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  1. Vom Stereoskop zum Heimkinoerlebnis

    3D-TV steht als Abkürzung für Television in Dreidimensionalität, also der Darstellung von Bildern nicht nur in der Breite und Höhe (2D), sondern zusätzlich auch in der Tiefe. Eine Trennung der Bildsignale für das rechte und linke Auge lässt bei der Fernsehübertragung den Eindruck einer räumlichen Tiefe entstehen, den sogenannten 3D-Effekt. Und dass dieser seit einiger Zeit nicht mehr nur in ausgewählten Lichtspielhäusern (Kinos) zu genießen ist, sondern sich ein jeder privater Haushalt mit entsprechender Technik und geeigneter 3D-Brille ein solches Heimkinoerlebnis in die eigenen vier Wände zu holen vermag, ist zumindest initiativ dem Schotten David Brewster zu verdanken, dem mit der Erfindung des Stereoskops im Jahre 1844 der erste Schritt in Richtung 3D-Fotografie gelungen ist und welcher somit die Wurzeln für eine lange, fortschreitende Entwicklung bis hin zur heutigen 3D Digitalkamera und dem 3D-Fernsehen gelegt hat. Bereits in den 1950er-Jahren, als in den USA das Fernsehen mehr und mehr an Popularität gewann, wurden zahlreiche Filme produziert, die allesamt in 3D ausgestrahlt wurden, darunter "Bwana Devil" von 1952, der ein Jahr darauf produzierte Kassenschlager "House of Wax" sowie Alfred Hitchcocks Originalverfilmung "Dial M for Murder". Gegenwärtig wird noch immer stetig an Verbesserungen und Erneuerungen im Bereich 3D gefeilt, und neben dem 3D Fernseher erfreuen sich zunehmend auch andere entsprechende technische Geräte großer Beliebtheit – beispielsweise der 3D Blu-ray Player oder auch 3D Monitore für Computerspiele im 3D Format. Damit ist die Technik allerdings längst noch nicht erschöpft, und so werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch in den kommenden Jahren weitere Innovationen hervorgebracht werden und den Verbraucher beim Home-Entertainment mehr und mehr verwöhnen.

    Visueller Irrtum

    "Mittendrin statt nur dabei!": Das trifft beim 3D-Fernsehen den Nagel auf den Kopf. Doch wie kommt es zu der Wahrnehmung, sich nicht mehr nur als reiner Zuschauer, sondern mitten im Geschehen zu wähnen? Weshalb ist dieses Realitätsgefühl so ungewöhnlich? Schließlich ist der humane Sehsinn von Natur aus für das dreidimensionale Sehen ausgelegt, welches fachsprachlich auf der binokularen Stereopsis, der parallelen Funktionalität unserer Augen beruht. Denn in wachem Zustand erzeugen das linke und das rechte Auge stets zwei unterschiedliche Bilder und legen den Fokus auf deren Kreuzung. Je weiter dieser Punkt entfernt ist, desto geringer Wirkung entfacht die Dreidimensionalität – und umgekehrt. Das Gehirn steuert dabei als Verarbeitungszentrum die Analyse der unterschiedlichen Wahrnehmung. Doch beim Fernsehen benötigen die Augen externe Hilfe – zwar sollen bald Fernseher in den Handel kommen, auf denen die räumliche Darstellung ohne Zuhilfenahme einer passenden 3D-Brille erreicht werden soll. Doch momentan unterstützt noch immer eine Sehhilfe das 3D-Fernsehen, bei dem der Bildinhalt zeit- und positionsversetzt verläuft und das Gehirn aufgrund der schnellen Bildfolge durch die do genannte 3D Shutterbrille getäuscht wird.

    Wozu benötigt man genau eine 3D Brille für das 3D Fernsehen?

    Damit wir überhaupt einen 3D Effekt wahrnehmen können, benötigt, wie oben bereits geschrieben, jedes Auge ein eigenes Bild, welches das Geschehen aus einem anderen Winkel zeigt. Unser Gehirn setzt dann aus diesen beiden Bildern ein räumliches 3D Bild zusammen.
    Bei einem heutigen Fernseher, oder auch im Kino bei der Leinwand, handelt es sich aber technisch nur um eine 2D (Länge und Höhe) Darstellung. Damit wir auch die Tiefe wahrnehmen können, muss dem linken Auge und dem rechten Auge je ein eigenes, etwas versetztes Bild des Geschehens gezeigt werden. Das ist derzeit mit aktueller Technik ohne Hilfsmittel noch nicht zufriedenstellend möglich. Daher wird eine so genannte 3D Brille benötigt.

    Wie funktioniert eine 3D Brille?

    Als Erstes 3D-Brillen Verfahren, welches auch am einfachsten und billigsten ist, wurde das "Anaglyphen-Verfahren" verwendet. Dieses setzte man auch in den 1950er Jahren für die Ersten 3D Kinofilme ein. Das "Anaglyphen-Verfahren" benutzt eine zweifarbige Brille. Vor das linke Auge wurde ein roter Farbfilter und vor das rechte Auge ein grüner Farbfilter gelegt. Die Filme wurden mit gleichen Farben ausgestrahlt. Durch den roten Farbfilter wurden alle grünen Bereiche unsichtbar und durch den grünen Farbfilter alle roten. Dadurch bekommt jedes Auge nur noch das Bild, welches dafür bestimmt ist und ein räumliches Bild konnte vom Gehirn berechnet werden.
    Der Nachteil ist allerdings, dass dadurch keine Farbfilme möglich sind und das Auge durch die kräftigen Farben sehr schnell ermüdet.

    Um später auch Farbfilme zumindest halbwegs farbecht zeigen, konnten, wurde Ende der 1970er Jahren von der Firma "www.3dglasses.com" die Farben geändert. Es wurde dann eine Brille mit rotem Farbfilter vor dem rechten und Cyan vor dem linken Auge verwendet.
    Um auch die Farbe "Rot" darstellen zu können, entwickelten andere Firmen noch Brillen mit den Farben Gelb/Orange (links) und Blau (rechts) – Firma "ColorCode 3-D" bzw. Grün (links) und Magenta (rechts) – Firma "TrioScopics".
    Allerdings muss die Brille immer passend zum Film gewählt werden, nur dann entsteht ein 3D-Effekt!
    Durch die Verwendung von Farbfiltern kann zwar recht einfach ein 3D-Effekt erzeugt werden, allerdings verfälschen alle Brillen-Farben mehr oder weniger die Darstellung.

    3D-Brille der Firma RealdIm Kino verwendet man heute meist das so genannte "Polarisation-Verfahren". Der Vorteil ist, dass diese Brillen auf dem ersten Blick fast klar sind und somit das Farbbild kaum beeinträchtigen. Auch ermüden die Augen durch dieses Verfahren deutlich weniger. Allerdings benötigt man für dieses Verfahren eine höhere technische Voraussetzung. Inzwischen werden allerdings auch Fernseher gebaut, die genau nach diesem Prinzip funktionieren.
    Vereinfacht gesagt wird das Kinobild über einen Projektor ausgestrahlt und abwechselnd über ein vorgesetztes LCD-Element für das eine Auge links herum und für das andere Auge rechtsherum polarisiert (gedreht) ausgestrahlt.
    Die Folien vor den beiden Brillengläsern sind so hergestellt, dass diese auf der einen Seite nur die links drehenden Bilder und auf der anderen Seite nur die rechtsdrehenden Bilder durchlassen.

    Das "Polarisation-Verfahren" ist allerdings nicht immer gleich! Es gibt einige Hersteller, die Ihre eigenen Systeme verwenden, auch wenn die Brillen auf dem ersten Blick gleich aussehen, kann man mit Brillen eines anderen Systems kein 3D Effekt wahrnehmen.

     Für das 3D Fernsehen und bei Computer Monitoren verwendet man oft so genannte "LCD-Shutterbrillen". Diese Verfahren wird auch in manchen Kinos eingesetzt. Auch bei diesen Brillen sind beider Gläser nahezu durchsichtig. Der Nachteil ist, dass diese Brillen verhältnismäßig teuer und schwer sind, da einiges an Technik darin untergebracht werden muss. In die Brillen werden vor den Augen kleine LCD Gläser eingesetzt, die man durch anlegen einer Spannung undurchsichtig schalten kann. Dafür benötigen die Brillen auch eine Stromversorgung (Batterie).
    Der Film zeigt dann abwechselnd das Bild für das linke und rechte Auge. Im gleichen Rhythmus müssen die LCD-Gläser in der Brille das richtige Auge abdunkeln. Damit das synchron geschieht, sendet ein Fernseher oder Monitor dafür einen Impuls (oft z.B. über Infrarot Signal) an die Brille, die dieses Signal empfängt und dann das entsprechende Brillenglas undurchsichtig schaltet.

    Damit möglichst kein Flimmern wahrnehmbar ist, muss der Fernseher bei diesem Verfahren mindestens 100 Hz unterstützen. Damit würde jedes Auge ein Bild mit 50 Hz sehen. Allerdings sind 50 Hz das absolute Minimum und wird von manchen Menschen noch als Flimmern wahrgenommen, was die Augen ermüdet und zu Kopfschmerzen führen kann.
    Empfohlen werden bei der Shutterbrillen-Technik daher mindestens 120 bis 160 Hz Fernseher.

    Auch bei der "LCD-Shutterbrille" gibt es wieder verschiedene Techniken. Hier verwenden Kinos, Fernseher und Projektoren (Beamer) oft andere Techniken für die Ansteuerung. So kann man meistens mit einer 3D-Shutterbrille für den Fernseher meist nicht ins Kino gehen.

    Es gibt noch einige weitere 3D-Brillen Verfahren, die aber nur selten Verwendung finden und ich daher hier auch nicht weiter darauf eingehen möchte.

    Welches Verfahren ist das Bessere?

    Das kann man nicht pauschalt sagen, da beide sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Das Polarisation-Verfahren zeichnet sich durch leichte und günstige Brillen aus. Allerdings müssen bei diesem Verfahren beide Bilder gleichzeitig angezeigt werden. Das bedeutet, dass z.B. bei einem Fernseher nur noch die halbe Auflösung zur Verfügung steht und dadurch das Bild etwas unschärfer erscheinen kann. Auch sind die Brillengläser nicht zu 100% klar, so dass etwas Kontrast verloren geht. Dafür werden die Bilder mit voller Bildfrequenz gezeigt und erscheinen dadurch flimmerfrei.

    Das LCD-Shutterbrillen-Verfahren verwendet teurere und schwerere Brillen, da hier Technik verbaut werden muss. Auch benötigen diese Brillen eine Stromquelle. Dadurch das fast klare LCD-Displays für die Brillengläser verwendet werden, wirken die Bilder Kontrastreicher. Es können bei diesem Verfahren auch immer Vollbilder in der kompletten Auflösung gezeigt werden was zu einer scharfen Darstellung führt. Dafür werden hier immer die Bilder für das linke und rechte Auge in schneller Folge angezeigt. Das halbiert die Bildfrequenz und kann zu flimmern führen.

    Was ist eine 3D-Video Brille?

