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Eine SAT-Anlage ist heute verhältnismäßig günstig, liefert ein großes Programmangebot in einer guten Qualität und verursacht keine Folgekosten. Als Alternativen bieten sich noch Kabelfernsehen und Fernsehen über Antenne (DVB-T) an. Um diese Alternativen zu nutzen, muss allerdings das Haus an das Kabel-Netz angeschlossen, oder im Wohngebiet muss DVB-T verfügbar sein. Das ist noch nicht selbstverständlich! Die Kabelfernsehbetreiber haben noch lange nicht jeden Bereich mit TV-Kabel ausgestattet und DVB-T befindet sich noch im Aufbau. SAT hingegen kann überall dort installiert werden, von wo eine freie Sicht zum Himmel in Richtung des gewünschten Satelliten vorhanden ist.

Wenn mehrere Empfangsmöglichkeiten zur Auswahl stehen, muss man sich für eine entscheiden. In einem anderen Bericht habe ich die diversen Vor- und Nachteile der Empfangstechniken gegenüber gestellt.

 

Die Planung - Welche Anlage?

Twin-LNBHat man sich nun für SAT-TV entschieden, geht es an die Planung. Es sollte genau durchdacht werden, wie viele Endgeräte jetzt und eventuell auch später mal an die SAT-Anlage angeschlossen werden sollen. Spart man hier jetzt am falschen Ende, kann es später teuer werden. SAT-Anlagen gibt es nämlich schon für einen oder zwei Teilnehmer im Baumarkt im Angebot. Soll dann später ein weiterer Teilnehmer angeschlossen werden, muss meistens der LNB ausgetauscht werden. Diese Anlagen eignen sich wirklich nur dann, wenn die Anlage definitiv nicht weiter ausgebaut werden soll.

Bei bis zu vier Teilnehmern würde ich heute auf jeden Fall zu einer Anlage mit einem 4-fach Universal QUAD-LNB greifen. Dieser LNB hat bereits einen Multiswitchschalter eingebaut, es können somit gleich bis zu 4 Endgeräte ohne weitere Zusatzkosten daran angeschlossen werden. Werden später doch mal mehr Endgeräte benötigt kann dieser LNB (fast) problemlos mit einem speziellen mehrfach Multiswitchschalter erweitert werden. Heutige LNBs sind meist "Universal" einsetzbar, das heißt sowohl für den analogen als auch digitalen Empfang geeignet, allerdings sollte man beim kauf darauf achten, dass es wirklich ein "Universal-LNB" ist.
Weitere Informationen zu den verschiedenen LNB-Typen und Multiswitchschalter habe ich in eigenen Berichten ausführlich beschrieben.

 

Die Planung - Wohin mit der Schüssel?

 

Als nächstes geht es an die Standortwahl für die SAT-Antenne (Schüssel). Dafür ist es erst einmal erforderlich zu wissen, welcher bzw. welche Satellit(en) mit der Anlage empfangen werden sollen und in welche Richtung die SAT-Schüssel dafür ausgerichtet werden muss. Hilfreich für diese Angaben sind z.B. die Webseiten der Anbieter, wo solche Informationen meist immer zu finden sind.

Für ein Miethaus eignet sich für die Montage z.B. ein Balkon, wenn dieser in der richtigen Richtung liegt. Um die am meisten "angepeilten" Astra-Satelliten zu empfangen muss die SAT-Schüssel z.B. in Richtung Süden ausgerichtet werden. Auf jeden Fall sollte zuvor der Vermieter gefragt werden, da die Montage einer Schüssel im sichtbaren Bereich meist vom Vermieter genehmigt werden muss.

Soll die Schüssel z.B. in einem Eigenheim auf dem Dach montiert werden, was auf jeden Fall die bessere Wahl ist, sollte man schon einiges an Handwerklichem Geschick mitbringen und die Sicherheitsvorschriften beachten. Es muss dafür eine Dachpfanne gegen eine Kunststoffpfanne mit Loch für den Mast getauscht werden. Es muss ein geeigneter, stabiler Mast montiert werden, der zudem noch gut, am besten mit einer speziellen Masthalterung befestigt werden muss. Dann muss von Außen auf dem Dach die Schüssel am Mast befestigt und ausgerichtet werden. Dafür sollte man schon schwindelfrei sein und einen sicheren Halt suchen. Für das ausrichten und einstellen der SAT-Schüssel wird noch ein Meßgerät empfohlen.
Traut man sich diese Arbeiten in schwindelnder Höhe nicht unbedingt zu, empfiehlt sich diese Arbeiten auf jeden Fall einer Fachfirma zu überlassen!

