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WAP ist die Abkürzung für "Wireless Application Protocol" und bezeichnet das Internetprotokoll für mobile Systeme. WAP wurde speziell für Geräte mit kleinem Anzeigefeld und geringer Übertragungsgeschwindigkeit, wie z.B. bei Mobiltelefonen üblich, entwickelt. WAP 1.x kann nichts mit der üblichen HTTP Technik anfangen. Da sind einfach zu viele Elemente enthalten, die für ein Mobilfunkgerät zu umfangreich sind. Für WAP wurde daher die Auszeichnungssprache WML (Wireless Markup Language) entwickelt.
Der Internetzugang bei WAP 1.x erfolgt daher über einen speziellen WAP-Gateway. Dieser "übersetzt" Anfragen vom Handy in das Internet in das "HTML" Format. Übertragungen aus dem Internet zum Handy "übersetzt" (compiliert) der WAP-Gateway in das benötigte WMLC (Wireless Markup Language Compiled) Format. Der Aufruf von normalen Internetseiten macht mit WAP eigentlich keinen Sinn, da zu viele Informationen und Bilder dann einfach weggelassen würden. Mit WAP sollte man nur speziell dafür aufbereitete Webseiten anwählen.
Der Datenverkehr wird auch bei WAP über Protokolle geregelt. Zwischen Handy und WAP-Gateway wird das WSP (Wireless Session Protocol) und zwischen WAP-Gateway und Internet wird das übliche "HTTP" Protokoll verwendet.
Um WAP-Seiten aufzurufen wird ein WAP-Browser (Anzeigeprogramm) benötigt welcher das WSP (Wireless Session Protocol) unterstützt und die Auszeichnungssprache WML (Wireless Markup Language) beherrscht. Handys haben einen solchen WAP-Browser heute fast immer eingebaut. Für den PC gibt es allerdings auch WAP-Browser.

WAP, die Entwicklung

Der WAP-Standard wurde 1997 in der Version 1.0 veröffentlicht. Allerdings bestand 1997 noch nicht der Bedarf nach einem Internetzugang für Handys und auch die Technik war noch nicht so ausgereift. So konnte sich WAP V1.0 nicht durchsetzen.

Erst zwei Jahre später kam 1999 die neue Version 1.1 heraus. Diese Version war technisch soweit gegenüber der Version 1.0 überarbeitet, dass diese problemlos jetzt auch mit dem Internet zusammenarbeiten konnte. Die Mobilfunkhersteller integrierten kurz darauf auch entsprechende WAP 1.1 Browser in die Handys. WAP V1.0 und WAP V1.1 sind nicht kompatibel zueinander. Da WAP V1.0 allerdings auch nicht weit verbreitet war, ist dieser Umstand nicht weiter tragisch.

Im Jahr 1999 hatte WAP seinen großen Durchbruch, so dass bereits zum Jahresende eine neue Version 1.2 herausgegeben wurde. In dieser Version wurde die Zusammenarbeit zwischen WAP-Browser und Internet noch weiter verbessert. Außerdem wurde der so genannte WAP-Push-Service mit dieser Version eingeführt. Der Push-Service wird benötigt um Mitteilungen ohne Anfrage durch den Handybesitzer auf sein Gerät zu senden, so lassen sich z.B. Eingangsbestätigungen von E-Mails verschicken.

Mitte 2000 wurden weitere kleinere Veränderungen an der WAP-Technik vorgenommen und die Version 1.2.1 veröffentlicht.

Mitte 2001 entschied man sich von der bis dahin gelobten WAP-Technik abzuweichen und doch in Richtung der "normalen" Internet-Eigenschaften zu schwenken. Die WAP-Technik wurde komplett umstrukturiert und erhielt nun die Versionsnummer 2.0. Seit dieser Version kann WAP nun auch direkt mit dem Internet (XHTML) kommunizieren. WML gibt es nicht mehr. Es wird auch kein WAP-Gateway mehr benötigt. Allerdings fallen dadurch natürlich auch viel mehr Daten für die Übertragung an, wodurch das Surfen zum Geduldsspiel werden kann. Erst mit der UMTS-Technik macht WAP 2.0 eigentlich Sinn. Auch das Datenaufkommen ist viel höher. Wenn z.B. die GPRS-Technik verwendet wird, kann es mit WAP 2.0 richtig teuer werden.