    Im Gegensatz zu den "Standard" 3D-Brillen wie oben beschrieben, besitzen die 3D-Video Brillen keine durchsichtigen Gläser sondern haben vor beiden Augen je einen echten kleinen LCD Monitor untergebracht. Mit der entsprechenden Ansteuerung kann so sehr einfach je ein eigenes Bild für das linke und rechte Auge gezeigt werden. Da diese Monitore sehr nahe am Auge liegen, bekommt man auch den Eindruck als wäre das Bild sehr groß. Allerdings muss in diese Brillen noch mehr Technik, als in die 3D-Shutterbrillen integriert werden, so dass die 3D-Video Brillen meistens recht schwer und unangenehm zu tragen sind.

    Moderne Trends

    Groß im Kommen befindet nicht nur der schon angesprochene 3D Blu-ray Player, auch in den Videotheken greifen die Leute immer häufiger zum 3D Film für das DVD Erlebnis zuhause. Auch einige Kinos erweiterten ihr Angebot und preisen jetzt regelmäßig Filme in 3D an. Für alle, die ihren Freunden und Verwandten vergangene Urlaubseindrücke oder Geburtstagsfeiern in 3D vorführen möchten, erweisen sich moderne 3D Beamer als optimale Hilfen. Und nicht nur die Optik, die auf dem Monitor zu erkennen ist, auch Form und Design des 3D Fernsehers an sich ermöglichen das erwünschte Modell für jeden Geschmack und ein einheitliches Bild im Wohnzimmer – denn die Auswahl erstreckt sich von schlanker, kompakter Form aus schwarzem Design bis hin zum mattierten Chrom, das sich perfekt an TV Möbel und Sofa anzupassen in der Lage ist. Auch können 3D Fernseher hinsichtlich ihrer Bildschirmdiagonale den eigenen Bedürfnissen entsprechend erworben werden, und wer das 3D Erlebnis auch während des Kochens in der Küche oder im Arbeitszimmer als Ablenkung nicht missen möchte, kann hier ebenso gut eine kleine Version des 3D TV aufstellen, wie im Multimedia-Zimmer ein Flachbildschirm in Leinwandgröße an die Wand angebracht werden kann.

    Gibt ein 3D-TV nur 3D Inhalte wieder?

    Wer nicht genug Shutterbrillen für jedes einzelne Mitglied seiner Großfamilie vorrätig hat und trotzdem auf ein gemeinsames Filmerlebnis nicht verzichten oder sich den Klassiker aus vergangenen Tagen traditionell in 2D ansehen möchte, der muss auch mit einem 3D Fernseher nicht darauf verzichten. Im umgekehrten Falle jedoch ist es gerätespezifisch abhängig, ob Programme in gewohnter 2D Qualität in 3-Dimensionalität umgewandelt werden können. Doch wonach immer Ihnen der Sinn steht und wie viele Filme und Kanäle Sie auch immer in 3D oder eben in herkömmlicher Art ansehen möchten: Mit einem 3D Fernseher wird Ihnen die Entscheidung überlassen – die Wahl ist hier die einzige Qual, derer Sie sich mit einem der so beliebten und bildtechnisch brillanten Geräte aussetzen, denn Varianten gibt es ohne Frage genug!

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  2. Die Abkürzung "AACS" steht für "Advanced Access Content System". Bei AACS handelt es sich um einen neuen Kopierschutz, der speziell für die "Blu-ray-Disk", "HD-DVD" und für das "IPTV" entwickelt wurde. Denkbar wäre die Verwendung auch bei der Ausstrahlung von HDTV über DVB-S2. Im Gespräch hier ist aber auch "DVB-CPCM". Sicher wird heute AACS aber bei der "Blu-ray-Disk" und früher auch bei der "HD-DVD" angewendet.

     

    Was ist AACS für ein Kopierschutz?

     

    AACS ist nicht nur ein einfacher Kopierschutz, sondern ein ganzes Schutzsystem! Es arbeitet wie ein "DRM (Digitales Rechte Management)". Man bezeichnet AACS daher auch als "DRM System". AACS ist so ausgelegt, dass der Rechteinhaber für jedes Medium festlegen kann, wer dieses wo und wie lange abspielen darf. Auch kann festgelegt werden, ob das Medium kopiert werden kann und wenn ja, wie oft und in welcher Qualität. Selbst das sperren von bestimmten Laufwerken ist vorgesehen.

     

    Warum überhaupt ein solcher Kopierschutz?

     

    Besonders die Filmindustrie hat in den letzten Jahren viel gelernt. Heute sind DVDs oder Fernsehfilme meist, zumindest für versierte Nutzer, problemlos zu kopieren und zu vervielfältigen. Selbst die vorhandenen Kopierschutzmaßnahmen sind oft nur für den "Leihen" wirklich wirksam.
    Eine Person leit sich einen Film aus, kopiert diesen und gibt die Kopien weiter. DVD Rohlinge kosten heute bereits weit unter einem Euro und DVD-Brenner befinden sich in fast jedem aktuellen Computer. Wenn diese Kopien auch nur in der eigenen Verwandtschaft "getauscht" würden, hätte die Filmindustrie wahrscheinlich noch nicht einmal so ein Problem damit. Einige Leute verbreiten diese Filme dann aber in großem Stiel über Tauschbörsen im Internet oder wollen sogar noch mit dem Eigentum der Rechteinhaber selber das schnelle Geld verdienen und verkaufen solche "selbst hergestellten" DVDs.

     

    An der DVD kann die Filmindustrie nichts mehr groß ändern (lassen), als nur mehr oder weniger wirksame Kopierschutzmaßnahmen zu benutzen. Schließlich gibt es die DVD schon seit vielen Jahren und die Abspielgeräte müssen die Scheiben ja auch alle lesen können. Änderungen und die damit verbundene Anschaffung neuer Abspielgeräte (DVD-Player) würden die Verbraucher wahrscheinlich nicht mehr hinnehmen, schließlich gibt es ja schon tausende Filme auf dem Markt.

     

    Nun ist der DVD Nachfolger "Blu-ray" und die bereits wieder eingestellte Technik "HD-DVD" auf dem Markt. Für diese Scheiben spricht die ausgezeichnete Ton- und Bildqualität. Um diese nutzen zu können, werden auf jeden Fall neue Laufwerke (Player) benötigt. Da neue Abspielgeräte angeschafft werden müssen, kann dort auch gleich der AACS Kopierschutz integriert werden. Aktuelle "Blu-ray" Abspielgeräte kommen somit heute alle mit dem AACS Kopierschutz zurecht.
    Wahrscheinlich wird auch IPTV, also das Fernsehen über das Internet, diesen Kopierschutz für bestimmte Sendungen benutzen. 

     

    Wie arbeitet AACS?

     

    Zuerst einmal werden die Daten mit einem 128 Bit Schlüssel nach dem "AES (Advanced Encryption Standard)" verschlüsselt. Um diese zu entschlüsseln, also anzusehen, wird ein "Schlüsselcode" benötigt, der bei 128 Bit Länge nur mit großem Aufwand zu knacken ist. Der Schlüssel wird teilweise aus dem so genannten "Device Key Block" des Abspielgerätes und einem auf der Disk vorhandenen "Media Key Block" ermittelt.
    Des Weiteren kann AACS festlegen, wie das entschlüsselte Signal dann weitergegeben werden kann. HD-Qualität wird es nur noch an mit HDCP geschützten digitalen Ausgängen "HDMI" bzw. "DVI" geben. Damit entsteht ein komplett geschlossener Kopierschutz-Kreis. HDCP verhindert das abgreifen des Bildsignales z.B. an einem Aufnahmegerät. Damit kann das Bild dann zwar an einem HDCP fähigen LCD- bzw. Plasma Fernseher oder Beamer (Projektor) ausgegeben, aber nicht mehr aufgezeichnet werden.

     

    AACS kann auch die Bildausgabe an den analogen Bildausgängen, soweit vorhanden regeln. So ist es möglich, dass die Rechteinhaber eine analoge Bildauagabe zwar gestatten, aber nur in "schlechter" PAL Qualität. Allerdings wird das in naher Zukunft immer weiter abnehmen. AACS wird dann die analoge Bildausgabe ganz verhindern. Gerade weil über den analogen "Component Video" Anschluss theoretisch auch eine HDTV Bildausgabe möglich wäre.
    Ab dem Jahr 2012 dürfen auch HD-Geräte wie z.B. "Blu-ray" Abspielgeräte oder Receiver für HDTV nicht mehr mit analogen Bildausgängen hergestellt werden. Ab 2015 soll dann auch der Verkauf solcher Geräte verboten werden. Spätestens dann besteht mit AACS und HDCP an den digitalen Bildanschlüssen ein guter Kopierschutz.

    Kann ein mit AACS geschütztes Signal noch aufgenommen werden?

    Nun ja, sicher nicht mehr wie bisher. Einfach einen Videorekorder oder einen DVD Rekorder an ein Gerät anschließen und auf die Aufnehmetaste drücken, geht sicher nicht mehr. Das Bild wird später nur noch über digitale Bildanschlüsse wie "HDMI" oder "DVI" ausgegeben werden. Diese Anschlüsse werden dann mit HDCP geschützt. Das heißt nur zertifizierte Geräte erhalten die Lizenz HDCP verwenden zu können. Einfache Aufnahmegeräte werden eine solche Lizenz wohl nie bekommen. Bei Verwendung eines Gerätes ohne HDCP bleibt das Bild schwarz.
    Als einzige Möglichkeit werden wohl nur Festplatten Rekorder die Möglichkeit haben, Filmmaterial das mit AACS geschützt ist, aufzunehmen. Hier wird das Bildsignal ja nicht nach aussen geführt, wo es abgegriffen werden könnte. Natürlich werden auch die Aufnahmen auf der Festplatte durch AACS geschützt gespeichert. Sie können dann nur von diesem Festplatten Rekorder wieder abgespielt werden. Das kopieren auf ein anderes Medium , oder das ausbauen der Festplatte und das abspielen des Inhaltes z.B. über einen Computer wird vom Kopierschutz dann verhindert.

    Bei der Übertragung über die digitalen Anschlüsse, die mit HDCP geschützt sind, ist es wie gesagt wichtig, dass die verbundenen Geräte alle HDCP unterstützen. Ist das nicht der Fall, bleibt der Fernseher schwarz. Bei aktuellen Geräten ist das heute aber bereits Standard. Sowohl LCD-, Plasma Fernseher oder Beamer (Projektoren) als auch HDTV Abspielgeräte besitzen heute digitale Bildanschlüsse mit HDCP Unterstützung.
    Selbst im Computerbereich wird HDCP heute fast von allen Geräten unterstützt. So kommen auch aktuelle Grafikkarten und LCD Monitore mit HDCP zurecht. Das ist auch immer wichtiger, da z.B. Blu-ray Laufwerke im Computerbereich und auch digitale HDTV SAT-Karten immer günstiger werden. Auch hier ist ein sicherer interner Datenaustausch wichtig. Ein Blu-ray Laufwerk oder eine SAT-Karte gibt die Bilddaten verschlüsselt über den PCI-Express Port an die Grafikkarte weiter. Diese entschlüsselt das Bildsignal und gibt es an den mit HDCP geschützten digitalen Bildausgang aus.
    Das kopieren von Blu-ray Filmen auf Computerfestplatten wird AACS natürlich verhindern. Wie es mit geschützten Fernsehfilmen aussieht, kann ich heute noch nicht sagen. Wahrscheinlich wird das wie bei Festplatten Rekordern möglich sein, da Computer auch immer häufiger als "Media Center" bzw. "HTPC" im Wohnzimmer eingesetzt werden.

