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UMTS ist die Abkürzung für "Universal Mobile Telecommunications System" und ist ein recht neuer Mobilfunkstandard. Man spricht auch von dem "Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G)".
In Deutschland ist UMTS sicher bei allen im Jahr 2000 bekannt geworden, als die Lizenzen von der Bundesregierung im August 2000 versteigert wurden. Die UMTS-Lizenzen sind an 6 Mobilfunkunternehmen (Vodafone, T-Mobile, ein Zusammenschluss aus E-Plus und Hutchison, Viag Interkom (O2), Mobilcom und Quam (3G)) für je 16,45 Milliarden DM also ca. 8,5 Milliarden Euro verkauft worden! Zusammen hat die Bundesregierung so ca. 98,7 Milliarden DM umgerechnet also ca. 50,8 Milliarden Euro eingenommen. Im Jahr 2000 ging es den Firmen noch gut und alle träumten vom technischen Aufschwung mit UMTS. Allerdings haben sich einige Firmen mit dieser Lizenz übernommen.
Quam (3G) hat sein GSM Netz bereits am 16. November 2002 in Deutschland komplett eingestellt und ist vom Mobilfunkmarkt verschwunden. Mobilcom konnte die von der Bundesregierung geforderten UMTS Auflagen auch nicht erfüllen. Diese zwei Lizenzen sind somit bisher ungenutzt. Übrig geblieben sind noch Vodafone, T-Mobile, O2 ehemals Viag Interkom und ein Zusammenschluss aus E-Plus und Hutchison. Diese Mobilfunkfirmen bauen derzeit das UMTS-Netz auf.

 

Wie alles begann…

 

Schon in den 50er Jahren wurde das erste "Funktelefon" entwickelt. Die Deutsche Bundespost war allerdings bestrebt ein einheitliches Funk-Telefonnetz in Deutschland aufzubauen.

Mobilfunknetz der 1. Generation (1G):

Die erste Generation bei den (Mobil) Funk-Telefonen wurde 1958 mit dem A-Netz von der Deutschen Bundespost eingeführt. Dieses bediente sich der analogen Übertragungstechnik und war damit zwar für Sprache gut geeignet, hatte aber nur eine sehr begrenzte Netzkapazität. Auch an Datenübertragung war zu dieser Zeit nicht denken. Der Empfangsbereich war zu dieser Zeit auch sehr gering. Um ein Gespräch aufzubauen, musste man eine Vermittlungsstelle anrufen, die einen dann verbunden hat ("das Fräulein vom Amt"). Das A-Netz wurde ende der 60er Jahre immer mehr beansprucht und kam bald an seine Grenzen.
1972 wurde dann das B-Netz eingeführt. Es nutzte auch die analoge Übertragungstechnik, hatte aber deutlich mehr Netzkapazität. Auch war es beim B-Netz nun möglich einen Gesprächspartner selber, also ohne Vermittlungsstelle anzurufen. Allerdings musste man noch immer wissen, wo sich die angerufene Person gerade aufhält und an ein telefonieren beim Autofahren war nicht zu denken. Verließ man eine Funkzelle war das Gespräch beendet. Mitte der 80er Jahre war auch das B-Netz ausgelastet.
1986 hat das C-Netz den Betrieb aufgenommen. Auch dieses Netz lag noch in der Verantwortung der Deutschen Bundespost. Im C-Netz war es nun endlich möglich, einen Teilnehmer überall zu erreichen. Auch konnte sich ein Teilnehmer z.B. im Auto bewegen, ohne dass das Telefongespräch abgebrochen ist. Allerdings basierte auch das C-Netz noch auf der analogen Übertragungstechnik.

Mobilfunknetz der 2. Generation (2G):