 

Die Planung - Die Leitungsverlegung

Analoger MultiswitchschalterNun sollte man sich überlegen, wohin ein eventuell benötigter Multiswitchschalter montiert und wie die Leitungen verlegt werden sollen. Es muss je eine separate Koaxial-Antennenleitung von der Schüssel oder dem Multiswitchschalter bis zum jeweiligen Endgerät verlegt werden. Dabei sollte man auf hochwertige 75 Ohm Leitungen mit doppelter Abschirmung achten. Mini-Koaxial Leitungen mit geringerem Querschnitt sollte man nur verwenden, wenn es nicht anders geht, da diese Leitungen höhere Verluste auf der Leitungslänge mit sich bringen. Auch auf so hilfreiche Dinge wie Fensterdurchlässe sollte man möglichst verzichten und solche nur benutzen, wenn es wirklich nicht anders geht.

Die gesamte Leitungslänge sollte möglichst je Strecke unter 30 Meter bleiben. Je kürzer je besser. Muss eine längere Strecke überbrückt werden, muss gegebenenfalls ein "Signalverstärker" zwischengeschaltet werden, damit das Signal und damit das Bild nicht zu schlecht wird.

 

Kauf der Geräte

 

Jetzt wird es ernst. Die Planung steht und die einzelnen Komponenten können gekauft werden. Ich kann aus eigener Erfahrung immer empfehlen, hochwertigere Komponenten aus dem Fachgeschäft zu kaufen. Die Schüssel sollte möglichst aus Aluminium (leicht und rostet nicht) sein. Schließlich soll die Anlage lange halten, wenn diese mal montiert ist. Auch die Größe der Schüssel ist wichtig. Bei uns in Deutschland reicht zwar meist ein Durchmesser von 55 cm für einen einwandfreien Empfang. Wenn es der Montageort zulässt, sollte aber eine Schüssel mit einer Größe von 85 oder gar 95 cm Durchmesser gekauft werden. Je kleiner die Schüssel ist, je schneller können Empfangsstörungen, z.B. bei schlechtem Wetter auftreten. Wichtig ist auch auf einen stabilen Mast und eine gute Halterung zu achten, besonders wenn die Schüssel oben auf dem Dach montiert werden soll. Da wirken bei Sturm schon große Kräfte auf die Schüssel! Für eine Wandbefestigung gibt es auch spezielle Wandhalter.
Weiter benötigt man eine Kappe um den Antennenmast oben zu verschließen und bei der Dachmontage eine spezielle Dachpfanne mit Mastdurchlass.

Sollen zwei benachbarte Satelliten empfangen werden, wird eine so genannte "Multifeed" Halterung an der Schüssel benötigt. Das ist eine Vorrichtung, in die gleich zwei LNBs an den richtigen Stellen befestigt werden können. Meist setzt man diese für den gleichzeitigen Empfang von ASTRA und HOTBIRD ein. Es gibt dafür fertige Multifeed-Schüsseln, oder zur gewünschten Schüssel zusätzlich eine Multifeed-Halterung.
Je nach Ausbau der Anlage benötigt man zusätzlich einen Multiswitchschalter. Ein solcher Multiswitchschalter ist erforderlich wenn:

  • mehr als ein Satellit empfangen werden soll (Multifeed)
  • mehr als 4 Anschlüsse benötigt werden, die der LNB nicht mehr zur Verfügung stellt
  • ein LNB ohne Multiswitchschalter (QUATTRO-LNB) verwendet wird.
  • Zusätzlich z.B. ein terrestrisches oder UKW-Radio Antennensignal eingespeist werden soll

