Bewertung: 4 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern inaktiv
 

Um heute ein vernünftiges Programmangebot im Fernsehen haben zu können, bieten sich vier Möglichkeiten für den Anschluss an: Antennenfernsehen, Kabelfernsehen, Satellitenfernsehen oder ganz neu IPTV. Allerdings sind nicht überall auch alle vier Möglichkeiten verfügbar. Bei den drei herkömmlichen Empfangsmöglichkeiten über Antennenleitung gibt es oft noch die Auswahl zwischen analogem Empfang und digitalem Empfang (DVB). Nur beim Antennenfernsehen (terrestrisch) ist oft nur Analog- oder nach der Umstellung auf DVB-T nur Digitalempfang möglich.
Bei Digitalempfang ist immer ein so genannter Receiver für jedes Empfangsgerät erforderlich, der das empfangene Antennensignal für den Empfänger entsprechend umsetzt. Bei IPTV wird ein sehr schneller Internetzugang (VDSL oder ADSL2(+)) sowie eine so genannte "Set-Top-Box" oder "Media-Receiver" benötigt.

Hier die Vor- und Nachteile der vier Empfangsmöglichkeiten:

 

Antennenfernsehen (DVB-T) - Vorteile:

 

Ist die günstigste Möglichkeit TV-Programme zu empfangen. Es reichen für den digitalen DVB-T Empfang ein Receiver und meist eine kleine Zimmerantenne und man kann je nach Gebiet über 20 TV-Programme digital empfangen. Wenn ein Sender Dolby-Digital Ton anbietet, kann dieser auch mit DVB-T empfangen werden.
Für den aussterbenden analogen Empfang ist eine meist vorhandene Dachantenne, oder eine Zimmerantenne erforderlich.
Es entstehen (noch) keine Folgekosten. Der Empfang ist sehr flexibel. Der Fernseher kann problemlos überall schnell aufgestellt werden, sogar im Garten beim Grillen. Das digitale Fernsehbild ist gut und besser als beim analogen Fernsehempfang über Antenne.

 

Antennenfernsehen (DVB-T) - Nachteile:

 

DVB-T ist noch nicht überall flächendeckend empfangbar. Da über das Antennensignal keine unbegrenzte Bandbreite zur Verfügung steht, muss diese bei den Sendern entsprechend angepasst werden. Zuerst einmal steht je Sender weniger Bandbreite zur Verfügung als bei SAT- und Kabelfernsehen. Dadurch ist die Qualität schon mal etwas schlechter. Dann wird die Bandbreite auf einem Kanal nochmals flexibel auf die Sender verteilt. Eine Sendung, wie z.B. die Nachrichten benötigt weniger Bandbreite als z.B. ein Autorennen, da sich das Bild weniger häufig komplett ändert. Müssen aber mal mehrere Sendungen mit höherer Bandbreite übertragen werden, kann es zu Rucklern im Bild kommen. Auch können nicht unbegrenzt viele Programme über DVB-T übertragen werden. Die Auswahl übernimmt der Betreiber und kann von Region zu Region unterschiedlich sein. Teilweise werden auch digital nur 5-10 Programme angeboten. Verschlüsselte Sendungen, wie z.B. Sky (früher Premiere) werden derzeit überhaupt nicht über DVB-T ausgestrahlt. Auch werden (derzeit) über DVB-T keine hochauflösenden Fernsehsendungen (HDTV) übertragen. Es werden für jeden Empfänger ein Receiver und gegebenenfalls eine Zimmerantenne benötigt. Radioprogramme werden, bis auf ganz wenige Ausnahmen, über DVB-T überhaupt nicht übertragen, dafür ist also immer eine zusätzliche Antenne erforderlich. Wenn nur analoger Antennenempfang möglich ist, stehen oft nur 3-4 Sender zur Verfügung, die auch nur in mäßiger Qualität angezeigt werden können.

