Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

NTBA - ISDN NetzabschlussISDN (Integrated Services Digital Network) ist ein digitales Telefonnetz und wird vom Netzbetreiber über die normale 2-adrige Telefonleitung bereitgestellt. Vor der Bestellung sollte man überlegen, welcher ISDN-Anschluss benötigt wird. Standardmäßig wird ein so genannter "ISDN-Basisanschluss" bereitgestellt. Welche anderen ISDN Anschlüsse es gibt, habe ich im Artikel "ISDN – was ist das?" ausführlich beschrieben. Auch sollte man sich überlegen, wie viele Rufnummern (MSN) benötigt werden. Standardmäßig stellt der Netzbetreiber 3 Rufnummern zur Verfügung, es können aber je Anschluss bis zu 10 Nummern vergeben werden. Wie viele MSN-Nummern im Preis des ISDN-Anschlusses inbegriffen sind, kann von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein.

Ist die Bestellung dann erledigt und der Anschlusstermin steht bevor wird dem Kunden entweder der NTBA zugeschickt, oder der Kunde wird benachrichtigt, dass er nun den NTBA holen kann. Spätestens jetzt sollte man sich auch Gedanken über die anzuschließenden Geräte machen. Wenn erst einmal auf ISDN umgeschaltet ist, funktionieren die vorhandenen analogen Geräte, wie Telefon, Fax und Modem nicht mehr. Entweder man kauft einen so genannten a/b-Wandler oder eine ISDN-Telefonanlage zum Anschluss analoger Endgeräte, oder gleich "echte" ISDN-Geräte. Für den PC sollte man zu einer ISDN-Karte greifen, damit die höhere Geschwindigkeit auch zum surfen ausgenutzt werden kann.
Diese Zusatzgeräte werden meistens nicht vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt, darum muss sich der Kunde selber kümmern.

Jetzt sind alle Geräte beisammen und müssen "nur" noch angeschlossen zu werden. Das sieht auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend aus, ist aber kein Hexenwerk. Ich habe hier mal ein Bild erstellt, welches vereinfacht zeigen soll, wie die Geräte angeschlossen werden können. Es gibt für den Anschluss eine Vielzahl an Möglichkeiten, die ich hier natürlich nicht alle aufzeigen kann. Ich denke aber, dass nach dieser Beschreibung jeder Anschluss gelingen wird.

 

Die Verdrahtung einer ISDN-Anlage:

Skitze einer einfachen ISDN-Verdrahtung

1. Montage der Geräte:

 

Zuerst sollte ein Montageplatz für den NTBA [2] gefunden werden. Am einfachsten in der Nähe der ersten TAE-Dose [1]. Hier liegt nach der Umstellung das ISDN-Signal, UK0 genannt, an. Bedenken muss man aber auch, dass für die Verdrahtung des UK0 Signals nur zwei Drähte benötigt werden, für die Verdrahtung des S0-Buses werden dagegen 4 Drähte verwendet. Daher kann es auch sinnvoll sein, den NTBA in der Nähe des Computers und / oder der Telefone bzw. der Telefonanlage zu platzieren und das UK0 Signal mit einer Telefonleitung dorthin zu verlängern. Ist der NTBA montiert muss die ISDN Telefonanlage oder der a/b-Wandler, sowie der S0-Bus verlegt werden. Wird nur ein ISDN-Telefon verwendet, kann man dieses auch direkt an den NTBA anschließen.
Wie ein S0-Bus verdrahtet wird und was dabei zu beachten ist, habe ich im Artikel "S0-Bus - wie wird dieser verdrahtet?" ausführlich beschreiben. An dieser Stelle nur eine Skizze, wie ein S0-Bus verdrahtet wird:

 Skizze eines S0-Busses

2. Anschließen der Geräte:

 

Jetzt sollten alle Geräte montiert bzw. aufgestellt sein. Es kann nun an die Verdrahtung der Geräte gehen. Dabei sind mehrere Varianten möglich. So ist es möglich die Geräte einfach mit Steckern zu verbinden, die meist sogar den Geräten beiliegen, oder die Geräte werden "fest" angeschlossen mit Telefonleitungen. Ich beschreibe hier beide Möglichkeiten.

