vorangetrieben. Bereits Ende 1992 verzeichnete das D2-Netz eine Abdeckung von etwa 80% in Deutschland.

 

1994 wurde die Deutsche Bundespost in der "Postreform 2" in drei Teile aufgeteilt und privatisiert. Daraus entstand auch die Deutsche Telekom AG die von der Deutschen Bundespost die Sparte "Telefone" übernahm. Das "D1-Netz" ging damit an die Deutsche Telekom über. Den Bereich "Mobilfunk" nannte die Deutsche Telekom "DeTeMobil". Später im Jahr 2002 gliederte sich die Deutsche Telekom dann in 4 Bereiche auf und benannte "DeTeMobil" in "T-Mobile" um. Das "D1-Netz" heißt seit dem auch "T-D1".

 

Auch dem zweiten "D-Netz" Betreiber, der Firma Mannesmann AG blieb eine Änderung nicht erspart. Im Jahr 2000 Übernahm die britische Firma "Vodafone" den Mannesmann Konzern, der in seine Einzelgesellschaften zerlegt wurde. Der Bereich Mobilfunk heißt seit dem "Vodafone D2 GmbH".

 

Das digitale "D-Netz" gilt bis heute als eines der modernsten Mobilfunknetze weltweit. Ende 2006 telefonierten über 30,6 Millionen Kunden über dieses Netz. Stetig werden neue Funktionen und Merkmale eingeführt. Auch die Funktionen der Telefone werden ständig erweitert. Dabei sinken die Preise beachtlich. Die Gebühren sind heute im Mobilfunknetz in bestimmten Tarifen nur noch unwesentlich höher als im Festnetz. Auch Mobiltelefone sind heute für jeden erschwinglich. Etwas ältere Modelle mit nicht ganz so vielen Funktionen gibt es schon für unter 50,- EUR.

 

Das E-Netz:

 

Bereits kurz nach dem Verkauf der "D-Netz" Lizenz an den Mannesmann Konzern vergab der damalige Bundespostminister Wolfgang Bötsch im Jahr 1993 eine weitere Lizenz im GSM Mobilfunknetz. Da diese in einem komplett anderen Frequenzbereich als das "D-Netz" liegt (1.800 MHz - GSM-1800), vergab man einen komplett neuen Namen. Man benannte dieses Netz "E-Netz". Das "E-Netz" unterscheidet sich sonst von der Technik nur wenig vom "D-Netz". Allerdings kommt das "E-Netz" durch den höheren Frequenzbereich mit einer geringeren Sendeleistung aus. Dadurch haben Handys im "E-Netz" auch einen geringeren Stromverbrauch.
Im Mai 1994 ging dann der erste Betreiber, das Konsortium "E-Plus" an den Start. Die Hauptgesellschafter von "E-Plus" waren damals die "Vebacom" und "Thyssen Telecom". Damit war "E-Plus" neben der "Mannesmann AG" der zweite private Betreiber eines Mobilfunknetzes in Deutschland.
Der Name "E-Plus" ist bis heute geblieben, wenn auch die Gesellschafter sich inzwischen geändert haben.

 

Wie auch im "D-Netz" dauerte es nicht lange, bis ein weiterer Betreiber eine Lizenz im "E-Netz" erhielt. 1997 nahm die "Viag Interkom" den Betrieb im E-Netz auf. Seit dem sprach man auch vom E1-Netz = "E-Plus" und E2-Netz = "Viag Interkom".
Im Jahr 2001 übernahm die "British Telecom" die "Viag Interkom". Die "British Telecom" benannte daraufhin seine Mobilfunksparte in "O2 Germany" um. Seit dem heißt der Betreiber im "E2-Netz" nun "O2". Die "British Telecom" hat sich inzwischen auch von "O2" getrennt, heute ist "O2" eine Tochtergesellschaft der spanischen "Telefónica".

 

Neben "E-Plus" und "O2" haben 1999 auch "T-Mobile" und "Vodafone" jeweils 25 Mobilfunkfrequenzen im "E-Netz" erworben. Damit möchte man eventuell auftretende Engpässe im "D-Netz" ausgleichen. Das "E-Netz" bietet durch seine höhere Frequenz im GSM-1800 Band mehr Trägerfrequenzen als das "D-Netz". Aktuelle Handys arbeiten auch problemlos in beiden Frequenzbereichen (Dualband), so dass ein Wechsel zwischen dem "D-Netz" und dem "E-Netz" jederzeit möglich ist.

