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Heute verwendet man neben dem veralteten Röhrenfernseher die LCD- und Plasma Technik. LCD- und Plasma Fernseher haben viele Vorteile gegenüber den alten Röhrenfernsehern. So gibt es bei diesen Techniken so gut wie kein Flimmern, es lassen sich viel höhere Auflösungen z.B. für HDTV anzeigen und die Bilder sind klarer.

 

Wie funktioniert die Plasma-Technik?

 

Der Ausdruck "Plasma" bezeichnet in der Chemie den vierten Aggregatzustand. Bei der Plasma-Anzeige wird ein ionisiertes Gas verwendet. Doch zuerst einmal zum Aufbau einer solchen Anzeige:
Eine Plasma-Anzeige besteht einfach gesagt aus zwei Glasscheiben mit einem Vakuum (Luftleerer Raum) dazwischen. In diesem Zwischenraum ist dann ein feines Raster angeordnet. So entstehen viele winzig kleine Zellen. Jede dieser Zellen ist mit einem speziellen ionisierten Edelgas gefüllt. Da ja auch farbige Bilder erzeugt werden sollen werden die Zellen innen mit einer farbigen phosphoreszierenden Leuchtschicht versehen.  Ein "echtes" Pixel erzeugt man immer aus mindestens drei "Sub-Pixel" in den drei Grundfarben (Rot, Grün, Blau). Diese drei "Sub-Pixel" legt man immer abwechselnd zusammen und kann so durch "mischen" jede Farbe für das Menschliche Auge erzeugen.
Um die Edelgase nun zum leuchten zu bringen, werden horizontal und vertikal alle Zellen mit Elektroden verbunden. Es entsteht so eine Art Schachbrett (Raster). Vereinfacht kann man so durch Anlegen einer Spannung an die entsprechende vertikale und horizontale Elektrode jede kleine Zelle einzeln ansprechen. Die weitere Funktion entspricht in etwa der einen Leuchtstofflampe.
Wie sicher bekannt ist, lassen sich Leuchtstofflampen schwer, bis gar nicht dimmen, also in der Helligkeit verändern. So ist es leider auch beim Plasmabildschirm. Es gibt für jede Zelle nur zwei Zustände an und aus. Damit kann man allerdings nur wenige Farbtöne erzeugen. Bei der Plasma Anzeige bedient man sich daher eines einfachen Tricks. Man zündet eine Zelle in kurzen Abständen immer wieder (Stroboskopeffekt). Je kürzer die Abstände, je länger ist eine Zelle an und je heller wird die Farbe vom Auge wahrgenommen. Durch die minimal nachleuchtende Phosphor-Leuchtschicht fällt das "flackern" nicht auf.

 

Man hat aber noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen. Durch das zünden des Edelgases wird ein für das Menschliche Auge erst einmal nicht sichtbares VUV-Licht (VUV=Vakuum-Ultraviolett) erzeugt. Erst beim auftreffen auf die Leuchtschicht wird dieses auch für das Auge sichtbar. Da das VUV-Licht aber im Rot-Orange Bereich liegt, reagieren die Leuchtschichten sehr unterschiedlich. Besonders bei der grünen Leuchtschicht gibt es Probleme. Das grün ist viel schwächer in der Sättigung als die anderen Farben. Die Hersteller von Plasma-Anzeigen umgehen dieses Problem oft damit, dass Sie einen "echten" Farbpunkt nicht aus drei kleinen "Sub-Pixeln" (Rot, Grün, Blau) sondern aus vier kleinen "Sub-Pixeln" (Rot, Grün, Grün, Blau) bilden. Dadurch werden aber gleich eine Vielzahl mehr einzelner Pixel auf dem gesamten Bildschirm benötigt. Eine weitere Möglichkeit ist, ein viel helleres Grün für die Leuchtschicht zu verwenden, dadurch werden zwar wieder nur drei "Sub-Pixel" benötigt, aber das hellere Grün leuchtet länger nach und kann zu einem "Grünstich" des gesamten Bildes führen.

 

Welche Vorteile hat ein Plasmabildschirm?

 

Zuerst einmal kann mit einem Plasmabildschirm gegenüber den veralteten Röhrenfernsehern ein Bild in HDTV erzeugt werden und ist komplett flimmerfrei. Gegenüber einem LCD-Bildschirm hat ein Plasmabildschirm ein sehr helles Bild und kann ein weites Farbspektrum darstellen. Da die einzelnen Zellen selber leuchten ist hier auch ein sattes schwarz möglich, was bei LCD-Bildschirmen oft nur schwer möglich ist. Außerdem ist ein Plasmabildschirm besonders für große bis sehr große Anzeigeflächen geeignet. Bildschirme mit über 230 cm diagonale sind kein Problem. Weiter ist noch zu erwähnen, dass ein Plasmabildschirm gegenüber Röhren-Bildschirmen sehr flach gebaut werden kann. Auch sind Plasmabildschirme unempfindlich gegenüber magnetischem Störeinfluss.

