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HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) ist eine Erweiterung im GSM Mobilfunknetz um die Datenübertragung zu erhöhen. Eingesetzt wird HSCSD seit etwa 1999.
Bei der Entwicklung der GSM Netze machte man sich noch keine großen Gedanken darum, große Datenmengen im Mobilfunknetz zu übertragen. Die bereitgestellte Datenübertragungsmenge von 9,6 kBit/s erschien vollkommen ausreichend zu sein. Später verringerte man noch etwas die Fehlerkorrektur und kam je Handy sogar auf ca. 14,4 kBit/s. Im Zeitalter der immer größer werdenden Datenübertragung und des Handy Internets (WAP) wurde diese Geschwindigkeit schnell viel zu langsam. Es wurden Möglichkeiten gesucht, die Datenübertragung beim bestehenden GSM-Netz zu erhöhen.

 

Wie funktioniert GSM?

 

Beim GSM Netz werden zuerst einmal für das senden und für das empfangen von Informationen verschiedene Kanäle benötigt. Damit ein Sendemast nicht mit wenigen angemeldeten Geräten überlastet ist, nutzt man das so genannte TDMA "Time Division Multiple Access", oder auf Deutsch das Zeitmultiplex Verfahren. Je Frequenzband und Sendemast GSM-900 (D-Netz) oder GSM-1800 (E-Netz) werden je 124 Kanäle für das senden und je 124 Kanäle für das empfangen von Daten eingerichtet. Jeder dieser 124 Kanäle kann bis zu 8 Handys "bedienen". Somit können sich theoretisch an jeder Sendezelle 124x8 = 992 Handys anmelden. Die maximal 8 gleichzeitig auf einem Kanal angemeldeten Handys dürfen je nachdem abwechselnd alle 0,577 ms senden oder empfangen. Zuerst fängt Handy 1 an. Nach 0,577 ms ist Handy 2 an der Reihe u.s.w. Nach 4,615 ms ist ein Durchlauf beendet und der nächste beginnt. Durch diese Zeitversetzung hat das Verfahren auch seinen Namen "Zeitmultiplex" erhalten.

Die GPRS-Technik:

 

Als erste Erweiterung im GSM Netz entwickelte man die GPRS-Technik. Dabei werden die zu sendenden- oder zu empfangenden Daten in so genannte Pakete zerlegt und dann über einen Kanal aber mehrere Zeitschlitze verschickt. Dabei könnten theoretisch alle 8 Zeitschlitze verwendet werden. Man käme dann auf eine Übertragungsrate von etwa 115,2 kBit/s. Allerdings würde das einen Sender sehr stark einschränken bzw. belasten. In der Praxis haben die Netzbetreiber die Übertragung somit auf maximal 4 Zeitschlitze beschränkt. GPRS kommt im günstigsten Fall damit auf etwa 53,6 kBit/s. Beim Empfänger werden die Datenpakete dann wieder zusammengesetzt und angezeigt. Ist ein Sender allerdings stark ausgelastet, kann es sein, dass auch nur wenige solche Pakete übertragen werden können, oder die zur Verfügung gestellten Zeitschlitze beschränkt werden. Die Datenübertragung sinkt dann natürlich stark ab.
Eine GPRS-Verbindung wird immer nur zeitweise aufgebaut und nach der Übertragung der Daten wieder getrennt. Werden neue Daten gesendet oder empfangen, wird eine neue Verbindung aufgebaut. Durch dieses System wird das Netz immer nur Zeitweise belastet. Allerdings kann es dadurch aber auch öfter mal eine Verzögerung geben. Die Abrechnung erfolgt bei GPRS nach übertragenen Programmpaketen (Datenmenge). GPRS kann bei fast allen neueren Handys benutzt werden. Auch die Netzbetreiber unterstützen alle GPRS.

Die HSCSD-Technik:

 

Die HSCSD Technik soll eine stabilere Datenübertragung als GPRS gewährleisten. Bei HSCSD baut ein Handy eine feste Verbindung zum Sendemast auf. Auch hier gilt wie bei GPRS: theoretisch könnten wieder 8 Zeitschlitze für eine Verbindung benutzt werden. Dadurch käme man auf eine Übertragungsrate von ca. 115,2 kBit/s. Allerdings würde das einen Sender sehr stark einschränken/belasten zumal bei HSCSD ja auch eine feste Verbindung aufgebaut wird. In der Praxis haben die Netzbetreiber daher die Übertragung somit auch hier auf maximal 4 Zeitschlitze beschränkt. Diese werden entweder gleichmäßig oder auch ungleichmäßig für den Empfangs- und Sendebetrieb aufgeteilt. Dadurch kann HSCSD auf eine maximale Übertragungsrate von 57,6 kBit/s kommen. Allerdings wenn ein Sendemast stark ausgelastet ist, kann dieser auch Zeitschlitze für Sprachübertragungen abziehen. Eine HSCSD Verbindung wird dann deutlich langsamer. HSCSD hat den Vorteil gegenüber GPRS, dass eine so aufgebaute Verbindung ständig besteht. Diese muss also nicht bei jeder Anforderung neu aufgebaut werden. Dadurch wird HSCSD auch Zeitabhängig abgerechnet. Hier ist es egal wie viel Daten übertragen werden.
HSCSD wird nicht von jedem Handy und von jedem Netzbetreiber unterstützt! Wenn HSCSD benutzt werden soll, sollte vor dem Vertragsabschluss geprüft werden, ob der Netzbetreiber diese Übertragungsform auch bereitstellt und ob das "Wunschhandy" HSCSD unterstützt.

Gibt es sonst noch Alternativen?

Eigentlich ist das GSM-Netz gar nicht für eine hohe Datenübertragung ausgelegt. Im Jahr 2004 ging bei uns ein neues Mobilfunknetz unter der Bezeichnung "UMTS (Universal Mobile Telecommunications System)" an den Start. "UMTS" bezeichnet man als den Mobilfunkstandard der 3. Generation (3G). Dieses Netz ist viel besser auf die Datenübertragung ausgelegt und arbeitet auch deutlich schneller. Wenn man also nicht nur telefonieren möchte, sollte man sich UMTS näher ansehen. Allerdings ist hier die Netzabdeckung noch nicht so hoch wie im GSM-Netz.

 

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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