     
     

    Wie werden Rohlinge geschützt?

     

    Auch für die neue Laufwerksgeneration der BluRay Disk, bzw.der inzwischen wieder eingestellten HD-DVD Technik gibt es beschreibbare Rohlinge. Ungeschützte Daten können dann weiterhin problemlos auf diese Rohlinge geschrieben werden. Wird aber versucht einen mit AACS geschützten Film zu kopieren, wird der Kopierschutz aktiv. Verbietet der Rechteinhaber solche Kopien komplett, wird der Kopiervorgang gar nicht erst starten. Erlaubt der Rechteinhaber bestimmte Kopien, werden diese mit AACS auf den Rohling geschrieben. Jeder Rohling wird dafür einen eigenen "Media Key Block" zum entschlüsseln besitzen. Damit ist es möglich den Film so zu kopieren, dass dieser nur auf einem bestimmten Laufwerk wiedergegeben, nicht ein zweites mal kopiert werden kann, oder die Kopie z.B. nur 7 Tage lauffähig ist.

    Was ist bei Manipulation der Firmware?

     

    Heute hört man ja viel von modifizierten Firmware-Versionen für verschiedene Geräte in der Unterhaltungselektronik. Da wird das "Steuerprogramm" von versierten Anwendern so umgeschrieben, dass z.B. der Ländercode auf DVDs nicht berücksichtigt wird oder ein DVD-Player neue Funktionen bekommt, oder weitere Abspielformate beherrscht.
    Selbst daran haben die Entwickler von AACS gedacht. In jedem Abspielgerät ist ein so genannter "Device Key Block" also ein "Gerätecode" gespeichert, der auch für die Entschlüsselung der AACS geschützten Daten verwendet wird. Anhand dieses Codes kann jede Geräteklasse eindeutig identifiziert werden.
    Auf den gekauften Medien (Filme) wird der Rechteinhaber eine so genannte "schwarze Liste" der Gerätecodes ablegen, die bei der "AACS LA Organisation" als geknackt gelten. Beim einlegen jeder Disk wird diese Liste mit dem Gerätecode des Abspielgerätes verglichen. Befindet sich das verwendete Gerät in der Liste, wird dieses für die Wiedergabe AACS geschützter Dateien gesperrt.
    Die "schwarze Liste" wird ständig von der "AACS LA Organisation" überarbeitet und in aktueller Version auf neue Medien gespeichert. So kann es vorkommen, dass eine ältere Disk problemlos gezeigt wird und sobald eine aktuelle Disk eingelegt wird das Abspielgerät blockiert wird. Danach ist dann auch die ältere Disk nicht mehr lauffähig.

     

    Wie geht es weiter?

     

    Die Entwicklung von AACS ist bis heute noch nicht abgeschlossen. So ist es sogar möglich, dass die ersten verkauften Geräte mit AACS nur eine bestimmte Zeit funktionieren werden. Wenn AACS weiterentwickelt wird und eventuell gravierende Änderungen vorgenommen werden (müssen), ist es möglich, dass in ein paar Jahren die dann aktuellen Medien nicht mehr mit den dann "alten" Abspielgeräten funktionieren.
    Auch ist es schon jetzt geplant die analogen Anschlüsse an Geräten ganz abzuschaffen. Bis 2012 dürfen z.B. nur noch Geräte mit Hochauflösendem analogen"Component Video" Anschluss verkauft werden. Bis 2015 sollen dann gar keine Geräte mehr mit analogen Ausgängen verkauft werden dürfen.

     

    Bleibt zu hoffen, dass die Unterhaltungselektronik und der Filmindustrie nicht nur an sich und das möglichst sichere schützen der Daten denken sondern auch den Anwender im Auge behält, der nichts illegales mit dem Material vor hat, sondern nur mal zwischendurch auch etwas für sich aufnehmen möchte …

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  3. AVC steht für "Advanced Video Codec" und ist ein relativ neuer Standard für die Videokompression, also dem verkleinern von Videodateien. AVC ist auch bekannt unter der Bezeichnung "H.264" und gilt heute als das beste Komprimierungsverfahren für Videosignale. AVC ist auch HDTV tauglich, da es eine Auflösung bis hin zu 1.920 × 1.080 Pixel unterstützt. Bei Verwendung von HD Auflösungen und HD Aufzeichnung auf Speicherkarten, DVDs oder Festplatten nennt man dieses Format dann "AVCHD".
    Die Entwickler von AVC "ITU" (International Telecommunication Union), oder auf deutsch etwa "Internationale Fernmeldeunion" haben sich im Jahr 2001 mit MPEG zusammengeschlossen. Im Jahr 2003 wurde der MPEG-4/AVC (MPEG-4 Part 10) Standard dann endgültig verabschiedet.

     

    Wie "gut" ist AVC?

     

    Die AVC-Komprimierung arbeitet deutlich besser als die MPEG-2 Komprimierung, die derzeit z.B. für DVDs eingesetzt wird. AVC unterscheidet sich auch von den vorhandenen DivX und XviD Koprimierungen und ist nicht kompatibel dazu. Das heißt, ein heutiger DivX-fähiger DVD-Player kann keine MPEG-4/AVC Filme wiedergeben!
    Ein mit dem AVC-Verfahren komprimierter Film benötigt nur etwa einen Drittel des Speicherplatzes, der heute für einen MPEG-2 DVD Film benötigt würde und das in gleicher Qualität! Damit ist die AVC-Komprimierung natürlich ideal für HDTV Filme geeignet!

     

    Wo wird AVC heute eingesetzt?

     

    Der erste Testsender für HDTV benutzt noch das MPEG-2 verfahren. Der DVD Nachfolger "Blu-ray Disk" aber auch die "HD-DVD" und das "HDTV" werden aber ausschließlich das MPEG-4/AVC bzw. das AVCHD Verfahren benutzen.
    Auch über DVB-S2 wird wohl überwiegend MPEG-4/AVC für die Übertragung über Satellit eingesetzt.
    Auch das Fernsehen für Mobilgeräte "DVB-H" und "DMB" nutzten die MPEG-4/AVC Komprimierung für die Übertragung.

     

    Welche Geräte können AVC wiedergeben?

     

    AVC kann von allen digitalen Satellitenempfängern, die für HDTV geeignet sind wiedergegeben werden. Auch "HD-DVD" und "Blu-ray" Spieler können das AVC-Format verwenden. HDTV wird über Satelit (DVB-S / DVB-S2) häufig mit AVC-Komprimierung ausgestrahlt.
    Auch Computer mit entsprechender Abspielsoftware können mit AVC komprimierte Filme wiedergeben. Die Videoabspielsoftware "Quick-Time" von Apple kann z.B. ab der Version 7 den MPEG-4/AVC Standard darstellen.

    AVCHD wird heute hauptsächlich bei Camcordern (Videokameras) eingesetzt, die im hochauflösenden Fernsehen (HDTV) aufnehmen und die Filme auf Speicherkarten, DVDs oder Festplatten ablegen. Auch Abspielsoftware im Computer unterstützt heute bereits AVCHD.

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  4. AVCHD LogoDie Abkürzung "AVCHD" steht für "Advanced Video Codec High Definition", was auf deutsch etwa "Erweiterte Videokodierung mit hoher Auflösung" bedeutet.

     

    Wozu braucht man AVCHD?

     

    Zu Beginn der Videoaufzeichnung verwendete man das analoge PAL Format meist in FBAS (Composite Video) Qualität. Als Medium dienten damals einfache (VHS) Videobänder.
    Als erste Verbesserung benutze man für die Aufzeichnung der PAL Signale die "S-Video" Qualität. Dadurch waren die Videoaufnahmen schon deutlich besser. Auch die analogen Videokassetten wurden kleiner. Zuerst packte man ein "normales" VHS Videoband mit einer Breite von 1,27 cm in eine kleinere Kassette (VHS-C). Dann verkleinerte man auch die Breite des Bandes auf 8 mm (Hi 8 und Video 8). An der Qualität der Aufnahmen hat sich dabei allerdings nichts verändert, es wurde meistens in "S-Video" Qualität aufgezeichnet.
    Als Anschluss zur Bildübertragung werden hier meistens "FBAS (Composite Video)" oder später "S-Video" Anschlüsse benutzt.

     

    Dann kam die digitale Videoaufzeichnung. Dadurch konnte die Qualität weiter verbessert werden, da die Umwandlungen von Digital (Aufnahmechip) zu Analog (Bandlaufwerk) wegfiel. Außerdem können digitale Signale auch verlustfrei bearbeitet, also geschnitten werden. Bei der digitalen Aufzeichnung entstehen allerdings sehr viele Daten. Um diese zu speichern werden die Daten komprimiert und zwar meist in das MPEG 2 Format. Als Speichermedium werden "DV", "MiniDV" oder "Digital 8" Bänder benutzt. Allerdings sind die Bilder auch hier noch in PAL-Qualität gespeichert.
    Als Anschluss benutzt man hier für die Bildübertragung meistens "IEEE 1394 (FireWire)" oder auch USB Anschlüsse.

    Nun kommt die Dritte Generation der Videoaufzeichnung, die "HDTV" Aufzeichnung. Dabei werden die Bilder im Hochauflösenden Format mit 1280 × 720 Pixel (720p = Progressive Scan) oder sogar mit 1920 × 1080 Pixel (1080i = Interlace bzw. teilweise bereits in 1080p = Progressive Scan) für LCD- und Plasma Bildschirme bzw. Projektoren (Beamer) gespeichert. Bei HDTV liegt das Seitenverhältnis auch bei 16:9 gegenüber 4:3 im PAL Format. Für diese Unmengen an digitalen Bild- und Toninformationen wird ein neues Komprimierungsverfahren benötigt. Für das HDTV benutzt man das AVC / MPEG-4 Format. Da man auch von störanfälligen und langsamen Bandlaufwerken abkommen möchte, setzt man für die Speicherung von HD-Videos heute oft Speicherkarten, (mini) DVDs oder sogar Festplatten ein.
     

    Für diesen Zweck haben die Firmen "Panasonic" und "SONY" das "AVCHD" Komprimierungsverfahren entwickelt und am 11.05.2006 veröffentlicht. Seit dem gilt "AVCHD" als der Aufzeichnungsstandard für HD-Video auf Speicherkarten, DVDs oder Festplatten und wird von fast allen namhaften Firmen zur Speicherung eingesetzt.
    Es werden aber auch weiterhin auch noch Bänder für die Speicherung von HD-Videos eingesetzt. Dafür benutzt man "DV" oder "MiniDV" Bandkassetten, die allerdings das "HDV" Format in den Auflösungen 720p mit 1280 x 720 Pixel oder 1080i mit 1440 x 1080 Pixel verwenden. Die Aufzeichnung von HD-Videos auf Bandkassetten benutzen heute nur noch wenige Firmen, überwiegend bei preisgünstigen Videokameras. Bandkassetten sind störanfälliger und im Umgang nicht so flexibel. Bei Bandkassetten muss man z.B. um eine bestimmte Stelle zu sehen, unter Umständen das gesamte Band vorspulen. Bei Speicherkarten, DVDs oder Festplatten kann jede beliebige Stelle sofort angesprungen werden.

     

    Wo liegt der Unterschied zwischen AVC und AVCHD?