 

Das UMTS-Netz:

 

UMTS bezeichnet man als die dritte Generation (3G) bei den Mobilfunknetzen.
Das UMTS-Netz übersteigt in der Leistung bei weitem das GSM Netz. Es sind über UMTS viel höhere Datenübertragungsgeschwindigkeiten möglich. Multimedia Funktionen wie Videotelefonie oder Fernsehen auf dem Handy werden so erst möglich.
Im Jahr 2000 bot die Bundesrepublik Deutschland sechs der begehrten UMTS Lizenzen zur Versteigerung an. Zu dieser Zeit gab es weder funktionierende UMTS Handys noch UMTS Funkstationen. Aber zur Blütezeit des "Neuen Marktes" war die Euphorie bei den Mobilfunkbetreibern riesig. So konnte die Bundesrepublik Deutschland im Juli/August 2000 50,8 Milliarden Euro für die sechs Lizenzen einnehmen. Die sechs Mobilfunkfirmen waren:

  • T-Mobile Deutschland GmbH
  • Vodafone D2 GmbH
  • MobilCom Multimedia GmbH
  • Auditorium Investments Germany S.à.r.l. (Konsortium aus E-Plus und Hutchison)
  • O2 (Germany) GmbH & Co. oHG
  • Group 3G Quam (Konsortium der spanischen Telefónica und der finnischen Sonera)

Die Mobilfunkfirmen mussten eine Auflage erfüllen und bis zum 31.12.2003 mindestens 25 % und bis zum 31.12.2005 mindestens 50 % der Bevölkerung mit UMTS-Diensten versorgen, sonst würde die Lizenz ungültig.
Die "Group 3G" meldete mit ihrem Deutschen Ableger "Quam" im November 2002 den Ausstieg aus dem GSM Geschäft, hielt aber an den UMTS Lizenzen bis 2004 fest. 2004 wurden Quam die Lizenzen und die damit verbundenen Frequenzzuteilungen, nach einer Prüfung durch die Bundesnetzagentur, dann gerichtlich entzogen. Quam klagte die 8,5 Milliarden Euro ein, wurde aber abgewiesen.
Die "MobilCom Multimedia GmbH" stand nach dem Kauf der Lizenz kurz vor dem Konkurs und konnte die Auflage nicht erfüllen. Sie gab Ende 2003 die Lizenz freiwillig zurück.

Lange gab es Probleme beim Aufbau des UMTS-Netzes und der Entwicklung der Mobiltelefone. Erst im Jahr 2003 konnten einige "Probeläufe" gestartet werden. Seit dem Jahr 2004 gibt es nun bei uns ein funktionierendes UMTS-Netz und entsprechende Handys.
Parallel zum UMTS-Netz entwickelten andere Firmen Möglichkeiten, ähnliche Funktionen auch im GSM-Netz anbieten zu können. Daraus ist dann z.B. DMB und DVB-H entstanden.

UMTS hatte es anfangs sehr schwer sich gegenüber GSM durchzusetzen. Einen Vorteil von UMTS hat man derzeit meist nur bei der Datenübertragung. So viel gelobte Funktionen wie Videotelefonie und Fernsehen sind noch wenig verfügbar. Dadurch bedingt gab es bis Ende 2005 "erst" 2,3 Mio UMTS Nutzer in Deutschland.
Inzwischen haben alle Hersteller mehrere gute UMTS-Handys im Angebot, viele aktuelle Handys unterstüten UMTS serienmässig. Das umschalten zwischen GSM und UMTS funktioniert reibungslos und die reinen Telefonkosten unterscheiden sich nicht. Auch schreitet der Netzausbau stetig voran, so dass eigentlich heute UMTS in allen Ballungsgebieten gut zu empfangen ist. Dort wo der Empfang nicht so gut ist, wird einfach auf GSM gewechselt, der Anwender bekommt beim telefonieren davon nichts mit, nur der Datenaustausch wird dadurch deutlich langsamer.
UMTS könnte in ein paar Jahren vielleicht das GSM Netz komplett ablösen.

Das LTE-Netz:

Noch im Jahr 2000 zählte UMTS als "die" Revolution im Mobilfunkbereich. Alles sollte schneller und besser werden. Im Prinzip war das auch richtig, zumindest im Vergleich zum 2G Standard GSM. Die Entwicklungen im Mobilfunkbereich sind allerdings in den letzten Jahren auch explodiert. Heute werden überwiegend Smartphones (Computerhandys) verkauft, die oft sogar auf eine ständige Internetverbindung setzen. Außerdem haben die Mobilfunkfirmen, um die geforderten Auflagen zu erfüllen, UMTS vor allem in den Ballungsräumen aufgebaut. Das hat zur Folge, dass gerade Randgebiete und ländliche Bereiche auf ein schnelles Mobilfunknetz bis heute verzichten müssen. In den Ballungsräumen dagegen gibt es inzwischen so viele UMTS Nutzer, dass auch dort teilweise die Geschwindigkeit im UMTS-Netz stark einbricht und oft nicht mehr den großen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber GSM bietet. Ist UMTS nicht verfügbar, wird sowieso auf GSM umgeschaltet.
Erste Verbesserungen im UMTS-Netz wurden mit den Techniken "HSDPA" und "HSUPA" (High Speed Downlink / Uplink Packet Access) eingeführt, womit bereits eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung gegenüber dem Standard UMTS erzielt werden konnte. Aber auch mit diesen Techniken erreichte man die gewünschten und angestrebten Übertragungsgeschwindigkeiten nicht. Gerade auch die so genannte PING-Zeit, ist bei UMTS sehr hoch. Die PING-Zeit ist die Zeit die verstreicht, bis ein in das Internet gesendeter Befehl ausgeführt wird. Diese Zeit liegt bei UMTS zwar auch noch im Millisekundenbereich aber ist teilweise 10 bis 20 mal so hoch wie z.B. bei DSL. Das macht sich besonders bei Anwendungen stark bemerkbar, die eine schnelle Reaktion verlangen. Hier sind an erster Stelle Onlinespiele genannt. Diese sind über eine UMTS Verbindung kaum vernünftig spielbar.
Die UMTS Technik bietet zwar noch ein paar Verbesserungsmöglichkeiten, aber im Großen und Ganzen lässt sich über lange Sicht nicht mehr so viel Mehrleistung aus dieser Technik herausholen.
Daher suchte man eine Alternative, die für heutige Anwendungen besser geeignet ist und entwickelte LTE (Long Term Evolution). Das LTE-Netz wird seit Ende 2010 aufgebaut.

 
 

Wie ist ein Handy heute aufgebaut?

 

Wie eingangs bereits geschrieben ist ein Handy heute nicht einfach nur ein Mobiltelefon. Ein Handy ist heute ein kleiner Computer und meist auch ein digitaler Fotoapparat, vereint in einem sehr kleinen und handlichen Gehäuse.
Natürlich kann man weiterhin mit einem Handy auch telefonieren. Dazu besitzt dieses ein entsprechendes "Sende-" und "Empfangs-" Modul. Dieses hat sich im laufe der letzen Jahre auch stark verbessert. Benötigte ein Handy früher eine außen liegende Antenne, ist diese heute im innen der Gehäuse untergebracht. Auch war ein Handy zur Anfangszeit nur für ein Netz geeignet. Wollte man den Anbieter wechseln (z.B. von T-Mobile zu E-Plus), war ein neues Handy fällig. Heute sind alle Handys Dualband (für zwei Netze - "D-" und "E-Netz"), Triband (für drei Netze - zusätzlich zum "D-" und "E-Netz" auch das GSM-1900 Netz) oder sogar Quadband (für vier Netze - zusätzlich noch GSM-850) tauglich. In Deutschland reicht ein Dualband-Handy, die anderen Frequenzen werden nur für andere Länder z.B. den USA benötigt. Neue UMTS-Handys senden zusätzlich auch im GSM-Netz.

SIM-KarteUm ein Handy unter den vielen Geräten zu identifizieren, benötigt man für den Betrieb eine so genannte SIM-Karte. Das ist eine kleine Chip-Karte die im Gerät, meist unter dem Akku in einen entsprechenden Halter geschoben werden muss. Die SIM-Karte bestimmt welches Netz und welcher Anbieter verwendet wird und übermittelt im Betrieb eine eindeutige Identifikationsnummer. Anhand dieser Nummer kann der Anbieter alle Dienste die mit dem Handy ausgeführt werden abrechnen.
Die SIM-Karte wird in Form einer Scheckkarte ausgeliefert. Dabei dient allerdings der größte Teil nur zum Schutz der kleinen SIM-Karte. Die eigentliche SIM-Karte (im Bild der weiße Bereich links) muss aus dem Kunststoff vorsichtig heraus gebrochen werden. Der Rest ist anschließend Abfall. Es gibt sogar inzwischen Handys für zwei SIM-Karten (Dual SIM). Mit diesen ist man dann z.B. über zwei Nummern erreichbar und kann Gespräche entweder über die eine oder die andere Karte führen.

Handy AkkuStrom bekommt ein Handy über einen Akkumulator, kurz Akku genannt. Das ist vom Prinzip her eine aufladbare Batterie. Allerdings nutzen die Handy Hersteller ganz spezielle, sehr flache und auf die Handys abgestimmte Formen. So muss bei einem Defekt auf jeden Fall ein spezieller, für das Handy geeigneter Akku gekauft werden. Aufgeladen werden die Akkus im Handy mit einem Steckernetzgerät, welches an das Telefon angeschlossen wird. Ab Mitte 2011 soll es zumindest einheitliche Ladegeräte geben, die über die USB-Schnittstelle angeschlossen werden. Damit kann man dann mit nur einem Ladegerät jedes Handy aufladen, was bisher nicht möglich ist.
Als Akku-Typ wird heute meistens "Li-Ion" (Lithium-Ionen) verwendet. Li-Ion Akkus zeichnen sich durch eine hohe Energiedichte bei einer sehr leichten und kleinen Bauweise aus.

