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HD-DVD LogoDie HD-DVD war eine von zwei geplanten DVD nachfolge Formaten und wurde unter anderem von den Firmen NEC, Toshiba, Intel, Microsoft, Hewlett-Packard, LG Electronics, Sanyo und Thomson unterstützt. Etwa zur Gleichen Zeit entwickelte man parallel ein ähnliches Produkt unter dem Namen "Blu-ray Disk" (BD). Dieses Format unterstützten die Firmen JVC, Panasonic, Yamaha, Pioneer, Philips, Sony, Thomson, LG Electronics, Hitachi, Sharp, Samsung, Dell, Hewlett-Packard, Benq und Apple. Die großen Filmstudios teilten sich in etwa auf beide Formate auf. Nach und nach wanderten dann aber die unterstützenden Firmen von HD-DVD zu Blu-ray. Auch die großen Filmstudios, die Anfangs auf HD-DVD gesetzt hatten, schlug es 2007 nach und nach in das Blu-ray Lager, vor allem wegen des besseren Kopierschutzes. Zum Schluss blieb nur noch Toshiba als alleiniger HD-DVD Unterstützer übrig. Am 19.02.2008 erkannte dann auch Toshiba, dass der HD-DVD nicht die Zukunft gehört und gab das Aus für diese Technik bekannt. Zum Ende 2008 hat auch Toshiba die Produktion und Entwicklung der HD-DVD eingestellt.

 

Wieso brauchen wir ein neues Speichermedium?

 

Der Bedarf nach mehr Speicherplatz steigt. HDTV wird immer beliebter und große LCD- und Plasma Fernseher werden immer günstiger.
Ein Film im HDTV-Format plus Tonspuren benötigt viel Speicherplatz. Dafür wäre dann die HD-DVD gut geeignet. Auf eine Standard DVD mit 8,5 GB Speicher würden solche Filme bei weitem nicht passen. Heutige zweischichtige DVDs sind ja gerade ausreichend für einen Film in PAL-Auflösung mit den dazugehörigen Tonspuren, Menüs und Extras.
Aber auch am Computer ist ein Speichermedium mit viel Speicherplatz immer gerne gesehen. Eine HD-HVD eignet sich hier z.B. auch als ideales Speichermedium für Sicherheitskopien.

 

Wie funktioniert die HD-DVD?

 

Die Datenspuren liegen auf einer HD-DVD viel enger zusammen und sind viel "feiner" als auf einer DVD. Daher wird bei der HD-DVD, wie bei der Blu-ray Disk ein "blauer" Abtastlaserstrahl verwendet, der die Disks viel "feiner" abtasten kann. Bei der DVD verwendet man einen roten Laser mit einer Wellenlänge von 650 nm (Nanometer), der blaue Laser bei der HD-DVD hat eine Wellenlänge von 405 nm.
Eine HD-DVD ist vom technischen Aufbau her, einer heutigen DVD viel ähnlicher als eine Blu-ray Disk. Die Größe ist bei allen drei Formaten (DVD, Blu-ray und HD-DVD) mit 120 mm Durchmesser identisch. Die erste Datenschicht einer HD-DVD liegt allerdings in der gleichen tiefe wie bei der DVD, also bei 0,6 mm. Dadurch lassen sich HD-DVD's auch viel besser als Blu-ray Disks gegen äußere Einflüsse schützen, bei der die Datenschicht viel weiter an der Oberfläche liegt. Da eine HD-DVD der DVD vom Aufbau her ähnelt, konnte man sogar Teile der Produktionsanlagen weiter verwenden.