Bei aktuellen Handys liest man heute meist immer "WAP 2.0 tauglich", auch wenn diese "nur" für das GSM-Netz geeignet sind. Das würde normalerweise keinen Sinn machen. Die Hersteller haben meistens aber der WAP 1.2.1 Technik zusätzlich die XHTML Eigenschaften vererbt. Man ließ daher auch oft "WAP 1.2 (XHTML)" oder "XHTML Browser". Mit solchen Handys kann man meistens weiterhin die WAP 1.x Seiten nutzen und auf Wunsch auch XHTML-Seiten aufrufen. Im Zweifelsfall sollte man vor dem Handykauf sicherheitshalber genau nachfragen ob das Handy auch WAP 1.x Seiten aufrufen kann!

Welche Technik nutzt WAP?

WAP nutzt für die Datenübertragung die Übertragungstechnik des Handys. Im GSM-Netz also meistens GPRS oder HSCSD, bzw. auch USSD (Unstructured Supplementary Service Data) und im UMTS-Netz WCDMA.

Wird WAP nur für den Internetzugang benötigt?

Nein. Auch der Multimedia Übertragungsservice "MMS" (Multimedia Messaging Service) nutzt diese Technik! Dadurch ist auch zu erklären, warum MMS-Nachrichten teurer sind als SMS-Nachrichten und in etwa so viel Kosten wie der WAP-Internetzugang.
Hat man eine MMS bekommen, erhält man über den oben genannten Push-Service eine Mitteilung, dass eine neue MMS eingegangen ist und diese abgerufen werden kann.

Gibt es ähnliche Dienste?

Nein, heute nicht mehr. Eine Alternative bot nur E-Plus eine Zeit lang seinen Kunden an! E-Plus betrieb in der Zeit von 2002 bis 2006 in Deutschland den so genannten i-Mode Datendienst. Dieser nutzte, wie auch WAP 2.0 eine Technik, die der "normalen" Internettechnik sehr nahe kam und sich iHTML nannte. iHTML war ähnlich wie XHTML leicht umzusetzen und kompatibel mit HTML. Es wurden bei iHTML lediglich spezielle Befehle (Tags) für besondere Befehle beigefügt.
Um i-Mode nutzen zu können, musste zum einen ein spezieller E-Plus Vertrag bestehen und zum anderen wurde ein spezielles i-Mode Handy benötigt.

Am 07.06.2006 kündigte E-Plus an, i-Mode in Deutschland wieder einzustellen. Daher werden heute auch keine i-Mode Handys mehr angeboten. i-Mode fand bei uns keine große Akzeptanz. Zum einen war E-Plus der einzige Anbieter und zum anderen ist WAP inzwischen auf etwa dem gleichen technischen Stand und wird von allen Anbietern unterstützt. In Japan ist i-Mode im Gegensatz zu Deutschland ein großer Erfolg und ist dort weit verbreitet.

Was ist mit echten Browsern?

Inzwischen verwenden einige (Computer)Handys auch schon "echte" Internet-Browser! Die Handys besitzen häufig schon so große Anzeigen, sind so gut ausgestattet und das UMTS-Handynetz ist so schnell, dass  man auch schon "echte" Internet-Browser in die Mobiltelefone integriert. Damit ist es dann problemlos möglich jede beliebige Webseite, wie auf dem großen PC zu Hause aufzurufen. Lediglich mit speziellen Programmiersprachen (Java-Script oder Flash) haben die Handy-Browser oft noch Probleme und zeigen entsprechende Webseiten nicht, oder falsch an.

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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