Digitaler MultiswitchschalterBeim Kauf sollte man genau prüfen, ob der Multiswitchschalter den Anforderungen entspricht! Es müssen genügend Ein- und Ausgänge vorhanden sein. Für die Erweiterung eines 4-fach Universal QUAD-LNBs wird ein spezieller, QUAD-LNB tauglicher Multiswitchschalter benötigt!
Dann muss natürlich Antennenleitung gekauft werden. Da sollte man auf möglichst hochwertige Leitungen achten, die mindestens zweimal Abgeschirmt ist. Besonders wenn längere Strecken zu überbrücken sind, machen sich hochwertige Leitungen bezahlt! Auf extra dünne Leitungen oder Zubehör wie Fensterdurchlässe sollte man möglichst verzichten und nur benutzen, wenn es nicht anders geht. Am günstigsten ist Antennenleitung auf  Rollen mit 50 oder gar 100 Metern. Abgemessene Meterware ist fast immer teurer.
Dann sollte man sich überlegen, ob die Receiver direkt an die Antennenleitung angeschlossen werden sollen, oder ob noch eine Anschlussdose montiert werden soll. Eine solche Dose ist immer dann erforderlich, wenn über einen Multiswitchschalter z.B. ein terrestrisches Fernsehsignal oder ein UKW-Radio Antennensignal zusätzlich eingespeist wird. Die Antennendose trennt dann nämlch diese Signale wieder und stellt sie an getrennten Anschlüssen bereit. Sonst kann der Receiver auch direkt an die Antennenleitung angeschlossen werden. Sollen Dosen benutzt werden, werden eine entsprechende Anzahl SAT-Antennendosen für die Aufputzmontage benötigt.

Auch sollte man an genügend F-Stecker denken. F-Stecker werden bei SAT-Anlagen meist für alle Anschlüsse, sowohl am LNB, am Multiswitchschalter, an den SAT-Dosen und auch an den Receiver-Anschlüssen benötigt. Es handelt sich bei F-Steckern eigentlich gar nicht um Stecker im eigentlichen Sinne, sondern nur um eine Metallhülse mit Innengewinde und einer daran befestigten Mutter.
Wichtig bei F-Steckern ist nur, dass der zur Koaxialleitung passende gekauft wird. Es gibt F-Stecker für verschieden dicke Antennenleitungen. Auch gibt es F-Stecker mit Dichtungsring in der Befestigungsmutter. Diese sind besonders für den Anschluss an LNBs geeignet.

Weitere Hilfsmittel für die Montage ist noch ein Kompass und ein so genannter "SAT-Finder". Das ist ein kleines Messgerät zum ausrichten der Schüssel. Ein vorhandener, möglichst analoger SAT-Receiver und ein kleiner Fernseher funktionieren aber genau so! Ganz ideal und genauer sind spezielle Messgeräte. Diese sind aber sehr teuer. 

 

Montage der Anlage - Die Antennenschüssel

 

Nun sind hoffentlich alle Teile beisammen und können montiert werden. Beginnen sollte man damit an der Schüssel. Das ist der schwierigste Teil bei der Montage. Die Schüssel sollte möglichst fest an einer Wand (Wandhalter) oder im günstigsten Fall auf dem Dach montiert werden. Für alle diese Montageplätze gibt es spezielle Halterungen, die auf jeden Fall auch Empfehlenswert sind. Eine Montage ohne Bohren, z.B. auf einem Bodenständer oder an einem Erdspieß ist nur bedingt empfehlenswert. Oft reicht eine kleine Bewegung und die Schüssel ist verstellt. Die Schüssel darf nicht unter dem Dach, oder hinter einem Fenster montiert werden. Diese muss im freien stehen und eine freie Sicht in die gewünschte Richtung zum Himmel haben. Steht ein großer Baum, ein Nachbarhaus oder ein Schornstein im Weg kann der Empfang beeinträchtigt werden, oder gar nicht zustande kommen. Im Zweifelsfall empfehle ich eine provisorische Befestigung um den Empfang erst einmal am gewünschten Platz zu testen.
Für Montagen auf einem (Spitz)Dach sollte man entsprechende Sicherheitsmaßnahmen beachten, schwindelfrei und handwerklich sehr geschickt sein. Es kann lebensgefährlich werden mal eben auf dem Dach herumzuspazieren und dort auch noch mit großen Gegenständen zu hantieren!!

Für die Montage muss zuerst der Mast montiert und gut befestigt werden. Dieser sollte möglicht gerade (senkrecht) stehen (Mit der Wasserwaage prüfen), damit die Ausrichtung der Schüssel später einfacher wird. Den Mast bitte oben mit einer speziellen Kappe verschließen, damit kein Wasser nach innen laufen kann.