 

Gibt es auch Nachteile?

 

Leider gibt es bei Plasmabildschirmen auch einige Nachteile. Zuerst sei das sehr große Gewicht erwähnt. Da der Bildschirm aus zwei großen Glasplatten plus Gehäuse und Technik besteht ist dieser auch sehr schwer. Für die Montage sind auf jeden Fall zwei Personen erforderlich. Auch die (Wand)Befestigung muss dementsprechend ausgelegt sein. Da sind wir auch beim nächsten Nachteil, dem Bildschirm, bestehend aus zwei Glasplatten mit Vakuum. Der ist sehr empfindlich. Einen Plasmabildschirm sollte man daher vorsichtig und senkrecht stehend tragen und auf keinen Fall harten Stößen aussetzen.
Aber auch die Technik hat Nachteile: Die einzelnen Zellen arbeiten mit einer ähnlichen Technik wie Leuchtstofflampen. Die halten zwar sehr lange verringern aber nach einiger Zeit ihre Leuchtkraft. Dadurch werden die Farben nicht mehr so sauber dargestellt. Die Hersteller geben aber meistens eine Lebensdauer ähnlich den Röhrenfernsehern an.
Auch gibt es keine "kleinen" Plasmabildschirme mit hoher Auflösung. Das hat ganz einfach damit zu tun, dass für jeden Bildpunkt mindestens drei kleine Leuchtzellen benötigt werden. Alleine für die kleinste HDTV-Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten werden mindestens schon 921.600 x 3 = 2.764.800 Leuchtzellen benötigt!! Es ist technisch gar nicht möglich so viele Leuchtzellen auf einem kleinen Display unterzubringen.
Selbst größere Plasmabildschirme benutzen heute noch öfter eine kleinere physikalische Auflösung und rechnen das Bild dann in HDTV hoch. Dadurch gehen aber Bildinformationen verloren und das HDTV-Bild verschlechtert sich wieder etwas.
Zum Schluss noch ein weiterer Nachteil: Der Stromverbrauch. Hier lagen die Ersten Plasmabildschirme ungeschlagen an erster Stelle! Selbst Röhrenfernseher brauchten meist weniger Strom. Das beruht auf der Tatsache, dass die einzelnen Zellen mit Hochspannung gezündet werden müssen und das im laufenden Betrieb ständig. Ein Plasmabildschirm kann schon eine Leistungsaufnahme von 200 bis 500 Watt im laufenden Betrieb erreichen!! Hier arbeitete man in den letzten Jahren aber bereits an Änderungen. Inzwischen (2009) verbraucht ein Plasma-Fernseher nur noch wenig mehr Strom als ein vergleichbarer LCD-Fernseher.

 

Gibt es Alternativen?

 

Heute schon erhältlich und inzwischen auch erschwinglich sind LCD-Bildschirme. Diese haben zwar auch (noch) kleine Nachteile werden aber auch ständig weiterentwickelt und damit verbessert. Hier sollte man selber abwiegen was einem wichtig ist und welche Nachteile man in Kauf nehmen kann. Wobei eindeutig der Trend zu LCD-Bildschirmen geht. Plasma-Bildschirme sind zwar weiterhin erhältlich, nehmen aber in der Anzahl deutlich ab. Das ist unter anderem auch damit zu begründen, dass der bisherige Vorteil der Plasma-Bildschirme, die Größe, von den LCD-Bildschirmen inzwischen eingeholt wurde. Auch LCD-Bildschirme können problemlos in den Größen heutiger Plasmageräte hergestellt werden. Möchte man dann noch ein größeres Bild genießen, bieten sich Projektoren (Beamer) an. Diese haben aber nicht so eine große Lichtstärke und benötigen meist einen abgedunkelten Raum.
Es werden derzeit aber auch zwei neue Techniken entwickelt. Einmal die SED-Bildschirme und zum anderen die OLED-Bildschirme. Beide sind aber vor Ende 2010 noch nicht Marktreif. Auch ist noch nicht bekannt wie groß und wie teuer diese Bildschirme sein werden.

 

Fazit:

 

Plasma- und LCD-Bildschirme werden stetig weiterentwickelt und verbessert. Auch stehen mindestens zwei neue Techniken vor der Tür. Jeder muss selber für sich entscheiden für welchen Bildschirm man sich entscheidet. Derzeit haben alle Techniken noch den einen oder anderen Nachteil. Möchte man nicht mit diesen Nachteilen leben, bleibt nur das warten auf eine der neuen Techniken und die Hoffnung, dass damit alles besser wird …

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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