 

2.1 Anschluss des NTBA:

Anschlüsse eines älteren NTBANach der Umstellung auf ISDN liegt wie schon erwähnt an der ersten TAE-Telefondose [1] im Haus das ISDN-Signal (UK0) an. Dieses Signal muss in den NTBA [2] eingespeist werden. Dazu liegt dem NTBA [2] eine Telefonleitung bei. An diesem befindet sich auf der einen Seite ein TAE-Stecker für die Telefondose [1] und auf der anderen Seite meist ein kleiner RJ11 Westernstecker, der in den NTBA [2] eingesteckt werden muss. Es ist auch möglich, dass diese Telefonleitung anstelle des Westernsteckers nur zwei Drahtenden hat. Dann müssen diese an die entsprechenden Klemmen des NTBA [2] angeschlossen werden.

Ist der NTBA [2] nicht neben der ersten Telefondose [1] montiert und liegt eine größere Strecke dazwischen, kann die Verbindung auch mit einer normalen Telefonleitung hergestellt werden. Es werden für diese Verbindung nur zwei Drähte benötigt. Das eine Ende der Telefonleitung wird an der TAE-Dose [1] (Klemmen a2 und b2) und das andere Ende am NTBA [2] (Klemmen IN, AMT, LINE oder a/b) angeschlossen. Die Klemmen am NTBA [2] befinden sich meistens unter einer kleinen Klappe auf der Vorderseite.
Damit ist die erste Verbindung [in der Zeichnung oben in grün dargestellt] bereits hergestellt.

Jetzt muss man entscheiden, ob der NTBA [2] noch an das Stromnetz angeschlossen werden muss. Werden am S0-Bus nur Geräte mit eigener Stromversorgung, wie Telefon, Fax oder ISDN-Karte betrieben, wird ein Stromanschluss am NTBA [2] nicht benötigt. Werden hingegen z.B. Telefone angeschlossen, die keine eigene Stromversorgung haben, oder wird ein S0-Bus mit mehreren Dosen aufgebaut, bei denen noch nicht feststeht wann und was dort angeschlossen wird, sollte man auf jeden Fall den NTBA [2] an das Stromnetz anschließen. Für diesen Anschluss liegt dem NTBA [2] die benötigte Stromanschlussleitung bei und braucht nur noch eingesteckt zu werden.

 

2.2 Der Endgeräteanschluss:

UAE 8/8 (8) AnschlussdoseSo, der NTBA [2] ist montiert und sollte jetzt funktionsbereit sein. Das ist an der leuchtenden LED auf dem NTBA [2] zu erkennen. Nun geht es an die Endgeräte (S0-Bus). Da gibt es sehr viele Möglichkeiten, die ich hier nicht alle beschreiben kann. Ich werde mich auf die am meisten verwendeten Anschlüsse beschränken.

Ein NTBA [2] hat meistens zwei Anschlussbuchsen (RJ45) und eine Anschlussklemme unter einer kleinen Abdeckung für den ISDN S0-Bus [auf dem Bild in blau dargestellt]. Wie der Name schon sagt, ist dieser Anschluss ein so genannter "Point-to-Multipoint" BUS. Es können somit mehrere Geräte "in Reihe" an den NTBA [2] angeschlossen werden. Der S0-Bus muss am Ende mit zwei 100 Ohm Widerständen "abgeschlossen" werden. Wie ein solcher S0-Bus verdrahtet wird, habe ich im Artikel "S0-Bus - wie wird dieser verdrahtet?" ausführlich beschreiben.

An den S0-Bus könne bis zu 12 ISDN IAE- oder UAE Dosen [4] angeschlossen werden. Die Länge der gesamten Leitung vom NTBA [2] bis zur letzten Anschlussdose [4] sollte 150m nicht überschreiten. An die 12 ISDN-Dosen dürfen aber maximal nur 8 Endgeräte eingesteckt werden, davon wiederum können maximal nur 4 Endgeräte über den NTBA [2], mit eingesteckter Netzleitung, mit Strom versorgt werden! Sollen mehr als 4 Endgeräte angeschlossen werden müssen somit einige davon eine eigene Stromversorgung haben. Ist diese "normale" Verdrahtungsform von Bautechnischer Seite nicht möglich, kann auch mit entsprechenden Einschränkungen davon abgewichen werden. Auch das habe ich ausführlich im Artikel "S0-Bus - wie wird dieser verdrahtet?" beschrieben.

Steckverbinder in der TelekommunikationstechnikFür die Verdrahtung des S0-Busses mit mehreren Anschlussdosen wird eine 4-adriges Telefonleitung benötigt. Der NTBA [2] hat für den Anschluss meist entsprechende Klemmen vorgesehen (Bezeichnung: 1a; 1b; 2a; 2b). Diese Leitung wird dann von Dose zu Dose durchgeschliffen und am Ende mit zwei 100 Ohm Widerständen zwischen den Anschlüssen 1a und 1b, sowie 2a und 2b abgeschlossen.