 

 

Kabelfernsehen (DVB-C) - Vorteile:

 

Kabelfernsehen bietet meist eine durchgehende sehr gute Qualität. Es muss für analoges Kabelfernsehen kein Zusatzgerät, wie z.B. ein Receiver verwendet werden. Um Empfangsgeräte an den Kabelanschluss anzuschließen wird meist nur ein einfacher Antennenverstärker benötigt. Es gibt nur selten Programmunterbrechungen und auch bei schlechtem Wetter ist das Fernsehbild meist gut. Es können zumindest bei analogem Empfang mehrere Empfangsgeräte hintereinander angeschlossen werden. Über Kabel sind neben sehr vielen frei empfangbaren Sendern, auch Bezahlsender wie Sky (früher Premiere) und Radioprogramme digital empfangbar. Über DVB-C können auch hochauflösende Fernsehsendungen (HDTV) übertragen werden. Inzwischen bieten einige Kabelnetzbetreiber auch zusätzliche Leistungen wie Telefon und Internet ("Triple Play") über DVB-C an.

 

Kabelfernsehen (DVB-C) - Nachteile:

 

Zuerst muss für Kabelfernsehen natürlich ein Anschluss im Haus, oder zumindest in der Strasse liegen. Das zur Verfügung stehende Programmangebot wird vom Netzbetreiber vorgegeben und kann von Region zu Region unterschiedlich sein. Somit kann es auch vorkommen, dass bestimmte Sender gar nicht im Kabelnetz verfügbar sind. Neben eventuell anfallende Anschlusskosten fällt eine monatliche Gebühr an den Netzbetreiber an. Für Digitalfernsehen (DVB-C) benötigt man zusätzlich auch einen Receiver je Empfangsgerät. Die meisten digital ausgestrahlten Sender werden über DVB-C verschlüsselt, auch z.B. die privaten Sender. Somit ist für DVB-C immer ein Receiver mit Entschlüsselungsmodul erforderlich. Da die Betreiber bei der Bestellung normalerweise auch nur eine Entschlüsselungskarte mitliefern, kann das digitale Programm nur an einem Empfangsgerät angezeigt werden. Manche Anbieter stellen aber gegen eine Gebühr weitere Karten zur Verfügung, andere nicht. Auch bei den Receivern gibt es Unterschiede: einige Betreiber erlauben den Betrieb mit einem handelsüblichen Receiver mit CAM-Modul für die Entschlüsselungskarte, andere Betreiber bestehen auf den zum Vertrag gelieferten Receiver und erlauben den Betrieb mit keinem anderen. 

 

 

SAT-Fernsehen (DVB-S) - Vorteile:

 

Eine SAT-Anlage ist heute bereits preiswert erhältlich. Selbst wenn mehrere Anschlüsse benötigt werden, halten sich die Kosten im Rahmen. Es fallen derzeit keine weiteren laufenden Kosten an. Über SAT sind alle Programme empfangbar, auch solche, die bei den anderen Empfangsformen wahrscheinlich nie eingespeist werden, darunter natürlich auch viele Bezahlsender (Pay-TV) wie z.B. Sky.  Es stehen mehrere Fernsehsatelliten zur Verfügung, so dass auch sehr viele ausländische Sender in Deutschland empfangen werden können. Die Qualität ist bei "normalem" Wetter sehr gut. Eine SAT-Anlage kann meist problemlos überall dort installiert werden, wo es eine freie Sicht in den Himmel in Richtung des gewünschten Satelliten gibt. Neben dem Fernsehprogramm werden über Satellit auch sehr viele Radioprogramme und zusätzliche Dienste zur Verfügung gestellt. Über DVB-S2 können auch hochauflösende Fernsehsendungen (HDTV) übertragen werden. Wie eine komplette SAT-Anlage aufgebaut werden kann, habe ich in einem eigenen Artikel ausführlich beschrieben.

 

SAT-Fernsehen (DVB-S) - Nachteile:

 

Der Installationsaufwand ist gegenüber den anderen Empfangsformen meist höher. An einen Anschluss kann immer nur ein Empfänger angeschlossen werden, egal ob der Empfang analog oder digital erfolgt. Es muss somit je Anschluss eine Antennenleitung von der SAT Antenne bis zum Gerät gelegt werden. Alleine für ein TV- und Aufzeichnungsgerät müssen somit schon zwei Leitungen verlegt werden. Für jeden Empfänger wird zusätzlich immer ein Receiver benötigt. Für den Empfang muss eine meist unschöne "Schüssel" im freien montiert werden, was manchmal ein Vermieter untersagt. Diese muss genau auf den gewünschten Satelliten ausgerichtet werden. Bei starkem Regen oder Schneefall kann der Empfang beeinträchtigt werden oder sogar ganz abbrechen.