Handy Akkufach mit darunter liegendem SIM-Fach

Die Anzeige des Handys hat sich in den letzen Jahren auch stark verbessert. Anfangs hatten Handys nur kleine zweifarbige Anzeigen, die nur Text darstellen konnten. Heutige Handys haben meist große und farbige Vollgrafik LCD-Anzeigen, die problemlos Fotos und sogar Videos mit mehreren Millionen Farben und in HD-Auflösung darstellen können. Gerade die aktuellen Smartphones besitzen eigentlich nur noch eine große LCD-Anzeigen und nur noch sehr wenige Tasten.

 

Im Inneren des Handys steckt ähnliche Technik wie in einem Computer. Auch hier gibt es einen speziellen Prozessor sowie Arbeitsspeicher. Beim einschalten wird ein spezielles Betriebssystem gestartet. Als Betriebssystem verwenden die meisten Hersteller Eigenentwicklungen. So genannte Smartphones, also Computerhandys nutzen überwiegend die Betriebssysteme "Symbian" (Nokia), "Android" von Google, "iOS" von Apple oder auch "Windows Mobile" von Microsoft. Daneben gibt es noch das Betriebssystem "BlackBerry" für die gleichnamigen RIM-Smartphones.

 

Welche Formen von Handys gibt es?

 

Neben den individuellen Formen der Hersteller, gibt es folgende Modellgruppen:

  • Monoblock = Klassische Bauform, hier liegen Anzeige und Tastatur untereinander und sind beide frei zugänglich.
  • Klapphandy = Die Anzeige wird über die Tastatur geklappt. Da die Anzeige dadurch verdeckt ist, besitzen diese Handys meist zwei Displays.
  • Drehhandy = Die Anzeige ist ständig sichtbar und die Tastatur liegt dahinter. Um diese zu nutzen, muss die Tastatur nach vorne gedreht werden.
  • Schiebehandy = Auch hier ist die Anzeige sichtbar und die Tastatur liegt dahinter. Um an die Tastatur zu kommen, schiebt man hier allerdings die Anzeige nach oben.
  • Klapphandy mit drehbarer Anzeige = Hier liegt die Anzeige auch auf der Tastatur. Allerdings kann diese auch umgedreht werden, so dass die Anzeige im zugeklappten Zustand nach oben zeigt.
  • Tastaturhandy = Ideal zum schreiben von Texten geeignet. Hier kann eine komplette Schreibmaschinentastatur meist ausgeklappt werden.
  • Smartphone / Communicator = Das sind die kleinen Büros. Hier sind sehr viele Programme, wie E-Mail, Webbrowser, Textverarbeitung, Terminplanung u.s.w. installiert. Meist haben diese auch sehr große Anzeigen und sogar eine Schreibmaschinentastatur.
  • Smartphone = Computer-Multimedia Handy. Diese bestehen fast nur noch aus einem großen Touchscreen. Hier werden selbst die Tasten nur noch auf dem Bildschirm abgebildet. Dafür besitzen diese für Internetseiten, Videos, Bilder und Spiele sehr große Anzeigen. Ausserdem lassen sich auf Smartphones Zusatzprogramme (Apps - englisch: Application) installieren. Damit kann ein solches Handy, wie ein Computer mit zusätzlichen Funktionen (Programmen) erweitert werden.

Klapphandy

Neben diesen "Grundformen" bauen die Hersteller manchmal die tollsten "Designer Stücke". Es zeichnet sich aber ein Trend ab: möglichst klein und flach. Waren Handys vor ein paar Jahren noch klobige "Klötze" muss man heute aufpassen, dass diese nicht aus der Hand rutschen.

Zuerst sind die Handys immer kleiner geworden. Nachdem man wohl die kleinste Bauform erreicht hatte, ging man an die Dicke der Handys. Inzwischen gibt es Handys mit unter einem Zentimeter Dicke auf dem Markt. Heute geht der Trend zum Smartphone. Alle Hersteller bieten derzeit überwiegend nur noch Smartphones mit großem Display und "Touch" (Berührungs) Steuerung an.

 

Was ist Branding?