Die Endgeräte können natürlich auch sofort an den NTBA [2] eingesteckt werden. Dafür besitzt dieser bereits zwei RJ45 Anschlussbuchsen.

Oft ist es preiswerter, sich eine kleine ISDN-Telefonanlage oder einen a/b-Wandler anzuschaffen. Diese können dann neben dem NTBA [2] montiert und gleich in diesen eingesteckt werden.
Der Vorteil bei einer ISDN-Anlage ist, dass daran beliebige analoge Telefone und Faxgeräte betrieben werden können. Analoge Endgeräte sind zudem preiswerter als ISDN-Geräte. Auch die Verdrahtung ist nicht so aufwendig. Es werden je TAE-Telefondose nur zwei Drähte benötigt. Die analogen Endgeräte haben zwar nicht so viele Funktionen wie ein entsprechendes ISDN-Gerät, dafür können viele Funktionen dann über die Telefonanlage programmiert werden. Außerdem hat man mit einer Telefonanlage noch einen entschiedenen Vorteil: es sind damit kostenlose Interngespräche zwischen den angeschlossenen Telefonen möglich. ISDN-Telefonanlagen bekommt man in allen erdenklichen Größen, ja nach geforderten Bedarf.
Auch an einen a/b Wandler können alle analogen Endgeräte angeschlossen werden. Allerdings steht dafür meist "nur" eine TAE NFN Dose zur Verfügung. Aber auch wenn sich zwei Telefone daran anschließen lassen, sind Interngespräche nicht möglich. Wird nur ein Telefon, Fax und Anrufbeantworter benötigt, ist das natürlich die preiswerteste Lösung.

 

2.3 Der Computeranschluss:

 

Soll auch ein Computer an das ISDN-Netz angeschlossen werden, kein Problem. Dieser sollte aber auf jeden Fall direkt an den S0-Bus gesteckt werden, um die volle ISDN-Geschwindigkeit ausnutzen zu können. Dafür ist eine so genannte ISDN-Karte im Computer erforderlich. Eine solche Steckkarte ist von mehreren Anbietern, sowohl für Laptops als auch für Desktops erhältlich. Der Einbau in den Desktop-PC ist nicht so schwer und wird in den beiliegenden Anleitungen meist auch ausführlich beschrieben. Bei einem Laptop wird die Karte nur in einen PCMCIA-Erweiterungsschacht oder bei neuen Geräten in einen Express Card Erweiterungsschacht gesteckt.
Anschließend muss noch die Treibersoftware installiert werden und die Karte ist einsatzbereit.

Wenn eine ISDN-Karte in den Computer eingebaut und installiert ist, verbindet man einfach diese Karte mit dem S0-Bus. Dafür kann man die der Karte beiliegende Anschlussleitung, oder ein normales Netzwerk-Patchkabel mit zwei RJ45 Steckern verwenden. Ein Festanschluss ist für den Computer nicht möglich.
Wo der Computer an den S0-Bus angeschlossen wird ist egal. Ist der NTBA [2] in der Nähe, kann man z.B. wie auf dem Bild oben gezeigt, den Computer an die eine RJ45 Buchse des NTBA [2] einstecken und die Endgeräte an die zweite Anschlussbuchse. Natürlich kann man den Computer aber auch irgendwo anders am S0-Bus in eine ISDN-Dose einstecken.

So, ich denke jetzt sollte die ISDN-Anlage laufen. Wenn ein kompletter S0-Bus im Haus aufgebaut werden soll, lest bitte noch die Artikel zu den ISDN-Dosen "IAE – was ist das?" bzw. "UAE – was ist das?", sowie zum S0-Bus "S0-Bus - wie wird dieser verdrahtet?".
Sollten noch Fragen offen sein, oder Probleme auftauchen, benutzt bitte mein Forum. Ich werde dort versuchen alle Fragen zu beantworten.

[Zurück zur Übersicht]

Joomla Toplist

Besucher heute

® Auf im Beitrag genannte Namen und Bezeichnungen, sowie auf Logos können Markenrechte von Firmen im In- und Ausland liegen

www.CompTech-Info.de wird gehostet von:

ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider

Wer ist online

Aktuell sind 110 Gäste und keine Mitglieder online

Beiträge:

Deine Daten

IP

Kleine Spende

Hier bitte ich Dich um eine kleine Spende für meine Webseite "www.CompTech-Info.de".
Weitere Infos dazu habe ich hier für Dich zusammengestellt.
Vielen Dank!
 

Ziel, mindestens: 119,40 €
Gespendet 2017:  28,37 €
Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
Zum Seitenanfang