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Ein Microdrive ist eine echte Festplatte im Mikroformat. Die Magnetplatte hat einen Durchmesser von nur 1 Zoll, was etwa 2,5 cm entspricht. Entwickelt wurden diese Laufwerke von der Computerfirma IBM, vor allem als Ersatz für Compakt Flash Typ 2 Karten. Somit stecken diese Mini-Festplatten auch im gleich großen Gehäuse mit den Maßen: 42,8mm x 36,4mm x 5mm und haben die gleichen 50 Kontaktanschlüsse wie Compakt Flash Typ 2 Karten. Da das Microdrive aber eine echte mechanische Festplatte ist gehört diese nicht in die Kategorie "Speicherkarten".

 

Wieso eine Festplatte als Ersatz für CF Karten?

 

In der Zeit in der IBM das Microdrive auf den Markt gebracht hat waren Flash-Speicherkarten noch teuer, langsam und hatten wenig Speichervolumen. Das erste Microdrive konnte bereits mit 340 MB Speicher aufwarten. Später waren dann sogar Versionen mit 512 MB und 1 GB erhältlich.
Damit konnte IBM natürlich punkten. Zumal die Festplatte auch noch schneller war als der damalige Flash-Speicher. Da Microdrives kompatibel zu Compakt Flash Karten sind, gab es dafür einen großen Absatzmarkt.

 

Welchen Anschluss besitzt ein Microdrive?

 

Der Microdrive Anschluss ist technisch kompatibel mit dem ATA Anschluss und baut auf diesem auf. Lediglich der 50-polige Anschlussstecker unterscheidet sich vom "großen" (S)ATA Anschluss im Computer. Der 50-polige Anschluss ist im Übrigen absolut identisch mit dem einer Compact-Flash Speicherkarte.

 

Wo wurden Microdrives eingesetzt?

 

IBM baute Microdrives als Alternative zu Compakt Flash Karten. Daher wurden diese Mini-Festplatten in vielen Geräten eingesetzt, z.B. in MP3-Spielern, PDAs, Navigationssysteme oder auch in digitalen Fotoapparaten und Filmkameras (Camcorder). Das war nur möglich, da Microdrive Festplatten in beliebiger Position eingebaut und betrieben werden konnten. Ob schräg, liegend oder sogar auf dem Kopf stehend ein Microdrive arbeitet in jeder Position.
Oft kauften Kunden ein Microdrive um nur eine höhere Speicherkapazität in ihren mobilen Geräten zu haben.

 

Kann ein Microdrive eine Festplatte ersetzen?

 

Nein! Zwar ist ein Microdrive eine vollwertige Festplatte, ist aber durch das kleine Gehäuse und der dementsprechend schwierigeren mechanischen Verarbeitung, nicht für Dauerbetrieb geeignet. IBM gibt z.B. für das 1 GB Modell nur eine maximale Betriebsdauer von 140 Stunden im Monat an. In dieser Zeit soll die Festplatte auch nur maximal 20 % Schreib-, Lese- oder Suchoperationen durchführen. Das ist für eine Computerfestplatte natürlich zu wenig. Darüber hinaus gibt es Microdrive Festplatten heute bis maximal 8 GB Speichervolumen, was für einen aktuellen PC auch deutlich zu wenig ist.

 

Wer baut heute Microdrive Laufwerke?

 

Der Entwickler dieser Laufwerke war, wie eingangs bereits beschrieben, die Firma IBM. Die hat allerdings vor einiger Zeit die gesamte Festplattensparte an die Firma Hitachi verkauft. Seit dem baut also Hitachi die "originalen" Microdrives. Aber auch andere Firmen, wie z.B. die Firma Seagate, bekannt als großer Festplattenhersteller, hat inzwischen Microdrive Laufwerke im Angebot.

 

Welche Speichergrößen gibt es?

 

Begonnen hat IBM mit 340 MB und 512 MB Laufwerken. Später kamen dann 1 GB Laufwerke dazu. Nach dem Verkauf der Festplattensparte an Hitachi entwickelten die Microdrive Laufwerke bis zu 8 GB Speicher, wobei nur die Laufwerke mit hohem Speichervolumen heute noch eine kleine Alternative zu den Compakt Flash Karten darstellen.

