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TAE ist die Abkürzung für "Telekommunikations Anschluss Einheit". Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um  eine Anschlusstechnik für analoge Telekommunikationsgeräte. Als Anfang der 90er Jahre das Postmonopol viel, wurde es erforderlich die verschraubten Telefon "Festanschlüsse" (Verbindungs Dose "VDo") gegen genormte steckbare Telefondosen auszuwechseln, damit jeder Kunde seine Geräte selber anschließen kann. Hier hat man sich in Deutschland auf den TAE-Anschluss entschieden.
Auch für das digitale ISDN-Netz wird für die erste Dose (Übergabedose) eine TAE-Dose verwendet. Erst nach dem NTBA, also für den eigentlichen ISDN-Bus werden dann andere Dosen (IAE bzw. UAE) benutzt.

 

Wie sieht ein TAE Anschluss aus?

 

Es gibt zwei verschiedene Kodierungen beim TAE-Anschluss, einmal für Telefone und einmal für Zusatzgeräte wie Fax, Anrufbeantworter oder Modem. Damit die Stecker nur in die dafür vorgesehenen Anschlussbuchsen passen, haben diese an unterschiedlichen Stellen eine "Nase". Ansonsten sind die Stecker absolut identisch.
Eine TAE-Buchse hat 6 Kontakte, die aber nicht alle an jedem Gerät benötigt werden. Für den Anschluss an das Telefonnetz werden z.B. nur 2 Kontakte benutzt.

 

Kodierungen:

  • F = Fernsprecher (Telefonanschluss) [Nase unten]
  • N = Nicht-Fernsprecher (Fax, Anrufbeantworter, Modem …) [Nase oben]
Darüber hinaus gibt es an manchen Geräten auch Anschlüsse, die für beide Kodierungen geeignet sind. Diese Buchsen haben dann die Einkerbungen für die "Nasen" an beiden Stellen:
  • U = Universalanschluss

Welche TAE-Dosen gibt es?

TAE NFF-DoseTAE-Dosen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Am meisten werden N-F-N Dosen verwendet, also Dosen mit 3 Buchsen für maximal 2 Geräte. Es können an diese Dosen ein Telefon und ein Nicht-Telefon, oder auch zwei Nicht-Telefone angeschlossen werden.
Es gibt aber auch Dosen mit nur einem Anschluss (sowohl als F als auch als N Ausführung) und Dosen mit zwei Anschlüssen. Darüber hinaus gibt es die N-F-F Dosen. Bei diesen ist die N-Buchse und die mittlere F-Buchse an einem Anschluss und die rechte F-Buchse an einem zweiten Anschluss nach außen geführt. Diese Dose ist geeignet um z.B. zwei getrennte Telefonleitungen auf eine Dose zu schalten.
Alle TAE-Dosen gibt es in einer Aufputz (Montage auf die Wand) und in einer Unterputz (Montage in einer 55 mm Dose) Ausführung.

 

Wie ist eine TAE-Dose aufgebaut?

 

Ein TAE-Anschluss hat wie schon gesagt 6 Kontakte. Zwei Kontakte (1 + 2) sind für die Telefonleitung vorgesehen. Diese zwei Anschlüsse sind von Dose zu Dose in Reihe durchgeschaltet. Das heißt, Eingang auf Klemme 1 + 2 und Ausgang auf 5 + 6. Diese sind dann wieder mit den Klemmen 1 + 2 des nächsten Anschlusses verbunden. In jedem TAE-Anschluss ist ein "Schalter" eingebaut. Wenn kein Stecker in der Dose steckt sind diese Klemmen durchgeschaltet 1 auf 5 und 2 auf 6. Ein TAE-Stecker unterbricht diese Verbindung. Ein F-Stecker ist meist nur mit zwei Anschlüssen versehen und trennt daher alle dahinter liegenden Dosen. Das ist auch so erwünscht, da an einen Anschluss immer nur ein Telefon angeschlossen werden darf. Ein nach Norm gebautes Zusatzgerät mit N-Stecker sollte eine 4-adrige Leitung besitzen und die Anschlüsse intern durch verbunden haben. Allerdings ist das häufig bei Billig- oder Importgeräten nicht gewährleistet.
Die zwei Anschlüsse die jetzt noch übrig sind liegen jeweils parallel auf allen Anschlussdosen und sind mit W für Wecker (Klingel) Kontakt 3 und E für Erde Kontakt 4 bezeichnet. Diese beiden Anschlüsse werden aber nur noch sehr selten bei F-Steckern verwendet. Die W-Leitung z.B. wird bei alten Umschaltern und Zusatzklingeln und die E-Leitung z.B. für einige (ältere) Nebenstellenanlagen benötigt.
Hier habe ich mal ein Schaltbild einer TAE - N-F-F und einer N-F-N Dose, sowie je ein Bild eines TAE – N und eines TAE – F Steckers eingefügt:

Skitzzen von TAE Dosen und einem Stecker

Oben links die Kontaktbelegung einer TAE-NFF Dose. Oben rechts der Schaltplan einer TAE-NFF Dose. Unten links die Draufsicht auf einen TAE-N und einen TAE-F Stecker. Unten rechts der Schaltplan einer TAE-NFN Dose.