     

    Im Prinzip sind beide Komprimierungen gleich. Der Zusatz "HD" (High Definition) steht zusätzlich im Namen für "hohe Auflösung". AVCHD benutzt daher immer Filmmaterial in HDTV Auflösung im 16:9 Bildformat, wobei die AVC Komprimierung auch für die digitale Aufzeichnung in PAL und 4:3 Bildformat verwendet werden kann. Als Komprimierungsmethode wird bei AVC und AVCHD "MPEG-4 / AVC/H.264" verwendet.

     

    Wer kann AVCHD Verarbeiten?

     

    Heute arbeitet fast jeder Camcorder (Videokamera), der in HD Qualität Filme aufzeichnet mit dem "AVCHD" Format und den Speichermedien Speicherkarte, DVD oder Festplatte. Da man von der störanfälligen und Anwender Unfreundlichen Bandaufzeichnung abkommen möchte, wird sich AVCHD in naher Zukunft wohl als Standard für HD-Video etablieren.

     

    Die Videobearbeitung am Computer war bisher für AVCHD Aufzeichnungen noch sehr schwierig. Nur sehr wenige Programme unterstützten dieses Format. Inzwischen erscheinen aber zunehmend neue Versionen der Videoschnittprogramme mit AVCHD Unterstützung.
    Video Anzeigeprogramme für den PC können bereits seit einiger Zeit dieses Format darstellen.

    Wo wird AVCHD heute eingesetzt?

     

    Neben der oben genannten Speicherung von selbst gedrehten Filmen mit einer HD-Filmkamera, wird AVCHD bereits für den DVD Nachfolger "Blu-ray - Disk" bzw. dem inzwischen wieder eingestellten Format "HD-DVD" verwendet. Beide Formate unterstützen die AVCHD Komprimierung. Zum einen werden die meisten Kauffilme in diesem Format auf "Blu-ray" erscheinen und zum anderen können Brenner selbst hergestellte Filme z.B. von einer Filmkamera auch in diesem Format auf Rohlinge speichern. So lassen sich eigene Filmaufnahmen ohne Qualitätsverlust auf "Blu-ray" Rohlinge ablegen. Allerdings wird dann neben einem "Blu-ray" Brenner auch ein entsprechendes Abspielgerät benötigt. In herkömmlichen DVD Abspielgeräten laufen die "Blu-ray" Rohlinge nicht.
    AVCHD wird voraussichtlich auch für HDTV über IPTV, SAT (DVB-S2) und Kabel eingesetzt werden. 

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  5. BluRay Logo

    Die Blu-ray Disk (BD) ist der offizielle Nachfolger der DVD und wurde von Anfang an unter anderem von den Firmen JVC, Panasonic, Yamaha, Pioneer, Philips, Sony, Thomson, LG Electronics, Hitachi, Sharp, Samsung, Dell, Hewlett-Packard, Benq und Apple unterstützt. Etwa zur Gleichen Zeit entwickelte man parallel ein ähnliches Produkt unter dem Namen "HD-DVD". Dieses Format unterstützten die Firmen NEC, Toshiba, Intel, Microsoft, Hewlett-Packard, LG Electronics, Sanyo und Thomson. Die großen Filmstudios teilten sich in etwa auf beide Formate auf. Nach und nach wanderten dann aber die unterstützenden Firmen von HD-DVD zu Blu-ray. Auch die großen Filmstudios, die Anfangs auf HD-DVD gesetzt hatten, schlug es 2007 nach und nach in das Blu-ray Lager, vor allem wegen des besseren Kopierschutzes. Zum Schluss blieb nur noch Toshiba als alleiniger HD-DVD Unterstützer übrig. Am 19.02.2008 erkannte dann auch Toshiba, dass der HD-DVD nicht die Zukunft gehört und gab das Aus für diese Technik bekannt. Bis Ende 2008 hat auch Toshiba die Produktion und Entwicklung der HD-DVD eingestellt.

     

    Wie entstand der Name "Blu-ray"?

     

    Dazu muss man wissen, dass Blu-ray Abspielgeräte mit einem blauen Laser arbeiten. Übersetzt man das dann ins englische kommt "Blue ray" (Blauer Lichtstrahl) heraus. Da man die "allgemeinen" Worte "Blue ray" nicht hätte patentieren können, ließ man kurzerhand das "e" weg und schon entstand ein neues Wort, das man als Markenzeichen registrieren konnte.

     

    Wozu ein neues Speichermedium?

    Der Bedarf nach mehr Speicherplatz steigt. HDTV wird immer beliebter und große LCD- und Plasma Fernseher werden immer günstiger.
    Ein Film im HDTV-Format plus Tonspuren benötigt viel Speicherplatz. Dafür sind dann Blu-ray Disks gut geeignet. Auf Standard DVD’s mit 8,5 GB Speicher würden solche Filme bei weitem nicht passen. Heutige zweischichtige DVD's sind ja gerade ausreichend für einen Film in PAL-Auflösung mit den dazugehörigen Tonspuren, Menüs und Extras.
    Aber auch am Computer ist ein Speichermedium mit viel Speicherplatz immer gerne gesehen. Eine Blu-ray Disk eignet sich hier z.B. auch als ideales Speichermedium für Sicherheitskopien.

     

    Wie ist eine Blu-ray Disk aufgebaut?

     

    Blu-ray FilmEine Blu-ray Disk und eine DVD sind von den Abmessungen (120 mm Durchmesser) gleich. Allerdings liegen die Datenspuren bei der Blu-ray Disk viel enger zusammen und sind auch feiner. Dadurch ist es möglich, auf die gleiche Fläche mehr als das fünffache der Daten unterzubringen. Zum Vergleich: auf eine DVD passen je Datenschicht etwa 4,7 GB, auf eine Blu-ray Disk 25 GB!
    DVD's gibt es mit maximal zwei übereinander liegenden Schichten. Eine solche DVD-9 fasst ca. 8,5 GB Daten. Auch die Blu-ray Disk wird es mit mehreren Schichten geben. Zweischichtige BD's fassen somit schon 50 GB. Es sind sogar schon Blu-ray Disks mit bis zu 4 Datenschichten im Gespräch, die dann 100 GB Daten aufnehmen könnten.

     

    Der hohe Speicherplatz hat aber auch eine unangenehme Nebenwirkung: Die Datenschicht muss bei einer Blu-ray Disk, gegenüber einer heutigen DVD, weiter an der Oberfläche liegen. Dadurch darf die Schutzschicht nur sehr dünn sein. Bei der BD ist diese Schicht gerade mal 0,1 mm dick. Zum Vergleich: eine DVD besitzt eine Schutzschicht von 0,6 mm Dicke.
    Diese dünne Schutzschicht bereitete den Herstellern am Anfang auch große Probleme. Bereits winzige Kratzer oder Verschmutzungen führten zu Datenfehlern, Aussetzern oder machten sogar die ganze Disk unbrauchbar. Aus diesem Grund wurden Blu-ray Disks Anfangs nur in Schutzhüllen (Cartridge) hergestellt. Das verteuerte allerdings eine Disk erheblich und verschlechtert auch den Umgang mit diesen Scheiben. Um keinen Nachteil gegenüber dem Mitbewerber HD-DVD zu haben, arbeitete man an speziellen Oberflächenversiegelungen, die Schmutz abweisend und kratzfest sein sollen. Seit der endgültigen Markteinführung der Blu-ray Disk werden diese ohne Schutzhüllen (Cartridge) verkauft und können wie heutige DVDs gehandhabt werden. Allerdings sollte man eine BD noch vorsichtiger als eine DVD behandeln.

     

    Was muss eine Blu-ray Abspielgerät können?

     

    HDTV 1080p LogoHDTV LogoUm eine Blu-ray Disk abspielen zu können, muss ein neuer "Player" angeschafft werden. Heutige DVD Player können mit einer BD nichts anfangen. Das beruht vor allem auf dem Abtastlaser. Da die Datenspuren auf der Blu-ray Disk viel "feiner" sind, muss auch ein feinerer Laser her. Bei der DVD verwendet man einen roten Laser mit einer Wellenlänge von 650 nm (Nanometer), für eine BD wird ein blauer Laser mit einer Wellenlänge von 405 nm benutzt. Die Entwickler haben allerdings auch weiter gedacht. Kaum ein Kunde würde sich gerne noch ein Gerät mehr unter den Fernseher stellen. Daher können heutige BD Abspielgeräte auch normale DVD's lesen. Diese besitzen dafür einen zusätzlichen roten Laser. Außerdem hat das noch den Vorteil, dass die meisten Abspielgeräte auch "normale" DVDs mittels eines "Video Scalers" in HDTV Qualität hochrechnen, was die Bildqualität auf einem LCD- oder Plasma- Fernseher oft deutlich verbessert.

     

    Wie schließt man einen Blu-ray Abspieler an?

     

    HD-ready 1080p LogoHD-ready Logo

    Die meisten Blu-ray Abspielgeräte besitzen (noch) fast alle handelsüblichen Bildausgänge, so dass man diese theoretisch an jeden Fernseher anschließen kann. Allerdings wird man dann auch nur "normale" DVDs oder Blu-ray Disks in PAL Qualität genießen können, sofern das die Rechteinhaber über den "AACS" Kopierschutz zulassen.
    Eine Blu-Ray Disk beinhaltet meistens immer einen Film in HDTV, sonst machen BDs ja auch keinen Sinn. Diese Hochauflösenden Filme können nur über digitale Bildausgänge (HDMI bzw. DVI) übertragen werden. Außerdem sind die Filme fast alle Kopiergeschützt und verlangen nach einem Anschluss mit HDCP. Alle diese Eigenschaften bringen nur aktuelle LCD- und Plasma- Fernseher oder Projektoren (Beamer) mit. Die Fernseher sollten "HD-ready" sein. Um in den Genuss der vollen HDTV Auflösung zu kommen sollte man sogar einen "HD-redy 1080p" Fernseher verwenden, der die volle Auflösung mit 1920 x 1080 Pixel unverfälscht darstellen kann.
    Auf normalen Röhrenfernsehern werden, wenn überhaupt, nur auf PAL runter gerechnete Bilder angezeigt, dafür muss man sich kein BD Abspielgerät anschaffen.
    Plant man also die Anschaffung eines Blu-ray Abspielgerätes sollte auch ein entsprechender Fernseher oder Beamer vorhanden sein. Im übrigen wurde bereits bei der Einführung der Blu-ray Disk festgelegt, dass analoge Bildausgänge an HD-Geräten nur noch eine gewisse Zeit erlaubt werden. Spätestens ab 2015 sollen solche Geräte gar keine analogen Bildausgänge mehr besitzen. Aber auch schon heute erlaubt der "AACS" Kopierschutz, das sperren der analogen Bildausgänge, damit keine unberechtigten Kopien erstellt werden können.
    Besitzt man demnach noch keinen "HD-ready" Fernseher mit digitalen Bildeingängen, sollte man auch auf die Anschaffung eines Blu-ray Abspielgerätes vorerst verzichten.

     

    Gibt es einen Kopierschutz bei der Blu-ray Disk?