Nun muss die Schüssel laut beiliegender Montageanweisung zusammengebaut werden. Zuvor sollte aber geprüft werden, wie die Schüssel zum Montageplatz gelangen soll. Passt die zusammengebaute Schüssel noch durch das Fenster? Idealer Weise wird die Schüssel bequem am Boden zusammengebaut. Es kann aber auch notwendig sein, diesen Zusammenbau auf das Dach zu verlagern, wenn eine montierte Schüssel nicht mehr durch ein Fenster passt.
Meist muss nur noch der Befestigungsarm für das LNB angebracht werden. Auch dabei sollte man sich genau an die Anleitung halten und alle Schrauben gut anziehen. Nur wenn bei der Montage alles genau nach Anleitung gemacht wird, sitzt das LNB nachher genau im so genannten Brennpunkt der Schüssel und liefert einen einwandfreien Empfang. Möchte man zwei benachbarte Satelliten empfangen, sollte man jetzt die gekaufte Multifeed-Halterung für zwei LNBs an der Schüssel befestigen.
Nun muss die Schüssel am Mast montiert werden. Auch dafür liegen normalerweise alle benötigten Montagematerialien der Schüssel bei. Bitte die Schrauben erst einmal nur handfest ziehen, so dass die Schüssel nicht mehr herunterfallen kann, aber noch dreh- und schwenkbar ist. Bei großen Schüsseln empfiehlt sich für diese Arbeiten eine weitere helfende Person.

Jetzt sollte man wissen, in welche Himmelsrichtung der gewünschte Satellit erreichbar ist. Diese Informationen findet man z.B. auf den Internetseiten der einzelnen Satellitenbetreiber. Die ASTRA Satelliten z.B. befinden sich in Richtung Süden. Für die genaue Bestimmung ist ein Kompass hilfreich. Steht z.B. auf einem Nachbarhaus bereits eine SAT-Schüssel, die in die gleiche Richtung ausgerichtet ist, kann man sich auch daran zumindest annähernd orientieren.

Nun sollte man die Schüssel bereits etwas fester am Mast befestigen, aber noch nicht zu fest, da sicher noch eine Feinabstimmung erforderlich ist. Jetzt muss der Neigungswinkel (Elevation) an der Schüssel entsprechend der Satelliten Position eingestellt werden. Dafür besitzen die SAT-Antennen meistens eine  aufgedruckte oder eingestanzte Gradskala an der Halterung. Durch lösen der entsprechenden Schraube(n) kann die Schüssel dann wie gewünscht eingestellt werden. Der Neigungswinkel ist von Ort zu Ort unterschiedlich und hängt mit der Erdkrümmung zusammen. Hier die Einstellungen für die größten Städte in Deutschland:

Ort  Elevationswinkel 
Aachen  30,6 
Berlin  29,7 
Bonn  30,8 
Bremen  28,6 
Chemnitz  31,2 
Darmstadt  32,0 
Dortmund  30,0 
Duisburg  30,0 
Düsseldorf  30,2 
Erfurt  31,0 
Essen  30,0 
Flensburg  26,9 
Frankfurt am Main  31,7 
Hamburg  28,3 
Hannover  29,5 
Kaiserslautern  32,3 
Kassel  30,6 
Köln  30,6 
Krefeld  30,1 
Leipzig  31,2 
Lübeck  28,0 
Mainz  31,8 
München  34,2 
Nürnberg  32,8 
Obersdorf  34,9 
Passau  34,0 
Potsdam  30,2 
Rostock  28,0 
Stuttgart  33,2 
Würzburg  32,3 

Anschließend kann nun das LNB in die dafür vorgesehene Halterung befestigt werden. Auch dabei bitte auf die Anleitungen zur Schüssel und zum LNB achten! Je nach Type benötigt man für die Befestigung noch ein Reduzierstück, das aber der Schüssel meist beiliegt.

Oft muss das (abgewinkelte) LNB gerade, also mit den Anschlüssen nach unten, manchmal aber auch leicht verdreht in die Halterung montiert werden. Es kann auch sein, dass auf dem LNB eine Markierung ist, die entsprechend ausgerichtet werden muss. Soll eine Multifeed-Anlage montiert werden, sollten nun beide LNBs laut Beschreibung montiert werden. Das LNB sollte nach der Befestigung fest in der Halterung sitzen und sich nicht mehr drehen lassen.

