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Die MultiMedia Card (MMC) ist eine Bauform einer Speicherkarte. Als Speicherchips werden so genannte "Flash-Speicher" Bausteine verwendet. Flash-Speicher hat den Vorteil, ohne ständig anliegender Stromversorgung den Speicherinhalt zu behalten. Außerdem verbraucht Flash-Speicher wenig Strom, ist unempfindlich gegenüber Erschütterungen, erzeugt kaum Wärme und kann sehr klein hergestellt werden.

 

Was ist der Unterschied zur SD-Karte?

 

Links MMC-Karte, rechts SD-KarteAuf den Ersten Blick sehen Standard MMC Karten und SD Karten gleich aus. Mit einer Größe von 24mm x 32mm x 1,4 mm (BxTxH) ist die MMC Karte lediglich etwas dünner als die SD Karte (siehe Bild rechts). Allerdings gibt es MMC Karten schon seit 1997, also 4 Jahre länger als die SD Karte. Die Multimedia Card nach dem Standard 3.x ist kompatibel zur SD Karte. Das heißt, in Geräte, die für SD Karten ausgelegt sind, kann man meistens auch problemlos MMC Karten verwenden. Umgekehrt, also in Geräten die ausschließlich mit MMC Karten arbeiten, passen wegen der dicke keine SD Karten hinein.

 

Welche Technik nutzen MMC-Karten?

 

Auch die Multimedia Card besitzt einen eigenen Controller, allerdings noch keine Möglichkeit für ein "DRM (Digital Rights Management)" System. Die SD Karte sollte die MMC Karte einmal ablösen. Allerdings werden MMC Karten noch bis heute weiterentwickelt. So wurde erst 2004 ein neuer Standard für MMC Karten eingeführt, mit dem es möglich sein soll eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 52 MB/s zu erreichen. Auch wurde eine neue "MMC Highspeed Karte", die so genannte MMC-Plus Karte vorgestellt.
MMC Karten gibt es mit Speicherkapazitäten von 2 MB bis inzwischen 4 GB. Die Datenübertragungsgeschwindigkeit bei Standardkarten liegt in etwa auf SD Karten Niveau, also 2,5 MB/s. MMC-Plus Karten sollen bei einer Lesegeschwindigkeit von etwa 14,7 MB/s liegen.

 

Welche MMC-Karten gibt es?

 

Genau wie bei SD-Karten hat man auch bei MMC-Karten kleinere Bauformen für mobile Geräte entwickelt:

  • RS-MMC Karte (oben) mit Verlängerung (unten)Die RS-MMC (Reduced Size - MultiMedia Card) ist eine um etwa die Hälfte (24 mm x 18 mm x 1,4 mm) gekürzte Standard MMC Karte. Mit einer entsprechenden "Verlängerung" (Adapter) ist diese somit auch als normale MMC Karte nutzbar. Die RS-MMC gibt es mit den gleichen Speicherkapazitäten wie die größeren MMC Karten
  • Die MMC-mobile Karte ist speziell für den Einsatz in Mobiltelefonen entwickelt worden. Diese Karte arbeitet bereits nach dem neuen MMC Standard 4.x und ist mit 24 mm x 18 mm x 1,4 mm genau so groß wie die RS-MMC Karte. Allerdings ist diese nicht Kompatibel mit der RS-MMC. Die MMC-mobile Karte ist die kleine Version der MMC-Plus Karte und kann mit einem Adapter zu einer "normalen" MMC-Plus Karte verlängert werden.
  • Seit 2005 gibt es die noch kleineren "MMC-micro Speicherkarten". Diese sind nur noch 12 mm x 14 mm x 1,1 mm groß. MMC-micro Speicherkarten soll es demnächst auch bis zu 4 GB Speicherkapazität geben. Die Lesegeschwindigkeit liegt bei diesen kleinen Karten bei 10 MB/s.

Kontakte einer RS-MMC KarteMMC Karten sind nicht alle Kompatibel zueinander. Man hat z.B. im Standard inzwischen zwei Betriebsspannungen festgelegt: 1,8 Volt bei mobilen Geräten und 3,3 V bei Standardgeräten. Beachtet werden muss dieses besonders beim Kauf der kleinen RS-MMC Karten, da es diese in zwei Versionen gibt, für "nur" 3,3 Volt und in einer "RS-MMC DV" (Dual Voltage) Version für beide Spannungen.

 

Die Neuentwicklungen der MMC-Karten besitzen auch mehr Kontakte, als die Standard MMC Karten. So ist es auch nicht so einfach möglich eine MMC Karte nach dem neuen Standard mit einem Adapter in einen älteren Steckplatz zu schieben.