     

    Bei Blu-ray Disks gibt es gleich mehrere Kopierschutzmaßnahmen, was auch von der Filmindustrie zum Vorteil der Blu-ray gewertet wurde. Da die Abspielgeräte wohl hauptsächlich über digitale DVI bzw. HDMI Anschlüsse mit anderen Geräten verbunden werden, wird der HDCP Kopierschutz in Verbindung mit einem auf dem "Digitalen Rechte Management (DRM)" basierenden Kopierschutz verwendet. Der Kopierschutz auf einer BD heißt "AACS" (Advanced Access Content System) und arbeitet mit einer 128-Bit Verschlüsselung. Der benutzte Kopierschutz auf einer DVD nennt sich "CSS" und verwendet einen Schlüssel mit 40-Bit. Somit ist AACS bereits deutlich sicherer als CSS.
    Damit aber noch nicht genug! Die Blu-ray Disk kann ein kleines "Schutzprogramm" mit Namen "BD+" beinhalten. BD+ kann auf einen Bereich der Blu-ray Disk zugreifen, der für andere Laufwerke geschützt ist. Man nennt einen solchen Bereich auch "SPDC" (Self-Protecting Digital Content) oder auf Deutsch: "Sich selbst schützender digitaler Inhalt". Speziell bei der BD nennt man diesen Bereich auch "BD-ROM Mark".
    Sind Blu-ray Disks mit einem Kopierschutz versehen, kann der Inhalt nur entschlüsselt werden, wenn BD+ diverse Prüfungen durchgeführt hat. So kann ein Anbieter zuerst das Abspielgerät prüfen. Die Prüfungen kontrollieren z.B. ob das Abspielgerät (Firmware) manipuliert wurde. Es kann in einem solchen Fall sogar Programmcode gestartet werden, der den Player (Firmware) patcht oder blockiert. Des Weiteren muss jedes lizenzierte Blu-ray Abspielgerät einen Erkennungsschlüssel besitzen. BD+ liest diesen Schlüssel aus und prüft ihn auf Echtheit. Erst wenn der Schlüssel als "Echt" erkannt wurde, kann eine so geschützte BD entschlüsselt und abgespielt werden. Somit können Blu-ray Disks, die Kopiergeschützt sind, nur auf lizenzierten Abspielgeräten oder mit lizenzierter Software wiedergegeben werden.
    Die Ausgabe der Bilddaten erfolgt dann an digitalen Bildausgängen (HDMI bzw. DVI), die noch mit "HDCP" geschützt sind. "HDCP" verhindert z.B. den Anschluss von Geräten, die nicht lizensiert sind. Eine Lizenz für "HDCP" erhalten wiederrum nur Geräte, die Bildmaterial nicht unerlaubt (Kopierschutzfrei) aufnehmen können. So entsteht ein geschlossener Kopierschutz Kreis.

     

    Welche Bild- & Tonformate verwendet die Blu-ray Disk?

     

    Bei der DVD sind die Bild- und Tonformate sehr übersichtlich: Das Bild ist immer mit dem "MPEG-2" Verfahren komprimiert und der Ton liegt im "Linear PCM" Format vor. Viele Aktuelle DVDs verwenden darüber hinaus "Dolby Digital" und teilweise auch "DTS" mit Unterstützung von maximal 6 Lautsprechern plus Subwoofer (6.1).
    Bei der BD ist das alles schon etwas umfangreicher. Neben "MPEG-2" kann auch "MPEG-4 / AVC" und "VC-1" einer Erweiterung von "WMV" für die Videokomprimierung verwendet werden. Mit allen drei Verfahren sollte ein Blu-ray Abspielgerät zurecht kommen. Die meisten Filme werden wohl im "MPEG-4 / AVC" Format auf der BD gespeichert werden, da damit nochmals etwa zwei Drittel Speicherplatz eingespart werden kann und das bei gleicher Qualität!
    Beim Ton gibt es noch weitere neue Formate. Neben den drei oben genannten DVD Ton-Formaten unterstützt die BD noch "Dolby Digital Plus", "Dolby True HD" und "DTS-HD". Diese neuen Tonformate arbeiten jetzt mit 24-Bit Auflösung (1,6 Millionen Abstufungen). "Dolby Digital Plus" kann theoretisch bis zu 14 Tonkanäle und "DTS-HD" sogar unbegrenzt viele Tonkanäle verwenden. Das ist für den Heimgebrauch natürlich viel zu aufwendig. Aktuell unterstützen diese Tonformate 7 Lautsprecher plus Subwoofer (7.1). Dadurch wird die Tonqualität um einiges dynamischer und detailreicher als auf der DVD!

     

    Wie kommt man in den Genuss der neuen Tonformate?

     

    Um eine Blu-ray Disk abzuspielen wird nicht unbedingt eine teure Heimkinoton-Anlage benötigt. Über die HDMI Leitung lässt sich der Ton zu jedem Fernseher mit entsprechendem Eingang leiten.
    Möchte man aber in den Genuss der neuen Tonformate kommen, wird eine aktuelle Heimkinoton-Anlage (AV-Receiver) benötigt. Man sollte beim Kauf einer solchen Anlage unbedingt darauf achten, dass diese auch die neuen Tonformate entschlüsseln kann. BD Abspielgeräte lassen sich oft auch an andere (ältere) AV-Receiver anschließen, die wandeln dann aber den Ton aus den "PCM" Daten um, das auch nicht unbedingt viel schlechter sein muss.

     

    Was bedeuten die Blu-ray Profile?

     

    Die Blu-ray Technik steckt noch in der Entwicklung und wird stetig erweitert. Derzeit (Stand Mitte 2008) gibt es drei Blu-ray Profile, nach denen sowohl Abspielgeräte als auch Blu-ray Disks arbeiten können. Geplant ist mal eine komplett interaktive BD. Damit soll man dann später während eines Filmes z.B. weitere Informationen über das Internet abrufen können. Denkbar wäre z.B. ein Steckbrief eines Schauspielers oder das kaufen von Waren aus gezeigter Werbung. Hier die derzeitigen Profile:

    • 1.0 = Das ist das Erste BD Profil. Nach diesem arbeiten heute noch viele Abspielgeräte. Ein Abspielgerät nach dem 1.0 Profil kann BDs abspielen aber kann keine weiteren Eigenschaften der geplanten neuen Blu-ray Disks anzeigen.
    • 1.1 = Die Erste Überarbeitung betraf eine Bild-in-Bild Funktion. Die Abspielgeräte müssen dafür zwei Video- und Audio Decoder und 256 MB eingebauten Speicher besitzen. Damit können in den Hauptfilm z.B. Videokommentare eingeblendet werden. Die 1.1 kommt auch mit "BD-J" (Blu-ray Disk - Java) zurecht, das eine Ausführung interaktiver Inhalte auf einer BD ermöglicht. Java ist eine Programmiersprache, die auch oft auf Webseiten eingesetzt wird (Java-Script).
    • 2.0 = Dieses Profil wurde Ende 2008 eingeführt und wird einen großen Schritt in Richtung Interaktivität machen. Vorgeschrieben werden damit drei Video- und Audio Decoder, mindestens 1 GB eingebauter Speicher sowie einen Netzwerkanschluss für eine Internetverbindung. Man spricht hier auch von der "BD-Live" Funktion.

    Derzeit werden Abspielgeräte noch nach dem 1.0 oder 1.1 Profil verkauft. Eine Aufrüstung auf das 2.0 Profil wird es wahrscheinlich nur für wenige ältere Abspielgeräte geben können, da die Hardware Voraussetzungen fehlen. Einige neuere Abspielgeräte besitzen bereits die geforderte Hardware. Diese wird man bei der Einführung des Profils 2.0 wahrscheinlich per Software Updaten können.

     

    Gibt es bei der Blu-ray Disk auch Ländercodes?

     

    Gibt es bei der DVD noch 8 Ländercodes (Regionalcodes) sind es bei der BD nur noch drei. Ländercodes verwendet man um eine BD in anderen Ländern zu sperren. Stimmt der Ländercode der Disk nicht mit dem fest eingestellten Code des Abspielgerätes überein wird die Wiedergabe verweigert. Das macht man, da Filme oft nicht weltweit zur gleichen Zeit erscheinen. So kann es z.B. sein, dass ein Film in den USA schon auf BD zu haben ist obwohl dieser in Europa noch in den Kinos läuft.
    Wie die Ländercodes bei der Blu-ray Disk aufgeteilt sind kann man dem Untenstehenden Bild entnehmen.

    Blu-Ray Ländercodes

    • A/1 = Amerika, Japan, Korea, Taiwan, Hongkong und Südostasien.
    • B/2 = Europa, Grönland, französische Überseegebiete, Naher Osten, Afrika, Ozeanien
    • C/3 = Indien, Nepal, China, Russland, Zentral- und Südasien

    Damit Blu-Ray Disks bei uns also laufen, müssen diese entweder "Ländercode frei" oder aber mit dem "Ländercode "B/2" gekennzeichnet sein.

     

    Gibt es auch BD Brenner / Rekorder?

     

    BD Brenner für den Computer sind schon recht zahlreich erhältlich. Allerdings gibt es häufig noch Probleme was die Kompatibilität der gebrannten Disks mit Blu-ray Abspielgeräten angeht. Auch wird ein leistungsstarker Computer und Brennsoftware, die für Blu-ray geeignet ist, benötigt.
    Blu-ray Rekorder für das Wohnzimmer sind noch Mangelware und wenn erhältlich sehr teuer. Sicher wird sich das aber in den nächsten Monaten noch ändern.

     

    Welche Rohlinge gibt es für Blu-ray?

     

    Wie auch schon bei der DVD werden auch bei der BD verschiedene Rohlingstypen angeboten:

    • BD-R = Ein mal beschreibbare Rohlinge (25 GB)
    • BD-R DL = Ein mal beschreibbare, Doppelschichtige Rohlinge (50 GB)
    • BD-RE = Mehrfach beschreibbare Rohlinge (25 GB)
    • BD-RE DL = Mehrfach beschreibbare, Doppelschichtige Rohlinge (50 GB)

    Was ist eine Mini-Blu-ray Disk?

    Wenn man von einer "Mini Blu-ray Disk" spricht, kann das für zwei Disktypen stehen:
    Es gibt Blu-ray Disks mit einem Durchmesser von nur 8 cm, im Gegensatz zur Standardgröße von 12 cm Durchmesser. Diese verkleinerte Blu-ray Disk wurde zur Verwendung in tragbaren Geräten, wie z.B. Filmkameras entwickelt. Wäre man hier auf die Standardgröße angewiesen, müssten die Kameras zu groß produziert werden.

    Die Bezeichnung "Mini Blu-ray Disk" stammt allerdings offiziell von einer Standard DVD die im Blu-ray Format beschrieben wird. Besitzt man also schon ein Blu-ray Abspielgerät, aber noch keinen verhältnismäßig teuren Blu-ray Brenner, kann man auch mit einem "normalen" DVD Brenner eine "Mini Blu-ray Disk" herstellen (Eine entsprechende Brennsoftware vorausgesetzt!). Dabei wird eine doppelseitige DVD (DVD-DL oder auch DVD-9) mit einem roten Laser im Blu-ray Format beschrieben. Es hat sich dafür auch die Bezeichnung BD-9 (abgeleitet von Blu-ray Disk und DVD-9) eingebürgert. Natürlich ist das Speichervolumen dabei sehr gering (etwa 20 Minuten) und die so hergestellte "Mini Blu-ray Disk" kann nur noch mit einem Blu-ray Abspielgerät wiedergegeben werden. Auch ist die "AACS" Verschlüsselung bei der "Mini Blu-ray Disk" nicht möglich.