Fernsehen über IPTV - Vorteile:

IPTV gehört zu einer ganz neuen Empfangsform für Fernsehsendungen und Filme. Bei IPTV wird das Fernsehsignal nicht mehr über Antennenleitungen ins Haus geliefert, sondern über das Internet, also der Telefonleitung. Demnach wird für IPTV eine ganz andere Technik benötigt. Herkömmliche Fernsehempfänger wie z.B. eine SAT-Schüssel können demontiert, bzw. ein Kabelanschluss kann gekündigt werden. Für IPTV liefert der Anbieter, heute meist die Deutsche Telekom, eine so genannte "Set-Top-Box" oder auch "Media-Receiver" mit. Diese wird mit Netzwerkleitungen an das DSL-Modem angeschlossen. Um IPTV nutzen zu können wird ein sehr schneller DSL Anschluss geschaltet (VDSL oder ADSL2(+)). Über IPTV werden auch diverse Zusatzleistungen angeboten. So kann ein Anwender oft den Beginn einer Sendung selber bestimmen oder gar Filme wie in einer Videothek "Video on Demand" bestellen. Auch sind weitere Optionen geplant, die es bei einer anderen Empfangsart nie, oder wenn überhaupt nur stark eingeschränkt geben wird. Der Anwender kann bei IPTV z.B. interaktiv an Sendungen, wie z.B. Spielshows teilnehmen. IPTV wird oft als "Triple Play" Paket verkauft, also Telefon, Internet und Fernsehen von einem Anbieter. Hochauflösende Fernsehsendungen (HDTV) sind über IPTV auch möglich. 

Fernsehen über IPTV - Nachteile:

IPTV ist nicht mal eben schnell, wie die DVB-T oder DVB-C Empfangsformen, angeschlossen. Es muss ein DSL-Modem konfiguriert werden und die ganze Verdrahtung muss mit Netzwerkleitungen erfolgen. Auch sitzt die Telefondose, an der IPTV ins Haus geliefert wird, oft nicht gerade günstig um eine Verdrahtung ins Wohnzimmer zum Fernseher vorzunehmen. Meistens sind nicht alle Sender über IPTV verfügbar. IPTV ist verhältnismäßig teuer, da automatisch auch immer ein schneller VDSL- oder ADSL2(+) Anschluss geschaltet werden muss. Des Weiteren ist IPTV heute meist auch nur in Großstädten und Ballungsräumen verfügbar, da ein schneller DSL Anschluss auch immer eine kurze Leitungslänge zur nächsten Vermittlungsstelle voraussetzt. Bei der "Set-Top-Box" hat man meist auch keine große Auswahl. Der Anbieter stellt einem eine Box zur Verfügung mit der man klar kommen muss, eine große Auswahl hat man meistens nicht. Oft muss man gerade in Miethäusern zusätzlich zum IPTV auch noch anteilmäßig eine eigentlich nicht mehr benötigte andere Fernsehen Übertragungsform bezahlen, wenn z.B. die Kabelfernsehgebühren in den Nebenkosten auf alle Mietparteien aufgeteilt werden.


Sollten noch Fragen offen sein, oder Probleme auftauchen, benutzt bitte mein Forum. Ich werde dort versuchen alle Fragen zu beantworten.

[Zurück zur Übersicht]

Joomla Toplist

Besucher heute

® Auf im Beitrag genannte Namen und Bezeichnungen, sowie auf Logos können Markenrechte von Firmen im In- und Ausland liegen

www.CompTech-Info.de wird gehostet von:

ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider

Wer ist online

Aktuell sind 85 Gäste und keine Mitglieder online

Beiträge:

Deine Daten

IP

Kleine Spende

Hier bitte ich Dich um eine kleine Spende für meine Webseite "www.CompTech-Info.de".
Weitere Infos dazu habe ich hier für Dich zusammengestellt.
Vielen Dank!
 

Ziel, mindestens: 119,40 €
Gespendet 2017:  28,37 €
Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
Zum Seitenanfang