Bereits 1989 begannen die Vorbereitungen für das "neue" Mobilfunknetz. Dieses sollte nun die digitale Übertragungsnorm nutzen und somit auch für die Datenübertragung geeignet sein. Außerdem wurde gleich an ein "Massenprodukt" gedacht, also ein Mobilfunknetz für sehr viele Teilnehmer. Auch bekam mit der Vergabe der D-Netz Lizenzen die Deutsche Bundespost erstmals Konkurrenz von der Firma Mannesmann (heute Vodafone). Beide bekamen eine Lizenz um ein digitales D-Netz in Deutschland aufzubauen.
1991 sind dann die GSM-900 Netze D1 (Deutsche Bundespost) und D2 (Mannesmann) in Betrieb gegangen.
1993 kam ein weiterer Konkurrent ins Spiel. Es wurde eine weitere Mobilfunklizenz vergeben, die auf ähnlicher (GSM) Technik, allerdings im GSM-1800 Band arbeitet, das E-Netz. Die Firma E-Plus, die damals unter anderem aus den Firmen Veba und Thyssen bestand ging 1994 mit ihrem Netz in Betrieb. Das E-Netz ist besonders für seine kleineren Handys mit weniger Stromverbrauch und einer besseren Sprachqualität bekannt geworden. 1995 wurde die Telekom AG gegründet, die ab dann das D1-Netz von der Deutschen Bundespost übernahm.
1998 erwarb ein weiterer Mobilfunkbetreiber, die Firma Viag Interkom eine E-Netz Lizenz und nahm seinen Betrieb auf. Heute heißt Viag Intercom "O2".
2001 startete im dritten Quartal ein weiterer Mobilfunkanbieter, die Firma Quam. Quam war ein Zusammenschluss der so genannten Group 3G, welche aus der finnischen Firma Sonera und der spanischen Firma Telefónica Móviles bestand. Quam baute kein eigenes Funknetz auf sie nutzten das E-Netz mit. Allerdings benutzte auch Quam eigene Telefonnummern und Vorwahlen. Quam plante erst später ein eigenes UMTS-Netz aufzubauen, schließlich hatte man ja für über 8 Milliarden Euro eine Lizenz gekauft. Allerdings musste das Unternehmen nach nur einem Jahr bereits im Juli 2002 seine Dienste wieder einstellen. Im November 2002 wurden dann alle Quam Rufnummern abgeschaltet. An den UMTS-Plänen hielt das Unternehmen weiter fest, da die erworbenen UMTS-Lizenzen auch nicht verkauft werden durften. Allerdings ist nie etwas daraus geworden.

Mobilfunknetz der 3. Generation (3G):

Im Zeitalter der Datenübertragung, auch größerer Mengen, kam selbst das GSM-Netz auch an seine Grenzen. Das zeichnete sich bereits im Jahr 2000 ab, als die UMTS-Lizenzen "versteigert" wurden. Sechs Mobilfunkfirmen wollten eine Scheibe dieses lukrativen zukünftigen Standards abbekommen und boten einen riesigen Geldbetrag dafür. Im Jahr 2000 war der "Neue Markt" auf seinem Höhepunkt. Den Firmen in der Technikbranche gingen es sehr gut und alle prophezeiten UMTS als "die Technik der Zukunft". 6 Mobilfunkunternehmen (Vodafone, T-Mobile, ein Zusammenschluss aus E-Plus und Hutchison, Viag Interkom (O2), Mobilcom und Quam (3G)) kauften für je 16,45 Milliarden DM also ca. 8,5 Milliarden Euro eine UMTS-Lizenz.
Danach ging es aber mit dem "Neuen Markt" steil bergab und die Ausgaben für die UMTS-Lizenz riss ein großes Loch in die Taschen der Firmen. Bei diesen Ausgaben blieb es ja auch nicht. Die Bundesregierung gab mit der Abgabe der Lizenz auch gleich eine Strenge Auflage weiter in der die Mobilfunkfirmen verpflichtet wurden ein funktionierendes UMTS-Netz in bestimmter Zeit aufzubauen.
Die Firma Quam (3G), die erst 2001 in Deutschland in das GSM-Geschäft eingestiegen ist, musste bereits ein Jahr später wieder aufgeben. Den UMTS-Aufbau hat Quam nie begonnen hielt aber bis 2004 an den UMTS-Lizenzen fest. 2004 wurden Quam die Lizenzen und die damit verbundenen Frequenzzuteilung, nach einer Prüfung durch die Bundesnetzagentur dann gerichtlich entzogen. Quam klagte die 8,5 Milliarden Euro ein, wurde aber abgewiesen.
Die Firma Mobilcom stand nach dem Kauf der Lizenz kurz vor dem Konkurs. Durch Umstrukturierungen konnte dieses Unternehmen zwar gerettet werden, die UMTS-Lizenzen hat das Unternehmen aber bereits ende 2003 freiwillig zurückgegeben, da finanziell nicht an einem Aufbau eines eigenen Netzes zu denken war.
2003 gingen bei den verbliebenen 4 Mobilfunkfirmen die ersten Probeläufe mit UMTS los. Seit 2004 ist nun UMTS bei uns in Betrieb.

 
 

Was ist denn besser am UMTS-Netz?

 

