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Die Abkürzung "IP" kommt aus dem Bereich der Computer-Netzwerke und steht für "Internet Protokoll". Wofür die anderen beiden Buchstaben "TV" stehen dürfte sicher bekannt sein "Television", also Fernsehen. IPTV heißt somit nichts anderes als "Internet Protokoll Television", was frei übersetzt in etwa "Fernsehen über das Internet" bedeutet.

 

Kann ich damit über das Internet einfach Fernsehen?

 

So einfach ist das leider nicht. Für IPTV wird ein sehr schneller Internetzugang benötigt. Es reichen dafür die "normalen" DSL-Verbindungsgeschwindigkeiten nicht aus. In Verbindung mit IPTV muss z.B. ein ADSL2, ADSL2+ oder VDSL Internetzugang vorhanden sein. IPTV benötigt je nach Qualität und Komprimierung eine Übertragungsgeschwindigkeit zwischen 6 und 16 MB in der Sekunde.

 

Welche Komprimierung benutzt IPTV?

 

Für IPTV wird die gleiche Komprimierung wie für HDTV "MPEG-4/AVC (Advanced Video Coding)" bzw. "H.264" eingesetzt. Dadurch kann eine sehr gute Bildqualität bei möglichst geringer Datenmenge erzielt werden. Eine weitere Komprimierungsmöglichkeit ist noch "VC1", welche aber nicht so häufig verwendung findet. VC1 ist eine Abwandlung von "Windows Media Video (WMV)".

 

Läuft IPTV nur mit einem Computer?

 

Nein! "IPTV" ist für viele Anbieter interessant. Allen voran natürlich den Netzbetreibern schneller DSL Zugänge. Um IPTV für alle interessant zu machen muss man das Programm auch auf den Fernseher im Wohnzimmer bringen. Dafür gibt es die so genannte "Set-Top-Box", also ein Receiver, der zwischen den DSL-Anschluss und den Fernseher, ähnlich eines Satelliten-Receivers, geschaltet wird. Diese "Set-Top-Box" empfängt dann über den DSL-Anschluss so genannte "Multicast-Ströme", die der Netzbetreiber zur Verfügung stellt. Die Multicast-Ströme laufen nicht über das Internet selber sondern werden vom Netzbetreiber zusätzlich zur Verfügung gestellt. Diese Art von IPTV nennt man auch "Broadcast-TV".
Das ist heute keine "Zukunftsmusik" mehr! Telefongesellschaften bieten mit einem so genannten "Triple Play" Angebot gleich drei Leistungen "Telefon, Internet und Fernsehen (IPTV)" über die Telefonleitung an.

 

Weitere Möglichkeiten IPTV anzubieten sind noch:

  • P2P IPTV (Die Sendungen werden nicht von einem Anbieter zentral angeboten, sondern es wird ein so genanntes "Peer-to-Peer Netz" verwendet. Die Sendungen werden dabei wie bei einer Tauschbörse von Rechner zu Rechner weitergegeben.
  • Video-on-Demand (Video auf Abruf. Filme können bei einem Anbieter ausgewählt werden und werden dann "live" über DSL zum Kunden gesendet, der diese dann sofort ansehen kann)

Wird es bei IPTV einen Kopierschutz geben?

 

Ja, bei IPTV werden die Sendungen (Filme) überwiegend mit "DRM" versehen und verschlüsselt sein. Zum einen wäre es für die Filmindustrie sicher ein Dorn im Auge, wenn jeder Anwender IPTV Filme digital aufnehmen und z.B. auf DVD brennen könnte und zum anderen bieten die Netzbetreiber das Programm sicher nicht kostenlos an. Erst wenn man bezahlt hat, erhält man das Recht den Film, oder die Sendung für eine bestimmte Zeit zu entschlüsseln. Das Programm kann man sich auch nur über die mitgelieferte "Set-Top-Box" ansehen und nicht etwa über einen Computer.

 

Wie steht IPTV z.B. gegenüber SAT-TV?

 

IPTV ist eine ganz neue Übertragungstechnik und steckt bei uns noch in den Kinderschuhen. Die Deutsche Telekom (T-Com) hatte z.B. die Übertragungsrechte für die Bundesliga Saison 2006/2007 für IPTV erhalten. Dadurch lag es natürlich in deren Interesse möglichst schnell IPTV anzubieten. Inzwischen bietet die Deutsche Telekom und auch schon andere Telefongesellschaften "Triple Play" an. Das sind drei Leistungen "Telefon, Internet und Fernsehen (IPTV)" aus einer Hand. Allerdings ist das schnelle VDSL Breitbandnetz, welches für IPTV benötigt wird, noch nicht sehr weit ausgebaut und nur in Großstädten verfügbar.

 

Von der Technik her steckt in IPTV sehr viel Potential! Gegenüber z.B. SAT-TV oder gar Kabel-TV können über IPTV mit den "Multicast-Strömen" gleichzeitig fast unbegrenzt viele Sendungen übertragen werden. Außerdem, da ja das DSL-Breitbandnetz verwendet wird, steht auch ein Rückkanal zur Verfügung. Dieser Rückkanal bietet für die Zukunft sehr viel Spielraum für die Betreiber. So könnte der Anwender z.B. gleich bei einer Shopping-Sendung eine Bestellung absenden, an Online-Spielen teilnehmen, Filme bestellen (Video-on-Demand) oder bei Versteigerungen Mitbieten und das alles bequem vom Fernsehsessel aus.

Wie ist die Bildqualität bei IPTV?

IPTV bietet meistens eine gute, aber nicht hervorragende Bildqualität. Die Sendungen lassen sich zwar gut auf dem Fernseher ansehen aber bieten oft nicht die Qualität von DVB-S, DVB-S2 oder DVB-C oder gar einer Kauf-DVD. Auch muss man meistens (noch) auf Raumklang, also Dolby-Surround verzichten. Dafür werden vereinzelt auch schon HDTV Sendungen oder Filme angeboten, die von der Qualität her natürlich um einiges besser sind.

Welche Sendungen werden angeboten?

Die Deutsche Telekom (T-Com) bietet über IPTV fast alle verfügbaren öffentlich-rechtlichen und privaten Sender an. Daneben findet man meistens auch eine Online-Videothek (Video-on-Demand). Somit kann man das Programmangebot eigentlich schon als sehr gut bezeichnen.

Gibt es Alternativen zu IPTV?

IPTV bietet viel, kostet aber auch einiges. Als Alternative bietet sich das HbbTV an. Dafür wird allerdings ein digitaler Standard TV Empfänger (DVB-S / DVB-S2 / DVB-C / DVB-T), ein Standard DSL Breitband Anschluss (> 2 Mbit/s) sowie ein HbbTV geeigneter Empfänger (Receiver) benötigt. Viele Sender strahlen parallel zum Fernsehprogramm HbbTV aus. Der Empfänger verbindet dann den Fernsehkanal mit dem Internet. Damit sind dann sehr viele Sonderfunktionen möglich, ähnlich dem IPTV.

Fazit:

IPTV ist noch ein sehr neuer Markt. Wenn bei uns das Telefonnetz einmal flächendeckend auf hohe Geschwindigkeit ausgebaut ist werden sicher einige Kunden auf diese Empfangsform umsteigen. IPTV bietet einiges an Potential. Auch steigen von Jahr zu Jahr die DSL-Anschlüsse in den Haushalten so dass auch für die Kunden der Umstieg dann nur noch ein "kleiner" Schritt wäre.
Derzeit hat IPTV allerdings noch die Nachteile einer etwas schlechteren Bildqualität und anfallende (hohe) Zusatzkosten.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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