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Die Abkürzung steht für "Electronic Ink" also "elektronische Tinte". Im Gegensatz zu LCD-Anzeigen (Monitoren) ist E-Ink deutlich Kontrastreicher und entspricht viel eher einer gedruckten Schrift.

Wo wird E-Ink eingesetzt?

Die Entwicklung von E-Ink steckt noch im Anfangsstadium. Derzeit wird E-Ink hauptsächlich bei so genannten "eBook Readern", also Lesegeräte für elektronische Bücher eingesetzt. Hier wird eine Buchseite elektronisch nachempfunden, auf der der Text mit der E-Ink Technik angezeigt wird.
Man spricht hier auch von "elektronischem Papier" (kurz e-Papier) oder auf englisch "E-Paper".
Solche Lesegeräte gibt es als Massenprodukt erst seit dem Jahr 2009. Somit wird sich sicher in den nächsten Jahren hier noch einiges tun. Denkbar sind z.B. auch Werbetafeln, Anzeigetafeln, Uhren und Handys die mit der E-Ink Technik arbeiten.

Wieso benutzt man elektronisches Papier?

Auf normales Papier schreibt man Text mit einem Stift oder druckt diesen mit entsprechenden Druckern. Einmal beschrieben ist das Papier nicht mehr anders verwendbar. Möchte man viel Text niederschreiben, benötigt man auch viele Blätter Papier. So ist ein gutes Buch schnell mal 500 oder gar 1000 Seiten dick und dementsprechend schwer.
Elektronisches Papier verwendet immer nur eine Seite. Da aber auch die Elektronik und Speicher untergebracht werden muss, ist ein "eBook Reader" nur so dick wie ein Taschenbuch und auch in etwa so schwer. Die einzelnen Seiten sind in einem Speicher abgelegt und können dort auch gelöscht und mit neuem Inhalt beschrieben werden. In den Speicher aktueller Lesegeräte passen heute sehr viele komplette Bücher.
Man könnte jetzt sagen, dafür hätte man kein neues Gerät entwickeln müssen. Schließlich gibt es schon lange Laptops und seit einiger Zeit auch die kleineren Netbooks. Auch darauf kann man ja elektronische Bücher laden und diese unterwegs lesen. Im Prinzip ist das richtig! Nur ist die E-Ink Technik viel näher dem "echten" Papier nachempfunden. Es gibt dort kaum Reflektionen und der Kontrast ist deutlich besser. Beim lesen ermüden die Augen viel weniger und man hat das Gefühl in ein Buch zu sehen.

Wie funktioniert E-Ink?

Ich möchte hier keine Wissenschaftliche Dokumentation niederschreiben und erkläre daher die Funktion sehr vereinfacht.
Begonnen haben die Ersten Versuche mit E-Ink bereits in den 1970er Jahren. Da hat die Firma "Xerox" unter dem Namen "Gyricon" das Erste elektronische Papier entwickelt. Bei diesem legte man zwei dünne Glasplatten mit einem schmalen Zwischenraum übereinander. In diesem Zwischenraum sind tausende kleiner Kügelchen nebeneinander in einer Öl-Flüssigkeit untergebracht. Die Kügelchen sind auf der einen Seite weiß und auf der anderen schwarz.
Eine Elektronik kann über die untere Platte jede einzelne Kugel "ansprechen" und über ein Magnetfeld umdrehen. Dabei sind die Kugeln so gelagert, dass sie sich nicht durch schütteln oder kippen selber verdrehen können sondern nur durch das elektrische Feld. Die Kügelchen bleiben dann so lange in der Position, bis sie wieder elektronisch gedreht werden. Das funktionierte auch ohne ständig anliegende Spannung. Lediglich zum verändern des Inhaltes muss man eine Spannung anlegen.

Heute verwenden die Firmen ein ähnliches, aber verbessertes System unter der Bezeichnung "Elektrophorese". Dabei befinden sich zwischen zwei Kunststoffplatten kleine Mikrokapseln, die mit einer gefärbten Flüssigkeit gefüllt sind. In den Mikrokapseln befinden sich kleine schwarze "Perlen", die sich durch anlegen eines elektrischen Feldes nach vorne ausrichten, oder in der Flüssigkeit abtauchen und so unsichtbar werden. Auch bei diesem System werden die "Perlen" nur durch ansteuern der einzelnen Zellen beeinflusst und der Zustand bleibt bis zum erneuten verändern auch ohne anliegende Spannung erhalten.
Der Vorteil der "Elektrophorese" ist, dass das elektronische Papier nun aus Kunststoffplatten gefertigt werden kann. Damit ist bei diesem System das "Papier" nun sogar in gewissem Umfang biegbar und leichter als Anzeigen mit Glasplatten.