 

Die Netzbetreiber verkaufen zu Ihren Mobilfunkverträgen meist auch vergünstigte Telefone. Diese Telefone besitzen oftmals ein so genanntes "Branding". Einfache "Brandings" sind z.B. der Aufdruck des Logos vom Netzbetreiber auf dem Gehäuse oder auf bestimmten Tasten (wie auch im Bild oben zu sehen). Heute wird aber auch die Handy-Betriebssoftware schon teilweise an die Wünsche der Netzbetreiber angepasst. So ist es möglich, dass bestimmte "unerwünschte" Handyfunktionen entfernt oder neue speziell auf den Netzbetreiber abgestimmte Funktionen hinzugefügt werden. Kauft man sich ein einzelnes Handy ohne Vertrag, aber mit "Branding", sollte man genau prüfen ob dieses auch mit der eigenen SIM-Karte problemlos läuft. Es könnte nämlich sein, dass z.B. die Zugangsdaten zum Handy-Internet (WAP) fest im Gerät vorgegeben sind und sich nicht ändern lassen.

 

Was ist SIM-Lock?

 

"SIM-Lock" ist auch eine Funktion, die von den Netzbetreibern in die Betriebssoftware der Handys eingefügt wird, also auch eine Art von "Branding". Bei "SIM-Lock" sperrt der Netzbetreiber das Mobiltelefon für andere SIM-Karten. In solche Handys können nur SIM-Karten desselben Netzbetreibers verwendet werden. Ein Wechsel von z.B. "T-Mobile" zu "Vodafone" ist so nicht möglich. Selbst wenn man beim gleichen Anbieter bleibt, kann ein "SIM-Lock" den Betrieb mit einer anderen SIM-Karte verhindern, z.B. beim Betrieb einer Vorkasse SIM-Karte im Austausch einer Vertrags SIM-Karte.
Den "SIM-Lock" kann man meist durch Eingabe eines Endsperrcodes deaktivieren. Diesen Code gibt der Netzbetreiber allerdings in den ersten zwei Jahren nach Kauf des Handys nur gegen Zahlung eines bestimmten Betrages heraus. Nach zwei Jahren kann dieser Code meistens kostenlos vom Netzbetreiber angefordert werden.

 

Welche Funktionen haben heutige Handys?

 

Das "telefonieren" ist heute selbstverständlich Standard bei einem Mobiltelefon. Da sich daran auch technisch nicht mehr viel ändert, erwähnen dieses die Hersteller gar nicht mehr. Dafür findet man in den Beschreibungen zu den Handys oft viele schöne Funktionen, die sich gut anhören, aber oft nur selten gebraucht werden. Hier ein paar häufige Funktionen aktueller Handys:

  • SMS (Short Message Service) = "Kurzmitteilungen schreiben" maximal 160 Zeichen
  • EMS (Enhanced Message Service) = "Erweiterte Mitteilungen" - Text-Mitteilungen sind nicht mehr auf 160 Zeichen beschränkt, werden dann aber in "Einzel Mitteilungen" zu je 160 Zeichen übertragen. Es können Logos, Bilder und Klingeltöne angehängt werden.
  • MMS (Multimedia Messaging Service) = "Multimedia Mitteilungen" - MMS können aus Videos, Bilder, Tönen oder nur Text bestehen und dürfen bis 500 KB groß sein.
  • T9 Worterkennung (Text on 9 keys) = Bedeutet "Text auf 9 Tasten". T9 ist eine Eingabe-Erleichterung für Texte wie z.B. bei einer SMS. (unten dazu mehr)
  • Kamera = Das Handy kann Fotos und oft sogar Videos aufnehmen. In welcher Auflösung das möglich ist, steht in der Beschreibung und kann sich von Handy zu Handy stark unterscheiden (unten dazu mehr)
  • Musik = Bei einem Musik Handy ist meist ein MP3 Player eingebaut, der oft auch andere Formate wie z.B. AAC abspielen kann.
  • Digitales Rechtemanagement (DRM) = Ein Handy mit dieser Funktion kann kopier geschützte, z.B. im Internet gekaufte, Musik wiedergeben
  • Radio = Das Handy besitzt ein eingebautes, meist UKW Radio. Für den Betrieb muss fast immer ein Headset (Kopfhörer) angeschlossen werden, da dieser als "Antenne" verwendet wird. Es gibt sogar schon Handys mit RDS-Radio. Damit werden dann sogar die Sendernamen angezeigt und beim verlassen einer Sendefrequenz schaltet, soweit vorhanden, der Sender auf eine andere, bessere Frequenz um.
  • Infrarot = Das Handy besitzt eine Infrarot Schnittstelle (IrDA) zur Datenübertragung. Diese ist allerdings sehr langsam. Bei Infrarot müssen Sender und Empfänger dicht beieinander liegen und "Sichtkontakt" haben. Infrarot stirbt bei Handys inzwischen aus und wird kaum noch eingebaut.
  • Bluetooth = Das Handy besitzt eine Bluetooth Funk Schnittstelle. Diese ist deutlich schneller und flexibler als Infrarot. Es können oft neben anderen Handys auch Kopfhörer oder GPS Empfänger per Bluetooth "gekoppelt" werden.
  • WLAN (Wireless Local Area Network) = "Funknetzwerk". Ist sicher die beste und schnellste Datenverbindung mit anderen Geräten. Haben überwiegend nur Smartphones. Über WLAN kann man sich auch an so genannten "Hotspots" (WLAN Funk-Basisstationen) mit dem Internet verbinden und E-Mails abrufen.
  • Push-to-talk (drücken um zu sprechen) = Funkgeräte Funktion. Es ist möglich wie mit einem Funkgerät mit mehreren Benutzern gleichzeitig zu sprechen.
  • Java = Java ist eine "einfache" Programmiersprache, die aber weit verbreitet ist. Es gibt sehr viele Programme und auch Spiele die in Java programmiert sind und auf einem solchen Handy laufen.
  • Navigation = Das Handy kann auch als Navigationsgerät benutzt werden. Entweder ist dann eine GPS Antenne eingebaut, oder kann extern angeschlossen werden. (unten dazu mehr)
  • GPS (Global Positioning System) = Ist ein Bauteil zur Positionsbestimmung über Satelliten. GPS wird z.B. zur Navigation benötigt. Auch benutzen manche Handys das GPS-System um die Positionsdaten bei Fotos zu speichern. So kann man später am PC genau feststellen, wo die Fotos gemacht wurden. Ein GPS Empfänger bedeutet aber nicht, das dieses Handy auch als Navigationsgerät benutzbar ist. Hier sollte man genau nachsehen, obwohl das heute schon fast zum Standard gehört.
  • Organizer-Funktionen = Das Handy besitzt meist einen Kalender eine Aufgabenliste und die Möglichkeit Notizen abzulegen. Darüber hinaus ist auch oft eine Stoppuhr und ein Wecker eingebaut.
  • Flug Modus = In diesem Modus ist der "Sende-" und "Empfangs-" Teil des Handys deaktiviert. Es kann somit nicht mehr damit telefoniert werden. Alle anderen Funktionen funktionieren aber weiterhin. So kann man auch im Flugzeug unbedenklich Spiele mit dem Handy machen.
  • Freisprechanlage = Man kann das Handy auch auf den Tisch legen und dann telefonieren. Der Ton wird dann über einen separaten Lautsprecher ausgegeben.
  • WAP (Wireless Application Protocol) = Internet für Handys. WAP ist speziell dafür entwickelt worden Internetseiten für kleine Anzeigen und langsame Geräte verfügbar zu machen. Es können allerdings oft nur spezielle "WAP-Internetseiten" aufgerufen werden.
  • XHTML-Browser = Es ist ein vollwertiger Internet Browser eingebaut um in das Internet zu gehen. Damit lassen sich theoretisch alle Internetseiten aufrufen, was aber nicht immer richtig gelingt.
  • GPRS (General Packet Radio Service) = Erweiterung im GSM Mobilfunknetz um die Datenübertragungs-Geschwindigkeit zu erhöhen.
  • HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) = Neuere Erweiterung im GSM Mobilfunknetz um die Datenübertragungs-Geschwindigkeit zu erhöhen, wobei HSCSD schneller als GPRS ist.
  • EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) = Eine Erweiterung für GPRS bzw. HSCSD um die Geschwindigkeit noch weiter zu erhöhen. EDGE + GPRS = EGPRS; EDGE + HSCSD = ECSD
  • HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) = Erweiterung im UMTS-Mobilfunknetz, um die Geschwindigkeit für den Download (herunterladen) zu erhöhen.
  • HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) = Erweiterung im UMTS-Mobilfunknetz, um die Geschwindigkeit für den Upload (hochladen) zu erhöhen.
  • E-Mail-Client = Das Handy besitzt eine Funktion um "echte" E-Mails abzurufen. Dafür gibt man die Zugangsdaten zum E-Mail Server in das Handy ein.
  • Sprachwahl = Ideal für Autofahrer: Das Handy erkennt gesprochene Worte, vergleicht diese mit dem Adressbuch und wählt dann die gewünschte Rufnummer oder führt eine andere Funktion aus.
  • Speicherkartenschacht = Das Handy besitzt einen Schacht für Speicherkarten (meist Micro-SD oder Memory Stick Micro). Hierauf können z.B. Musik und Bilder abgespeichert werden. Zwar haben auch Handys meist einen eingebauten Speicher, dieser ist aber oft nur sehr klein.
  • Fernsehen = Viele aktuelle Handys eignen sich auch schon zum fernsehen (Handy-TV). Dabei werden drei unterschiedliche Techniken unterschieden: DVB-H (DVB-Handhelds) einer digitalen Übertragungsart speziell für mobile Geräte, DVB-T (DVB-Terrestrisch) eine digitale Empfangsform, die auch für das "normale" Fernsehen benutzt wird und der Empfang über das UMTS Mobilfunknetz. Dazu mehr in einem eigenen Beitrag.
  • Apps = Applicationen = Programme. Heutige Smartphones (Computerhandys) lassen sich mit zusätzlichen Programmen und damit mit zusätzlichen Funktionen erweitern. Fast alle Hersteller bieten dafür spezielle Webseiten für ihre Mobiltelefone an. Für die meisten Smartphones gibt es auf diesen Webseiten weit über 1000 Zusatzprogramme die teilweise kostenlos und teilweise gegen eine Gebühr abgegeben werden. Es werden Apps für alle erdenklichen Themenbereiche angeboten, von Spiele über Anwendungsprogramme bis zu Hilfsprogrammen, aber auch Videos, Hintergrundbilder und Themen.
  • Touch / Multitouch = Aktuelle Handys, aber vor allem die Smartphones besitzen einen großen Bildschirm und nur noch wenige bis gar keine Tasten. Diese Geräte werden nur noch mit Fingerberührungen auf dem Display bedient. Es werden auf den Anzeigen ganze Tastaturen angezeigt, die dann mit den Fingern bedient werden. Diese Fingerbedienung nennt man auch Touch (Berührung). Kann man ein Handy mit mehreren Fingern gleichzeitig bedienen, z.B. in dem man zwei Finger auf dem Display spreizt um ein Foto zu vergrößern, nenn man das Multitouch.