    Folgende Mini-Blu-ray Formate gibt es:
    • BD-R (8cm) = Einmal beschreibbare Rohlinge (7,5 GB)
    • BD-RE (8cm) = Mehrfach beschreibbare Rohlinge (7,5 GB)
    • DVD-9  = (BD-9) Doppelschichtige Mini Blu-ray Disk (gebrannt auf Standard DVD-DL)

    Gibt es auch Alternativen?

     

    Ja, es gibt so genannte WMV-HD DVDs. Diese werden auf "normalen" DVDs im WMV-Format von Microsoft angeboten. Allerdings gibt es derzeit nur sehr wenige DVD-Titel und Abspielgeräte für das Wohnzimmer. Die Qualität der Filme entspricht aber HDTV! Es werden für den Anschluss aber auch die gleichen Voraussetzungen, wie bei Blu-ray (siehe oben) benötigt.
    Die "Beste" Alternative zur Blu-ray Disk war allerdings das "HD-DVD" Format. Es entsprach im technischen Aufbau in etwa dem der Blu-ray Disk. Auch planten die Entwickler ähnliche Funktionen einzubauen. Wie eingangs bereits geschrieben wandten sich Ende 2007 nach und nach alle Anbieter von der HD-DVD ab. Im Februar 2008 gab dann auch Toshiba die Entwicklung auf. HD-DVD wird somit vom Markt verschwinden.

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  6. BNC steht für "Bayonet Neill Concelman". Die drei Wörter stehen für die Steckerart "Bajonett Verschluss" und den beiden Erfindern "Paul Neill" und "Carl Concelman". Alle anderen Deutungen der drei Buchstaben sind falsch. Die BNC-Steckverbindung wurde bereits ende der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts entwickelt und ist somit eine sehr alte Steckverbindung.

     

    Was ist nun eine BNC-Steckverbindung?

    BNC Stecker und Buchsen Die BNC-Steckverbindung wurde speziell für Hochfrequenzen bis etwa 4 GHz entwickelt und wird somit vorwiegend für die Videotechnik bzw. für den Funk eingesetzt. Als Leitung verwendet man meistens Koaxialleitungen.
    BNC Steckverbinder gibt es vorwiegend für zwei verschiedene "Wellenwiderstände" von 50 Ohm bzw. 75 Ohm. (selten, aber vorhanden auch 93 Ohm).
    50 Ohm und 75 Ohm BNC-Steckverbinder sind nicht immer zueinander kompatibel! Bei 75 Ohm Steckern ist der Innenstift (Seele) dünner als bei 50 Ohm Steckern.
    Heute verwendet man allerdings auch hier Stecker bzw. Kupplungen die mit beiden Steckertypen eine einwandfreie Verbindung herstellen können.

    Welche Vorteile hat eine BNC-Steckverbindung?

     

    Warum BNC Steckverbindungen bis heute noch verwendet werden liegt an der Befestigung. BNC-Stecker werden mit einem Bajonett Verschluss sicher mit der Buchse verbunden und können somit nicht versehentlich abgezogen werden. Durch den Bajonett Verschluss wird auch eine sichere Verbindung gewährleistet.
    Außerdem sind BNC-Stecker sehr gut gegen Störeinflüsse abgeschirmt. Der Außenmantel, also die Masseleitung (bzw. Abschirmung) ist hier "vorlaufend", dass heißt, zuerst bekommt die Masseleitung Kontakt und dann erst der eigentliche Datenkontakt, also die "Seele".
    Der BNC-Stecker hat somit einige Vorteile gegenüber dem alternativ verwendbaren Cinch-Stecker.

     

    Welche Nachteile hat eine BNC-Steckverbindung?

     

    Über eine BNC Steckverbindung kann immer nur eine "Datenader" miteinander verbunden werden. Werden mehrere Datenleitungen benötigt, muss für jede dieser Leitungen ein BNC-Stecker verwendet werden.
    Auch sind BNC-Stecker im Gegensatz zu Cinch-Steckern deutlich schwieriger und aufwendiger anzubringen. Dadurch sind Leitungen mit BNC-Steckern meist auch teurer als vergleichbare Cinch-Leitungen.
    Und BNC-Steckverbinder sind bereits sehr alt und werden heute häufig durch aktuellere Steckerformen ersetzt.

     

    Wo werden BNC-Steckverbinder eingesetzt?

     

    BNC SteckerEine der Haupteinsatzgebiete für BNC-Steckverbinder waren 10Base2 Computernetzwerke. Hier wurden über Netzwerkleitungen mit BNC-Steckern einfach alle zu vernetzenden Computer über T-Stücke zusammengeschlossen und dann an den Enden mit Abschlusswiderständen abgeschlossen. Diese Netzwerke sind heute aber zu langsam und zu Störanfällig. Heute benutzt man meist nur noch das "Ethernet", welches mit "Twisted-Pair-Technik" und RJ-45 Steckern arbeitet.

     

    Weitere Einsatzgebiete für BNC-Steckverbinder sind / waren z.B. Computer Monitor Anschlüsse nach dem YUV Standard. Auch in der Funktechnik findet man BNC Steckverbinder noch immer.

     

    Da BNC-Steckverbinder eine sichere Verbindung gewährleisten und auch gut gegen Störeinflüsse abgeschirmt sind verwendet man diese oft auch bei Labor- und Messgeräten wie z.B. Oszilloskope oder Frequenzzähler für den Anschluss von Messsensoren.

     

    Fazit:

     

    BNC-Steckverbinder gibt es nun schon über 60 Jahre, werden aber bis heute noch für spezielle Einsatzgebiete verwendet. Zwar ist die Verwendung dieser Steckverbinder rückläufig, aber einen echten Ersatz gibt es noch nicht. Da wo es möglich ist verwendet man heute die "günstigeren" Cinch-Stecker oder ist ganz auf andere Systeme wie in der Netzwerktechnik umgestiegen.
    Ganz werden in den nächsten Jahren die BNC-Stecker aber sicher nicht verschwinden, da es immer noch genug Einsatzgebiete dafür gibt, für die keine Alternative vorhanden ist.

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  7. Mit "Cinch" bezeichnet man genormte Steckverbinder die vorwiegend im privaten Bereich in der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Über Cinch Stecker werden elektrische Signale ausgetauscht. Ein Cinch Stecker besitzt zwei Kontakte: einen Mittelstift, der weiter heraussteht und einen Randkontakt, der meistens als "Masse", also für die Abschirmung benutzt wird. Optisch ähnelt ein Cinch Stecker auch einem Antennenstecker. Bei einem Antennenstecker ist der Mittelstift allerdings deutlich dünner.
    Die Ähnlichkeit zu einem Antennenstecker ist aber kein Zufall. Bei beiden Steckertypen wird als Leitung meistens eine so genannte Koaxialleitung verwendet und dazu passt eine solche Steckerform am besten.

    cinchstecker

    Seit wann gibt es Cinch Steckverbinder?

     

    Die Cinch Steckverbindung kommt wie so vieles aus Amerika. Dort wurden bereits in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts Cinch Steckverbinder eingesetzt. In Amerika ist diese Steckverbindung aber unter der Bezeichnung "RCA jack" (Radio Corporation of America) bekannt. Wann Cinch Stecker in Europa aufkamen kann heute keiner mehr so genau sagen.

     

    Was bedeutet der Name "Cinch"?

     

    Auch das ist nicht zu 100% bekannt. Laut der Enzyklopädie "Wikipedia" könnte die Bezeichnung entweder auf das US-Unternehmen "Cinch Connectors" zurückzuführen sein, welches diese Steckverbinder hauptsächlich produziert hat. Eine weitere Erklärung wäre die einfache Übersetzung des Wortes vom englischen ins deutsche. "Cinch" heißt übersetzt "Kleinigkeit" oder "Kinderspiel". Vielleicht hat man dieser Steckverbindung darum diesen Namen gegeben, weil der Stecker sehr einfach aufgebaut und leicht zu handhaben ist.

     

    Wozu wird eine Cinch Verbindung eingesetzt?

     

    Bis heute findet man Cinch Anschlüsse noch an fast allen HiFi- und Videogeräten. Cinch Anschlüsse werden sowohl für die Übertragung von analogen Videodaten als auch für die Übertragung von analogen Audiodaten verwendet.
    Im digitalen Bereich verwendet man Cinch Anschlüsse nur für die Übertragung von digitalen Audiodaten (S/P-DIF).

     

    Im Audiobereich werden meistens Cinch Anschlüsse für die analoge Stereoverdrahtung zwischen den HiFi-Komponenten (linker und rechter Audiokanal) eingesetzt. Aber auch die Verdrahtung von mehrkanaligen Audioverbindungen (Dolby 5.1) kann über Cinch Anschlüsse erfolgen.
    Benötigt man eine digitale koaxiale (Elektrische) "Dolby Digital" Verbindung, erfolgt diese ebenfalls über eine Cinch Leitung (S/P-DIF).

     

    Im Videobereich setzt man Cinch Verbindungen für die analoge Bildübertragung über FBAS (Composite Video) und bei Component-Video ein.

     

    Hat die Cinch Verbindung auch Nachteile?

     

    Ja, mehrere! Die Cinch Verbindung ist zwar eine gute und einfache Steckverbindung, hat aber leider auch Nachteile:

    • Beim einstecken bekommt zuerst der "Hauptkontakt" (langer Stift in der Mitte) eine leitende Verbindung. Erst wenn der Stecker dann weiter in die Buchse gedrückt wird, bekommt auch die Masse (Abschirmung) Kontakt. Dadurch können im günstigsten Fall "nur" Störungen auftreten, aber im ungünstigsten Fall sogar Geräte beschädigt werden. Cinch Steckverbinder sollte man daher möglichst nur trennen und einstecken wenn die Geräte komplett ausgeschaltet sind.
    • Einen zweiten Nachteil betrifft die Herstellungsgenauigkeit. Leider sind besonders sehr günstige Stecker und Buchsen nicht immer zu 100% gleich. So kann es vorkommen, dass ein Stecker etwas dicker oder auch dünner ist. Bei einem etwas dünneren Stecker kann es z.B. zu einem Wackelkontakt kommen. Bei einem etwas zu dicken Stecker gar zu Beschädigungen an den Buchsen Schnell hat man durch zu festes drücken dann die Buchse von der Platine gerissen…
    • Ein weiterer Nachteil ist, dass über einen Cinch Stecker auch nur ein Signal übertragen werden kann. Für Stereo sind so schon zwei Leitungen nötig. Für "Component-Video" sind schon drei Leitungen erforderlich.

    Welche Leitungen werden verwendet?

    Koaxial LeitungWie oben schon einmal kurz angesprochen werden bei Cinch Leitungen meistens so genannte "Koaxialleitungen" eingesetzt. Koaxialleitungen haben den Vorteil, dass diese auf der gesamten Strecke ideal abgeschirmt sind.
    Eine Koaxialleitung besteht aus zwei Adern: einem Mittelleiter (auch Seele genannt) und einem Außenleiter (auch Abschirmung genannt). Der Mittelleiter ist meist mit einer Kunststoffschicht (Isolation) umhüllt. Darauf liegt der Außenleiter meist in Form eines Drahtgeflechtes. Um eine besonders gute Abschirmung zu erhalten werden häufig auch so genannte "doppelt Abgeschirmte" Koaxialleitungen verwendet. Bei diesen befinden sich auf der Isolation zuerst eine durchgehende Alufolie und darauf dann das Drahtgeflecht des Außenleiters. Der Außenleiter ist dann nochmals mit einer dünnen Isolationsschicht umhüllt.

