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Im UMTS-Netz wird das so genannte WCDMA (Wideband Code Division Multiple Access) verwendet, um die Bandbreite für eine höhere Datenübertragungs Geschwindigkeit zu vergrößern. Mit dieser Technik ist es erst möglich geworden, dass mehrere Teilnehmer gleichzeitig über einen Frequenzkanal kommunizieren können und die Datenbandbreite ebenfalls auf hohem Niveau gehalten werden kann.
WCDMA sollte im günstigsten Fall eine Übertragungsgeschwindigkeit von 2 Mbit/s (1920 KBit/s) liefern können. In der Praxis hat sich dann aber gezeigt, dass über UMTS per "WCDMA" maximal so um die 384 Kbit/s zu erreichen sind (anfangs sogar meist nur 144 Kbit/s).
Gegenüber dem GSM-Netz ist das natürlich schon eine deutliche Steigerung, aber für die vielen "Versprechungen" wie Video-Telefonie, Handy TV oder schnelle Downloads einfach zu wenig.

 

Genau aus diesem Grund entwickelte man "HSDPA". HSDPA steht für "High Speed Downlink Packet Access" und ist eine Erweiterung für das UMTS Mobilfunknetz. Das UMTS Netz bezeichnet man als "Mobilfunknetz der 3. Generation, abgekürzt 3G". Bei einigen Herstellern findet man für HSDPA somit auch die Bezeichnungen "3G+"; "3,5G"; oder "UMTS-Broadband".

 

Wie funktioniert HSDPA?

 

Gleich vorweg: ich habe inzwischen einiges über HSDPA gelesen und oft nur "Bahnhof" verstanden. Die genaue technische Umsetzung ist sehr komplex und sicher für die wenigsten Leser hier interessant bzw. verständlich. Ich möchte mich daher in diesem Artikel verständlich und kurz fassen. Wer mehr Informationen benötigt, findet im Internet auf zahlreichen Webseiten ausführliche technische Details.

 

Wie der Name schon sagt, beschleunigt HSDPA lediglich den "Downlink", also das runterladen vom Anbieter zum Anwender (Empfangen). Das senden wird mit HSDPA nicht beschleunigt und läuft, wenn nicht HSUPA "High Speed Uplink Packet Access" verwendet wird, mit einfacher UMTS Geschwindigkeit ab. Was HSUPA ist, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben.

 

Im UMTS-Netz können Geräte sowohl mit, als auch ohne HSDPA verwendet werden. Die Netzbetreiber müssen ihre Mobilfunk Stationen mit der HSDPA Technik aufrüsten, damit ein Anwender diese Technik auch nutzen kann. So ist es möglich, dass in einer Stadt HSDPA möglich ist und am Stadtrand nicht, obwohl man im gleichen UMTS-Netz angemeldet ist. Bewegt man sich z.B. in einem Auto, kann somit auch eine HSDPA Verbindung "abreißen" und auf einfache UMTS Geschwindigkeit umschalten.

 

Das UMTS-Netz benutzt eine Technik, mit der die Kapazitäten der UMTS-Frequenzen nicht optimal ausnutzt werden können. Außerdem kommt es durch Netzschwankungen öfter zu Übertragungseinbrüchen und damit verbundene "Neusendung" von Daten. Das führt zu hohen "Wartezeiten" (Latenzzeiten). Lange "Wartezeiten" wirken sich auf die Datenübertragungsgeschwindigkeit erheblich aus, wodurch im UMTS-Netz maximal 384 Kbit/s (oder weniger) erreicht werden kann.
Die Technik von HSDPA ist auf die Netzschwankunken viel besser ausgelegt und kann diese leichter ausgleichen. Es kommt zu deutlich weniger Übertragungseinbrüchen wodurch die Wartezeiten deutlich verkürzt werden. Zum Vergleich: im GPRS Mobilfunknetz gibt es Latenzzeiten von ca. 700 ms. Im UMTS-Netz liegen die Latenzzeiten noch zwischen 200 ms und 300 ms. Bei HSDPA konnten diese Latenzzeiten auf etwa 100 ms verkürzt werden.

 

Darüber hinaus ist HSDPA auch in der Lage die UMTS-Frequenzen viel besser auszunutzen. Auch gibt es spezielle Hochgeschwindigkeits- Kanäle nur für HSDPA. Hier möchte ich nur kurz den Transportkanal "HS-DSCH" (High Speed - Downlink Shared Channel) und den physikalischen Kanal "HS-PDSCH" (High Speed - Physical Downlink Shared Channel) ansprechen. Diese werden benutzt um möglichst schnell angeforderte Daten zu übertragen.
Kurz gesagt: HSDPA erweitert das UMTS-Netz so, wie es Anfangs angepriesen wurde. Es soll ein schnelles Mobiles "Datennetz" werden, das dem DSL Festnetz in nichts nachsteht.

