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Die PAL Bilddarstellung auf einem Röhrenfernseher erfolgt über das Interlace-Verfahren, oder auch Zeilensprungverfahren genannt. Dabei werden, gesteuert durch unsere Netzfrequenz von 50 Hz, zuerst alle ungeraden und dann alle geraden Zeilen eines Fernsehbildes abwechselnd gezeigt. Das heißt, zuerst werden die ungeraden Zeilen 1, 3, 5, 7 …. 575 dann alle geraden Zeilen 2, 4, 6, 8 …. 576 angezeigt. Dieser Wechsel findet 50-mal in der Sekunde statt, also werden je Sekunde 25-mal die ungeraden und 25-mal die geraden Zeilen dargestellt.
Durch das abwechselnde hin- und herschalten zwischen den geraden und ungeraden Bildzeilen entsteht ein leichtes Flimmern, welches man bei einem Fernseher zum Teil deutlich wahrnehmen kann. Die Röhrenfernseher haben daher auch ihren Spitznamen "Flimmerkiste".

 

Ist das auch beim Computer so?

 

Nein, nicht mehr! Interlace gab es aber auch beim Computer einmal. Allerdings sitzt man dort unmittelbar, in kurzem Abstand vor dem Monitor und muss konzentriert arbeiten, weshalb das Flimmern dort noch störender ist. In der Computertechnik ist man daher bereits vor Jahren auf Progressive-Scan (Vollbilddarstellung) umgestiegen.

 

Warum zeigt man keine Fernsehvollbilder?

 

Mit der analogen TV Technik können nicht so viele Bildinformationen in schneller Reihenfolge übertragen werden. Die UHF-Übertragungsfrequenz für analoges Fernsehen lässt hier auch nicht mehr als 25 Vollbilder je Sekunde zu. Ein vollständiges PAL Fernsehbild besteht immerhin aus 720 x 576, also 414.720 Bildpunkte! Man hatte da nur zwei Möglichkeiten: entweder 25 Vollbilder, oder 50 Halbbilder die Sekunde zu senden. 50 Halbbilder in der Sekunde können schon etwas flackern. Ein Fernsehbild mit nur 25 Vollbildern in der Sekunde könnte man sich durch starkes flackern nicht lange ansehen. Das Menschliche Auge empfindet erst ab 75 Bilder in der Sekunde kein wahrnehmbares flackern mehr.
Um dieses Flackern noch weiter zu minimieren zerlegte man ein Fernsehbild in gerade und ungerade Zeilen die abwechselnd angezeigt werden. Dadurch halbiert sich auch das Daten aufkommen. Je Halbbild werden so nur etwa 207.360 Bildpunkte übertragen.

 

Wieso erscheint ein PAL-Bild oft unklar?

 

Das hat auch mit dem Zeilensprungverfahren zu tun. Wird z.B. eine schnelle Bewegung eines Autos gezeigt, werden ja zuerst vom ersten Bild die ungeraden Bildzeilen dargestellt. Da das Auto aber fährt, befindet es sich im nächsten Bild, von dem jetzt die geraden Zeilen gezeigt werden schon ein Stück weiter. Im nächsten Bild von dem nun wieder die ungeraden Zeilen gezeigt werden, ist das Auto wieder ein Stück weiter. Dadurch entsteht der so genannte Kammeffekt, der sich durch ausfransen der Kanten zeigt, das Bild wirkt unklar und schräge Linien bekommen den Treppeneffekt.
Da die Bildzeilen sehr schmal sind, die Bildröhre etwas nachleuchtet und die Entfernung zum Fernseher normalerweise über ein Meter beträgt, fallen diese Verzerrungen allerdings nur wenig auf.

 

Hat dann ein 100 Hz Fernseher Vorteile?

 

Ja und Nein! Auch ein 100 Hz Fernseher kann die gesendete Datenmenge nicht verändern! Die Sendeanstalten senden nun mal nur 50 Halbbilder in der Sekunde. Ein 100 Hz Fernseher bedient sich nur eines Tricks: Diese Fernseher haben einen internen Bildspeicher. Dort werden die gesendeten Halbbilder kurz zwischengespeichert und jede Sekunde zweimal gezeigt. Ein 100 Hz Fernseher zeigt also jede Sekunde zuerst die ungeraden Bildzeilen, dann folgen die geraden Bildzeilen nun die zuvor gezeigten ungeraden Bildzeilen aus dem Bildspeicher und dann noch mal die geraden Bildzeilen aus dem Bildspeicher. Jede Sekunde werden somit also nicht 50 Halbbilder sondern 100 Halbbilder gezeigt, wovon allerdings 50 Bilder einfach doppelt dargestellt werden.
Das hat zwar den Vorteil, dass das Bild nicht mehr flackert und damit ruhiger wirkt. Als Nachteil hat ein 100 Hz Fernseher allerdings, dass das Bild öfter etwas verwischt dargestellt wird, oder kurze "Bildfehler" auftreten können. Das kann man auch leicht verstehen, wenn wir noch mal das obere Beispiel nehmen:
Das erste Halbbild zeigt die ungeraden Bildzeilen eines Autos. Im nächsten Bild ist das Auto bereits ein Stück weiter und es werden die geraden Bildzeilen davon gezeigt. Nun kommt nicht das dritte Bild, sondern wieder die ungeraden Bildzeilen des ersten Bildes. Das Auto erscheint also wieder ein Stück zurück, als wäre es rückwärts unterwegs. Als nächstes folgen wieder die gespeicherten geraden Bildzeilen des zweiten Bildes. Erst danach folgen die ungeraden Zeilen des nächsten, also dritten Bildes.
Dadurch, dass bei einem 100 Hz Fernseher die Halbbilder nicht 50-mal in der Sekunde sondern 100-mal gewechselt werden, wirkt diese "Rückwärtsbewegung" meistens wie ein Wischeffekt.
Das haben die Hersteller allerdings inzwischen durch spezielle Techniken auf ein Minimum reduzieren können. Ganz lässt sich das bei 100 Hz Geräten aber nicht vermeiden.

 

Gibt es eine Alternative?

 

Ja, LCD- oder Plasma Fernseher! Diese Geräte flimmern auch bei normalem 50 Hz PAL Fernsehen nicht mehr. Dafür sind diese Geräte um einiges teurer als Röhrenfernseher. Allerdings gibt es inzwischen kaum noch Röhrenfernseher zu kaufen, so dass man schon (fast) gezwungen wird auf ein neues LCD- oder Plasma Gerät zu wechseln, wenn die "Flimmerkiste" kaputt geht.
Noch besser ist das digitale HDTV Fernsehbild. Neben einer zum Teil deutlich höheren Auflösung unterstützt HDTV auch die Vollbilddarstellung. Allerdings wird für HDTV auch ein LCD- oder Plasma Fernseher, oder aber ein entsprechend ausgestatteter Projektor (Beamer) benötigt. HDTV gibt es in Deutschland heute (2009) nur vom Bezahlsender Sky (früher Premiere) bzw. als Testprogramm. Der "richtige" Start von HDTV soll Ende 2009 sein. Möchte man auch Kauffilme in HDTV Qualität genießen, bieten sich der DVD Nachfolger "Blu-ray" an. Auch Filme in den Formaten "HD-DVD" bzw. vereinzelt auch WMV-HD DVDs bieten HDTV Qualität. Davon gibt es allerdings nicht (mehr) viele. Für diese neuen Formate wird allerdings ein spezielles Abspielgerät benötigt.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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