Das UMTS-Mobilfunknetz nutzt als Hauptverbesserung eine etwa 25 mal höhere Bandbreite. Bei GSM Netzen liegt die Bandbreite bei etwa 200 kHz, bei UMTS Netzen liegt diese bei 5 MHz. Dadurch kann das Netz viel besser ausgenutzt und die Datenübertragungsrate kann erheblich erhöht werden. Theoretisch soll es bei UMTS im günstigsten Fall möglich sein, eine Datenübertragungsrate von bis zu 2 MBit/s zu erreichen. Allerdings drosseln die Netzbetreiber diese Geschwindigkeit derzeit wie bei DSL erheblich. Angestrebt wird derzeit eine Übertragungsgeschwindigkeit von 384 kBit/s, technisch sind derzeit aber meistens nur etwa 128 kBit/s möglich. Immerhin entspricht das noch der doppelten ISDN-Geschwindigkeit (ISDN mit Kanalbündelung). In Randgebieten kann die Übertragungsgeschwindigkeit allerdings auch auf einfache ISDN-Geschwindigkeit, also etwa 64 kBit/s zurückgehen. Bei GSM sind derzeit im günstigsten Fall gerade Mal 57,6 kBit/s möglich, meistens liegt der Wert aber noch darunter. Somit ist UMTS deutlich schneller als GSM und für Videotelefonate reicht die Geschwindigkeit gerade so aus.
Damit aber nicht genug. Die Netzbetreiber haben bereits mit "HSDPA" und "HSUPA" zwei Erweiterungen für das UMTS Netz bereit gestellt. HSDPA beschleunigt den Download (also das runterladen) auf theoretische 14,4 Mbit/s. Technisch erreicht man heute 2008 maximal 7,2 Mbit/s. HSUPA beschleunigt den Uplink (also das Senden von Daten) auf theoretische 5,8 Mbit/s. Technisch ist auch hier wieder weniger möglich. Heute 2008 liegt man bei einem Wert von etwa 1,4 Mbit/s.

 

Die zweite Verbesserung gegenüber GSM betrifft die Sendevorrichtungen. Hier kann ein Netzbetreiber den Sendemast passend für das zu versorgende Gebiet planen. So kann eine Sendevorrichtung (Zelle) für nur wenige hundert Meter (z.B. für einzelne Gebäude) über mehrere Kilometer (z.B. für Städte) bis hin zu mehreren 100 Kilometern (z.B. für ganze Landbereiche) aufgestellt werden. Je kleiner die Sendezelle, je geringer ist auch der Energiebedarf.

 

Welche Technik nutzt UMTS?

 

UMTS nutzt das so genannte WCDMA-Verfahren (Wideband Code Division Multiple Access). Durch diese Technik werden die Daten nicht mehr Zeitversetzt (Zeitmultiplex) wie bei den GSM-Netzen auf einem Kanal übertragen, sondern können gleichzeitig gesendet und empfangen werden. Unterschieden werden die unterschiedlichen Daten durch eindeutige Codes, die beim einwählen zwischen dem UMTS Handy und der Basisstation ausgetauscht werden. Das hat den Vorteil, dass ein Handy immer online ist und sich nicht bei jeder Anfrage erneut einwählen muss. Auch kann so die gesamte, zur Verfügung stehende Bandbreite der Basisstation (Funkzelle), optimal ausgenutzt werden, wodurch eine schnelle und gute Verbindung sichergestellt ist.

 

Hat UMTS auch Nachteile gegenüber GSM?

 

Ja, zwei Nachteile gibt es. Diese Nachteile ergeben sich aus der verwendeten WCDMA Technik, die auch bei Schnurlosen Telefonen auftritt: Entfernt man sich von der Basisstation und kommt an den Funkrand, verschlechtert sich der Empfang und die Datenübertragungsrate bricht ein. Außerdem verschlechtert sich die Verbindung wenn das Handy z.B. im Auto oder der Bahn in "Bewegung" ist. Die meisten dieser Probleme hat man inzwischen aber recht gut in den Griff bekommen.

 

Funktioniert ein UMTS-Handy nur mit UMTS?

 

Nein! Genau so wie heute fast jedes Handy sowohl im GSM-900 (D-Netz) als auch im GSM-1800 (E-Netz) funktioniert, "funkt" ein UMTS-Handy heute auch im GSM Band. Allerdings wird natürlich ein UMTS-Handy benötigt um in den Genuss von UMTS zu kommen, ein GSM-Handy funktioniert nur im GSM-Netz.
Kann mit einem UMTS-Handy kein UMTS-Signal empfangen werden, schaltet dieses meist automatisch auf das entsprechende GSM-Netz des Betreibers um. Eine "überall" Erreichbarkeit ist also gewährleistet. Anfangs konnte man bei einem UMTS-Handy nicht wählen, das es nur im GSM-Band bleibt. Sobald ein UMTS-Sender in der Nähe war, schaltete ein UMTS-Handy auch darauf um. Selbst dann, wenn ein GSM Sender mit stärkerem Signal erreichbar war. Es konnte also sein, dass auf ein schlechter zu empfangendes UMTS-Signal umgeschaltet wird, obwohl ein starkes GSM-Signal vorhanden war.
Diesen Umstand gibt es meistens bei neuen UMTS Handys nicht mehr. Heute kann man ein solches Handy auch so einstellen, dass dieses z.B. nur im GSM-Netz arbeitet.

 

Fazit

 

UMTS ist eine recht neue Technik und steht noch am Anfang der Entwicklung. Sicher wird sich UMTS in den nächsten Jahren gegenüber GSM behaupten können. Ursprünglich war geplant, das GSM-Netz nur noch bis 2009 zu betreiben, mit der Option es zu verlängern. Bis heute (Mitte 2009) ist von einer Abschaltung aber noch nichts zu hören. Es werden auch weiterhin noch GSM Handys verkauft, so dass an ein Ende wohl noch nicht zu denken ist.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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