 

Da es gerade bei den MMC-Karten sehr viele verschiedene Kartentypen gibt, hier eine Tabelle zur Übersicht:

MMC Karte  MMC Version  Größe in mm  Spannung  Kontakte 
MMC  3.x seit 1997  24x32x1,4  3,3 Volt 
RS-MMC  3.x seit 1997  24x18x1,4  3,3 Volt 
RS-MMC DV  3.x seit 1997  24x18x1,4  1,8 Volt und 3,3 Volt 
MMC-Plus  4.x seit 2004  24x32x1,4  3,3 Volt  13 
MMC-mobile  4.x seit 2004  24x18x1,4  1,8 Volt und 3,3 Volt  13 
MMC-micro  Seit 2005  12x14x1,1  1,8 Volt und 3,3 Volt  10 

Wie schnell sind MMC Karten?

 

Durch die Weiterentwicklung der Speicherbausteine konnte mit den Jahren auch die Datenübertragungsgeschwindigkeit erhöht werden. Die Ersten MMC-Karten kamen gerade mal  auf maximal 2 MB/s. Aktuelle Standard MMC-Plus Karten liegen heute bei etwa 14 MB/s. Die Aktuelle Entwicklung verspricht sogar eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 52 MB/s bei MMC Speicherkarten.

Die Hersteller verwenden für die Geschwindigkeitsangaben meistens Bezeichnungen wie "120x". Diese Bezeichnung soll angeben, um wie viel mal die Lesegeschwindigkeit der Karte höher ist, als die Lesegeschwindigkeit eines CD-Rom Laufwerkes.
Die einfache CD-Rom Lesegeschwindigkeit liegt bei ca. 150 KB/s. Gibt ein Hersteller hier also den Wert "120x" an, sollte die Speicherkarte eine Lesegeschwindigkeit von 120 x 150 KB/s, also etwa 20 MB/s erreichen. Da die Schreibgeschwindigkeit deutlich niedriger ist, geben die Hersteller oft nur die Lesegeschwindigkeit an.
Andere Hersteller geben Ihren Karten gut klingende Bezeichnungen für die Geschwindigkeitsangaben, wie z.B. "Ultra II", "Extreme III" oder auch "High-Speed". Hier ist es oft schwerer für einen Leihen auf die "echte" Geschwindigkeit zu schließen.

 

Wieso sind manche MMC-Karten auf 2 GB beschränkt?

 

Das hat einen einfachen Grund. Die Speicherkarten nutzen das gleiche Prinzip zur Datenspeicherung wie es auch von Festplatten verwendet wird, nämlich das so genannte FAT (File Allocation Table) Dateisystem. Ältere MMC-Speicherkarten nutzen ausschließlich das Dateisystem FAT-16 zum speichern der Daten. Dieses veraltete Dateisystem kann nur mit Datenträgern bis maximal 2 GB arbeiten. Daher kann es solche MMC-Speicherkarten nur bis zu einer maximalen Größe von 2 GB geben.

2 GB gilt heute als recht kleine Speichermenge und ist nicht mehr zeitgemäß. Das haben aber auch die Entwickler erkannt. Daher arbeiten die neuen MMC-Speicherkarten inzwischen auch mit dem Dateisystem FAT-32, welches Speichermedien bis zu theoretischen 8 TB (Tera Byte) verwalten kann. Ab etwa 200 GB ist aber auch FAT 32 nicht mehr effektiv und verschwendet zu viel Speicherplatz.

 

Müssen MMC Speicherkarten formatiert werden?

 

Alle Speicherkarten sind ab Werk bereits formatiert (mit einem Dateisystem versehen) und können somit sofort verwendet werden. MMC-Speicherkarten sollte man nur dann neu formatieren, wenn z.B. ständig Schreib- oder Lesefehler angezeigt werden. Dann sollte man möglichst eine interne Formatierung der Geräte zu benutzen, sofern eine solche Funktion vorhanden ist. Damit ist dann sichergestellt, dass die Speicherkarte auch richtig mit dem Gerät läuft. Manche Speicherkarten funktionieren auch nach der Formatierung z.B. in einem Computer gar nicht mehr mit einem bestimmten Gerät und müssen dann nochmals im Gerät formatiert werden.
ACHTUNG: Beim formatieren einer Speicherkarte gehen ALLE Daten verloren!

Generell sollte man Speicherkarten, wie eigentlich jeden Flash-Speicher, nur im Ausnahmefall formatieren. Flash-Speicher altert bei jedem Löschvorgang Systembedingt. Eine Formatierung beansprucht den Speicher besonders.
Außerdem ist es bei Flash-Speichern Systembedingt auch nicht nötig diesen öfter zu formatieren. Nur wenn es vermehrt zu Fehlern kommt, sollte eine Speicherkarte neu formatiert werden.

 

Fazit:

 

MMC-Speicherkarten sind heute nicht mehr so weit verbreitet und werden inzwischen von SD-Karten abgelöst. Allerdings gibt es noch einige Geräte, in denen MMC-Karten entweder ausschließlich oder besser als SD-Karten funktionieren.
Durch die ständigen Verbesserungen ist die Auswahl an MMC-Speicherkarten auch etwas unübersichtlich geworden. Beim Kauf einer solchen Karte sollte man genau darauf achten, dass diese auch für das gewünschte Gerät geeignet ist.

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