 

Welche Geschwindigkeit ist mit HSDPA möglich?

 

Wie bei UMTS wird meist immer die theoretische Maximalgeschwindigkeit angegeben. Diese liegt bei HSDPA derzeit (2008) bei beachtlichen 14,4 Mbit/s! Es soll sogar schon an noch höheren Geschwindigkeiten gearbeitet werden.
Technisch sieht das aber auch wieder etwas anders aus. Die langsamsten HSDPA Netze liegen heute bei einer Geschwindigkeit von 1,8 Mbit/s. Die meisten Netzbetreiber steigen mit einer Geschwindigkeit von 3,6 Mbit/s ein. Inzwischen bauen einige Netzbetreiber das HSDPA Netz auch schon auf 7,2 Mbit/s aus. Diese "Netzgeschwindigkeit" müssen sich die angemeldeten Geräte allerdings teilen wodurch die effektiv nutzbare Geschwindigkeit noch darunter liegt. Auf jeden Fall liegen die Übertragungsgeschwindigkeiten mit HSDPA jetzt schon auf sehr gutem DSL Festnetz Niveau.

 

Braucht man spezielle Handys für HSDPA?

 

Ja, es müssen Handys sein, die im UMTS Netz funktionieren und auch mit der HSDPA Beschleunigung zurecht kommen. Viele der aktuellen UMTS Handys sind auch schon HSDPA fähig und können in der Geschwindigkeit 3,6 Mbit/s, teilweise auch schon mit 7,2 Mbit/s arbeiten. Hier sollte man sich vor dem Kauf eines neunen Handys genau erkundigen, welche Geschwindigkeit unterstützt wird.

Wenn die Geschwindigkeit bei UMTS / HSDPA noch weiter gesteigert wird, werden wieder neue Handys erforderlich werden. Je höher die Übertragungsgeschwindigkeit wird, je stärker muss auch der Empfänger (Receiver) im Handy arbeiten. Hier gibt es derzeit aber wohl noch Probleme. Denn je stärker der Empfänger ausgelegt wird, je mehr Strom braucht dieser auch. Das ist bei mobilen Geräten wie z.B. Handys natürlich nicht gerade gewünscht, da dadurch die Akkulaufzeit stark abnimmt.
 

Wird für HSDPA ein Aufpreis verlangt?

 

Ja und Nein. Natürlich bieten die Netzbetreiber HSDPA nicht kostenlos an. Wem das einfache UMTS-Netz genügt, kann meistens einen günstigen Telefontarif buchen. Dieser ist dann hauptsächlich auf das telefonieren ausgelegt. Datenübertragungen kosten dort meistens extra und das zum Teil richtig viel. Ob dabei auch HSDPA angeboten wird muss beim Anbieter erfragt werden.
Möchte man HSDPA nutzen, möchte man ja auch möglichst schnell Daten übertragen. Hiefür bieten fast alle Netzbetreiber spezielle "Datentarife" an. Darin ist HSDPA heute fast immer enthalten, allerdings natürlich nur dort, wo HSDPA auch verfügbar ist. Im Zweifelsfall sollte man vor Vertragsabschluss beim Anbieter erfragen ob HSDPA am gewünschten Einsatzort verfügbar ist und mit welcher Geschwindigkeit dort gearbeitet werden kann.
Und noch etwas: die meisten Anbieter beschränken ihre Datentarife auf bestimmte Übertragungsmengen. Selbst so genannte "Flatrates" haben fast immer eine Volumenbeschränkung! Also aufpassen beim Vertragsabschluss. Nach erreichen der gesetzten Übertragungsmenge drosseln alle Anbieter die Übertragungsgeschwindigkeit, teilweise auf unter 100 Kbit/s!!

 

Fazit:

 

Das UMTS-Netz mit HSDPA und HSUPA ist nun wirklich, von der Geschwindigkeit gesehen, ein echter Ersatz für einen DSL Festnetzanschluss. Gerade für Personen die viel unterwegs sind und auf einen schnellen Datenaustausch nicht verzichten können oder müssen ist das UMTS-Netz mit HSDPA und HSUPA eine große Bereicherung. Allerdings muss man beim Vertragsabschluss sehr genau prüfen wie viele Daten je Monat übertragen werden dürfen, ob diese Menge für den benötigten Gebrauch ausreicht und ob HSDPA bzw. HSUPA am gewünschten Ort verfügbar ist. Sonst kann ein gebuchter Turbo HSDPA/HSUPA Datentarif schnell zu einem Schneckentempo Datentarif werden, den man dann je nach dem zwei Jahre bezahlen muss. Es ist doch wirklich ärgerlich, wenn man Mitte des Monats das Datenvolumen überschritten hat und dann nur noch mit etwas mehr als der üblichen ISDN Geschwindigkeit auskommen muss.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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