 

Montage der Anlage - Die Ausrichtung

 

Jetzt geht es an die Ausrichtung der SAT-Antenne. Dafür kann entweder ein so genannter "SAT-Finder" oder ein analoger Receiver mit einem (kleinen) Fernseher benutzt werden. Es sollte kein digitaler SAT-Receiver verwendet werden, da damit die Einstellung sehr schwierig ist. Beim digitalen Signal gibt es nämlich nur zwei Zustände: Bild da oder Bild weg. Damit dann genau das Bild zu treffen ist Glückssache. Bei einem analogen Receiver sieht man bereits ein (schlechtes) Bild, wenn man sich der richtigen Position nähert. Ein professionelles SAT-Messgerät (Meßkoffer) wäre für diese Arbeiten natürlich das ideale Werkzeug. Auf jeden Fall sollte man von der SAT-Antenne aus auf das Messgerät oder den Fernseher blicken können, oder entsprechende Hilfe haben.

Für den Anschluss eines "Test-Fernsehers" muss man aber auch das LNB beachten! Bei einem QUAD-LNB mit Multiswitchschalter kann der Receiver mit dem Fernseher direkt diesem angeschlossen werden, bei einem QUATTRO-LNB ohne Multiswitchschalter müssen jetzt erst einmal alle LNB-Anschlüsse auf die entsprechenden Eingänge des externen Multiswitchschalter gelegt werden. Das kann natürlich erst mal provisorisch erfolgen. Nun versieht man ein Stück Antennenleitung mit je einem F-Stecker an beiden Enden und steckt dieses am LNB bzw. Multiswitchschalter und am Sat-Receiver in in die entsprechenden Anschlüsse ein. Bei einem QUAD-LNB ist es egal, welchen der vier Anschlüsse verwendet wird.
Ein SAT-Meßgerät kann fast immer direkt am LNB angeschlossen werden. Dafür sind keine "Vorverkabelungen" nötig.

Im günstigsten Fall sollte das Messgerät oder das Fernsehgerät bereits jetzt etwas zeigen. Nun muss man mit Blick auf das entsprechende Gerät die Schüssel sehr behutsam nach links und rechts drehen. Dabei sollte man wirklich Fingerspitzengefühl haben, denn schon geringe Bewegungen können das Signal beeinflussen. Wenn der Elevations-Winkel der Schüssel richtig eingestellt, das LNB richtig montiert ist und der Mast zu 100 % gerade steht sollte damit bereits ein einwandfreies Signal erreicht werden. Wichtig ist auch, dass der richtige Satellit gefunden wurde! Sonst ist nach viel Mühe womöglich der falsche Satellit eingerichtet Überrascht

Sonst bitte die Schüssel durch drehen auf das beste (stärkste) Signal einstellen und wieder festschrauben. Dann die Schrauben für den Winkel noch mal etwas lösen und durch behutsames kippen der Schüssel auch hier das stärkste Signal einstellen und die Schüssel wieder befestigen. Nun eventuell noch das LNB etwas lösen und leicht nach links und rechts drehen. Sollte der Befestigungsflansch des LNB länger sein als die Halterung, kann das LNB auch etwas vor- und zurück geschoben werden. An der Position mit dem stärksten Signal wieder befestigen.

Es kann auch notwendig sein diese Einstellungen mehrmals nacheinander durchzugehen. Benutzt man einen Fernseher mit Receiver für die Einstellung sollte man nach der "Sichteinstellung" auch noch mal in das meist vorhandene Signalmenü des Receivers wechseln. Fast jeder Receiver zeigt anhand von Balkendiagrammen den Signalpegel an. Damit kann man sehr schön die Feineinstellung vornehmen.

Hat man dann das stärkste Signal eingestellt, kann die Schüssel gut befestigt werden. Dazu alle Schrauben vorsichtig, ohne die Schüssel zu bewegen sehr gut anziehen. Es wirken z.B. bei Sturm große Kräfte auf die Schüssel! Man möchte ja sicher nicht diese Arbeiten nach dem nächsten Sturm wiederholen Winken

Damit ist die Einstellung abgeschlossen und die provisorische Verdrahtung kann wieder entfernt werden. Es geht nun an die Verdrahtung der Anlage….