 

Die tiefere Lage der ersten Datenschicht erkaufte man sich allerdings mit einer etwas geringeren Speicherkapazität, gegenüber der Blu-ray Disk. Passen auf eine Blu-ray Disk 25 GB je Datenschicht, sind es bei der HD-DVD "nur" 15 GB. Das ist im Verhältnis zu einer DVD mit etwa 4,7 GB je Datenschicht natürlich immer noch eine große Menge. Auch HD-DVD's sind mit zwei Datenschichten, also 30 GB Fassungsvermögen erhältlich.
Um hier den Anschluss an Blu-ray nicht zu verlieren, arbeitete man an einer Verbesserung, die dann auch am 31. August 2007 offiziell vom DVD-Forum aufgenommen wurde. Es gelang den Entwicklern die Speicherkapazität je Datenschicht auf 17 GB zu erhöhen und drei Datenschichten auf einer HD-DVD unter zu bringen. Damit sollte es möglich sein HD-DVD's mit einer Kapazität von 51 GB herzustellen, was in etwa der Kapazität einer Blu-ray Disk mit zwei Datenschichten entsprochen hätte.
Da diese Veränderung allerdings auch technische Änderungen an den Abspielgeräten voraussetzen würde, ist diese neue HD-DVD nie produziert worden und wird aufgrund der Einstellung dieses Formates auch wohl nie produziert werden.

 

Gibt es bei der HD-DVD einen Kopierschutz?

 

Bei der HD-DVD gibt es auch gleich einen recht sicheren Kopierschutz. Da die Abspielgeräte wohl hauptsächlich über digitale DVI- bzw. HDMI Anschlüsse mit anderen Geräten verbunden werden, wird der HDCP Kopierschutz in Verbindung mit dem Digitalen Rechte Management (DRM) verwendet. Der Kopierschutz auf einer HD-DVD ist identisch mit dem der BD und heißt "AACS" (Advanced Access Content System) er arbeitet mit einer 128-Bit Verschlüsselung. Der benutzte Kopierschutz auf einer DVD nennt sich "CSS" und verwendet einen Schlüssel mit 40-Bit. Somit ist AACS bereits deutlich sicherer als CSS.
Allerdings ist das der einzige Schutz auf einer HD-DVD. Die Blu-ray Disk verwendet darüber hinaus noch die Kopierschutzmaßnahme "BD+" in Verbindung mit "BD-ROM Mark". Das soll auch ein Grund gewesen sein, warum die Filmindustrie 2007 nach und nach in das Blu-ray Lager gewechselt ist.

 

Benötigt man für HD-DVD neue Geräte?

 

Für die HD-DVD werden auf jeden Fall neue Abspielgeräte benötigt. Die vorhandene Technik kann die neuen Disks nicht auslesen. Umgekehrt, also das auslesen einer DVD mit einem HD-DVD Abspielgerät ist heute problemlos möglich. Dafür müssen die Abspielgeräte zwei Laser haben, da DVD' mit einem roten Laser und die neuen HD-DVDs mit einem blauen Laser mit unterschiedlichen Wellenlängen abgetastet werden.
Obwohl HD-DVD und Blu-ray mit einem gleichen "blauen" Laser arbeiten, können die Disks des einen Formates nicht in einem Abspielgerät des anderen Formates wiedergegeben werden. Das hat mit der "Fokussierung" zu tun. Die Datenschichten der beiden Formate liegen an unterschiedlichen Stellen und darauf kann der Laser des anderen Formates nicht "scharf stellen". Allerdings gibt es auch vereinzelt Abspielgeräte, die tatsächlich beide Formate lesen können. Hier sollte man aber genau hinsehen, wenn man darauf wert legt.

 

Kann jeder Fernseher angeschlossen werden?

HD-ready 1080p LogoHD-ready LogoDie meisten HD-DVD Abspielgeräte besitzen fast alle handelsüblichen Bildausgänge, so dass man diese theoretisch an jeden Fernseher anschließen kann. Allerdings wird man dann auch nur "normale" DVDs oder HD-DVDs in PAL Qualität genießen können.
Eine HD-DVD beinhaltet meistens immer einen Film in HDTV, sonst macht das neue Format ja auch keinen Sinn. Diese hochauflösenden Filme können nur über digitale Bildausgänge (HDMI bzw. DVI) übertragen werden. Außerdem sind die Filme fast alle Kopiergeschützt und verlangen nach einem Anschluss mit HDCP. Alle diese Eigenschaften bringen nur aktuelle LCD- und Plasma Fernseher oder Projektoren (Beamer) mit. Die Fernseher sollten "HD-ready" sein. Um in den Genuss der vollen HDTV Auflösung zu kommen sollte man sogar einen "HD-ready 1080p" Fernseher verwenden, der die volle Auflösung mit 1920 x 1080 Pixel unverfälscht darstellen kann.
Auf normalen Röhrenfernsehern werden, wenn überhaupt, nur auf PAL runter gerechnete Bilder angezeigt, dafür muss man sich kein HD-DVD Abspielgerät anschaffen.