Wie gut sind Fotohandys?

Eine Kamera ist heute schon in fast alle Handys eingebaut. Doch was taugt diese?
Gleich vorweg, ein gutes Fotohandy kann höchstens eine billige Digitalkamera ersetzen. Wie gut die Qualität ist, hängt zum einen mit der Auflösung und zum anderen mit dem Objektiv zusammen.
Hat ein Fotohandy nur VGA Auflösung (640x480 Pixel) eignet es sich nur für Fotos zum anzeigen auf der eigenen Anzeige. Ausdrucke wären noch bis Passbildgröße ansehnlich.
Eine Auflösung von 1 Megapixel (1152x864 Pixel) wären schon für größere Ausdrucke bis etwa DIN A5 geeignet. Bei einer Auflösung ab 2 Megapixel (1600x1200 Pixel) könnte man Bilder auch bis etwa DIN A4 Größe drucken.
Aber die Auflösung ist wie gesagt nicht alleine für gute Bilder zuständig. Ein wichtiger Punkt ist auch das Objektiv. Und genau hier muss man bei einem Fotohandy gegenüber einer Digitalkamera oft deutliche Abstriche machen. Handys sollen möglichst klein und flach sein. Da ist einfach kein Platz für ein aufwendiges Objektiv. Somit machen auch 2 Megapixel Fotohandys schlechtere Bilder als 1 Megapixel Digitalkameras. Es gibt zwar auch Fotohandys mit recht gutem Objektiv, dann ist das Handy aber fast so groß wie eine kleine Digitalkamera.
Digitalkameras haben darüber hinaus auch meist einen optischen Zoom, Handys müssen oft mit einem deutlich schlechteren digitalen Zoom auskommen. Bei einem digitalen Zoom wird der zu vergrößernde Bildausschnitt von einer Software "künstlich" vergrößert. Es gibt inzwischen aber auch schon vereinzelt Handys die einen optischen Zoom besitzen, diese sind aber meist recht groß und teuer.

Der große Vorteil von einem Fotohandy ist natürlich, dass man dieses, im Gegensatz zur Digitalkamera, fast immer dabei hat. Und für einen "Schnappschuss" zwischendurch ist ein Fotohandy gut genug, besonders wenn es eine Auflösung über 1 Megapixel besitzt.

Die Entwicklung bleibt ja auch nicht stehen. Vor wenigen Jahren war ein Handy mit einer 2 Megapixel Kamera undenkbar. Auf der CeBIT 2005 hat Samsung z.B. bereits ein Handy mit einer Auflösung von 7 Megapixeln vorgestellt. Heute 2009 sind solche Handys mit hoher Fotoauflösung schon fast bei allen Anbietern erhältlich. Es gibt sogar schon Handys mit über 10 Megapixel Auflösung. Auch die Fotoqualität hat sich inzwischen deutlich verbessert, allerdings auch die Fotoqualität von Digitalkameras. Somit ist der Qualitätsunterschied auch heute noch vorhanden.

Wie gut sind Navigations- Handys?