    Koaxial LeitungenBei einem Cinch Anschluss schließt man den Innenleiter (Seele) an den Mittelkontakt des Steckers und die Abschirmung an den Außenkontakt an.

    Manchmal wird ein Cinch Anschluss auch z.B. für einen Stromanschluss zweckentfremdet. In diesen Fällen kann es möglich sein, dass auch andere, ungeschirmte Leitungen benutzt werden.
    Auch für einfache Stereo Anschlussleitungen werden meistens keine hochwertigen Koaxialleitungen eingesetzt. Hier verwendet man häufig deutlich dünnere zweiadrige Leitungen, die meist ähnlich wie Koaxialleitungen aufgebaut sind. Auch hier gibt es einen Innenleiter der mit einer dünnen Isolierung versehen ist. Darum befindet sich ein Drahtgeflecht als Außenleiter, das wiederum mit einer Isolationsschicht umhüllt ist.

    Was bedeuten die Steckerfarben?

    S/P-DIF koaxialBei Chinch Anschlüssen verwendet man eine meist einheitliche Farbcodierung. Diese ist zwar nicht genormt, wird aber von fast allen Herstellern einheitlich eingesetzt.
    Bei Cinch Steckern ist meist das Steckergehäuse in der entsprechenden Farbe gehalten. Verwendet man hochwertige Metallstecker z.B. vergoldet, befindet sich die Farbcodierung oft in Form eines Ringes am Stecker oder an der Leitung.
    Bei Cinch Buchsen hat man meist den Isolierring zwischen dem Außenkontakt und dem Loch für den Innenkontakt in der entsprechenden Farbe eingefärbt.

     

    Farbcodierung bei Audiosteckern:

    • Rot = Rechter analoger Kanal
    • Weiß = Linker analoger Kanal (manchmal auch schwarz)
    • Gelb = Digitaler Audioanschluß (S/P-DIF) (manchmal auch orange)
    • Schwarz = Subwoofer oder Center Kanal

    Manchmal verwendet man auch eine Anschlussleitung, über die sowohl Aufnahme- als auch Wiedergabesignale über Cinch Anschlüsse nach außen geführt werden. Eine solche so genannte "Kabelpeitsche" hat meist folgende Farbkodierung:

    • Weiß = linker Kanal Wiedergabe
    • Rot = rechter Kanal Wiedergabe
    • Schwarz = linker Kanal Aufnahme
    • Gelb = rechter Kanal Aufnahme

    Farbcodierung bei Videosteckern:

    Fazit:

     

    Cinch Anschlüsse gibt es schon sehr lange und haben sich bis heute fest im privaten Audio- und Videobereich durchgesetzt. Im Zeitalter der Digitalisierung verwendet man aber schon heute sehr häufig nur noch digitale Ton- und Bildanschlüsse. Über den HDMI Anschluss kann z.B. sowohl Bild als auch Ton übertragen werden.
    In absehbarer Zeit werden wahrscheinlich die analogen Videoanschlüsse FBAS und Component-Video dank Kopierschutzmaßnahmen wie "HDCP" wohl komplett aussterben. Wie es im Audiobereich weiter geht weiß man heute noch nicht.
    Cinch Anschlüsse werden uns sicher noch ein paar Jahre erhalten bleiben, aber sicher irgendwann zu Gunsten besserer Anschlüsse weichen müssen.

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  8. Compact Flash Karten (CF) sind kleine Speicherkarten, die Vorrangig zur Speicherung von Bildern in digitalen Fotoapparaten benutzt werden. Zur Speicherung verwenden diese so genannten "Flash-Speicher". Flash-Speicher hat den Vorteil, ohne ständig anliegender Stromversorgung den Speicherinhalt zu behalten. Außerdem verbraucht Flash-Speicher wenig Strom, ist unempfindlich gegenüber Erschütterungen, erzeugt kaum Wärme und kann sehr klein hergestellt werden.

    CompactFlash (CF) Karte im Vergleich mit 5 Cent

    Welche CF-Karten gibt es?

     

    CF-Karten gibt es seit 1994 und werden in zwei Typen angeboten: "Typ 1" mit einer Größe von 42,8mm x 36,4mm x 3,3mm (BxTxH) und "Typ 2" mit einer Größe von 42,8mm x 36,4mm x 5,0mm (BxTxH). Die zwei Typen unterscheiden sich somit lediglich in der Dicke. Es ist zu beachten, dass dadurch natürlich Typ 2 Karten nicht in einen Einbauschacht für Typ 1 Karten passen. Umgekehrt ist das kein Problem, da beide Typen von den Anschlüssen her gleich sind. Neue Geräte, die CF-Karten einsetzen besitzen fast immer einen "Typ 2" Einbauschacht und sind somit für alle CF-Karten geeignet.

     

    Wie wird die Geschwindigkeit angegeben?

     

    Die Hersteller geben auf den Compact Flash Karten meistens nicht die "echte" Übertragungsgeschwindigkeiten an, sondern verwenden "Werbewirksame" Bezeichnungen, die sich beim Lesen schon schnell anhören :-)
    Standardspeicherkarten tragen meist keine zusätzliche Bezeichnung und haben eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von weit unter 10 MB/s (siehe Foto oben).
    Schnellere Karten werden mit dem Zusatz "Ultra" bzw. "Ultra II" gekennzeichnet. "Ultra II" Karten haben bereits eine Übertragungsgeschwindigkeit von etwa 10 MB/s.
    Aktuelle schnelle Speicherkarten tragen die Bezeichnung "Extreme". Derzeit sind die schnellsten CF-Karten "Extreme IV".
    "Extreme III" Karten sollen auf eine Übertragungsgeschwindigkeit von 20 MB/s und "Extreme IV" Karten sogar auf 40 MB/s kommen.

     

    Andere Hersteller verwenden auch Bezeichnungen wie "250x". Diese Bezeichnung soll angeben, um wie viel mal die Lesegeschwindigkeit der Karte höher ist, als die Lesegeschwindigkeit eines CD-Rom Laufwerkes.
    Die einfache CD-Rom Lesegeschwindigkeit liegt bei ca. 150 KB/s. Gibt ein Hersteller hier also den Wert "250x" an, sollte die Speicherkarte eine Lesegeschwindigkeit von 250 x 150 KB/s, also etwa 40 MB/s erreichen. Da die Schreibgeschwindigkeit deutlich niedriger ist, geben die Hersteller oft nur die Lesegeschwindigkeit an.

     

    Welchen Anschluss verwenden CF-Karten?

    Anschlüsse einer CompactFlash (CF) SpeicherkarteDer Compact Flash Anschluss ist technisch kompatibel mit dem ATA Anschluss und baut auf diesem auf. CF Karten sind somit kleine Laufwerke ohne Mechanik. Lediglich der 50-polige Anschlussstecker unterscheidet sich vom "großen" (S)ATA Anschluss im Computer.
    CF Karten gelten als sehr robust und werden heute überwiegend in digitalen Fotoapparaten und da auch hauptsächlich im Profibereich eingesetzt.

     

    Wie sieht die Technik aus?

     

    Der Preis einer CF Karte sagt häufig etwas über dessen Geschwindigkeit aus. Günstigere Karten sind meist langsamer als teurere, da bei teureren Karten hochwertigere Bauteile verwendet werden. Die Hersteller geben die Geschwindigkeit oft auch auf den Verpackungen an, wenn auch meistens "nur" durch Werbewirksame Bezeichnungen (siehe oben). Aktuelle CF Karten können theoretisch eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 133 MB/s (UDMA 133) erreichen, technisch sind heute ca. 40 MB/s möglich (Extreme IV Karten). CF Karten können bis zu einer Größe von 128 GB hergestellt werden. Derzeit (2007) gibt es sie bis zu einer Größe von 8 GB Speicher. 16 GB CF-Karten stehen aber bereits kurz vor der Auslieferung.
    Auf CF Karten ist ein Speicher-Controller integriert. Daher erkennt ein Betriebssystem diese Kartenart, wie einen USB-Speicherstick, nach dem einstecken gleich problemlos als zusätzliches Laufwerk.

     

    Müssen CF Speicherkarten formatiert werden?

     

    Alle Speicherkarten sind ab Werk bereits formatiert (mit einem Dateisystem versehen) und können somit sofort verwendet werden. CF-Speicherkarten sollte man nur dann neu formatieren, wenn z.B. ständig Schreib- oder Lesefehler angezeigt werden. Dann sollte man möglichst eine interne Formatierung der Geräte zu benutzen, sofern eine solche Funktion vorhanden ist. Damit ist dann sichergestellt, dass die Speicherkarte auch richtig mit dem Gerät läuft. Manche Speicherkarten funktionieren auch nach der Formatierung z.B. in einem Computer gar nicht mehr mit einem bestimmten Gerät und müssen dann nochmals im Gerät formatiert werden.
    ACHTUNG: Beim formatieren einer Speicherkarte gehen ALLE Daten verloren!

    Generell sollte man Speicherkarten, wie eigentlich jeden Flash-Speicher, nur im Ausnahmefall formatieren. Flash-Speicher altert bei jedem Löschvorgang Systembedingt. Eine Formatierung beansprucht den Speicher besonders.
    Außerdem ist es bei Flash-Speicher Systembedingt auch nicht nötig diesen öfter zu formatieren. Nur wenn es vermehrt zu Fehlern kommt, sollte eine Speicherkarte neu formatiert werden.

     

    Was sind Microdrives?

    Die gleiche Bauform und auch die gleichen Anschlüsse wie Compact Flash Typ 2 Karten besitzen die so genannten "Microdrives". Das sind aber "echte" mechanische Minifestplatten, die allerdings auch anstelle einer CF Typ 2 Karte verwendet werden können. Microdrives gehören somit aber nicht zu den Speicherkarten und nehmen in der Verbreitung inzwischen stark ab, da Speicherkarten zu günstigeren Preisen mit gleicher Speichergröße hergestellt werden können.

     

    CF-Karten, die Entwicklung:

     

    Da sich CF Karten am ATA-Anschluss anlehnen, hat sich auch bei diesen, parallel zum ATA-Anschluss, in den letzten Jahren einiges verändert:

    • 1994 kam der Compakt Flash Standard 1.0 auf den Markt. Dieser arbeitete im so genannten "PIO Mode 2" und hatte eine Zugriffsgeschwindigkeit von 8.3 MB/s.
    • 1997 entwickelte man die so genannten "CompactFlash+" oder auch "CompactFlash I/O" Karten. Diese dienten nicht zur Speicherung von Daten sondern beinhalteten Zusatzfunktionen für bestimmte Geräte (z.B. Radioempfänger, Modem, GPS-Empfänger u.s.w.)
    • 2003 wurde der CompactFlash Standard 2.0 eingeführt. Dieser beinhaltete die Verarbeitung im "PIO Mode 4" und eine damit verbundene Zugriffsgeschwindigkeit von bis zu 16,6 MB/s. Mitte 2004 integrierte man dann auch im CF 2.0 Standard den so genannten DMA-Zugriff.
    • 2004 kam der Compakt Flash Standard 3.0. Dieser arbeitete bereits im "UDMA 66" Modus und konnte theoretisch Daten mit bis zu 66 MB/s austauschen. Technisch schaffen CF 3.0 Karten etwa 25 MB/s. Auch konnten ab dem Standard CF 3.0 die Karten mit einem Passwort geschützt werden.
    • 2006 erweiterte man den Compakt Flash Standard auf die Version 4.0 mit "UDMA 133" Unterstützung und einer theoretischen Zugriffsgeschwindigkeit von 133 MB/s. Wie oben bereits erwähnt liegt die technische Zugriffsgeschwindigkeit bei CF 4.0 heute bei etwa 40 MB/s.