 

Welche Bild- und Tonformate verwendet die HD-DVD?

 

Hier liegt die HD-DVD gleich auf mit der Blu-ray Disk. Beide Formate verwenden die gleichen Bild- und Tonformate.
Bei der DVD sind die Bild- und Tonformate sehr übersichtlich: Das Bild ist immer mit dem "MPEG-2" Verfahren komprimiert und der Ton liegt im "Linear PCM" Format vor. Viele Aktuelle DVDs verwenden darüber hinaus "Dolby Digital" und teilweise auch "DTS" mit Unterstützung von maximal 6 Lautsprechern plus Subwoofer (6.1).
Bei der HD-DVD ist das alles schon etwas umfangreicher. Neben "MPEG-2" kann auch "MPEG-4 / AVC" und "VC-1" einer Erweiterung von "WMV" für die Videokomprimierung verwendet werden. Mit allen drei Verfahren sollte ein HD-DVD Abspielgerät zurecht kommen. Die meisten Filme werden wohl im "MPEG-4 / AVC" Format auf der HD-DVD gespeichert werden, da damit nochmals etwa zwei Drittel Speicherplatz eingespart werden kann und das bei gleicher Qualität!
Beim Ton gibt es noch weitere neue Formate. Neben den drei oben genannten DVD Ton-Formaten unterstützt die HD-DVD noch "Dolby Digital Plus", "Dolby True HD" und "DTS-HD". Diese neuen Tonformate arbeiten jetzt mit 24-Bit Auflösung (1,6 Millionen Abstufungen). "Dolby Digital Plus" kann theoretisch bis zu 14 Tonkanäle und "DTS-HD" sogar unbegrenzt viele Tonkanäle verwenden. Das ist für den Heimgebrauch natürlich viel zu aufwendig. Aktuell unterstützen diese Tonformate 7 Lautsprecher plus Subwoofer (7.1). Dadurch wird die Tonqualität um einiges dynamischer und detailreicher als auf der DVD!

 

Wie kommt man in den Genuss der neuen Tonformate?

 

Um eine HD-DVD abzuspielen wird nicht unbedingt eine teure Heimkinoton-Anlage benötigt. Über die HDMI Leitung lässt sich der Ton zu jedem Fernseher leiten.
Möchte man aber in den Genuss der neuen Tonformate kommen, wird eine aktuelle Heimkinoton-Anlage (AV-Receiver) benötigt. Man sollte beim Kauf einer solchen Anlage unbedingt darauf achten, dass diese auch die neuen Tonformate entschlüsseln kann. HD-DVD Abspielgeräte lassen sich oft auch an andere (ältere) AV-Receiver anschließen, die wandeln dann aber den Ton aus den "PCM" Daten um, das aber auch nicht unbedingt viel schlechter sein muss.

 

Wird es die HD-DVD weiter geben?

 

Auf diese Frage kann heute im September 2008 ein klares NEIN gegeben werden. Sah es am Anfang so aus, dass sich die Kontrahenten "HD-DVD" und "Blu-ray" nie einigen können, ging jetzt alles ganz schnell. Seit Ende 2007 erklärten immer mehr Firmen den Ausstieg aus der "HD-DVD" Produktion. Bis Anfang 2008 kehrten dann auch große Filmverleiher ihren Rücken zur HD-DVD.
Alleine der große Hersteller und Mitentwickler Toshiba wollte bis zum Schluss mit Preissenkungen die "HD-DVD" retten. Am 19.02.2008 hat nun aber auch Toshiba offiziell bekannt gegeben, aus dem "HD-DVD" Geschäft auszusteigen und die Produktion sowie die Entwicklung bis Ende 2008 einzustellen. Damit ist das Ende der HD-DVD Technik besiegelt. "Blu-ray" hat das Rennen für sich entschieden.

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