Aber das ist noch lange nicht alles! Wie eingangs beschrieben stecken die Entwicklungen für elektronisches Papier noch in den Kinderschuhen. Ständig wird mit neuen Techniken experimentiert, so dass sich hier in nächster Zeit sicher noch einiges tun wird. So hat ein Ableger der Firma "Philips" z.B. das so genannte "Electrowetting-Display" entwickelt. Dabei wird die Lichtdurchlässigkeit zweier Flüssigkeiten (Wasser und Öl) durch anlegen einer Spannung verändert.

Welche Vorteile hat die E-Ink Technik?

Gegenüber den sonst üblichen LCD-Anzeigen hat die E-Ink Technik folgende Vorteile:

  • Der Energieverbrauch ist sehr gering. Es wird nur zum verändern des Inhaltes Strom benötigt.
  • Der Kontrast ist ähnlich wie bei herkömmlichen gedruckten Buchseiten. Es gibt keine Hintergrundbeleuchtung. Dadurch ist auch ein lesen bei Sonnenlicht problemlos möglich.
  • Der Kunststoff (e-Papier) ist reflektionsarm und kann auch von schräger Betrachtung noch gut gelesen werden.
  • Dadurch, dass der Text nicht elektronisch (Leuchtschrift) angezeigt wird, gibt es kein flimmern.
  • Die Anzeigen (e-Papier) können sehr dünn und leicht hergestellt werden. Dadurch sind diese sogar in Grenzen biegbar und man könnte sie in verschiedenen Formen und Größen herstellen.
  • Die Auflösung liegt derzeit (2010) bei etwa 160 dpi und ist somit höher als bei LCD Anzeigen.

Welche Nachteile hat die E-Ink Technik?

Wie jedes Produkt gibt es auch bei der E-Ink Technik Nachteile gegenüber anderen Techniken:

  • Es können derzeit nur schwarz-weiße Anzeigen hergestellt werden. An farbigen Anzeigen wird derzeit noch gearbeitet.
  • Es wird immer eine Beleuchtung benötigt. Die Anzeigen mit der E-Ink Technik leuchten nicht von selber. Ohne Licht kann man, wie bei einem echten Buch, nichts lesen.
  • Der Seitenwechsel geschieht gegenüber anderen Techniken sehr träge. Somit ist die E-Ink Technik derzeit noch nicht zur Anzeige von bewegten Bildern geeignet.
  • Gegenüber echten gedruckten Zeitungen und Büchern ist der Kontrast eher mittelmäßig. Meist ist der Hintergrund nicht rein Weiß sondern gräulich.
  • Da die Anzeige aus Kunststoffplatten besteht, können trotz Entspiegelung noch Reflektionen bei ungünstigen Lichtverhältnissen auftreten.
  • Die Auflösung von 160 dpi ist zwar besser als bei Tageszeitungen, aber schlechter als bei hochwertig gedruckten Büchern oder bei Druckern.

Was wird die Zukunft bringen?

Sicher noch einiges! Die Entwicklung steckt wie eingangs besagt gerade noch am Anfang. Derzeit wird mit Hochdruck an farbigen Anzeigen mit der E-Ink Technik gearbeitet. Wenn es dann noch gelingt den Wechsel des Inhaltes zu beschleunigen, könnte e-Papier in einigen Bereichen, ein ernster Konkurrent zu LCD Anzeigen werden.

Da die E-Ink Technik sehr wenig Strom verbraucht, ist diese Technik gerade für mobile Geräte wie Handys oder MP3-Abspielgeräte sehr gut geeignet. Aber auch zur Preisauszeichnung an Regalen ist die E-Ink Technik zu verwenden. Denkbar sind später sogar ganze (Werbe) Plakatwände. Damit würde für den Betreiber das ständige umkleben entfallen.
Hier können wir in den nächsten Jahren sicher noch so einiges erwarten…

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Letzte Aktualisierung: 25.02.2017
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