 

Montage der Anlage - Die Verdrahtung des LNB

Twin-LNBSoll ein Multiswitchschalter montiert werden, ist jetzt der richtige Moment für die Montage.
Der Multiswitchschalter sollte in der Nähe der SAT-Antenne in einem Regen geschützten Bereich montiert werden. Steht die Schüssel oben auf dem Dach, kann der Multiswitchschalter z.B. auf einem Dachbalken unter dem Dach befestigt werden. Jetzt müssen so viele Antennenleitungen in der passenden Länge geschnitten werden, wie Anschlüsse an dem/den LNB(s) vorhanden sind. Am besten erst auf die Leitung einen F-Stecker montieren und unter einer Dachpfanne in der Nähe des Antennenmast bis zum LNB verlegen. Die Leitungen dürfen das Dach nicht zu sehr öffnen, damit kein Regenwasser nach innen laufen kann. Die Leitungen auch nicht zu stramm verlegen und z.B. am Mast und dem LNB-Befestigungsarm mit Kabelbindern befestigen. Auch wenn kein Multiswitchschalter benutzt wird, würde ich die Leitungen unter dem Dach schneiden und später mit einem speziellen F-Verbinder wieder zusammenfügen. Das ist auf jeden Fall einfacher, als gleich mehrere Meter Leitung am LNB anzuschließen. Wird ein QUATTRO-LNB ohne Multiswitchschalter benutzt, sind die einzelnen Anschlüsse am LNB bezeichnet. Die Leitungen müssen dann genau so auch auf den Multiswitchschalter aufgelegt und dürfen nicht vertauscht werden! Am besten, die Leitungen gleich mit einem Wasserfesten Stift beschriften.
Bei einem QUAD-LNB mit Multiswitchschalter ist es egal, wie die Anschlüsse an einem externen Multiswitchschalter aufgelegt werden.

Ein Digital tauglicher Multiswitchschalter benötigt immer 4 Eingänge, ein analoger Multiswitchschalter hat immer 2 Eingänge. Es ist sogar möglich bei einem Universal QUAD-LNB mit Multiswitchschalter zwei Anschlüsse auf einen analogen Multiswitchschalter aufzulegen und die anderen zwei Anschlüsse direkt zu zwei (digitalen) SAT-Receivern zu führen.
So sollten jetzt alle erforderlichen Anschlüsse zum LNB nacheinander hergestellt werden. Am LNB muss man darauf achten, dass die Anschlüsse möglichst "Wasserdicht" sein sollten. Entweder benutzt man spezielle F-Stecker mit integrierter Dichtung oder das LNB hat ein spezielles Gehäuse, welches nach dem Anschluss über die Anschlüsse gesetzt wird. Es sollte jedenfalls kein Wasser in die Kontakte eindringen können!

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine abschließende Überprüfung. Entweder wird jetzt der SAT-Finder, oder ein SAT-Receiver mit Fernsehgerät am Multiswitchschalter oder an eine Antennenleitung vom LNB angeschlossen. Das Signal sollte jetzt einwandfrei sein! Ist kein externer Multiswitchschalter angeschlossen sollte man sicherheitshalber alle Antennenleitungen auf diese Weise prüfen. Ist alles o.K. und die Leitungen sind befestigt, kann nun das Dach wieder verschlossen werden.

F-Stecker Montage

Montage der Anlage - Die Leitungsverlegung

 

Jetzt können die Antennenleitungen von der SAT-Antenne zu den einzelnen Receivern bzw. Dosen verlegt werden. Sollen Antennen Anschlussdosen gesetzt werden sollten diese jetzt vormontiert werden. Nun muss von der SAT-Antenne oder dem Multiswitchschalter bis zu den einzelnen Receivern je eine Antennenleitung gezogen werden. Das kann je nachdem sehr (Zeit) aufwendig werden! Es müssen wahrscheinlich Löscher gebohrt und die Leitungen sauber verlegt werden.
Bei einer Standard-Anlage müssen wirklich je Anschluss eine separate Antennenleitung gezogen werden! SAT-Dosen können nicht hintereinander geschliffen werden!!