 

Vor dem Kauf großer Microdrive Laufwerke sollte man aber zuerst einen Blick in das Handbuch des Gerätes werfen, in dem das Laufwerk verwendet werden soll. Dort sollte vermerkt sein, welche Speichergröße maximal eingesetzt werden kann. Ältere Geräte kommen nämlich nur mit Speichergrößen bis 2 GB zurecht. Das hat einen einfachen Grund. Festplatten nutzen zur Datenspeicherung das so genannte FAT (File Allocation Table) Dateisystem. Die meisten (älteren) Datenspeicher benutzen für die Verwaltung der Daten das FAT-16 Dateisystem. Dieses kann allerdings Datenträger nur bis zu einer Größe von 2 GB verwalten. Festplatten die größer als 2 GB sind, müssen demnach das neuere Dateisystem FAT-32 einsetzen. Damit kommen dann aber wieder ältere Geräte nicht zurecht.

 

Wie schnell ist ein Microdrive?

 

Aktuelle Microdrive Festplatten drehen die Magnetscheibe mit 3600 Umdrehungen in der Minute. Zum Vergleich mit derzeit erhältlichen großen Festplatten, die auf durchschnittliche 7200 Umdrehungen in der Minute kommen, ist das zwar langsam, aber für diese Größe dennoch beachtlich. Die Übertragungsgeschwindigkeit liegt bei ca. 10 MB/s (lesen) und 5 MB/s (schreiben), was etwa auf gleichem Niveau heutiger, guter Speicherkarten liegt. Aktuelle High-Speed Speicherkarten sind sogar schon deutlich schneller.

 

Welche Nachteile haben Microdrive?

 

Microdrive Festplatten haben einige Nachteile, die auch dafür gesorgt haben, dass diese Laufwerke heute nur noch ganz wenig eingesetzt werden. Microdrive arbeiten mechanisch. Daher unterliegen diese ähnlichen "Problemen" wie auch große Festplatten. Zum einen benötigen Microdrive Laufwerke einen Motor zum antreiben der Magnetplatte und zum bewegen des Armes mit den Schreib- Leseköpfen. Der Motor benötigt verhältnismäßig viel Strom. Darüber hinaus entstehen durch das drehen der Magnetscheibe Geräusche und Wärme. Auch sind Microdrive Festplatten empfindlich gegenüber Stößen.
Zu Zeiten als Flash-Speicher noch langsam und teuer war konnte die Microdrive Festplatte punkten. Heute gibt es Compakt Flash Speicherkarten bereits zu deutlich günstigeren Preisen als Microdrive Laufwerke, bei teilweise höheren Übertragungsgeschwindigkeiten. Auch bei der Speichergröße können Microdrive Laufwerke nicht mehr mithalten. Compakt Flash Speicherkarten mit 8 GB sind schon überall erhältlich. 16 GB Modelle sollen bald folgen.

 

Selbst in Computern möchte man die mechanischen Festplatten verbannen. Mit der so genannten "Solid State Disk (SSD)" hat man da auch schon erste Modelle auf dem Markt. Eine SSD baut wie eine Speicherkarte nur noch auf Flash-Speicher auf. Hier wird es aber noch etwas dauern, bis es möglich wird hohe Speicherkapazitäten (500 GB und mehr) zu einem vernünftigen Preis anzubieten.

 

Sterben Microdrive Festplatten aus?

 

Sagen wir mal, sie werden sicher über kurz oder lang von Flash-Speicher Bausteinen abgelöst. "echte" Microdrive Festplatten muss man heute schon suchen.
Mini- und Mikro Festplatten (auch in anderen Bauformen) werden zwar weiter gebaut, aber meistens dann "fest" in Geräte wie MP3-Player oder Video-Kameras (Camcorder) eingebaut.

 

Fazit:

 

Das Microdrive Laufwerk war vor einigen Jahren eine prima Sache. Heute bekommt man für weniger Geld bereits Speicherkarten ohne Mechanik. Sicher werden die Microdrive Festplatten über kurz oder lang vom Markt verschwunden, oder nur noch fest eingebaut in tragbaren Geräten zu finden sein. Als Compakt Flash Alternative eignen sie sich dann jedenfalls nicht mehr.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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