Wie werden jetzt TAE-Dosen angeschlossen?

 

Zuerst noch einmal der Hinweis, dass an eine analoge Leitung, also z.B. eines analogen Telefonanschlusses, nur ein Telefon angeschlossen werden darf. Werden mehrere Telefone benötigt, müssen diese über einen so genannten Umschalter, oder einer Telefonanlage angeschlossen werden.
Es dürfen aber eine beliebige Anzahl an TAE-Dosen hintereinander geschaltet werden, so dass man die Möglichkeit hat, ein Telefon, oder ein Nebengerät an unterschiedlichen Stellen anzuschließen. Um mehrere Dosen hintereinander zu schalten darf man diese nicht einfach parallel an die Telefonleitung hängen. Die Dosen müssen alle in Reihe hintereinander geschaltet werden. Das heißt, die Telefonleitung wird an der ersten Dose an die Klemmen 1 (La) und 2 (Lb) angeschlossen. Dann verdrahtet man den Ausgang Klemmen 5 (b2) und 6 (a2) wieder mit dem Eingang der nächsten Dose. Somit ist für die Verdrahtung eine normale Telefonleitung mit 4 Adern (2x2) ausreichend. Sollten die W – Leitung und E – Leitung benötigt werden, verbindet man diese Klemmen (3 und 4) einfach von Dose zu Dose. Wichtig ist dann auch, dass sowohl die verwendete Telefonanschlussleitung (TAE F-Stecker) als auch das verwendete Telefon diese beiden Anschlüsse unterstützen. Der TAE F-Stecker muss dann 4 Anschlüsse (Kontakte) haben (siehe Bild oben)! Aber wie gesagt, normalerweise werden diese Anschlüsse heute nicht benötigt und können frei bleiben.

 

Hier ein Anschlussbild für mehrere TAE-Dosen:

Anschlussbeispiel für mehrere TAE NFN-Dosen

Bedenken muss man nur, dass durch das einstecken eines TAE F-Steckers die Reihenschaltung an dieser Stelle unterbrochen wird. Das heißt, alle dahinter liegenden TAE-Dosen können nicht mehr verwendet werden, auch nicht mehr für Zusatzgeräte! Erst wenn man den Telefonstecker wieder raus zieht, funktionieren auch die dahinter liegenden Anschlussdosen wieder.
Einen TAE N-Stecker kann man normalerweise in jede N-Kodierte Anschlussbuchse stecken. Wenn es sich um ein genormtes Nebenstellengerät handelt sollte die Telefonleitung intern durchgeschaltet werden und alle dahinter liegenden Dosen sollten weiterhin funktionieren.

Werden mehrere Telefone benötigt muss wie schon erwähnt, entweder ein Telefon-Umschalter oder aber eine (kleine) Telefonanlage benutzt werden. Damit lassen sich dann zwei und mehr Telefone an eine analoge Leitung anschließen und gleichzeitig nutzen.

 

Wie sind die TAE-F & TAE-N Stecker verdrahtet?

 

Interessant ist noch zu wissen, wie die TAE Stecker verdrahtet sind. Wird ein in Deutschland hergestelltes Telefonkabel benutzt sind die Stecker wie folgt belegt:

 

TAE-F Stecker:

  • TAE-F SteckerKontakt 1 = (La) Leitungsfarbe weiß
  • Kontakt 2 = (Lb) Leitungsfarbe braun
  • Kontakt 3 = (W) Wenn vorhanden, dann Leitungsfarbe grün
  • Kontakt 4 = (E) Wenn vorhanden, dann Leitungsfarbe gelb
  • Kontakt 5 = Frei
  • Kontakt 6 = Frei

TAE-N Stecker:

  • Kontakt 1 = (La) Leitungsfarbe weiß
  • Kontakt 2 = (Lb) Leitungsfarbe braun
  • Kontakt 3 = Frei
  • Kontakt 4 = Frei
  • Kontakt 5 = (a2) Leitungsfarbe grün
  • Kontakt 6 = (b2) Leitungsfarbe gelb

Bitte aber beachten: Häufig werden minderwertige Kabel benutzt, die zum Teil im Ausland gefertigt werden. Da werden zum Teil Leitungen mit anderen Farben oder auch Stecker mit Teilbelegung verwendet. Häufig haben N-Stecker dann auch nur zwei Anschlüsse für die Telefonleitung. Ein so angeschlossenes Gerät funktioniert zwar einwandfrei, trennt aber alle Nachgeschalteten Geräte, unter anderem auch ein Telefon!

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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