Ist es absolut nicht möglich ohne großen Aufwand je Anschluss eine Leitung zu legen, kann man auch auf eine so genannte "Einkabel-Lösung" zurückgreifen. Dafür wird ein spezieller Multiswitchschalter und / oder ein spezielles LNB benötigt. Es werden dann bestimmte, aber nicht alle (!!) SAT-Programme in das Hausnetz eingespeist. Diese Lösung ist zwar teurer und nicht so flexibel wie eine Standard-Anlage, dafür können meist die vorhandenen Leitungen weiter benutzt werden.

 

Montage der Anlage - Der Anschluss

 

Nun ist es endlich soweit, die Anlage ist fast fertig verdrahtet. Es müssen nun noch die Leitungen an die Antennendosen oder per F-Stecker an die Receiver angeschlossen werden. Bei der SAT-Schüssel müssen die Leitungen an die Multiswichschalter-Ausgänge angeschlossen, oder mit F-Stecker-Verbindern mit den Leitungen zum LNB verbunden werden. Manche Multiswitchschalter benötigen noch eine Steckdose. Hat der Multiswitchschalter einen Stromanschluss, muss dieser natürlich auch in eine funktionierende 230 Volt Steckdose eingesteckt werden!

Interessant an dieser Stelle ist noch zu wissen, dass es auch F-Stecker zum "stecken" gibt. Normale F-Stecker haben ja eine Mutter, mit der diese an den Anschlüssen festgeschraubt werden müssen. Für den Anschluss am Receiver gibt es F-Stecker, die wie ein einfacher Antennenstecker, einfach auf den Anschluss gesteckt werden können. Das lästige auf- und eventuell abschrauben entfällt damit! Das ist allerdings nur dort sinnvoll, wo das Kabel häufiger umgesteckt werden muss. Am Multiswitchschalter oder gar am LNB sind diese Stecker natürlich nicht geeignet.

Wie bei allen Anschlüssen sollte genau auf einen einwandfreien Anschluss der Antennenleitungen geachtet werden. Die mittlere Ader darf nirgends mit der Abschirmung in Kontakt treten und die Abschirmung muss überall sauber mit angeschlossen, bzw. unter entsprechende Befestigungen verschraubt werden.

So könnte eine SAT-Anlage aufgebaut werden

Grau: SAT-Antenne, Mast und Masthalterung; Schwarz: LNB und Verschlusskappe auf dem Mast; Blau: Antennenleitungen vom LNB zum Multiswitchschalter; Rot: Multiswitchschalter; Grün: Antennenleitungen vom Multiswitchschalter zu den Endgeräten.

Montage der Anlage - Der Test

 

Jetzt kann es losgehen. Wichtig ist jetzt nur, die Receiver auf die entsprechende Anlage einzustellen. Sind z.B. mehr als ein LNB angeschlossen muss der Receiver so genannte DiSEqC-Befehle senden können um die LNBs umzuschalten. Das muss natürlich vorher am Receiver eingestellt werden. Dann sollte man einen kompletten Sendersuchlauf starten. Wenn alles richtig gemacht wurde, müssten jetzt tausende Programme gefunden werden.

Funktioniert etwas nicht richtig? Meist ist die Ursache eine herausgerutschte Leitung oder ein versehentlicher Kurzschluss an irgendeiner Stelle. Hinter der Schüssel hatte ja noch alles funktioniert. Daher jetzt einfach erst einmal einen anderen Anschluss testen. Ist dort alles o.K., sollten die F-Stecker und / oder Antennendosen-Anschlüsse noch mal geprüft werden. Bekommt man auch am zweiten Anschluss kein Bild? Dann würde ich einen anderen Receiver testen, oder den benutzten Receiver einfach noch mal direkt bei der Antenne ausprobieren. Der Fehler ist meist schnell gefunden.

 

Die Erdung (Potentialausgleich)

 

Laut Vorschrift müssen in einem Haus alle metallischen Gegenstände "geerdet" und miteinander verbunden sein. Das geschieht über den so genannten Potentialausgleich. Dafür sollten, meist im Keller, ein Erder und eine Potential-Ausgleichsschiene montiert sein. In neueren Häusern kommt oft ein so genanntes Bandeisen (Fundamenterder) aus dem Boden. An der Potential-Ausgleichsschiene sollten z.B. Wasserrohre, Heizungsrohre u.s.w. angeschlossen sein.