    Fazit:

     

    Compakt Flash Karten sind also sehr vielseitig. Da die Anschlüsse kompatibel mit dem (S)ATA Standard sind, lassen sich die Karten auch leicht mittels Adapter in Computern und Laptops einbauen. Selbst als (kleinen) Festplattenersatz können diese Karten verwendet werden. Allerdings zählen CF Karten nicht zu den günstigsten Speicherkarten auf dem Markt.
    Auch sind CF-Speicherkarten im Verhältnis zu anderen Speicherkarten recht groß und dick. Daher werden Compact Flash Karten auch überwiegend bei größeren Geräten wie "Profi Fotoapparaten" eingesetzt. In aktuellen Handys z.B. würden CF Karten gar nicht hineinpassen.

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  9. Mit dem "Component-Video" Anschluss bezeichnet man einen Anschluss der aus drei Buchsen besteht. Erstmals tauchte dieser Anschluss vor einigen Jahren bei sehr teuren Geräten der Oberklasse meist mit BNC-Anschlussbuchsen auf.
    Man führte hier die drei Signale des verwendeten "Farbmodells" YUV nicht wie sonst üblich zusammen sondern an getrennten Anschlüsse nach außen. Dadurch war es möglich ein sehr gutes und stabiles Bild auf dafür geeigneten Anzeigen darzustellen. Häufig wurde der YUV-Component Video Anschluss daher auch im Computerbereich verwendet.

     

    Gilt es heute kein YUV-Component Video mehr?

     

    YUV-Component Video ist eine Bezeichnung, die gerne auch heute noch verwendet wird. Allerdings stimmt diese so nicht mehr! Der "echte" YUV-Component Video Anschluss wird heute fast nicht mehr gebaut. Zwar wird weiterhin im analogen Bereich das YUV-Farbmodell verwendet (z.B. beim FBAS- und S-Video Anschluss oder beim analogen Fernsehen), aber für den Component Video Anschluss benutzt man ein vom YUV Farbmodell abgewandeltes Farbmodell.
    Steht heute in einer Beschreibung oder auf einem Gerät bei diesen drei Anschlüssen die Bezeichnung "YUV" oder "YUV-Component Video" ist das also falsch! Würde man den heute verwendeten Component Video Anschluss an ein altes Anzeigegerät mit "echtem" YUV-Eingang anschließen, wären die Farben komplett verfälscht.

     

    Was ist heute Component Video?

    Component-Video Anschluss Y-Pr/Cr-Pb/CbOptisch hat sich der Anschluss wenig verändert. Der Component Video Anschluss besteht aus drei getrennten Buchsen. Allerdings verwendet man heute meistens Cinch- und nicht mehr BNC-Anschlüsse. Die Anschlussbuchsen haben alle drei eine andere Farbe: Grün (Y), Blau (Pb/Cb) und Rot (Pr/Cr). Die Farbkennzeichnung hat aber nur ganz entfernt mit der Farbübertragung zu tun. Die grüne Buchse überträgt nicht die grüne Farbe!

     

    Heute unterscheidet man zwei Farbmodelle:

    • Y-Pb-Pr für analoge Bildsignale
    • Y-Cb-Cr für digitale Bildsignale

    Beide Farbmodelle sind heute im Standard "CCIR-601" festgeschrieben und werden von den Geräteherstellern verwendet.

     

    Was bedeuten die Anschlussbezeichnungen?

     

    Die erste Buchse "Y" ist bei allen Component Video Anschlüssen gleich. Hier werden Informationen über die "Helligkeit" (Luminanz) übertragen.

     

    Der blaue Anschluss hat früher bei YUV die Differenz zwischen der Farbe Blau und der Helligkeit (Luminanz) (U=B-Y) übertragen. Dabei verwendete man eine Abstufung von "0" (kein Blau) bis "1" (volles Blau).
    Heute liegt am blauen Anschluss "Pb" bzw. "Cb" ein Wert, der die Abweichung zwischen der Farbe Grau in Richtung Blau (Werte von 0 bis +0,5) bzw. der Komplementärfarbe Gelb (Werte von 0 bis -0,5) darstellt.

     

    Auf dem roten Anschluss lag früher bei YUV die Differenz zwischen der Farbe Rot und der Helligkeit (Luminanz) (V=R-Y). Auch hier verwendete man eine Abstufung von "0" (kein Rot) bis "1" (volles Rot).
    Heute liegt am roten Anschluss "Pr" bzw. "Cr" ein Wert, der die Abweichung zwischen der Farbe Grau in Richtung Rot (Werte von 0 bis +0,5) bzw. der Komplementärfarbe Türkis (Werte von 0 bis -0,5) darstellt.

     

    Warum diese Änderung?

     

    Das Menschliche Auge kann geringe Helligkeitsunterschiede besser erkennen als geringe Farbunterschiede und diese wiederum besser als geringe Farbsättigungsunterschiede. Diesen Umstand hat aber auch schon das YUV Farbmodell ausgenutzt.
    Für die aktuellen Farbmodelle ist man nun noch genauer an das Verhalten des menschlichen Auges herangezogen. Das Auge ist besonders empfindlich für die Farbe Grün. Diese wird errechnet durch die Helligkeit (Luminanz) "Y" und den Farbinformationen aus "Pb/Cb" und "Pr/Cr". Bei den meisten Anwendungen für dieses Farbmodell ist die Helligkeit "Y" doppelt so fein aufgelöst wie die Farbinformationen in "Pb/Cb" und "Pr/Cr". Dadurch können gerade im Bereich Grün sehr feine Abstufungen dargestellt werden.
    Da nun auch die Farbinformationen in "Pb/Cb" und "Pr/Cr" einen größeren Bereich (von Blau bis Gelb bzw. von Rot bis Türkis) abdecken, können auch andere Farben deutlich besser und genauer als mit dem YUV-Farbmodell dargestellt werden.

     

    Wieso analoge und digitale Component Anschlüsse?

     

    Der "normale" Component Video Anschluss arbeitet heute normalerweise analog. Daher sollte als "richtige" Bezeichnung auf einem solchen Anschluss eigentlich nur "Y-Pb-Pr" stehen. Nur in seltenen Fällen kann dieser Anschluss auch digitale Informationen verarbeiten / ausgeben. Das digitale Farbmodell "Y-Cb-Cr" wird natürlich von digitalen Medien wie DVD, DVB (-S; -S2; -T; -C), JPEG, MPEG u.s.w verwendet. Die Ausgabe erfolgt aber heute in digitaler Form meist über HDMI oder DVI Anschlüsse, dort aber oft umgewandelt auf das RGB Farbmodell, da dieses für die Ausgabe auf Projektoren (Beamer), LCD- und Plasmabildschirmen besser geeignet ist. Für die Component Video Ausgänge wird das Signal fast immer zu einem analogen "Y-Pb-Pr" Signal gewandelt. Die Umwandlung von digitalen "Y-Cb-Cr" Informationen in analoge "Y-Pb-Pr" erfolgt meist in den Abspielgeräten (DVD-Player bzw. digitaler SAT-Receiver) und kann überwiegend verlustfrei erfolgen.

     

    Welche Vorteile hat Component Video?

     

    Der "Y-Pb-Pr" Component Video Anschluss gilt als die Beste analoge Anschlussform! Wenn ein Gerät nur analog angeschlossen werden kann und ein Component Video Anschluss vorhanden ist, sollte man diesen auch benutzen. Über Component Video kann heute eine fast ebenso gute Bildausgabe erfolgen wie über die digitalen Anschlüsse (HDMI bzw. DVI). Der Component Video Anschluss ist auch der einzige analoge Anschluss, der Bilder in Progressive Scan (Vollbilddarstellung) ausgeben kann. Selbst die HDTV Auflösung ist für Component Video kein Problem, solange eine Ausgabe ohne HDCP auf analoge Anschlüsse möglich ist, denn den digitalen Kopierschutz HDCP beherrscht Component Video nicht.

     

    Fazit:

     

    Egal was heute in den Bedienungsanleitungen, auf Produktverpackungen und auf den Anschlüssen der Geräte steht, der Component Video Anschluss ist (meistens) ein analoger "Y-Pb-Pr" Anschluss und kein YUV, YUV-Component Video, "Y-Cb-Cr" oder digitaler Anschluss.
    Sicher wird aber die Bezeichnung "YUV" genau so weiter verwendet werden wie die Bezeichnung "Uhu" für jeden Alleskleber …

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  10. Composite-Video ist eine andere Bezeichnung für die FBAS Bildübertragungsnorm die heute bei allen Video-, DVD- und TV- Geräten zu finden ist. Eine weitere Bezeichnungen für diese Übertragungsnorm ist noch die englische Abkürzung "CVBS" (Colour Video Baseband Signal). Alle diese genannten Bezeichnungen stehen für die selbe Bildübertragungsnorm.

     

    Was ist Composite-Video?

    FBAS-VideoanschlussComposite-Video ist die einfachste und damit auch die Qualitätsmäßig schlechteste Bildübertragungsnorm die es bei uns gibt. Üblicher Weise wird zur Übertragung einfach das Standardsignal PAL verwendet. In entsprechenden Gegenden außerhalb Deutschlands auch NTSC bzw. SECAM.
    Bei Composite-Video werden die gesamten Bilddaten (Farbsignal, Bildsignal, Austastsignal und Synchronisationssignal) in einer Leitung "zusammengemischt". Für die Übertragung des Bildes wird somit theoretisch nur ein Draht benötigt. Allerdings ist auch eine Masseleitung bzw. Abschirmung nötig, so dass man zweiadrige Leitungen verwendet.
    Ton wird über eine Composite-Video Leitung nicht übertragen. Dafür sind weitere Leitungen erforderlich.
    Führt man die Tonleitungen und das Composite-Video Signal in einen so genannten RF-Modulator erhält man das bekannte Fernsehsignal in Form eines Antennenausgangs, das man dann einfach mit einer Antennenleitung an den RF (Antennen) Eingang eines Fernsehers anschließen kann. Da heute fast alle Geräte auch Scart- bzw. Composite-Video Cinch Anschlüsse haben, ist ein RF-Modulator fast nicht mehr nötig, zumal dieser das Bildsignal durch die Umsetzung nochmals verschlechtert.

    Welche Vorteile hat Composite-Video:

    Als großen Vorteil kann man bei Composite-Video nur die einfache und weit verbreitete Anschlussmöglichkeit nennen. Einen Composite-Video Anschluss hat heute eigentlich jedes Gerät, entweder über einen Cinch-, oder über einen Scart-Anschluss. Der Anschluss kann über einfache- und günstige Leitungen erfolgen. Das Composite-Video Signal kann jedes Gerät verarbeiten.

     

    Weitere Informationen zum Composite-Video Anschluss habe ich im Bericht "FBAS - was ist das?" zusammengetragen und kann dort nachgelesen werden.

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