Da aktuelle Handys heute bereits kleine Computer sind, spricht auch nichts dagegen Navigationssoftware zu integrieren. Eine GPS Antenne ist bei vielen aktuellen Geräten gleich mit eingebaut. Bei anderen Geräten muss eine solche extern entweder mit Leitung oder per Bluetooth mit dem Handy verbunden werden.
Beim Kartenmaterial gibt es bei Handys zwei Möglichkeiten:

  • Bei einigen wird das Kartenmaterial, wie bei einem Navigationsgerät auf Speicherkarte mitgeliefert. Diese Speicherkarte bleibt im Handy und es können die Routen beliebig berechnet werden. Der Vorteil: Es entstehen keine weiteren Kosten für die Navigation. Der Nachteil: Nach ein paar Jahren ist das Kartenmaterial veraltet und muss gegebenenfalls für recht viel Geld erneuert werden.
  • Bei anderen Handys bekommt man kein Kartenmaterial mitgeliefert. Möchte man eine Route berechnen, gibt man diese in die Software ein. Die Software stellt dann über WAP oder UMTS eine Verbindung in das Handyinternet her und holt sich die Kartendaten für die berechnete Route von einem Server. Der Vorteil: Es gibt immer die aktuellsten Kartendaten, meist mit Berücksichtigung von Baustellen und Staus. Der Nachteil: Für jede Routenberechnung fallen zusätzliche Kosten für WAP bzw. UMTS und den Zugriff auf den Kartenserver an.

Wie gut eine Route berechnet wird, hängt mit der Software und dem Kartenmaterial zusammen und hat nichts mit dem Handy zu tun. Es gibt sicher Gute wie Schlechte Navigationshandys, wie es auch Gute und Schlechte Navigationsgeräte gibt. Als Nachteil eines Navigationshandys gegenüber einem Navigationsgerät kann höchstens die meist kleinere Anzeige genannt werden. Als Vorteil gilt das gleiche wie beim Fotohandy: man hat dieses fast immer dabei.

Was bedeutet beim Handy T9?

Handy TastaturT9 steht für "Text on 9 keys" und bedeutet auf Deutsch etwa "Text auf 9 Tasten". T9 soll eine Eingabeerleichterung für Texte, z.B. beim schreiben von SMS, sein. Die Tasten auf einem Handy sind neben den Zahlen auch mit bis zu 4 Buchstaben belegt. Um einen Text zu schreiben, muss man normalerweise die Tasten unter Umständen mehrmals drücken um einen bestimmten Buchstaben zu erhalten. Für das Wort "test" muss man z. B. folgende Tasten drücken: 1x8; 2x3; 4x7; 1x8. Das sind doppelt so viele Tastenbetätigungen wie das Wort Buchstaben hat und das Wort ist noch sehr kurz!
Bei T9 Eingaben darf jede Taste immer nur einmal gedrückt werden! Anhand der gedrückten Tasten ermittelt T9 dann das wahrscheinlich zutreffende Wort aus einem internen Wörterbuch. In der Anzeige erscheint bei jedem Tastendruck meist ein anderes Wortsegment. Man sollte daher gar nicht auf die Anzeige sehen, bis das Wort fertig geschrieben ist, das irritiert nur unnötig. Im oberen Beispiel wird einfach 1x8; 1x3; 1x7; 1x8 gedrückt und T9 ermittelt daraus das Wort "test". Damit ist bei einem solch kurzen Wort schon eine Ersparnis von 4 Tastenbetätigungen zu verzeichnen.

Doch leider funktioniert das nicht immer so perfekt. Es gibt einige Wörter die nicht im Wörterbuch vorhanden sind. Bei anderen Wörtern kann T9 nicht eindeutig das richtige Wort erkennen. So müssen für das Wort "vor" genau wie für das Wort "uns" die Tasten 8, 6 und 7 gedrückt werden. T9 schlägt dann zwar ein passendes Wort vor, dieses muss aber nicht unbedingt richtig sein. Man muss dann in einer Liste mit passenden Wörtern das richtige auswählen. Dafür sind dann aber auch wieder einige zusätzliche Tastenbetätigungen nötig. Verwendet man ein Wort, das T9 nicht kennt, kann man dieses dem Wörterbuch zuführen, damit es beim nächsten Mal erkannt werden kann.

Schreibt man lange Texte mit viel Standard Worten, ist T9 sicher eine Erleichterung. Für Texte mit vielen Fremdwörtern oder Eigennamen ist T9 meistens ungeeignet. Hier ist man mit der Standardeingabe sicher schneller.
Eingefleischten SMS-Schreibern ist T9 oft ein Dorn im Auge. Sie schreiben Texte lieber auf herkömmlicher Weise und das sogar schneller als ein anderer mit T9 Funktion.

Fazit:

Handys sind heute zum "Massenprodukt" geworden. Sowohl die Gerätepreise, als auch die Gebühren fallen immer weiter, bzw. man bekommt immer mehr fürs Geld. Durch den immer größeren Funktionsumfang wird der Wachstum sicher anhalten und bei vielen Nutzern sogar das Festnetz Telefon komplett ablösen.
Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, welche Funktionen alles in ein Handy eingebaut werden und wer weiß, was ein Handy in ein paar Jahren alles kann?

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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