Auch die SAT-Anlage muss an diesen Potentialausgleich angeschlossen werden! Besonders wenn die Schüssel oben auf dem Dach montiert ist, ist das erforderlich. Dazu muss man im günstigsten Fall von der Potential-Ausgleichsschiene eine Erdungsleitung (z.B. NYM 1x16 mm2) bis zum Antennenmast ziehen und dort mit einer so genannten Bandschelle daran befestigen. Nicht zu vergessen sind auch die Abschirmungen der Antennenleitungen! Auch diese sollten in den Potentialausgleich einbezogen werden. Meist hat z.B. der Multiswitchschalter am Gehäuse eine entsprechende Erdungs-Schraube. Es genügt dann z.B. von der Bandschelle des Antennenmastes einen 4 mm2 Erdungsdraht zu diesem Anschluss zu führen. Da alle Antennenleitungen am Multiswitchschalter über F-Stecker angeschraubt sind, ist die Erdung damit hergestellt.

Wird kein Multiswitchschalter verwendet oder auch alternativ bei Anlagen mit Multiswitchschalter kann eine spezielle Antennen-Erdungsschiene benutzt werden. Darauf können die Abschirmungen mehrerer Antennenleitungen miteinander verbunden und dann über einen Erdungsdraht mit dem Potentialausgleich (Antennenmast) verbunden werden. Das ist natürlich aufwendiger, da von jeder Antennenleitung zuerst vorsichtig ein Stück des Kunststoff-Außenmantels entfernt und diese dann unter eine Schraube der Erdungsschiene befestigt werden muss. Allerdings ist das natürlich die sicherste Lösung, da der Potential-Ausgleich auch dann besteht, wenn ein F-Stecker abgezogen wird.

Eine Erdungsleitung vom Keller bis unter das Dach zu ziehen ist natürlich meist nicht leicht, zumal es auch eine entsprechend dicke Leitung sein muss. Oft steht auf dem Dach aber schon ein Antennenmast, z.B. von einer UKW-Antenne. Wenn dieser bereits ordnungsgemäß am Potentialausgleich angeschlossen ist, würde ich einfach mit einer 16 mm2 Erdungsleitung die zwei Antennenmasten verbinden.
Geht alles nicht, aber das Haus hat einen Blitzschutz auf dem Dach? Dann kann auch dieser mit dem Antennenmast verbunden werden.

Der Potentialausgleich bei einer Antennenanlage sollte nicht unbeachtet belieben! Es können auf den Antennenleitungen recht hohe Spannungen entstehen, die man bei Berührung gut spüren und sogar beim aufstecken durch kleine Funken sehen kann!! Im ungünstigen Fall kann durch diese Spannungen auch ein Gerät beschädigt werden!
Das betrifft übrigens nicht nur SAT-Anlagen! Auch bei Kabelfernsehen sollte man die Antennenleitungen wie beschrieben erden. Das ist allerdings meist leichter, da die Erdung bei der Einspeisung im Keller erfolgen kann, wo ja sowieso der Potentialausgleich des Hauses vorhanden ist.

 

Was ist sonst noch zu beachten?

 

Zuerst noch mal der Hinweis, dass die Montage einer SAT-Anlage nichts für Leute mit zwei linken Händen ist! Es sollte dafür ein schöner Tag ohne Regen und Schnee ausgesucht werden und man sollte vor allem Zeit mitbringen. Gerade bei der "Erstmontage" kann der Aufbau je nach Anlage schon mal 1-2 Tage dauern!

Soll die Schüssel auf einem Dach montiert werden, ist es auf jeden Fall erforderlich, das jemand auf das Dach geht. Das ist sehr gefährlich und sollte nur von Personen mit Erfahrung gemacht werden!
Hier auch noch der Hinweis, dass das Arbeiten am 230 Volt Stromnetz ebenfalls lebensgefährlich sein können und bestehende Vorschriften einzuhalten sind. Traut man sich irgendeine dieser Arbeit nicht zu, sollte man auf jeden Fall einen Fachmann beauftragen.

So, ich hoffe einen kleinen Einblick in die Montage einer SAT-Anlage geben konnte. Sollten noch Fragen offen sein, oder Probleme auftauchen, benutzt bitte mein Forum. Ich werde dort versuchen alle Fragen zu beantworten.

Montierte Satschüssel

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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